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Goldene Jugend, traurige Jugend

Der Tod einer Schülerin führt das Luzerner "Tatort"-Team in die Parallelwelt eines Nobel-Internats. Dabei nehmen die Ermittler auch den jüngsten Spross des Emirs ins Visier - und machen Erfahrung mit diplomatischer Immunität.

Tatort aus Luzern

Szene aus dem Luzerner Tatort: Flückiger (Stefan Gubser, l.) will Ali Al-Numi (Nadim Jarrar, 2. v .r.) befragen und wird vom Hotel Manager (Matthias Hungerbühler, re.) auf den diplomatischen Status des Ministers hingewiesen.

Worum geht's in diesem "Tatort"?

Zu Beginn sehen wir Videobilder von einer jungen, schönen Frau. Gefilmt hat sie offenbar ihr Lover. In der nächsten Szene liegt sie tot auf der Straße. In den folgenden 90 Minuten wird es nun darum gehen, herauszufinden, wer das Video gedreht hat. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um den Mörder von Ava Fleury (Ella Rumpf). Die Luzerner Ermittler um Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) durchleuchten das Umfeld der Toten. Ava besuchte ein Nobel-Internat, eine Schule, "wo die zukünftigen Diktatoren" hingehen. Zuletzt war sie mit dem jüngsten Spross des Emirs liiert. Der sucht allerdings Unterschlupf bei seinem Bruder - und der genießt als Diplomat Immunität. Was die Ermittlung erschwert.

Warum lohnt es sich?

Die Internatswelt ist in dieser "Tatort"-Folge skurril gezeichnet. Angefangen bei der Fräulein-Rottenmeyer-haften Schulleiterin, die damit prahlt, die Schule biete "neben den üblichen Sprachen auch Russisch, Mandarin und Arabisch an". Für Komik sorgt auch die Szene, wo Flückiger einen Schüler dabei erwischt, wie er Kondome mit Urin befüllt. Die sind am Internat begehrt: Die Direktorin nimmt regelmäßig Urinproben. Und da fast jeder kifft und kokst, ist eine saubere Harnflüssigkeit Gold wert.

Was stört?

Ein Mord unter den wohlhabenden Söhnen und Töchtern, Ermittlungen in einem Internat und diplomatische Verwicklungen mit Fürsten aus der arabischen Welt - all das hat es bereits mehrfach im "Tatort" gegeben. Die Folge "Kleine Prinzen" fügt diesem Themenbereich keine neuen Facetten zu und läuft insgesamt sehr schematisch ab. Zudem wird hier kaum ein Klischee in Bezug auf verwöhnte Bengel und deren so reiche wie arrogante Eltern ausgelassen.

Die Kommissare?

Das Duo Flückiger und Ritschard hat sich eingespielt und funktioniert reibungslos. Für die besondere Würze sorgt diesmal der ehrgeizige Praktikant Silvan (Mario Fuchs), der nicht nur für Polizeiarbeit brennt, sondern auch an weiblichen Kollegen ein besonderes Interesse zeigt.

Ein- oder ausschalten?

Abraten muss man von diesem "Tatort" nicht. Andererseits gibt es auch wenig Argumente, die für das Einschalten sprechen. Wer am Sonntagabend unaufgeregt wegdämmern will, ist mit dieser Folge bestens bedient.

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