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Kandidat der Dschungel-Show war herzkrank

Der Tod eines Teilnehmers des französischen Dschungelcamps brachte die Show in Verruf und trieb einen Arzt in den Selbstmord. Die Obduktion ergab: Sein Tod hätte wohl nicht verhindert werden können.

  Verwandte begleiten den Trauerzug für Gérald Babin. Er litt laut Obduktion an einer Herzerkrankung.

Verwandte begleiten den Trauerzug für Gérald Babin. Er litt laut Obduktion an einer Herzerkrankung.

Der aufsehenerregende Todesfall beim Dreh der französischen Dschungel-Show "Koh-Lanta" hätte möglicherweise nicht verhindert werden können. Nach den ersten Ergebnissen der Obduktion litt der bei einem Tauzieh-Spiel am Strand einer kambodschanischen Insel gestorbene Teilnehmer Gérald Babin an einer Herzerkrankung. Aufputschmittel oder Drogen seien nicht nachgewiesen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Der Tod des 25 Jahre alte Babin hatte Spekulationen um ein mögliches Fehlverhalten des Produktionsteams ausgelöst. Medien zitierten anonym Zeugen, die Verantwortlichen vorwarfen, die Behandlung des Kandidaten herausgezögert zu haben, nachdem dieser zusammengebrochen war. Die Justiz in Frankreich ermittelt wegen fahrlässiger Tötung in dem Fall.

Team-Mediziner Thierry Costa nahm sich daraufhin das Leben. In einem Abschiedsbrief nannte der 38-jährige Arzt als Beweggrund, dass er durch eine Medienkampagne "in den Schmutz gezogen" worden sei.

Bislang war die Show ein Quotengarant

Die Dreharbeiten für die 16. "Koh-Lanta"-Staffel waren nach dem Tod Babins unverzüglich eingestellt worden. Das Reality-Format ähnelt früheren deutschen Serien wie "Survivor", "Gestrandet" oder "Das Inselduell". Die Kandidaten müssen dabei auf einer einsamen Insel ums "Überleben" kämpfen.

Nach dem Babins kündigte TF1 an, dass alle Drehtermine der Saison 2013 annulliert würden. Alle Kandidaten traten die Heimreise an. Für TF1 und die zuständige TV-Produktionsfirma sind die Ereignisse der vergangenen Tage ein Desaster. Für den größten französischen Privatsender ist die in Tropenparadiesen aufgezeichnete Abenteuer-Sendung seit Jahren ein sicherer Quotenbringer.

Rund 7,4 Millionen Menschen sehen im Schnitt zu, wie gut aussehende Menschen an einsamen Orten Robinson-Crusoe-Talente zeigen müssen und dabei um ein Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro kämpfen. Ob TF1 je eine neue "Koh-Lanta"-Staffel drehen wird, gilt als unklar. Zuerst einmal sollen die Ermittlungen beendet werden.

anb/DPA/DPA
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