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14. Juni 2007, 13:47 Uhr

Verwirrendes Nachspiel

Das Job-Schicksal von Quizshow-Kandidat Göckel ist verworren: Erst soll er wegen seiner lockeren Zunge entlassen werden, dann wird er angeblich nur in Urlaub geschickt - dabei steht noch nicht einmal fest, ob er wirklich ein echter "Bundestagsfahrer" ist.

Bei Günther Jauchs Quizshow hatte Konrad Göckel 8000 Euro gewonnen© Jörg Carstensen/DPA

Verwirrung über die Entlassung eines Bundestagsfahrers, der in der RTL-Sendung "Wer wird Millionär?" über seine prominenten Fahrgäste geplaudert hatte: Die "Bild"-Zeitung berichtete, der 56-jährige Konrad Göckel habe nach dem Auftritt seinen Job bei der RocVin GmbH verloren. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Manfred Reuter, wird zitiert, als Fahrer in diesem Bereich habe man eine absolute Verschwiegenheitspflicht. Der "Münchner Merkur" berichtete, der RocVin-Geschäftsführer habe die Entlassung dementiert.

Göckel war einem Mitschnitt von RTL zufolge in der Sendung vom 8. Juni von Günther Jauch gefragt worden, welche Abgeordneten freundlicher seien, "die eher etwas höher Gestellten, zum Beispiel stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Ausschussvorsitzende oder Fraktionsvorsitzende im Vergleich zu den Hinterbänklern?" Er antwortete: "Wollen Sie eine ehrliche Antwort? Je höher, desto arroganter." Auf diese Frage des Moderators hätte Göckel nicht antworten dürfen, wird Reuter in der "Bild"-Zeitung zitiert. "Er hat als Fahrer in seinem Anstellungsvertrag in diesem Bereich eine absolute Verschwiegenheitspflicht."

"Göckel ist in Urlaub gegangen

Die RocVin GmbH führt im Auftrag des Bundestages Fahrten durch. "Göckel hat sich als Fahrer des Deutschen Bundestags ausgegeben - das ist eine Falschaussage. Er ist bei uns angestellt, und wir sind Vertragspartner des Bundestags. Allein das könnte Grund für eine fristlose Entlassung sein", sagte Reuter "Bild" zufolge weiter. Dagegen zitierte der der "Münchner Merkur" einen RocVin-Geschäftsführer - in diesem Fall nicht namentlich genannt - mit den Worten: "Wir haben Herrn Göckel nicht entlassen. Wir haben unseren Mitarbeiter nur aus der Schusslinie genommen. Er ist in Urlaub gegangen." Das Unternehmen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Laut "Münchner Merkur" sagte der Geschäftsführer, Göckel entstünden durch seine Äußerungen keine Nachteile. "Er hat mir heute Morgen gesagt, dass er von allen Seiten bedrängt wird und dass ihm die Sache über den Kopf wächst. Das ist menschlich doch verständlich. Er möchte am liebsten abtauchen und diese Möglichkeit haben wir ihm gegeben." Der "Bild"-Zeitung zufolge hatte Göckel einen Auflösungsvertrag von seinem Arbeitgeber erhalten. Bei "Wer wird Millionär" war er an der 16.000-Euro-Frage gescheitert und hatte 8000 Euro gewonnen.

AP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
john_maclayne (15.06.2007, 10:52 Uhr)
@SirDidimus
lächerlich.. die herrschaften sollen mal schön bahn fahren, damit sie mal in kontakt mit den normalen bürgern haben. dann kriegen die sowas von aufs maul, dass sie sich einmal mehr überlegen werden solch eine menschenverachtende politik zu betreiben
SirDidimus (15.06.2007, 10:10 Uhr)
Was sollen solchen dummen Kommentare
Wer so dumm ist, und in die Hand beißt, die einen füttert, dann ist er selbst schuld, wenn er gefeuert wird. Ob er als Kraftfahrer für Bundestagsabgeordnete, Einkäufer für einen Supermarkt oder Lehrer an einer Schule ist: Solche Äußerungen gehören sich nicht, und müssen vom Arbeitgeber geahndet werden. Was, wenn der Bundestag seinen Fahrdienst wegen dieser Indiskretion wechselt, und die Firma deswegen dichtmachen müsste, dann stünden vielleicht 200 Leute auf der Straße. Das hat nichts mit den Politikern zu tun. WWM ist eine Aufzeichnung, und die haben auch Juristen in der Sendung. Die hätten darauf aufmerksam machen müssen, und die Frage + Antwort rausschneiden müssen. Übrigens: Größere Unternehmen - ich zähle jetzt auch einfach mal die komplette Bundesregierung und Ministerien dazu - haben größtenteils Fahrbereitschaften. Das ist nicht unbedingt ein Luxus nur für die Bundestagsabgeortdneten, sondern auch ein Hilfsmittel der normalen Mitarbeiter dieser Institutionen und schafft nebenbei auch noch Arbeitsplätze!
weda_kong (15.06.2007, 09:57 Uhr)
Woher sollten sie wissen ...
... Sie, die Abgeordneten und Politiker, wie die einfachen Leute auf der Straße denken.
Die meisten von ihnen waren noch nie in einem Arbeitsprozeß. Entweder nach dem Studium gleich in die Politik oder Funktionärsriege oder über Beziehungen und/oder Fahrradprinzip in die Partei - und dort hochgedient.
Diese Leute haben überhaupt keine Ahnung mehr. Nur eines wissen sie: Dass sie nichts mehr mit dem Volk zu tun haben wollen. Ein mecklenburgischer Abgeordneter brachte es einmal auf den Punkt als die Frage kam was er nach seiner Abgeordnetentätigkeit machen sollte - falls er eben nicht wieder gewählt würde. Er meinte: "Fettstullen essen wäre er nicht mehr gewöhnt ..."!
Der Witz ist nur dass wir diese Bande unterhalten - wir unterhalten sie damit auf uns herumtrampeln können. Und gebe Brief und Siegel: Werden die nächsten gewählt dann geht das Spiel von vorne los.
Wahrscheinlich können Menschen nicht anders ... wenn sie einmal an den Futterkrippen der Macht genascht haben!
HeinzManfred (14.06.2007, 17:52 Uhr)
Ich hab es geahnt
Nicht genug das unsere ach so sauberen Politiker auch den Fuhrpark in tarifliche Niemandsland schicken , eigentlich sollten sie den Laden halbieren und wie normale Arbeitnehmer mit der U Bahn oder anderen Verkehrsmitteln fahren . Woher nehmen diese Lobbykraten den Glauben sie wären was Besseres . Und nun auf Umwegen die Kündigung weil Jemand die Wahrheit sagt . Es gibt ganz gewiss nicht nur kriminelle Lobbykraten die arogant sind , die können auch bei den drei vier ehrlichen dabei sein .
Wenn diese Bande Charakter hätte , hätte ein Aufschrei durch die Reihen gehen müssen und die Firma hätte einen Rückzieher machen müssen . Aber da ist nicht einer bei der soviel Arsch in der Hose hat sein Maul auf zu machen . Ich glaube auch das mindestens 600 von diesen Typen noch nie etwas für einen Bürger gemacht haben und durch Postengeschacher dort sitzen . Am besten man würde einen mit dem Anderen erschlagen und den der Überbleibt schickt man in den Irak , die machen so schöne Filme beim Aufhängen , ist natürlich Spass aber trauern würde ich um keinen .
Weiter so Mini Mielke freut sich der Polizeistaat rückt näher .
Manfred Joho
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