Startseite

RTL umgarnt die Älteren

Seit über 25 Jahren sind Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren das Maß aller Dinge im Privatfernsehen. Weil die Menschen älter werden, definiert RTL nun die Zielgruppe neu. Nicht nur Jauch profitiert.

  Einige RTL-Schlachtrosse wie zum Beispiel "Wer wird Millionär?" - dort ist der Zuschauer etwa so alt wie Jauch - werden mit der neuen Zielgruppe wohl besser zu vermarkten sein.

Einige RTL-Schlachtrosse wie zum Beispiel "Wer wird Millionär?" - dort ist der Zuschauer etwa so alt wie Jauch - werden mit der neuen Zielgruppe wohl besser zu vermarkten sein.

Als RTL-Urgestein Helmut Thoma in den 80er-Jahren begann, das Privatfernsehen zu einer Wirtschaftsmacht zu formen, gab der Geschäftsführer die Devise aus: Unser Publikum ist zwischen 14 und 49 Jahre alt - um die Marktanteile gegenüber den öffentlich-rechtlichen Platzhirschen aufzublähen, behaupteten seine Kritiker. Doch der willkürlich gesetzte Maßstab galt mehr als 25 Jahre.

Jetzt weicht die Senderfamilie RTL, zu der neben dem Hauptsender noch Vox, Super RTL, N-TV und RTL Nitro gehören, von ihrem Credo ab und erweitert ihr Zielgruppendenken auf das Publikum zwischen 14 und 59 Jahre. Aber warum nur? Geht es ums Geld?

Tatsache ist: Die Menschen werden älter. Privat-TV-Guru Thoma sagte schon vor fünf Jahren dem "Spiegel": "Die Werbewirtschaft und natürlich die Sender müssen angesichts des demografischen Wandels umdenken. Wer hat denn heute das Geld? Die 50- bis 65-Jährigen. Da kann man nicht länger der selbstgeschaffenen Schimäre hinterherrennen. Die Macht der 14- bis 49-Jährigen geht zu Ende." Die Älteren haben nicht nur das Geld, sie treffen auch bis ins hohe Alter Kaufentscheidungen und wechseln dabei sogar die Marken. Und von dem Werbeaufwand leben die Privatsender.

"Heute geht Werbeplanung anders", erklärt Volker Nickel vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). "'Werberelevant' können von Kindern bis zum Pensionisten alle sein. Bedeutsam sind dabei nicht nur demografische Fakten wie Alter, Geschlecht, Einkommen, sondern auch Aspekte des Lebensabschnitts wie Kindheit, Schulzeit, Beruf, Rente und Lebensstile wie Gesundheitsbewusstsein, Kulturorientierung, ökologische Lebensweise."

Auch Jauch, Bohlen und Kloeppel werden älter

"Die Zielgruppe ist weder für die Vermarktung noch für die Programmgestaltung entscheidend", sagte RTL-Sprecher Christian Körner der Nachrichtenagentur DPA am Donnerstag. "Sie ist vielmehr eine Währung, die Leistungen von TV-Sendern vergleichbar macht. Diese Währung macht jedoch nur Sinn, wenn sie auch den größeren Teil der TV-Zuschauer abbildet. Das ist durch das Abschneiden bei 49 Jahren jedoch inzwischen nicht mehr der Fall. Deshalb öffnen wir um zehn Jahre nach oben." Die 14- bis 49-Jährigen machten inzwischen weniger als 50 Prozent der Bevölkerung aus - Tendenz: weiter abnehmend. Am Programm werde sich aber nichts ändern.

Vor zehn Jahren war der RTL-Durchschnittszuschauer 46 Jahre alt, 2012 war er 47 - kein besonders großer Unterschied, doch die nächsten Jahre werden deutliche Änderungen nach sich ziehen. Günther Jauch, mit seinem Quiz "Wer wird Millionär?" heute wie vor zehn Jahren Aushängeschild des Senders, ist 56 und nicht mehr 46. "Extra"-Moderatorin Birgit Schrowange ist 54, Anchorman Peter Kloeppel ebenfalls, "Exclusiv"-Frontfrau Frauke Ludowig wird nächstes Jahr 50. Und "Superstar"-Juror Dieter Bohlen ist gerade 59 geworden.

Wie sieht es bei anderen Kanälen aus? Die ARD- und ZDF-Zuschauer waren 2012 nach Messungen von Media Control im Schnitt 60, zehn Jahre zuvor 57 und 58. Bei Sat.1 (52) wurde er vier Jahre älter, bei RTL II (42) sogar sechs, bei Vox (43) vier, bei Kabel eins (46) aber drei Jahre jünger und bei ProSieben (35) ein Jahr. Derzeit setzen die TV-Sender jährlich mehr als elf Milliarden Euro Werbegelder brutto um, Online waren es brutto 2012 6,5 Millarden mit Tendenz nach oben. Da ist eine strenge Ausrichtung auf den jungen Markt, der immer schmaler wird, ein Schuss ins eigene Knie.

Nicht alle ziehen am selben Strang

Hofft nun RTL, mit einer erweiterten Zielgruppe höhere Marktanteile einzelner Sendungen zu generieren und damit die Hand bei den Werbetreibenden aufzuhalten? Der Sender wehrt ab: Nein, in den meisten Fällen würden die Marktanteile bei einer Erweiterung des Fokus sogar sinken. Allerdings nicht bei allen: Einige Schlachtrosse wie zum Beispiel "Wer wird Millionär?" - dort ist der Zuschauer etwa so alt wie Jauch - würden möglicherweise vom Marktanteil besser aussehen und wären somit besser zu vermarkten.

Aber nicht alle ziehen am selben Strang. Die ProSiebenSat.1-Familie hält noch am alten Thomaschen Grundsatz von 14 bis 49 Jahren fest. Vor allem ProSieben mit jungen Formaten wie "Germany's Next Topmodel", "Schlag den Raab" oder "Circus Halligalli" legt noch Wert aufs junge Segment, besonders sogar auf die ganz jungen zwischen 14 und 29. Dort sind die Marktanteile tatsächlich hoch für ProSieben. Aber absolut gemessen sind die Zahlen sehr gering. Der junge Mensch guckt nicht mehr so recht fern und wenn, dann online.

"Wir sehen derzeit keinen Grund, einen etablierten Marktstandard aufzugeben, nur um dann ein anderes Stück des Kuchens zu betrachten", sagt Guido Modenbach, Geschäftsführer des ProSieben-Vermarkters SevenOne Media. "Solange der Markt sie nicht fordert, halten wir eine neue, starre Definition einer Referenzzielgruppe daher nicht für sinnvoll." Gerade ProSiebenSat.1 spreche mit seinem Programmangebot sehr unterschiedliche Zielgruppen an. Eine Referenzzielgruppe - ganz gleich wie sie zugeschnitten sei - zeige immer nur einen Ausschnitt der Realität.

kmi/DPA/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools