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Vernichtende Kritiken für Makatsch-"Tatort"

Die Quote war wenig erbaulich, und die Kritiken teilweise vernichtend: Heike Makatschs Einstand als "Tatort"-Kommissarin ist gründlich in die Hose gegangen. Doch der Film hatte auch Befürworter.

Tatort: Blumen für Heike Makatsch

Keine Blumen für Heike Makatsch: Ihr "Tatort"-Debüt fiel bei vielen Kritikern und Zuschauern durch.

Ein perfekter Einstand sieht anders aus: Weniger als acht Millionen Zuschauer wollten Heike Makatsch in ihrem ersten Fall als "Tatort"-Kommissarin Ellen Berlinger sehen. Damit ist fraglich, ob es eine Fortsetzung von dem zunächst als einmaliges Special geplanten Krimi geben wird.

Zumal die Kritiken auch nicht gerade überschäumend ausfielen. Ganz im Gegenteil: Viele TV-Rezensenten monierten vor allem das inkohärente Drehbuch. "Die Makatsch-Episode in einem Wort: konstruiert", schrieb etwa Johanna Bruckner auf "süddeutsche.de". "Das fängt bei den Figuren an, die so viel Schicksal auf ihren Schultern tragen, dass sie in einer Daily Soap besser aufgehoben wären. Der Ballast wirkt umso störender, weil die Vergangenheit der Figuren in einer Episode natürlich nicht erklärt werden kann (…). Dazu kommt ein Plot, in dem die Haupthandlungsstränge nicht schlüssig ineinander laufen."

In die gleiche Richtung geht auch Axel Weidemanns Besprechung auf "faz.net": "Der Film eiert herum und verzettelt sich. (...) Doch sollte sich der Sender im Fall der Fälle um eine bündige Inszenierung und um ein Buch bemühen, das nicht derart zerfasert." Das war auch der Tenor der Kritik auf stern.de: "Ein konfuses Drehbuch, das von allem zu viel hat."

Kerstin Decker formuliert es im "Tagesspiegel" folgendermaßen: "Regisseurin Katrin Gebbe gibt ihr Bestes, aber der Eindruck einer dramaturgischen Überanstrengung bleibt. Und sollte diesem 'Tatort-Special' keine Fortsetzung folgen: Dem deutschen Fernsehen geht gewiss keine Ausnahme-Kriminalistin verloren."

"'Tatort' mit Arthouse-Touch"

Ganz anders wurde der Film von Barbara Möller auf "welt.de" aufgenommen. Die Rezensentin schwärmt von einem "'Tatort' mit Arthouse-Touch": "Man sieht sehr talentierte Jungschauspielerinnen (Röse, Jochanah Mahnke, Anna-Lena Klenke) und die verehrte Angela Winkler in einer Nebenrolle. Vor allem aber sieht man . Eine Fortsetzung wäre schön."

Regelrecht begeistert ist auch Christian Buß auf "spiegel.de": "Volle Breitseite Dialekt, volle Breitseite Sozialkritik: Mit ihrem 'Tatort' aus Freiburg unterwandern die Verantwortlichen vom SWR die Erwartungen, die man an diesen zunächst als einmaligen Sondereinsatz geplanten Krimi hat: Auf Feiertage programmierte Event-'Tatorte' setzen in der Regel ja eher auf Humor und Gemütlichkeit. Eine Provinzschnurre aber ist 'Fünf Minuten Himmel' nun wirklich nicht geworden, Freiburg zeigt sich hier von seiner unschönen Seite, Gentrifizierungselend inklusive."

Das sagen die Zuschauer

Die große Mehrheit der Twitter-User wurde mit diesem "Tatort" nicht warm. Einige Tweets spießten die Schwachpunkte im Drehbuch genüsslich auf:


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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo