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Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

Die Mutter aller Ungeheuer

Nach 57 Jahren im Kälteschlaf muss Ripley zurück auf den Alien-Planeten. "Aliens" ist mindestens so gut wie das Original - und beweist, dass ein Actionfilm cool, brutal und clever sein kann.

Die riesige, Eier legende Alienmutter droht, auch Ripley, Newt (Carrie Henn) und die Elitesoldaten in Kokons einzuspinnen - als Brutplatz und Futter für ihre Kleinen...

Die riesige, Eier legende Alienmutter droht, auch Ripley, Newt (Carrie Henn) und die Elitesoldaten in Kokons einzuspinnen - als Brutplatz und Futter für ihre Kleinen...

"Aliens - Die Rückkehr"
20.15 Uhr, Kabel 1
SCIFI Mit "Alien" hatte Ridley Scott 1979 ein Meisterwerk geschaffen. In diesem atmosphärischen Grusel-Thriller im Weltraum passte einfach alles: HR Gigers albtraumhaftes Alien-Design, Sigourney Weaver als toughe Hauptdarstellerin und Nebendarsteller, die echte Charaktere waren und nicht nur Kanonenfutter für das gefährliche Andere, das dort draußen ebenso lauerte wie in uns selbst.

Dieser Film brauchte keine Fortsetzung und als er sieben Jahre später dann doch eine bekam (nicht nur futuristische Firmen wollen Kohle machen), standen alle Zeichen auf Scheitern: Der junge Regisseur, ein gewisser James Cameron, zerstritt sich mit der britischen Filmcrew, der Soundtrack musste quasi über Nacht komponiert werden - und fast wäre der Film gar nicht pünktlich fertig geworden.

Anstelle eines einzelnen Aliens bevölkert nun eine ganze Horde jenen Planeten, dem Ripley im ersten Film so verzweifelt zu entkommen versuchte und den die skrupellose Weyland-Yutani Corporation trotzdem kolonisieren ließ. Sie wissen schon: Die Profite waren einfach zu verlockend.

Mehr Gefahr, mehr Gewalt, alles eine Nummer größer - mit dieser Formel versuchen es Fortsetzungen erfolgreicher Filme immer wieder und scheitern kolossal. Aber Cameron gelang die sprichwörtliche Quadratur des Kreises, indem er die Grundhandlung "Menschen vs. übermächtige Aliens" beibehielt, aber das Genre wechselte. Der erste Film lieferte Grusel im Weltraum, der zweite kommt als waschechter, aber alles andere als hirnloser Action-Kracher daher, der das Vietnam-Trauma der USA in den Weltraum verlegt. Eine knappe Stunde Zeit nimmt sich der Regisseur für Spannungsaufbau und Charakterentwicklung, bis die Space-Marines zum ersten Mal auf den Feind treffen. Und dann bricht die Hölle los.

PS: "Alien 3" von David Fincher folgt um 23.15 Uhr. Sollte man aber besser aufnehmen und nicht am selben Abend schauen, weil er das Ende des zweiten Teils verdirbt.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Der Mais-Wahn"
22.45 Uhr, ARD
DOKU Mais bedeckt heute mehr Anbaufläche als jedes andere Agrarprodukt. Hierzulande wird das Korn in der Tiermast verfüttert und für Biogas und -sprit verheizt – im Süden Kenias können sich die Menschen ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Lehrstück über die Weltwirtschaft. (bis 23.30)

"Maos letzter Tänzer"
20.15 Uhr, Einsfestival,

BIOPIC 1973 holen Talentscouts den zierlichen Li Cunxin (Chi Cao) gegen seinen Willen aus einem Bergdorf nach Peking an die Ballettschule. Nach achtjähriger Ausbildung kommt er als Austauschstudent zum Ballett von Houston und gerät durch den Kulturschock ins Stolpern. (bis 22.05)

"E Agora? Lembra-me"
23.30 Uhr, Arte

DOKU Der seit 20 Jahren mit HIV und Hepatitis C infizierte portugiesische Regisseur Joaquim Pinto reflektiert über sein Leben, während er sich einer experimentellen Behandlungsmethode mit bewusstseinsverändernden Drogen unterzieht.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo