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15. Juli 2010, 15:57 Uhr

Mit Spielberg in die Kriegshölle

Es ist eines der teuersten Fernsehprojekte aller Zeiten. Kabel eins zeigt jeweils donnerstags die Serie "The Pacific". Dass sich Produzent Steven Spielberg für dieses Projekt begeisterte, hängt mit Erfahrungen in seiner Kindheit zusammen.

Ab Donnerstag zeigt Kabel eins den Zehnteiler "The Pacific". Produziert wurde die Serie über den 2. Weltkrieg im Pazifik von Steven Spielberg und Tom Hanks© Jason Merritt/Getty Images

Ende August könnte der TV-Zehnteiler "The Pacific" abräumen. Dann werden wieder die Emmys verliehen, die wichtigsten amerikanischen Fernsehpreise. 24 Mal, und damit am meisten, ist die von Steven Spielberg (DreamWorks) sowie Tom Hanks (Playtone) mitproduzierte Soldatenserie nominiert. Sie ist der große Favorit bei der 62. Emmy-Verleihung am 29. August. Ab dem 15. Juli zeigt zeigt der Privatsender Kabel eins immer donnerstags um 22. 15 Uhr die fast 200 Millionen Dollar teure HBO-Miniserie über den Weltkrieg im Südpazifik - zehn 60-Minuten-Folgen.

Der New Yorker Bezahlsender HBO ist berühmt für ambitionierte TV-Serien, zum Beispiel "Six Feet Under - Gestorben wird immer" oder "Sex and the City". Auch der 2001 von den Oscar-Preisträgern Spielberg und Hanks koproduzierte Weltkriegs-Zehnteiler "Band of Brothers - Wir waren wie Brüder", der in Deutschland einst bei Premiere lief, kam von HBO. Er gewann sechs Emmys.

Ostasien statt Europa

Damals in "Band of Brothers" widmeten sich Hanks und Spielberg, die bekannt sind für ihr großes Geschichtsinteresse, den europäischen Schauplätzen des Weltkriegs. Genauso hatten sie es zuvor als Schauspieler und Regisseur auch beim Kriegsdrama "Der Soldat James Ryan" getan. In "The Pacific" erzählt das Produzenten-Duo nun, wie amerikanische GIs nach dem Überfall auf den Pazifik-Stützpunkt Pearl Harbor gegen Japans Armee kämpfen. Schlachten in Ostasien statt mitten in Europa.

Die epische "Pacific"-Serie basiert auf den Memoiren der Kriegsveteranen Eugene Sledge (Joe Mazzello), Robert Leckie (James Badge Dale) und John Basilone (Jon Seda), die an den Kämpfen gegen das japanische Kaiserreich in den 40ern beteiligt waren. Die Marines müssen sich unter anderem durch den Dschungel bei Guadalcanal oder an den schwarzen Stränden von Iwo Jima durchschlagen.

Sechs Drehbuchautoren, sechs Regisseure

"The Pacific" sollte ursprünglich "nur" 100 Millionen Dollar kosten, am Ende war fast das Doppelte ausgegeben. Die Dreharbeiten dauerten von August 2007 bis Mai 2008. Gedreht wurde hauptsächlich in Australien, wohin die Macher beispielsweise 500 Kokospalmen bringen ließen, um eine authentische Umgebung zu schaffen. Etwa 800 Crewmitglieder arbeiteten mit. 138 Sprechrollen gab es. Hunderte Komparsen waren im Einsatz. Sechs Drehbuchautoren und sechs Regisseure teilten sich die Arbeit.

Kurz bevor der Mehrteiler im März in den USA startete, schrieb die "New York Times": "All die Anstrengungen zeigen den Versuch, das Krasse und die psychologische Tiefe der besten Vietnam-Filme - 'Die durch die Hölle gehen', 'Apocalypse Now', 'Platoon' - auch in die filmische Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs zu tragen."

Das Motiv liegt in Spielbergs Kindheit

Warum der 1946 geborene Spielberg unbedingt eine drastische Serie über die Weltkriegsereignisse im Pazifik zwischen 1941 und 1945 machen wollte? Das Motiv dafür liege in seiner Kindheit, wusste die "New York Times" zu berichten. Damals sei Spielberg verwirrt gewesen vom Missverhältnis zwischen den sauberen Kriegsfilmen mit Helden-Kult und den Erzählungen seines Vaters und Onkels, die beide im Pazifik im Krieg waren. "Mein Onkel und mein Papa erklärten mir, wie höllisch der Krieg war, doch das widersprach völlig dem, was damals aus Hollywood kam."

In "The Pacific" ist der Kriegshorror - Hitze, Hunger, Malaria, Wunden, Nervenzusammenbrüche - nun umso mehr abgebildet.

che/DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Sardor (16.07.2010, 22:23 Uhr)
@ Maddux
Hoffentlich ist der Trailer, der bei Kabel 1 läuft, auch auf deren Mist gewachsen. Sollte in der Serie wirklich ein Schwarm Lockheed P-3 (vor kurzem erst beim Bund eingeführt) auftauchen könnense die Serie in die Tonne treten...
Staudenmaier007 (16.07.2010, 14:35 Uhr)
Lieber @Noctim
Sicher haben wir inzwischen genug aktuelle Konfliktherde - auch solche an denen wir bösen Deutschen wirder kräftig mitschießen dürfen - leider sind das sehr unpopuläre und völkerrechtlich bedenkliche Kriege. Daher sucht sich Hank´s und Spielberg ja auch etwas das politisch wesentlich unbedenklicher ist.
Zumal man ja die Zuschauer nicht mit einem schlechten Gewissen alleine lassen möchte oder ?
Und sowas ist schlecht für´s Geschäft
denn Filme dreht man in erster Linie um damit -Geld- zu verdienen nicht um den Konsumenten historisch zu belehren.
pistenpirat (16.07.2010, 11:59 Uhr)
Im Namen des Volkes
Die Werbung und die Einblendung
( Top Gear ? ) haben das Ganze so kaputt gemacht daß ich mir keine weitere Folge mehr anschaun werde.
ecomen (16.07.2010, 11:04 Uhr)
als Serie isses ok,
soviel kann ich als Hobby-Historiker sagen :)
Aber es stimmt, die Werbepausen: übel, aber die Einblendungen IN der Serie (Topgear???) ... was soll das???
Macht das Erlebnis irgendwie echt kaputt ... schade
Maddux (16.07.2010, 10:51 Uhr)
Dilettanten bei Kabel Eins
Werbung finanziert das Programm, soweit klar, aber muß man eine so teure Miniserie derart verhackstücken. Die Einblendung für eine dämliche Auoshow mitten im Film ist doch wohl der Gipfel. Die laienhaften Schnitte zur Werbeunterbrechung, einfach unglaublich. Warum kauft man so eine Serie, um sie dann derart zu verunstalten. Also, Kiste aus, DVD her.
Sardor (16.07.2010, 08:34 Uhr)
"Schlachten auf der Südhalbkugel"
Nur die Solomonen liegen etwas südlich des Äquators, der Rest der Serie spielt auf der Nordhalbkugel - kauft euch mal einen Globus!
johnniedeamonic (16.07.2010, 08:30 Uhr)
schade das es auf den Privaten läuft....
schade das man gestern Abend den Serienstart so verhunzt hat, 3mal Werbung bei einer 45 Minuten Sendung, und dann auch noch Werbepausen mit imSatz,
nicht extra eine passende Stelle gewählt sondern mitten im nicht fertig gesprochenen Satz schaltet sich die Werbung ein..
Die nächsten Folgen werden im O-Ton via Stream oder Torrent geguckt, unsere TV Anstalten sind ja selber Schuld das ihnen die Zuschauer weglaufen,
deshalb sind damals auf Kabel auch "Die Sopranos" geflopt, kenne niemanden der so masochistisch veranlagt wäre ich freiwillig dieses Werbebbopmbardement länger als 10 Minuten anzusehen,
auf Festplatten Recorder ohne Werbung aufnehmen bringt auch nichts da ja auch während der Sendung genügen Werbebanner geschaltet wurden die dann mehrere Sekunden ein Drittel des Bildes einnehmen...
Noctim (16.07.2010, 08:26 Uhr)
Einfallslos
Wenn es ein Thema gibt, an dem ich mich als männlicher Twen satt gesehen habe, ist es der 2. Weltkrieg.

Egal welche Front: Man hat alles schon drölfzigmal gesehen - Tod, Heroismus, Nazis, Amerikaner die alle retten, Juden, Panzer und Omaha Beach etc. Egal ob als Videospiel, als Film, als Comic oder Serie. Die Unterhaltungsindustrie hat das Thema schon so oft aufgegriffen, dass es einfach nichts "Neues" mehr zu erzählen gibt. Und an gefühlten 95% der Produktionen war Steven Spielberg beteiligt: Schindlers Liste, Der Soldat James Ryan, Band of Brothers, Flags of our fathers, Letters from Iwo Jima, jetzt The Pacific... *gähn*

Dem Kerl fällt wohl langsam nichts mehr ein.

Ich will damit nicht den 2. Weltkrieg herunterspielen, aber man muss doch nicht jede Schlacht aus der Sicht eines jeden einzelnen Soldaten wiedergeben...

Wir haben in unserer Zeit noch genug aktuelle Konfliktherde.
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