Keuschheitsgürtel für "Bachelor"-Frauen

13. Februar 2013, 10:29 Uhr

Nicht schön, aber nicht unüblich im TV-Geschäft: Wer den "Bachelor" verführen will, ist an allerlei vertragliche Regeln gebunden. Facebook und heiße Flirts mit fremden Männern sind tabu. Von Jens Wiesner

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Im Bett mit dem Bachelor - und der Gefahr: Bei Vertragsbruch droht den Kandidatinnen der RTL-Show der finanzielle Ruin©

Beim "Bachelor" herrscht offenbar ein strengeres Regiment als bei Fräulein Rottenmeier und der Prüsseliese zusammen. Pünktlich zur siebten Folge am Mittwochabend hat die "Bild"-Zeitung einen Blick in das Vertragswerk der Teilnehmer geworfen - und Schauderhaftes zutage gefördert.

Nicht nur, dass die Frauen auf ihre tägliche Dosis Facebook-Postings verzichten müssen - RTL legt den Teilnehmerinnen den metaphorischen Keuschheitsgürtel um: Wie die "Bild" berichtet, dürfen die Teilnehmerinnen vom Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung bis zur Erstausstrahlung der letzten Folge "mit keinem Mann zusammenziehen, sich verloben oder heiraten". Zudem sollen - Zitat "Bild" - "heiße Dates mit fremden Männern" vier Monate lang verboten sein. Obwohl schon groß, stünden die Kandidatinnen desweiteren unter Hausarrest: Unerlaubtes Entfernen aus der "Bachelor"-Villa schlage mit mindestens 1000 Euro zu Buche. Zur Begründung zitiert die "Bild" einen RTL-Sprecher. Das Gebot diene "der Sicherheit der Kandidatinnen".

Auch optisch hält es der Sender mit Altkanzler Adenauer: keine Experimente! "Wesentliche Veränderungen des Aussehens" seien laut zitiertem Vertragswerk tabu. Wer eine Schönheits-OP oder gar eine neue Frisur plant, müsse auch hier bis zum Ende der Sendung warten. Zumindest dieser Punkt ist allerdings Standard bei fast allen TV-Serienproduktionen - ganz egal ob in Deutschland oder den USA. Man stelle sich nur vor, Captain Kirk würde plötzlich einen Schnäuzer zwirbeln oder Jan Josef Liefers im "Tatort" eine Glatze präsentieren.

Ein Vertrag, sie zu knebeln

Weiterhin verlange der Vertrag laut dem Boulevardblatt von allen Unterzeichnerinnen eine ärztliche Untersuchung vor Drehbeginn. In eine zumindest moralische Grauzone gleitet das Paragraphenwerk ab, wenn es die Mitwirkenden zugleich verpflichtet "die untersuchenden Ärzte von ihrer Schweigepflicht zu entbinden".

Bei so vielen Verboten könnte man meinen, dass sich die Frauen ihr Mitwirken zumindest gut bezahlen lassen. Insgesamt 3000 Euro könne eine Kandidatin mit ihrem Auftritt verdienen, so die Zeitung. Wer freiwillig aufgibt, habe allerdings nur Anspruch auf 500 Euro für die Übertragung der Film- und Fotorechte. Ganz schön wenig, wenn man bedenkt, wieviel Strafe laut "Bild" auf eine Vertragsbrüchige wartet: "Nicht weniger als 3000, maximal jedoch eine Million Euro!"

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