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Das "unsoziale" Hemd unterm Weihnachtsbaum

Schnäppchen beim Shoppen gemacht? Aber wie viel billig ist überhaupt noch erlaubt? Müssen Arbeiter leiden, weil wir sparen? Günther Jauch verhandelt die schwierige Kunst des richtigen Konsumierens.

Von Sylvie-Sophie Schindler

  "Wann wird es mal wieder richtig Sommer?": Günther Jauch hat die brennenden Fragen.

"Wann wird es mal wieder richtig Sommer?": Günther Jauch hat die brennenden Fragen.

Wer dem Papa ein Hemd unter den Weihnachtsbaum legt, dürfte damit wohl kaum unter dem Verdacht stehen, besonders originell zu sein. Doch so unspektakulär das Textil auch daherkommt, es könnte sogar Potenzial in sich bergen, das den Bescherungs-Frieden böse gefährdet. Nämlich dann, wenn der Papa mit sonorer Stimme fragt: "Ist das Hemd eigentlich unter sozial verträglichen Bedingungen hergestellt worden?"

Und wenn dann die Antwort nur Schulterzucken oder gar ein "Nein" ist. Wenn's unter dem Weihnachtsbaum deshalb kracht, wäre das zumindest sinnvoller, als sich mit der Schwiegermama wegen der Sauce für den Gänsebraten zu bekriegen. Auch eine Diskussionsrunde zum Thema lohnt allemal, weshalb Günther Jauch am Sonntagabend unter dem Titel "Schöne Bescherung - wer muss für unsere Geschenke leiden?" auf Sendung ging.

Um zu wissen, wer da leiden muss, wäre es nun wirklich gut, diejenigen zu fragen, die sich krumm und wund schuften. Allein: Es kamen weder die, die leiden, also keine Näherinnen aus beispielsweise Bangladesch. Und auch solche blieben der TV-Debatte fern, die leiden lassen. Das ist ja die Krux, und sie ist nicht auszumerzen, dass die Talkgäste im Grunde fast immer nur "second hand", also zweite Wahl sind.

Nicht alles beim Kunden abladen

Authentizität tut Not. Insofern waren in diesem Fall die sonst so lästigen Einspieler, die in der Post-Christiansen-Ära ihren Siegeszug angetreten haben, eine angebrachte Maßnahme, um zu zeigen "Hey, Leute, so sieht's wirklich aus." Journalist Christoph Lütgert und sein Team haben diese Aufnahmen für eine Fernsehdokumentation gedreht, sie sind mehr als alarmierend oder, um mit Heiner Geißlers Worten zu sprechen, "ein Fall für den Staatsanwalt". Und Geißler geißelte auch sonst leidenschaftlich, etwa das Wirtschaftssystem, das "absolut falsch" sei, den Werteverfall und den Zerfall der moralischen Grundstruktur in der Gesellschaft. "In jedem Handy sind Teile moderner Sklaverei enthalten", so der ehemalige CDU-Generalsekretär. Man könne sich entscheiden, sich daran nicht zu beteiligen. Wir müssten, so Geißler weiter, unser Kauf- und Konsumverhalten grundsätzlich ändern.

Aber welcher Kunde hat schon bei jedem Produkt den Durchblick? Woher soll er denn wissen, ob die Waren aus fairem Handel sind? Musste eine Näherin bei der Jeansherstellung 16 Stunden täglich schuften, wurde sie dabei getreten und an den Haaren durch die Fabrik gezogen? Saßen gar Kinder vor den Nähmaschinen? Und unter welchen Bedingungen wurden Puppe, Teddybär und Co. hergestellt? Musste der Arbeiter dabei giftige Dämpfe inhalieren? Ist seine Lunge ruiniert? Christoph Lütgert weigerte sich, die Verantwortung ausschließlich beim Kunden zu suchen. "Wir können nicht alles beim Konsumenten abladen", wandte er ein. Vielmehr müssten die deutschen Unternehmer zur Rechenschaft gezogen werden, denn die würden sich "einen Dreck" scheren, wenn es um die Arbeitsbedingungen geht.

Designer oder Discounter - das macht keinen Unterschied

Gegen solche Pauschalverurteilung legte Wolf-Rüdiger Baumann ein entschiedenes Veto ein. "Deutsche Unternehmer achten sehr darauf, wo und wie sie produzieren", sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. So entschieden das klang, so wenig rückte er mit Namen raus. Auch Gisela Burkhardt nannte trotz Jauchs Nachbohren keine Unternehmen, die sozusagen alles richtig machen, zumindest keine großen und bekannten Namen. Die Vorstandsvorsitzende von Femnet, einer Kampagne für saubere Kleidung, beklagte, dass es kein einheitliches Siegel gebe, das alles abdecke. Wer allerdings meine, er könne sich mit dem Kauf von Markenklamotten auf der sicheren Seite wähnen, der, irre gewaltig, so Burkhardt: "Die Marken sind nicht automatisch die Guten." Es gäbe im Grunde keine Unterschiede, ob ein Designer produzieren lasse oder ein Discounter.

Wer überhaupt hätte denn die Macht, die misslichen Zustände zu verändern? Inwiefern würde ein Boykott helfen? "Die Kunden sollten ihre Macht nutzen", meinte Baumann. Im Wesentlichen aber könnten die Regierungen Einfluss nehmen. Über die Macht der Unternehmen schwieg sich Baumann aus. Auf eine unglückliche Verquickung wies Burkhardt hin: "In Bangladesch ist die Lage so: Viele Textilunternehmer sitzen im Parlament." Bleibt es also letztendlich doch am Kunden hängen? "Viele kaufen nicht deshalb billig, weil es geil ist, sondern weil sie es sich schlichtweg nicht anders leisten können", wandte Jauch ein. So blieb, weil Talkshows nun mal nicht dazu gemacht sind, wirkliche Lösungen anzubieten, auch dieses Mal mindestens eine Frage offen.

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