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Sex und Cyber-Crime – so brutal wird der Kiel-"Tatort"

Dieser "Tatort" aus Kiel führt tief in den Bereich der Cyber-Kriminalität. "Feuchtgebiete"-Regisseur David Wnendt sorgt dafür, dass dieser Krimi auf verschiedenen Ebenen zu einem außergewöhnlichen Erlebnis wird.

Tatort aus Kiel mit Klaus Borowski

Szene aus dem Kiel-"Tatort": Klaus Borowski (Axel Milberg) versucht mit den Cybercrime-Spezialisten Cao (Yung Ngo, l.) und Dennis (Mirco Kreibich, r.) den Mord an dem Leiter der Abteilung aufzuklären.

Worum geht's in diesem "Tatort"?

"Das ist Borowski – aufgeblasen, eingebildet, überschätzt": Die Kollegen vom LKA sind nicht sonderlich erfreut, als sie den brummeligen Ermittler (Axel Milberg) am Tatort antreffen. Dennoch darf der Kommissar zusammen mit seiner Kollegin Sarah Brand (Sibel Kekilli) mithelfen, den Mord am Leiter der Spezialabteilung Cyber-Crime aufzuklären. Zusammen mit zwei Computer-Spezialisten dringen die beiden in die Tiefen des Darknet ein und versuchen, dem Killer auf die Spur zu kommen.

Warum lohnt sich der Krimi?

Das Thema Internet-Kriminalität wird in diesem Film auf verschiedenen Ebenen durchdekliniert. Die aus der Täter-Perspektive gedrehte Mordszene am Anfang wirkt wie ein Ego-Shooter-Spiel, später gibt es ein Comic-Erklärvideo, in dem Borowski durch den Cyberspace saust. Inhaltlich und visuell hat sich Regisseur und Co-Autor David Wnendt ("Feuchtgebiete", "Er ist wieder da") viel einfallen lassen, um die komplexe Materie zu einem packenden Krimi zu verarbeiten.

Was nervt?

Brutale Schlägereien, abgehackte Finger, nackte Leichen: Für einen Sonntagabendkrimi ist dieser Film ungemein drastisch. Auf der anderen Seite trägt der "Tatort" stark komödiantische Züge. Viele Figuren treten als Karikaturen ihrer selbst auf: lebensfremde Computernerds, ein arroganter Chef und eine schoko- und sexsüchtige Hotelangestellte. Und wenn Sarah Brandt den Mörder durch die vollbesetzte Handball-Arena des THW Kiel jagt, weiß man nicht recht, ob man lachen oder mitfiebern soll – zumal sich das Zebra-Maskottchen Hein Daddel dem Killer todesmutig in den Weg wirft.

Die Kommissare?

Dass Borowski kein Menschenfreund ist und es mit seiner miesepetrigen Art seinen Nächsten schwermacht, war bekannt. In dieser "Tatort"-Folge treibt er es auf die Spitze – und verscherzt es sich sogar mit seiner Spracherkennungssoftware am Handy. Sarah Brandt fühlt sich dagegen zunehmend vernachlässigt.

Ein- oder ausschalten?

Unbedingt einschalten. Auch wenn es nicht immer einfach ist, der Handlung zu folgen: Dieser "Tatort" hat Kinoformat.

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