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"Tagesschau" sauer auf "Tatort"

Im "Tatort" mit Til Schweiger stürmten russische Gangster am Sonntag das "Tagesschau"-Studio. Die Redaktion war darüber nicht amüsiert: In einer Versammlung übten die Mitarbeiter harsche Kritik.

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Judith Rakers im "Tagesschau"-Studio

Die Hamburger "Tatort"-Folge "Fegefeuer" mit Til Schweiger vom vergangenen Sonntag hat beim NDR ein Nachspiel gehabt. Nicht etwa wegen der unterdurchschnittlichen Quoten. Was die Mitarbeiter beim Sender aufbringt, ist etwas ganz anderes: Die Redaktion von "ARD aktuell", die für "Tagesschau" und "Tagesthemen" zuständig ist, hat ein Problem damit, dass der "Tatort" in nachgebauten Kulissen der Nachrichtensendung spielte.

Die am 3. Januar ausgestrahlte Folge sollte ursprünglich direkt an die 20-Uhr-Nachrichten anschließen, ohne Vorspann sollte es von der "Tagesschau" zum "Tatort" übergehen. Dieser Planung nach hätte Judith Rakers die Nachrichten verlesen sollen, sodass der Zuschauer den Eindruck bekommen hätte, das "Tagesschau"-Studio würde gestürmt. Aufgrund der Anschläge von Paris entschied sich der NDR aber für einen härteren Schnitt. Jan Hofer moderierte die Nachrichten, dann folgte der gewohnte "Tatort"-Vorspann, dann erst sahen die Zuschauer Judith Rakers an ihrem Pult.

"Einmaliger Ausnahmefall"

Doch auch in dieser entschärften Version stieß die Verwendung der Studiokulisse auf Widerstand. Die Redaktion von "ARD Aktuell" traf sich am Mittwoch mit dem für den Schweiger-"Tatort" verantwortlichen NDR-Programmdirektor Frank Beckmann. Das berichtet das "Handelsblatt". In der Sitzung soll es hoch hergegangen sein. Redakteure kritisierten, das journalistische Flaggschiff der ARD sei ohne Not schwer beschädigt worden. Auch kritisierten die Mitarbeiter, erst sehr spät über die Handlung des Krimis informiert worden zu sein. 

Wie das "Handelsblatt" weiter berichtet, hat der zweite Chefredakteur von "ARD aktuell", Christian Nitsche, die Sitzung einberufen. Der Artikel zitiert einen NDR-Sprecher, demzufolge Programmdirektor Beckmann klargestellt habe, "dass dieses fiktionale Projekt von vornherein als einmaliger Ausnahmefall geplant war".

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