5. März 2012, 16:54 Uhr

Darth Vader chancenlos gegen Stuttgarter "Tatort"

Im Rennen um die besten TV-Quoten hilft auch die Macht nicht weiter: Am Sonntag deklassierte der "Tatort" den dritten Teil der neuen "Star Wars"-Trilogie. Überraschend war, wie viele Zuschauer die Stuttgarter Ermittler vor den Bildschirm lockten.

Zugegeben: Eine Quotenmeldung vom Sonntagabend ist für gewöhnlich so überraschend wie ein Wahlergebnis aus der Ostzone. Über allem thront der "Tatort", dann kommt erst einmal nichts und irgendwann folgt weit abgeschlagen der undankbare zweite Platz.

So auch gestern. Diesmal allerdings legten die "Tatort"-Macher noch einen drauf: 9,59 Millionen Menschen wollten laut Quotenmeter.de sahen, wie Lammert und Bootz ihren kriminalistischen Blick aufs Fabrikantenmilieu richteten (25,7 Prozent Marktanteil). Ein richtig guter Wert für den SWR, der in letzter Zeit eher enttäuschende Episoden abgeliefert hatte. Was die Granden der ARD besonders freuen dürfte: 3,17 Millionen der Zuschauer zählten zur Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. So viel Jungvolk lockte am Abend kein anderer Sender mehr vor die Mattscheibe.

Für ProSieben entwickelte sich der Abend dagegen zum Fiasko: Zur besten Sendezeit schickten die Münchener "Die Rache der Sith", den dritten Teil der neuen "Star Wars"-Trilogie ins Quotenrennen. Doch mittlerweile weiß offenbar jeder, wie aus dem kleinen, nervigen Wunderkind Anakin die rechte Hand des Imperators wird: Nur 2,15 Millionen schalteten zu, bei den werberelevanten Zuschauern reichte es zumindest noch für einen Marktanteil von 11,3 Prozent.

Deutlich besser fuhr Schwestersender Sat.1 mit Serienmaterial aus Übersee: 4,44 Millionen Zuschauer (davon 2,77 Millionen Werberelevante) schalteten die neue Folge von "Navy CIS" ein, "The Mentalist" im Anschluss kam auf 4,14 Millionen (2,51 Millionen Werberelevante). Nur knapp davor: RTLs US-Komödie "All inclusive" mit Vince Vaughn.

jwi
 
 
Jetzt bewerten
0 Bewertungen
MEHR ZUM ARTIKEL
TV-Kritik "Tatort" Stuttgart Der Krieg der Suppentassen

Jagdgewehre und Suppentassen: Im Stuttgarter "Tatort" geht es wild zu. Die überragende Leistung eines Theatergiganten belebt den erfrischend einfach gestrickten Ratekrimi im Fabrikanten-Milieu.

Kritik zum Münchner "Tatort" Leitmayrs Leiden

Es gab viele mittelmäßige "Tatorte" aus München. Dieser ist es nicht - weil die Kommissare auch ihre eigenen Dämonen besiegen müssen.

"Tatort" Bremen: "Ordnung im Lot" Wehe, wenn der Nachrichtensprecher kommt

Griechische Mythologie, paranoide Schizophrenie und ein Auftragsmord sind der Stoff, der Inga Lürsen und ihren Kollegen Stedefreund auf Trab hält. Ein fantasievolles Drehbuch und eine wunderbare Irre machen den Bremer "Tatort" zu einer gelungenen wie lehrreichen Märchenstunde.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?