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Schnellcheck

Und ewig schweigen die Wälder - so düster wird der "Tatort"

Ein Kind liegt tot im Wald: Bei ihrem ersten "Tatort"-Einsatz haben es die neuen Schwarzwälder Ermittler Tobler und Berg mit einem höchst tragischen Fall zu tun. Ein Debüt, das niemanden kalt lässt.

Bewertung

  • 4 von 5 Punkten
  • Intensiv und düster: starker Auftakt für das neue "Tatort"-Team.

Worum geht's in diesem ""?

Die Stille eines abgeschiedenen Schwarzwald-Örtchens wird von einem Schuss gestört. Die elfjährige Frieda liegt tot im Wald, und die neuen Ermittler Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) müssen den Eltern das Unbegreifliche überbringen. Auch die Nachbarn sind besorgt: Ihr Sohn ist seither verschwunden. Die Familien der Kinder leiden jede auf ihre Art – und mischen sich immer mehr in die Ermittlungen ein. 

Warum lohnt er sich?

Düstere Tannenwälder, bedrohliche Wolken, tiefe Schluchten: Der Schwarzwald wird in "Goldbach" (Buch: Bernd Lange, Regie: Robert Thalheim) nicht als beschauliche Urlaubsidylle mit Kuckucksuhren und lieblichen Trachten-Mädeln gezeigt, sondern als eine Region voller Abgründe. Auch erzählerisch bringt dieser "Tatort" Neues: Er ist nicht nur ein Krimi, sondern gleichermaßen ein Familiendrama, das sehr stark die Emotionen der verschiedenen betroffenen Familien auslotet. Aus dem Schauspielensemble ragt Godehard Giese heraus, der den Schmerz eines trauernden Vaters für den Zuschauer greifbar macht.

Was stört?

Ein Kind tot, eines verschwunden, dazu Eltern in Trauer und Sorge: Der erste Fall von Tobler und Berg macht nicht unbedingt gute Laune. Nicht jeder wird danach gut schlafen können.  

Die Kommissare?

Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner geben einen unaufgeregten, konzentrierten Einstand als neues Ermittler-Duo Tobler und Berg. Und machen gleich klar: Hier stehen die Fälle im Vordergrund, nicht die Mätzchen und Marotten der Kommissare. Ein wohltuender Kontrast zu manch schrillem "Tatort"-Team.

Ein- oder Ausschalten?

Einschalten, 90 Minuten mitfiebern – und anschließend einen Stimmungsaufheller nehmen. 

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo