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Arschwackeln, Tarzan und Lasagne

Auf ProSieben rotieren wieder die Drehstühle, "The Voice of Germany" geht in die fünfte Staffel. Doch es ist alles beim Alten. Rea tanzt, Stefanie macht große Augen und die Fantas? Die halten den Neuen auf Abstand.

Von Ingo Scheel

Die Jury von The Voice of Germany sucht wieder nach Talenten

In der neuen Staffel von "The Voice of Germany" treffen die Juroren wieder auf die unterschiedlichsten Charaktere

Flash mich nochmal, als wäre es das erste Mal, singt Ayke. Und die Sitzsäcke von der Jury nehmen das dankend an. Lassen sich auch flashen, drücken die Buzzer, drehen die Stühle. Das ist fast zu viel für den singenden Brillenträger mit dem juvenilen Klappscheitel, der Junge droht zu "kollaborieren". Versprecher wie aus der Fußball-Bundesliga, den hätte auch Lothar Matthäus mit der Hacke verwandelt - der Auftakt zur fünften Staffel von "" ließ sich so durchaus unterhaltsam ansehen.

Dabei musste das Team, bleiben wir im Fußballduktus, auf seinen geliebten Spielmacher verzichten. Samu Haber, der feinsinnige Finne mit dem XL-Charme, hatte die Segel gestrichen. Seinen Platz nimmt fortan WM-Barde Andreas Bourani ein. Um von diesem nicht ganz austarierten Personalwechsel ein wenig abzulenken, hatte man Moderator Thore Schölermann zudem mit Lena Gercke auch noch einen Gegenpart zur Seite gestellt. Spielnote: unauffällig, um es freundlich auszudrücken.

Aufmerksames zuhören ist nicht Lenas Stärke

Ob die einstige GNTM-Siegerin die richtige Gesprächspartnerin für derangierte Sängerinnen-Mütter ist, müsste redaktionsintern vielleicht noch einmal überdacht werden. Selbst Carlo von Tiedemann hört seinen Gästen aufmerksamer zu. Aber sei es drum. Aller Anfang ist schwer und auch wenn die Voice-Maschine gleich wieder Dampf auf dem Kessel hat, wird sich da und dort einiges im Laufe der Wochen zurechtzuppeln müssen.

Andreas Bourani jedenfalls verteilte, obwohl von den Fanta4-Platzhirschen routiniert gedeckelt und gedisst, mit kiloschwerem Bling-Bling am Handgelenk bereits Allgemeinplätzchen an die eifrigen Sänger, als hätte er wochenlang geübt. Der Rest der Jury greift eh auf großzügige Vorratsdaten zurück, haben Rea, Michi, Smudo und das Fräulein Kloß inzwischen doch einiges an Erfahrung auf dem Buckel. Auf die Sangeskombattanten trifft das nur bedingt zu. Anna etwa kann beim Entrée nur knapp einen Bauchklatscher vermeiden und verzichtet fortan lieber auf ihr Schuhe, Helin tanzt zwar dufte, aber hat vocaltechnisch noch Luft nach oben, ebenso wie Ronas, der sich an einer ollen Xavier-Naidoo-Kamelle verhebt. Besser macht es da Matthias, der aussieht wie der Prinz von Bel-Air und Rea Garvey einen ersten Veitstanz abnötigt. Der deutsche Will Smith entschied sich am Ende für die Fantas - und das, obwohl Bourani nicht weniger versprach, als dem Knaben sein Lieblingsessen - lecker Lasagne - zu kochen.

Smudo gibt seinen berüchtigten Arschwackler

Natascha mag, so könnte man meinen, Lasagne auch ganz gern, doch nicht nur das, die pfundige Metal-Braut mit der Vorliebe für Batik hat Wacken und Wahnsinn in den Adern. Hoch die Pommesgabel und raus mit Led Zeppelin. Ihre Version von "Whole Lotta Love“ hat in der Tat derart fulminanten Schmiss, dass Smudo sich zu einem seiner berüchtigten Arschwackler hinreißen lässt. Alt-HipHopper und Hardrock - wehe, wenn sie losgelassen.

Kandidatin Jamie Lee, tritt in einem Kostüm auf

Jamie Lee versucht, mit einem Kostümmix aus Manga-Figur und Tamagotchi auf sich aufmerksam zu machen

Und sonst? Sabrina mag den Haarschnitt von Skrillex und ist eher in der E-Musik unterwegs, Marco angelt gern und kann sich auch in Zukunft weiter darauf konzentrieren und Jamie Lee macht als menschgewordener Crossover aus Manga-Figur und Tamagotchi auf sich aufmerksam. "Mein Papa hört Punk", sagt sie. Nicht die schlechtesten Vorraussetzungen also. Auch Linus kommt mit breiter Brust. Als HSV-Fan ist der 16-Jährige Kummer gewöhnt, als Steppke hat er den Musical-Tarzan auf der Bühne gegeben. Seine Stimme klingt entsprechend solide, sein Look - Justin Bieber auf hanseatisch-bodenständig - tut sein übriges. Die One-Man-Boygroup von der Elbe dürfte weit, weit vorn landen.

Aber Smudo flennt nicht - noch

Alles in allem ein durchaus solider Auftakt, die Sollbruchstellen knirschen dennoch bereits ein wenig. Ist es doch fraglich, wie lange die inszenierten Grabenkämpfe und Pseudo-Beleidigungen unter den Juroren über einen Restfunken Entertainment verfügen, insbesondere ohne die Allzweckwaffe aus Suomi. Nun gut - wenigstens hat Smudo noch nicht geflennt.

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