26. Oktober 2012, 07:26 Uhr

Paradiesvögel, Musikpriester - und ein Juror namens Chris

Viel Lob, wenig Kritik und jede Menge schräge Typen: Bei "The Voice of Germany" scheint nicht immer nur das Ohr zu entscheiden. Ein Kandidat hätte jedoch besser zuhören sollen. Von Anne Passow

Der schrille Paradiesvogel ist wieder dabei, ebenso der musikalische Nerd und auch der selbsternannte Musikpriester. Die dritte Sendung von "The Voice of Germany" auf ProSieben zeigt: Schräge Typen sind in Castingshows einfach gesetzt. Auch wenn die Juroren die Kandidaten nicht sehen können, weil sie während des Auftritts mit dem Rücken zur Bühne sitzen, wird man als Zuschauer das Gefühl nicht los, dass auch bei den "Blind Auditions" manche Kandidaten nicht nur nach ihren Sangeskünsten bewertet werden.

Mit angeklebten Wimpern, dickem Lidschatten und dreifarbigem Irokesenschnitt hat es Keye Katcher, eigentlich Kai Pommerenke, jedenfalls erst mal weitergeschafft. Dabei riss seine Interpretation von "Black and Gold" nicht wirklich vom Stuhl. "Manche Sachen waren ein bisschen wackelig", urteilte Juror Rea Garvey. Sascha Vollmer und Alec Völkel von The BossHoss drückten trotzdem den Buzzer und nahmen den 21-Jährigen aus Berlin ins Team auf, was Ex-DSDS-Star-Keye immer wieder mit kleinen Entzückungsschreien kommentierte.

Nach 15 Sekunden überzeugt

Wirklich vom Stuhl reißen konnte Vinh Khuat, 22, das Publikum. Der Musikstudent und selbsternannte "musikalische Nerd" präsentierte sich als One-Man-Band und sang seine ganz eigene und sehr rhythmische Version von "Superstition". Und dann gab es eine Kandidatin, die ausnahmslos jedes Jurymitglied wollte. Nur 15 Sekunden nachdem Rechtsanwaltsgehilfin July Rumpf, 28, mit weicher Stimme "All this time" von Maria Mena angestimmt hatte, drehten sich alle vier Jurorenstühle um. "Du singst es nicht so runter, du machst es so, wie du dich fühlst", lobte Nena.

Überhaupt wurde auch an diesem Abend wieder viel gelobt und gelabert, aber wenig kritisiert. Auch Ex-"Verbotene-Liebe"-Star Jenny Winkler und die Kandidaten Dimi Rompos und Ron White, die keinen einzigen Juror von sich überzeugen konnten, kamen richtig gut weg. Es muss ja nicht gleich der Dieter Bohlen sein, aber etwas mehr Ehrlichkeit, warum sich die Jury nicht für diese Kandidaten entscheiden konnte, wünscht man sich als Fernsehzuschauer eben doch. Spannender wäre es in jedem Fall.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welches verflossene Teenie-Idol ebenfalls auf der Bühne von "The Voice of Germany" stand.

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