27. Oktober 2012, 10:44 Uhr

Dümpelnde Arien, fragwürdige Akzente und "falsche" Juroren

Wenn auch bei den Kandidaten wenig Spektakuläres passiert, haben zumindest die Juroren ihren ganz eigenen Spaß. Die Pointe ist dabei nicht ganz neu - Rea Garvey hielt man wieder für jemand anderen. Von Anne Passow

"Ich war einfach geflasht", lobt Nena den Gesang von Matei und Emanoil Constatin. "Manchmal war der Text schwammig", kritisiert Rea Garvey Kandidatin Lida Martel. Und Xavier Naidoo lässt sich gegenüber Kandidat Raffa Shira zu der Bemerkung hinreißen: "Ich dachte, da steht ne ältere schwarze Dame". Schräge Jurykommentare wie diese gehören zu "The Voice of Germany" wie das Doppel Ö zu Harald Glööckler. Wenn auch nicht immer erhellend, so sind sie doch immerhin erheiternd.

Lustig ist es auch, wenn nur Xavier Naidoo sich bei den vierten "Blind Auditions" erweichen lässt, für Iveta Mukuchyans zwar hübsch aber etwas kraftlos gesungenes "Euphoria" zu buzzern und ihr dann sagt: "Es war an vielen Stellen so eigen, dass ich dachte, man sollte dir eine Chance geben." Tja, Dieter Bohlen hätte es wahrscheinlich so ausgedrückt: "Du hast keinen Esprit, du hast keine Stimme, was machst du eigentlich hier?" Aber Bohlen gehört in eine andere Show. Und immerhin werden in "The Voice of Germany" keine musikalischen Stümper vor die Kamera gelassen. Die meisten haben in ihrem Leben mit Musik zu tun.

"Nicht wirklich was gefühlt"

Aber das allein reicht nicht. Denn Kandidaten, die ihre Stücke zwar ordentlich singen, denen aber der letzte Schliff, das i-Tüpfelchen auf der Arie fehlt, gibt es an diesem Abend viele. Luca Sportiello ist dabei. Sein "Black and Gold" dümpelt so dahin. "Du bist ein fantastischer Sänger, aber ich habe nicht wirklich was gefühlt", bekommt er von einer wohltuend direkten Nena sein Fett weg.

Raffa Shira kann mit seiner weichgespülten Version von "Another day" ebenfalls nur The BossHoss überzeugen. Und Shave Randle, alleinerziehender Vater, der sich selbst als "Sänger und Hausfrau" bezeichnet, John Jones, der im wirklichen Leben gerne als Performancekünstler in riesigen Schneekugeln singt, sowie Ilan Green können keinen Juror für sich begeistern und fliegen raus.

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