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9. April 2010, 07:41 Uhr

Guido Cantz über Bohlen, Quote und Humor

Am Samstag moderiert Guido Cantz erstmals "Verstehen Sie Spaß?". Im stern.de-Interview spricht er über die große Samstagabendunterhaltung, den ARD-Humor und darüber, warum Frank Elstner ihn für die Show besser geeignet findet als sich selbst.

Guido Cantz, Verstehen Sie Spaß?, Sat.1, ARD, Frank Elstner, Dieter Bohlen

Guido Cantz, 38, übernimmt die Moderation von "Verstehen Sie Spaß?"© Jörg Carstensen/DPA

Herr Cantz, am Samstag feiern Sie Ihre "Verstehen Sie Spaß?"-Premiere. Wissen Sie schon, was in direkter Konkurrenz um 20.15 Uhr läuft?
Ich bin mir nicht sicher...

Bei RTL findet das Halbfinale von "Deutschland sucht den Superstar" statt und ProSieben zeigt "Schlag den Raab". Ganz schöne Brocken, oder?
Allerdings! Aber ich hoffe, dass sich Raab und Bohlen gegenseitig das junge Publikum streitig machen. Und wir kümmern uns um den Rest.

Was halten Sie von Samstagabendunterhaltung à la Raab und Bohlen?
"Schlag den Raab" finde ich richtig klasse. Bei "DSDS" geht es ja mittlerweile nur noch um Schicksale und darum, wer schon mal im Knast war. Dieter Bohlen ist auch nicht mehr amüsant, sondern nur noch anstrengend. Ein Format wie "Verstehen Sie Spaß?", das es seit 30 Jahren gibt, muss sich daneben nicht verstecken.

Allerdings ist "Verstehen Sie Spaß?" auch ganz schön in die Jahre gekommen. Der Humor war zuletzt eher angestaubt und bieder.
Die Verantwortlichen des SWR werden sich natürlich etwas dabei gedacht haben, als sie sich für mich entschieden haben. Auf lange Sicht ist es natürlich ein Wunsch des SWR, wieder mehr junge Leute vor den Fernseher zu bekommen. Ich glaube, dass wir das schaffen. Die Schwierigkeit bei "Verstehen Sie Spaß?" liegt ja darin, sowohl die Kinder als auch die Oma zu unterhalten.

Vielleicht machte auch gerade das angestaubte Konzept den Erfolg von Frank Elstner aus?
Das kann sein. Das Konzept brachial zu verändern, wäre ein Fehler. Das will ich nicht. Eine große Zuschauerzahl kennt und mag "Verstehen Sie Spaß?" so, wie es zuletzt war. Wir werden nur ein wenig an den Filmchen schrauben. Und das Bühnenbild und das Logo sehen jetzt sehr modern aus.

Was wird sich noch ändern?
Ich werde viel präsenter sein. Es wird immer einen Stadtfilm aus der jeweiligen Stadt, in der wir sind, geben. Außerdem will ich mit dem Publikum in der Live-Sendung noch mehr in Kontakt treten. Auch die Sofasituation soll aufgebrochen werden. Wenn interessante Gäste da sind, dürfen die jetzt auch länger sitzen bleiben.

Stadtwette, Sofarunde ... Das klingt sehr nach "Wetten, dass ..?"
So eng wird es bei uns auf dem Sofa nicht werden...

Sie sind im Kölner Karneval zu Hause, haben lange Comedy bei Sat.1 gemacht. Frank Elstner war dagegen immer mehr der zurückhaltende Gastgeber als der Clown.
Also als Gastgeber sehe ich mich auch. Ich habe mich lange mit Frank Elstner unterhalten. Er sagte, er sei eher der Journalist und ich der Humorist. Deswegen sei die Sendung für mich eigentlich viel besser geeignet als für ihn. Es soll keine Guido-Cantz-Show werden. So wie damals, als Dieter Hallervorden "Verstehen Sie Spaß?" gemacht hat. Die Filme werden weiterhin im Vordergrund stehen, und ich werde mich da nicht hinstellen und eine halbe Stunde mein Soloprogramm runterrattern. Aber wenn es mal die Möglichkeit gibt, eine Pointe loszuwerden, werde ich es auch versuchen.

Zur Person Guido Cantz, 38, begann seine Karriere beim Kölner Karneval als "Mann für alle Fälle". Er tritt als Comedian auf und gilt als Spezialist in Sachen Dialektnachahmung. Bei Sat.1 trat er bei den "Hitgiganten" und "Genial daneben" auf. Daneben hat er die Sendung "Deal or No Deal" moderiert. Cantz ist verheiratet und lebt in Köln.

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
Albinez (09.04.2010, 17:01 Uhr)
Wer im Glashaus sitzt....
Ja, Bohlen ist anstrengend. Genau so anstrengend wie ein Guido Dings. Heißgefönter Dauergrinser mit Fremdschämpotential. Passt doch mit seinem verklemmten und einstudierten Humor wunderbar in dieses verstaubte Showkonzept. Da ist ein Dieter Hallervorden mit seinem 75 Jahren, diesem Vogel noch um Jahre voraus.
Twipsy (09.04.2010, 15:57 Uhr)
Brachialkomiker, die keine Grenzen kennen...
genau, die findet man eher bei den Privaten. Anke Engelke, Bastian Pastewka...
Weiß der Mann noch, was er redet? Traumziel 20:15 Uhr!
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