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Panne-Kandidatin wird zum Publikums-Liebling und Youtube-Star

Kaviarschiffe, Zehendübel und wer ist eigentlich dieser Umme? Günther Jauchs neueste Quiz-Kandidatin stand konsequent auf dem Schlauch - und gewann doch schnell das Publikum für sich - auch online.

  Kandidatin Kira Potschka wird Moderator Günther Jauch sicher noch lange im Gedächtnis bleiben

Kandidatin Kira Potschka wird Moderator Günther Jauch sicher noch lange im Gedächtnis bleiben

"Hauptsache, ich blamiere mich hier nicht" war ihr Motto für die Sendung. Das sagte Kira Potschka zu Moderator Günther Jauch, als es bereits zu spät war - und sie das Publikum längst für sich gewonnen hatte. Die Studentin war Kandidatin bei "Wer wird Millionär?" in der Sendung von Montagabend und stand konsequent auf dem Schlauch. Selten war Jauchs Show dermaßen unterhaltsam. Und noch seltener gelang es einem Quiz-Kandidaten, der mehr giggelt als er weiß, die Zuschauer für sich zu gewinnen. Bei all ihrer Verpeiltheit blieb die fröhliche Studentin aus Duisburg trotzdem sehr sympathisch.

Ihr Hang dazu, das Falsche zu wählen, wurde zuerst am Schuhwerk ersichtlich: Mit ihren High Heels kam sie kaum voran; Jauch führte sie zu ihrem Stuhl. "Die trag ich immer, wenn ich betrunken bin!", sprudelte es aus ihr heraus. Das hätte wirklich einiges erklärt, doch der umgekehrte Schluss ginge zu weit: Freilich war die junge Frau nüchtern. "Aber ich dachte, das ist ja hier mehr so eine Sitzparty."

Die beiden ersten Fragen der Party meisterte Potschka auf Anhieb, in einem kurzen Plausch geht es dann um das Richter-Fenster im Kölner Dom. Jauch sagt anerkennend:

"Und der Richter hat's für umme gemacht!"

"Für wen?", fragt die Kandidatin.

"Für lau, gratis", erklärt Jauch die Redewendung und geht weiter zur nächsten Frage.

"Welcher Joker darf's denn sein?" - "Ich nehm alle!"

"Was wird heute im übertragenen Sinne immer noch angesetzt, wenn man auf jemanden massiven Druck ausübt?" Sind das Fingernägel? Zehendübel? Daumenschrauben? Oder doch Fußnieten? Jauchs Beispiel ist für die völlig ratlose Frau nicht besonders hilfreich: "Ihr Freund hat Sie geärgert - jetzt üben Sie massiven Gegendruck aus. Was machen Sie?" Aber wie soll sie das auch wissen: "Wir streiten so selten", sagt Potschka und versetzt sich dann doch in die Situation hinein. "Also ich nehme nicht die Fingernägel... Aber Fußnieten wären auch übel, oder?" Das Publikum ("Welcher Joker darf's denn sein?" - "Ich nehm alle!") hilft ihr schließlich zur richtigen Antwort C - doch von einer Daumenschraube hat die Kandidatin noch nie etwas gehört.

Jauch will als nächstes wissen: "Beim Käse im Kühlregal des Supermarkts findet ..." - "man Chester" ist hier die richtige Antwort. Nicht etwa "birming Ham" oder "liver Pool". Bei ihrer schnellen Antwort: "Der man den Chester!" spricht Potschka "man" maximal anglophon aus. Sie hat die Antwort längst einloggen lassen, als sie dank Jauchs Erklärung versteht, was sie da eigentlich gerade beantwortet hat. "Sagen Sie einfach nur noch den Buchstaben", schlägt Jauch vor.

Die Kandidatin ist bereits erschöpft. "Kann nicht mal was mit Chemie kommen? 'Was sind Halogene', zum Beispiel?", bittet sie. Die Redaktion notiert sich im Hintergrund die Frage für die nächste Sendung.

"Wen interessiert die Vorwahl von Iowa?!"

Stattdessen kommt eine Politikfrage - die sich noch nicht einmal als solche zu erkennen gibt: "Was war Anfang Februar nicht nur in den USA von großem Interesse?" A: Die Postleitzahl von Texas? "Wen interessiert die?!", fragt Potschka. Und C: Die Vorwahl von Iowa? "Die ist ja auch ziemlich beknackt". "Keine Sau interessiert sich für die Vorwahl von Iowa!", pflichtet Jauch ihr fatalerweise bei. Der 50:50-Joker soll helfen. Denn: "Wenn man keine Ahnung hat, ist es besser, man hat von zwei Sachen keine Ahnung als von vier."

Leider flogen bei Joker Nummer zwei die beiden anderen Antwortmöglichkeiten "Mailadresse von Michigan" und "Kontodaten von Florida" raus ("Kontodaten sind ja immer interessant!"). Die Kandidatin ist entsetzt:

"Was ist das denn?" 

"Das ist Ihr Leben!", stellt Jauch fest.

Dann fällt es ihr wie Schuppen aus den Haaren: "Vorwahl - ach: Wahlen!" Das Publikum jubiliert bei der Erkenntnis, als hätte sie sich die Million gesichert. 

Doch dazu soll es nicht kommen. "Worin werden manchmal Leckereien serviert?", fragt Jauch. Die Kandidatin ist sich sofort sicher: "In nem Kaviarschiff!", ruft sie mit Inbrunst. Denn die (richtige) Antwort A kann sie sofort ausschließen: "Olivenboote gibt's nicht." Als Telefonjoker ist hier ihr Vater gefragt. Jauch freut sich sichtlich auf das Gespräch mit dem Mann, der seiner Kandidatin sein Erbgut übertragen hat. Auf Jauchs Feststellung: "Da haben Se aber schon eine ausgebrütet!" folgt nicht etwa eine Rüge vom Papa. Stattdessen ertönt vom anderen Ende der Leitung ein geseufztes: "Ja, sie ist halt was Besonderes."

Die Kandidatin wird zum Youtube-Star

Leider kann auch der Vater nicht helfen ("Dann hab ich das also wohl von meinem Papa!") und die Show ist für Potschka zu Ende. Als sie mit 4000 Euro aussteigt, sagt sie: "Schade, dass ich nichts wusste. Aber die 64.000 Euro-Frage weiß ich immer!" Prompt darf sie - ohne Chancen auf einen höheren Gewinn - eine 64.000 Euro-Frage beantworten - und liegt tatsächlich auf Anhieb richtig. Ein Ehrentreffer zum Schluss, als eigentlich alles zu spät ist.

Doch einen Knüller hat Jauch sich ganz für den Schluss aufgehoben, "Wenn ich's jetzt schon sage, gucken Sie die Sendung nicht mehr", hatte er zuvor gesagt. Denn seine Kandidatin ist auch auf Youtube vertreten. In der Reihe "Emily hat nachgefragt" probiert sie auf ihre eigene unterhaltsame Art Reinigungsmaschinen aus. Jauch hat's selbst angeschaut:

"Da hatten Sie so eine rote Frisur"

"Ja, das waren meine Haare!", sagt Potschka.

Jauchs Fazit steht: "Da waren Sie genau wie hier: von nichts ne Ahnung, aber trotzdem super gemacht!" 

Bloß knapp 100 Aufrufe hatte der jüngste Clip "Emily hat nachgefragt - Hinter den Kulissen" noch während der Ausstrahlung der Sendung - inzwischen hat das Video knapp 50.000 Klicks. Doch auch die anderen Folgen der Reihe sind die drei bis zehn Minuten Zeitaufwand wert. 

"Ich bin schockiert über so viel Böswilligkeit"

Die ganz fiesen Kommentare einiger Zuschauer, die sich in den sozialen Medien äußerten, haben der fröhlichen Kandidatin jedoch zu schaffen gemacht. "Es ist leicht, über andere Menschen zu urteilen, wenn man einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben einer anderen Person mitbekommt", schreibt sie öffentlich auf Facebook. "Ich bin schockiert über so viel Böswilligkeit." 

Es ist leicht über andere Menschen zu urteilen, wenn man einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben einer anderen Person...

Posted by Kira Potschka on Montag, 29. Februar 2016


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