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Rosemarie Fendel ist tot

Ihre letzte große Rolle war ihr Auftritt im ZDF-Mehrteiler "Das Adlon". Rosemarie Fendel, Mutter von Schauspielerin Suzanne von Borzody, starb nach kurzer Krankheit im Alter von 85 Jahren.

Verschmitztes Lächeln und sehr viel Charme - so kannten und liebten die Zuschauer Rosemarie Fendel

Verschmitztes Lächeln und sehr viel Charme - so kannten und liebten die Zuschauer Rosemarie Fendel

Vor wenigen Wochen begeisterte sie noch in der Rolle der alten Sonja Schadt ein Millionenpublikum im ZDF-Mehrteiler "Das Adlon". Erzählend führte sie durch die Trilogie, nur ab und zu erschien sie im Bild, ihre Stimme begleitete die Handlung meist aus dem Off. Jetzt starb die Schauspielerin Rosemarie Fendel nach kurzer schwerer Krankheit. Das Management bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Fendel wurde 85 Jahre.

Rosemarie Fendel war eine richtige Dame. Mit ihren feinen Gesichtszügen, ihrer aufrechten Haltung und ihrem sorgfältig frisierten Haar wirkte sie stets vornehm und diszipliniert. Doch das war nur ein Teil von ihr. Fendels andere Seite waren ihre Vitalität, ihre spontane Herzlichkeit und ihre Impulsivität, die sie auch in ihre vielen Rollen im Film und im Theater einbrachte. "Ich laufe als offenes Buch durch die Welt. Wenn ich Kummer habe, halte ich damit nicht hinter dem Berg", sagte sie mal in einem Interview.

Wenn Mutter und Tochter spielten

Die in Metternich bei Koblenz geborene Fendel wurde in Film und Fernsehen vor allem durch Rollen in "Ödipussi" (1988) und "Schtonk" (1992) bekannt, durch die Serie "Der Havelkaiser" und auch Auftritte in den Fernsehreihen "Der Staatsanwalt", "Polizeiruf 110" und "Pfarrer Braun".

Fendel war bis 1962 mit dem Regisseur Hans von Borsody (83) verheiratet. Aus ihrer Ehe ging Suzanne von Borsody (55) hervor, die ebenfalls Schauspielerin ist. Rund sechs Jahre lang hatte Fendel nach der Geburt ihrer Tochter ihre Arbeit als Schauspielerin unterbrochen. Ein Entschluss, der ihr nicht leicht gefallen sei. "Aber als das Kind auf die Welt kam, war mein Ehrgeiz weg, also litt ich keine Qualen. Sie spielten auch gemeinsam, zum Beispiel im ARD-Film "Mensch Mutter" 2003. Für beide waren diese Drehzeiten eine willkommene Gelegenheit, während der Pausen endlich mal wieder viel Zeit miteinander zu bringen. Ihr Verhältnis war herzlich und innig, so wie die Liebeserklärung, die Fendel ihrer Tochter einmal machte: "Du bist das Beste, was mir in meinem Leben je passiert ist."

Die Stimme von Elizabeth Taylor

Ihr Debüt gab Fendel 1946 an den Kammerspielen in München. Nach einem Engagement in Tübingen holte Gustaf Gründgens sie nach Düsseldorf ans Schauspielhaus. Es folgten Auftritte in Darmstadt, München und Frankfurt am Main. 1968 drehte sie an der Seite von Erik Ode für die Krimiserie "Der Kommissar" in der Rolle der Ehefrau. Doch Fendel begeisterte über Deutschland hinaus: Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman etwa war von hingerissen und schwärmte von ihrem "internationalen Format". Später übernahm sie einige Aufgaben als Synchronsprecherin: Elizabeth Taylor, Jeanne Moreau und Annie Girardot verlieh Fendel ihre Stimme.

Eine Traumkarriere, an der Fendel vor allem die Möglichkeit schätzte, in andere Rollen zu schlüpfen. "Dann muss man nicht immer über sich selber so nachgrübeln. Man grübelt ja immer über die Figuren, die man spielt. Diese Nabelschau, dazu bin ich überhaupt nie gekommen in meinem Leben", sagte sie einmal.

"Rosemarie Fendel ist mit dem Fernsehen groß geworden und das Fernsehen mit ihr", sagte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor. "Sie war eine der ganz großen Schauspielerinnen, die ihrer Berufung bis zu ihrem Lebensende nachgehen konnte."

swd/DPA/DPA
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