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19. Februar 2007, 17:45 Uhr

Matt Groening und die Simpsons

Der amerikanische Cartoonist Matt Groening schuf in den 80er Jahren eine der erfolgreichsten Zeichentrickserien der Welt: die Simpsons. Mittlerweile läuft die gelbe Familie in 70 Ländern über den Bildschirm. Von Tim Schulze

Wird in 70 Ländern ausgestrahlt und erhielt zehn Emmys : die Simpsons auf Homers Lieblingsmöbel, dem Sofa© ProSieben

Das Jahr 1987 war eines der bedeutendsten in der Geschichte des Fernsehens. Der junge amerikanische TV-Sender Fox wurde auf den Comicstrip "Life in Hell" aufmerksam, der regelmäßig in dem Wochenmagazin "L. A. Reader" erschien. Sein Schöpfer: Matt Groening, der damals Redakteur des Blattes war. Groening erhielt den Auftrag, "Life in Hell" als Zeichentrickserie zu produzieren, um als Pausenfüller für die "Tracy-Ullmann-Show" zu dienen. Aber der Cartoonist Groening schuf stattdessen etwas Neues: eine sehr gelbe, sehr amerikanische Familie als animierten Comicstrip mit dem Namen "The Simpsons", die in der fiktiven Stadt Springfield leben. Die Simpsons waren bald so beliebt, dass sie am 17. Dezember 1989 mit einer eigenen, halbstündigen Sendung starteten.

Die Simpsons wurden zur erfolgreichsten Zeichentrickserie der Welt. Im letzten Jahr der DDR kamen sie auch in das deutsche Fernsehen. Seitdem sind Homer und seine Familie ununterbrochen am Bildschirm zu begutachten, wie sie die amerikanische Welt mit ihren Mythen und Absurditäten darstellen. In 70 Ländern wird die Serie ausgestrahlt, sie erhielt bisher zehnmal den amerikanischen Fernsehpreis Emmy - und das zu Recht.

Der American Way of Life zerbröselt

Das mit zahlreichen Figuren ausgestattete Universum der Simpsons stellt die US-Gesellschaft liebevoll ironisch dar. Bei der Familie aus Springfield, der amerikanischten aller amerikanischen Städte, zerbröselt der American Way of Life wie ein trockener Kartoffelchip, den sich der dicke, dumme und sehr faule Homer bei Fernsehen und Bier in den Mund schiebt. Was übrig bleibt, ist eine Familie, die trotzdem zusammenhält und den Zuschauer an den Bildschirm fesselt.

Das Familienoberhaupt benannte Groening, der in diesen Tagen seinen fünfzigsten Geburtstag feiert, nach seinem Vater Homer Groening, ebenfalls Cartoonist. Auch seine Mutter diente als Namensgeberin. Aus Margaret wurde Marge Simpson, eine geborene Bouvier. Da ist der erste Anknüpfungspunkt an amerikanische Mythen, mit denen die Serie ein ganzes Imperium an Verweisen geschaffen hat: Jackie Kennedy war ebenfalls eine geborene Bouvier.

Bei den Simpsons wird aus einer Bouvier keine Ikone des Boulevards, die sich in der Welt der Mächtigen und Reichen bewegt, sondern eine Mutter und Ehefrau, die (meistens) mit souveräner Gelassenheit putzt, kocht und wäscht. Sie liebt ihren Mann und kauft ihm das Bier, dass er in der Regel vor dem Fernseher trinkt. Hinzu kommen die drei Kinder. Sohnemann Bart, zehn Jahre alt, frech, ein Schulhasser, der leidenschaftlich Skateboard fährt. Tochter Lisa, acht Jahre alt, hochbegabt und die personalisierte linksliberale Vernunft (Gleichberechtigung, Umweltschutz) und schließlich Baby Maggie, deren Namen Homer schon mal vergisst.

Ein Figuren-Universum mit allen gesellschaftlichen Gruppen

Im Figuren-Universum sind alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten. Korrupte und sexgeile Politiker (Bürgermeister Quimby), Einwanderer, die hart schuften (der Inder Apu), die bigotten christlichen Frömmler (Nachbar Ned Flanders und seine Familie), der böse Kapitalist (Atomkraftwerksbetreiber Montgomery Burns mit seinem schwulen Adlatus Smithers), ein Schuldirektor und Vietnamveteran (Seymour Skinner), der Alkoholiker (Barney aus Moe's Bar), der Jazzmusiker (Zahnfleischbluter Murphy) usf...

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