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Kirchensatire geht dem WDR zu weit

Es geht um die Kirche, ein provokantes Video und einen TV-Sender. Die Komikerin Carolin Kebekus behauptet, der WDR habe ihre neue Satireshow zensiert. Der fragliche Film hat es in der Tat in sich.

Von Volker Königkrämer

  "Imagevideo" für die katholische Kirche? Wer sich über Meisners Mannen lustig macht, gerät schnell ins Visier der ultrakonservativen Piusbrüder.

"Imagevideo" für die katholische Kirche? Wer sich über Meisners Mannen lustig macht, gerät schnell ins Visier der ultrakonservativen Piusbrüder.

Nein, mit der katholischen Kirche hat's die Komikerin Caroline Kebekus nicht so. Das wurde bereits im Februar deutlich, als sie für die "heute show" des ZDF vor laufender Kamera Kardinal Joachim Meisner anging und sich flugs mal als neue Päpstin ins Gespräch brachte. Bewerbungsmappe inklusive. Die Kirche war not amused und soll laut "Spiegel" sogar darauf gedrängt haben, dass der Beitrag nicht gezeigt wird. Am Ende vergeblich, der Film wurde gesendet.

Der WDR hat offenbar deutlich mehr Berührungsängste. In der Pilotsendung ihrer neuen Show "Kebekus", die heute um 20.15 Uhr bei Einsfestival gezeigt wird, war ursprünglich auch ein Video geplant, in dem sich Kebekus dreieinhalb Minuten lang an der katholischen Kirche abarbeitet. "Dunk den Herren" heißt das Werk, ist schwer komisch, aber alles andere als politisch korrekt und für gute Katholiken vermutlich der Stoff, der stantepede die Exkommunikation zur Folge hätte.

Kebekus schlüpft darin in verschiedene Rollen, mal rappt sie als Nonne Songlines wie "… geb mich nur Jesus hin, weil ich seine Bitch bin" und schleckt dabei ein Kruzifix ab. Mal schlüpft sie ins Messdienergewand und säuselt von der "Aftershow-Party in der Sakristei". Zu sehen ist das Werk schon jetzt auf Kebekus eigenem YouTube-Kanal.

WDR soll Video aus der Sendung geschnitten haben

Dem WDR als federführender Sender, so der schwerwiegende Vorwurf, soll das zu heiß gewesen sein, er soll das umstrittene Video aus der Sendung geschnitten haben. Das sagte Kebekus jedenfalls am Dienstag bei Stefan Raabs "TV total", wo sie eingeladen war, um ihre neue Show zu promoten. Doch sie tat das Gegenteil. "Müssen Sie nicht gucken, ist total verschnitten", ließ die Komikerin die Pro7-Zuschauer wissen. Und setzte nach: "Ich möchte mich von der Sendung distanzieren."

Zensur beim WDR im vorauseilenden Gehorsam vor der Kirche? 1Live Programmchef Jochen Rausch, der beim WDR für junges Fernsehen zuständig ist, bestätigt den Vorgang als solchen, bewertet ihn jedoch völlig anders. Das umstrittene Video sei von der Produktionsfirma lediglich für die Sendung vorgeschlagen worden, die Redaktion habe sich bei der Endabnahme jedoch gegen eine Ausstrahlung entschieden, heißt es in einer WDR-Pressmitteilung.

Die Argumentation des Senders liest sich dann so: "Der Grund: Insbesondere durch die Szenen mit dem Kruzifix könnten religiöse Überzeugungen von Zuschauern verletzt werden. Dies war und ist nicht die Intention der Redaktionsgruppe 'Junges Fernsehen' – und ließe sich auch nicht mit dem WDR-Gesetz vereinbaren, das in § 5 ausdrücklich festlegt, die religiösen Überzeugungen der Bevölkerung zu achten."

"Jetzt bleibt's halt bei einer"

Der Mediendienst DWDL hingegen untermauert den Zensurvorwurf mit einer E-Mail, deren Quelle zwar nicht angegeben ist, die vom Tonfall her aber offenbar aus dem Umfeld der Show stammt: "Der entsprechende Clip war fester Teil der morgigen Sendung. Die Folge war bereits fertig produziert und abgenommen. Sie muss nach der Intervention umgeschnitten werden. Sollte behauptet werden, man habe den Musik-Clip nur produziert und sich immer offen gehalten, ihn auch wirklich zu senden, so wäre das eine Lüge."

"Kebekus" sollte die erste eigene Show der Komikerin werden. Die Sendung wird von Bildundtonfabrik produziert, die auch "Roche und Böhmermann" auf Sendung brachte. Bei ihrem Raab-Auftritt sagte die Komödiantin lakonisch: "Eigentlich waren mehrere Sendungen geplant. Jetzt bleibt's bei einer."

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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