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"Ich bin der Titan mit der Lizenz zum Schaumschlagen!"

Thomas Gottschalk zieht Bilanz. Im stern spricht er über seine Karriere, seinen Kampf mit dem Alter, seine Familie. Und verrät, in welchem Fall er zu „Wetten, dass...?" zurückkehren würde.

Von Kester Schlenz

Thomas Gottschalk ließ sich exklusiv für den stern von Bryan Adams in dessen Londoner Studio sowie dem Chelsea Harbour Hotel fotografieren.

Thomas Gottschalk ließ sich exklusiv für den stern von Bryan Adams in dessen Londoner Studio sowie dem Chelsea Harbour Hotel fotografieren.

Thomas Gottschalk ist für uns Deutsche ein vertrautes Gesicht. Wir sind mit ihm aufgewachsen, mit seinen Sprüchen, seinen Klamotten, seinen Gummibärchen. Er war der lachende Vagabund, stets "krankhaft gut gelaunt", wie er selber sagt. Ausländische Stars staunten auf seinem "Wetten, dass...?"- Sofa: so einer soll ein Deutscher sein? Im Mai wird der ewig Jungenhafte nun 65 Jahre alt und veröffentlicht kommende Woche seine Autobiographie "Herbstblond".

Im exklusiven Gespräch mit dem stern zeigt sich Gottschalk wie immer als blendender Unterhalter, offenbart aber auch erstaunliche tiefgründige Seiten. "Du musst ja irgendwann im Leben zu einer gewissen Form von Vernunft kommen", sagt Gottschalk. "Wenn nicht mit 65, wann dann?" Dazu gehört auch, zurückzublicken. Er sei halt ein "Titan mit der Lizenz zum Schaumschlagen."

Er scheint nicht viel falsch gemacht zu haben

In den USA beschäftigt er einen Personal Trainer, er ist erstaunlich fit für sein Alter, lässt die stern-Redakteure stolz seinen Bizeps fühlen. Doch auch auf Konsequenzen des Alters ist er vorbereitet. "Ich versuche, sowohl das Fernsehen als auch den Body zu retten, solange es geht."

Wenn ihm Leute auf der Straße begegnen und sagen: 'Toll, Sie zu treffen. Ich bin mit Ihnen groß geworden', dann freut er sich. "Ich habe den Eindruck", sagt Gottschalk, "dass kaum jemand die Straßenseite wechselt, wenn ich ihm entgegen komme. Wenn das Ergebnis seiner Arbeit sei, dass über 90 Prozent der Deutschen ihn immer noch mögen, "dann kannst du nicht so viel falsch gemacht haben."

"Der Samstagabend ist überflüssig geworden"

Dennoch weiß er, dass seine große Zeit vorbei ist: "Ich bin überflüssig geworden, weil dieser Samstagabend, für den ich lange stand, überflüssig geworden ist." Mit dieser Tatsache kommt der Entertainer nach eigenem Bekunden aber gut zurecht. Bis heute allerdings bedrückt ihn der tragische Unfall von Samuel Koch bei "Wetten, dass...?". Die Entscheidung, die Sendung abzugeben, fällte der Moderator nach seinem ersten Krankenbesuch bei Samuel Koch und hält sie bis heute für richtig.

Ganz durch ist Gottschalk mit dem Thema "Wetten, dass...?" offenbar dennoch nicht. Auf die Frage der stern-Redakteure, ob eine Wiederauflage undenkbar sei, antwortete Gottschalk vieldeutig: "Wenn das ZDF auf die Idee kommt, am Heldengedenktag oder zur Feier '100 Jahre heute-journal' 'Wetten, dass …?' als Event wiederzubeleben - dann ziehe ich gern noch mal in den Quotenkrieg." Aber das sei nicht seine Entscheidung.

Das ganze Interview mit Thomas Gottschalk...

… lesen Sie im neuen stern, der seit Mittwochabend als E-mag und seit Donnerstag am Kiosk erhältlich ist.

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