Carly Rae Jepsen singt nicht für schwulenfeindliche Pfadfinder

6. März 2013, 06:02 Uhr

Eigentlich sollte die kanadische Sängerin im Juli vor den Boy Scouts of America auftreten. Doch die Anti-Homosexuellen-Politik der US-Pfadfinder irritiert die "Call Me Maybe"-Interpretin.

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Carly Rae Jepsen erteilte den Boy Scouts of America aufgrund deren schwulenfeindlicher Einstellung eine Absage©

Die Absage kam per Twitter: "Als Künstlerin, die an die Gleichberechtigung aller Menschen glaubt, kann ich diesen Sommer nicht am Boy Scouts of America Jamboree teilnehmen" schrieb Carly Rae Jepsen. Und weiter: "Ich habe die Lesben- und Schwulengemeinde schon immer unterstützt und werde dies auch weiterhin tun."

Mit ihrer Absage beim größten Pfadfinder-Treffen des Jahres in den USA stellte sich die "Call Me Maybe"-Sängerin deutlich gegen die antihomosexuelle Haltung der amerikanischen Boy Scouts. Die enorm einflussreiche Organisation erlaubt bis heute keine Homosexuellen als Mitglieder.

Neben Jepsen sagte auch die Band Train ("Hey, Soul Sister") ihren Auftritt beim Jamboree-Festival in Mount Hope im US-Bundesstaat West Virginia, einer zehntägigen Feier mit diversen Stadion-Veranstaltungen und mehr als 50.000 Pfadfindern aus allen Teilen der USA, ab. "Bei unserer Zusage wussten wir nicht, dass diese Organisation offen homosexuell lebende Menschen ausschließt", heißt es auf der Website der Band. Dort kündigte die Gruppe allerdings auch an, den Auftritt wahrnehmen zu wollen, sollten die Pfadfinder ihre Meinung bis zum Sommer ändern.

50.000 Pfadfinder beim Jamboree-Festival

Aufmerksam gemacht wurden Jepsen und Train auf die Einstellung der Pfadfinder durch eine Petition des ehemaligen "Eagle Scout"-Anführers Derek Nance. Der homosexuelle Pfadfinder hatte über die Online-Plattform "Change.org" seiner Forderung, das Pfadfinder-Konzert zu boykottieren, Nachdruck verliehen. Gegenüber stern.de sagte Nance: "Es ist erstaunlich, dass wir im Jahre 2013 noch immer mit solch mittelalterlichen Restriktionen zu kämpfen haben."

Der Direktor der Boy Scouts of America, Deron Smith, sagte dem Nachrichtensender CNN, dass er "das Recht eines jeden schätzt, seine Meinung zu äußern"; in der Zwischenzeit wolle sich die Organisation aber auf ein "großartiges Jamboree-Programm für unsere Scouts" konzentrieren.

Homosexuelle werden weiter ausgeschlossen

Hört sich nicht so an, als wollen die Pfadfinder noch einmal über ihre Einstellung zu einer möglichen Mitgliedschaft von Homosexuellen nachdenken. Erst im vergangenen Monat ließ die Scout-Leitung verlauten, dass man die Entscheidung, den Bann aufzuheben, auf unbestimmte Zeit verschieben wolle, um die "komplexen und schwierigen Sachverhalte dieser Thematik genauer untersuchen zu können".

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