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Der Vorspann, der Einfluss und das Geld

Zu hohes Budget, zu viel Filz, zu viel Schweiger? stern.de hat den neuen "Tatort"-Kommissar Til Schweiger nach den wiederholten Vorwürfen zu seinem Hamburger Krimi befragt.

Von Sophie Albers

Der Vorspann ist ja nun doch der alte.
Weil ich mich nicht durchsetzen konnte (lacht); Quatsch! Ich habe in einem Interview auf eine hypothetische Frage geantwortet: Wenn du etwas ändern könntest, was wäre das? Ich habe gesagt: Den Vorspann vielleicht, weil der so altmodisch und überholt ist. Das war alles. Ich bin nie angetreten und habe gesagt: Wir müssen jetzt den Vorspann ändern. Ich finde ihn nach wie vor altmodisch, aber wichtig ist, was nach dem Vorspann kommt.

Wieviel haben Sie denn nun mitgeschrieben? "Wilkommen in Hamburg" erinnert zuweilen sehr an Ihren Film "Schutzengel".
Ich habe überhaupt nicht mitgeschrieben. Ich habe meinen Senf zum Drehbuch gegeben - so wie der Produzent, so wie der Redakteur. Das war eine Gemeinschaftsarbeit. Aber geschrieben hat das Christoph (Drehbuchautor Christoph Darnstädt, Anm.d.Red.), und der hatte auch die Idee. Da kannte ich ihn noch gar nicht. Es stimmt, dass es gewisse Parallelen gibt, das finde ich auch. Aber das ist schon eine ganz andere Geschichte. Die Ähnlichkeiten sind Zufall.

Dass mit Ihrer Tochter Luna, Tim Wilde und Edita Malovcic Schauspieler dabei sind, mit denen Sie in Ihren Filmen gearbeitet haben, ist auch Zufall?
Nein, ist es nicht. Es war von Anfang an klar, dass ich bei der Besetzung mitreden darf. Erst einmal sind die alle dabei, weil sie toll sind. Aber zwei Leute habe ich mir gewünscht: Fahri Yardim als mein Partner und Tim Wilde als mein Boss. Ich bin ein ganz großer Verehrer von Tim, den sieht man im Fernsehen viel zu selten. Und Fahri kann witzig und auch tough sein. Das können nicht so viele.

Ist "Willkommen in Hamburg" der teuerste aller "Tatorte"?
Wir sind nicht der teuerste "Tatort" aller Zeiten! Unser Budget war so hoch wie das bei jedem anderen besonderen "Tatort". Normalerweise hat man 22 Drehtage, und wir hatten 24. Die hat Maria Furtwängler aber auch.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo