Scharfe Schote

Sie ist eine echte Vitaminbombe: die Paprika, die einst von Christoph Kolumbus nach Europa gebracht wurde. Heutzutage haben vor allem ihre scharfen Schwestern eine ziemlich große Fangemeinde. Von Björn Erichsen

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Tim Mälzer, Jetzt gibt's Gemüse, Paprika, Steckbrief

Parika - gut erhalten für ein 5000 Jahre altes Gemüse.©

Name: Paprika - lateinisch: Capsicum, zählt zu den Nachtschattengewächsen und ist botanisch gesehen eine Beere.

Alias: Hierzulande meist nur: Paprikaschote oder Gemüsepaprika. Die Franzosen nennen sie "Poivor" oder "Pirment", die Engländer sagen "Pepper" – und verweisen damit auf ihre eindrucksvolle Gewürzkarriere. Denn zur Art der Capsicum annuum zählen neben der Paprika auch zwei ziemlich scharfen Schoten: Chili und Peperoni.

Tut gut weil: Das würzige Gemüse ist eine echte Vitaminbombe. Vor allem die ausgereiften roten Paprika enthalten eine Menge Beta-Carotin (Provitamin A) und genau so viel Vitamin C wie so manche Obstsorte. eine Schote reicht, um den kompletten Tagesbedarf eines Erwachsenen abzudecken. Die grünen Exemplare sind dagegen etwas schwächer auf der Brust und gelten als schwerer verdaulich. Tipp: Die Paprika vorher häuten, dann ist sie besser bekömmlich.

Schmeckt am besten: Im Salat, als Gemüsebeilage, als Antipasti geschält und in Olivenöl, gefüllt mit Reis, Hack oder Feta. Die kleine Minipaprika ist süßer Snack für das Pausenbrot der Kinder. Wer sich auskennt, bestellt beim Spanienr "Pimientos de Padrón", jene immer unterschiedlich scharfen Schoten aus der spanischen Paprika-Hochburg Padron. Und noch ein Tipp aus der Rubrik “Leicht und lecker”: Einfach die kleinen grünen Bratpaprika mit etwas Olivenöl in die Pfanne hauen, braten bis sie kleine braune Stellen bekommen und dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen und mit Fleur de Sel, also Meersalz, bestreuen.

Saison/Einkauf: Die Paprika ist ein ziemlich sonnen- und wärmehungriges Pflänzchen – und so schmeckt sie hierzulande am besten aus regionalen Anbau zwischen Juli und Ende Oktober. In diesem Zeitraum sind sie im Handel auch besonders preiswert. Beim Einkauf sollte man drauf achten, dass die Schale fest und glatt ist und nicht schon aufgeplatz und schrumpelig.

Lagerung: Zu Hause kühl und schattig, lagern, allerdings lieber nicht im Kühlschrank. Rote Paprika halten etwa eine Woche, empfindlichen gelben und orangen Exemplare nicht ganz so lange.

Variationen: Wahnsinnig viele. Zusammen mt den diversen Chili- und Peperoni-Züchtungen gibt es über 2000 verschiedene Paprikasorten: In rot, gelb, grün, orange kennen sie alle – die Schoten gibt es jedoch auch in schwarz, fast weiß oder schokoladenbraun wie die Sorte “Sweet Chocolate”. Wer ein Exemplar in dunkellila kauft, staunt beim Kochen, denn da färbt sich das Früchtchen grün. Ansonsten variieren die diversen Paprikasorten auch in Form (Mini, spitz, herzförmig), Dickfleischigkeit und Dünnhäutigkeit und natürlich beim Geschmack.

Kleine Herkunftsgeschichte: Paprika stamm ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika, schon 5000 Jahre vor Christi wurden die Schoten dort kultiviert. Chrisoph Kolumbus brachte die Pflanzen bei seiner zweiten Expedition nach Spanien, von wo sie sich in Europa und Asien verbreiteten. Erste Hinweise auf eine Verbreitung der Paprika in Deutschland als Topfpflanze stammen aus dem 16. Jahrhhundert, bis 1945 spielte die würzige Schote keine Rolle in Deutschen Küchen. Ganz im Gegensatz zu Ungarn, wo sich die Paprika in diversen Nationalgerichten wiederfindet.

Besserwisser: Ihre Schärfe verdanken Chilis und Pepperonis dem Alkaloid Capsaicin. Das steckt besonders in den Kernen und auch in unserer heimischen Gemüsepaprika, allerdings nur in minimalen Mengen. 1912 ist ein Vergleichsverfahrung zur Schärfebestimmung eingeführt worden, die Scolville-Skala, mit einer Klassifizierung von “pikant” bis “scharf”. Jalapenos etwa kommen auf bis zu 10.000 Scoville-Einheiten, brutal wird es bei Thai-Chili oder Habanero mit zu 500.000 Einheiten.

Besserwisser II: Schon die Ureinwohner Südamerikas setzten Paprika als Medizin ein, beispielsweise als Heilmittel gegen Arthrose oder Zahnschmerzen. Heutzutage wird bei uns Paprika unter anderem in ABC-Pflaster eingesetzt, die gegen Rheuma helfen und für eine bessere Durchblutung sorgen sollen.

Mitarbeit: Edith Reichert
 
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