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Gute Nachrichten aus Küppersbuschs Hobbykeller

Friedrich Küppersbusch war mal ein Star des Gebührenfernsehens. Jetzt kehrte er mit neuem Politsatire-Format auf den Bildschirm zurück. Sanfter als früher, aber immer noch ein Systemverweigerer.

Von Mark Stöhr

  Kein Alibi-Provokateur für die Apparatschiks vom Fernsehen: Friedrich Küppersbusch

Kein Alibi-Provokateur für die Apparatschiks vom Fernsehen: Friedrich Küppersbusch

  • Mark Stöhr

Berühmte letzte Worte: "Das sollte uns zu denken geben." Friedrich Küppersbusch sprach sie Ende 1997 in der letzten Ausgabe seiner Politsatireshow "Privatfernsehen". Er hatte schon eine Viertelstunde überzogen und mit Roger Willemsen, der per Monitor zugeschaltet war, über dies und das geplaudert. Über den "Focus"-Gründer Helmut Markwort, wie der in einem Softsexfilm mal einen Taxifahrer gespielt und Gila von Weitershausen seine Hand zwischen die Beine gelegt hatte. Und über die Quote. Wie die in der ARD mal gestiegen sei, als es einen Sendeausfall gegeben habe. So eine typische Willemsen-Geschichte. Und Küppersbusch darauf: "Das sollte uns zu denken geben." Ende der Durchsage.

Gut 15 Jahre später spricht er wieder im Fernsehen. Nicht mehr so wahnwitzig rasant und barock wie zu seinen Hochgeschwindigkeitszeiten bei "ZAK" in den Neunzigern, als er seine Gäste und die Zuschauer fast ins Koma kalauerte. Lässig und launig spult Küppersbusch seine Moderationen in "Tagesschaum" herunter, ein messerscharfer Formulierer und Sezierer wie eh und je. Er war ja auch nie wirklich weg. Für Zeitungen und fürs Radio kommentierte er all die Jahre hindurch die allgemeine Lage. Nur den Alibi-Provokateur für die Apparatschiks vom Fernsehen wollte er nicht mehr geben. Denen begegnete er stattdessen lieber als Produzent in größerer geschäftlicher Distanz.

"Sozialkundelehrer mit Glatze"

"Tagesschaum" ist eine Mischung aus politischer Satire und Magazin, also eigentlich das, was Küppersbusch immer gemacht hat, nur komprimierter. In schlanken elf Minuten und in einer spartanischen Hobbykellerkulisse schickt der 52-Jährige die wichtigsten Ereignisse des Tages durch seinen und den Reflexions-Router seiner Autoren.

Was dabei herauskommt, ist feinsinniger bis brachialer Spott, aber auch Aufklärung im eigentlichen Sinne des Wortes. "Tagesschaum" ist keine Polit-Comedy wie die "Heute-Show" im ZDF, wo Politikern hauptsächlich Clownsgesichter aufgemalt werden. Küppersbusch ist an Themen interessiert. Bei der Premiere gestern nannte er sich einen "Sozialkundelehrer mit Glatze". Das war nicht nur selbstironisch gemeint. Sein Diktum aus den 90ern, "ein politisches Magazin für Leute zu machen, die keine politischen Magazine schauen", hat nach wie vor Bestand.

Reduktion statt Innovation

Und so bekamen Steinbrücks "Inkontinenz-Team" und sein neuer Pressesprecher Rolf Kleine ihr Fett ab, der als vormaliger PR-Chef eines nicht sehr mieterfreundlichen Immobilienkonzerns geoutet wurde. Thomas de Maizière, die "Nebelgranate der Herzen", wurde mit der gewohnten Häme überzogen, verbunden aber mit mit einer ziemlich bündigen Kurzanalyse der ganzen Drohnen-Angelegenheit und der Rolle des Autobauers Fiat ("Fehler in allen Teilen") darin.

Dazu kamen Rubriken wie "Irgendwas mit Hitler" ("Die Stelle, wo wir die Quoten brutal in den Himmel recken") und "Die besten Menschen der Welt". Karl-Heinz Rummenigge schaffte es mit dem jüngsten Strafbefehl wegen der nicht-verzollten Rolex-Uhren auf den zweiten Rang. Küppersbuschs Prognose: "Damit ist er nicht mehr zu verhindern als künftiger Bayern-Präsident."

Das ist alles nicht wahnsinnig innovativ und radikal, aber die Sendung hat Potential, gerade auch wegen ihrer unaufgeregten und reduzierten Form. Dreimal wöchentlich, immer montags, dienstags und donnerstags, wird sie auf YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=_eg8bDa-wEk) und im WDR ausgestrahlt. Bis zur Bundestagswahl im September, dann ist Schluss. "Es ist wichtig, jemand zu sein, auch wenn die Kamera nicht an ist", sagte Küppersbusch 1997 zum "Spiegel". Das sollte vielen seiner Kollegen zu denken geben.

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