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Wurst für Machos, Wurst für Tussen

Wenn es nach Edeka geht, nimmt sich nicht einfach jeder vom Grill, was er mag. Nein, die Entscheidung fällt streng nach Geschlecht: getrennte Kost für Frau und Mann. Klischee pur im Supermarktregal.

Von Susanne Baller

  Nicht, dass der Herr mit dem Waschbrettbauch die mageren Frauen-Würste isst, nein, für ihn sind die deftigen Männer-Bratwürste da. Aber was macht er dann auf der Verpackung? Eine der Fragen, die bei Edeka niemand beantworten kann.

Nicht, dass der Herr mit dem Waschbrettbauch die mageren Frauen-Würste isst, nein, für ihn sind die deftigen Männer-Bratwürste da. Aber was macht er dann auf der Verpackung? Eine der Fragen, die bei Edeka niemand beantworten kann.

Da bekommt jede(r) sein Mett weg: Nach rosafarbenen Überraschungseiern und Lego für Mädchen wanzen sich die Konzerne nun auch an die erwachsene Zielgruppe genderspezifisch heran. Pünktlich zur Grillsaison hat der Supermarktriese Edeka in diesem Jahr etwas ganz Spezielles im Angebot - geschlechtsspezifische Bratwürste.

Es geht schon beim Preis los: Für Frauen, die ja bekanntlich in Schokoladentafel-Einheiten rechnen, wird er in den Werbeanzeigen grammweise angegeben. 100 Gramm der "besonders mageren" mit Gemüse versetzten Wurst kosten 0,80 Euro, die 250-Gramm-Packung 1,99 Euro. Männer, deren Würste den doppelten Umfang haben und in eine 500-Gramm-Packung eingeschweißt sind, werden mit dem maskulinen Kilopreis konfrontiert: 1 Kilogramm = 5,98 Euro. Mit Gemüse ist also 2,02 Euro pro Kilo teurer als reines Fleisch, logisch.

  Für den Herrn wirbt eine Dame im kleinen Schwarzen

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Zum Aufreißen: die Verpackung

Nicht die Form oder gar die Farbe der Würste verrät, wes Gaumen sie munden soll, nein, gleich der Produktname lässt keinen Zweifel. "Frauen-Bratwurst, besonders mager, mit feinem Gemüse gefüllt", heißt es auf dem Etikett. Bebildert ist die Bratwurst-Packung mit dem extrem durchtrainierten, nackten Oberkörper eines Mannes, der auf sein eigenes Sixpack schaut. Was genau soll uns das sagen? Nach dem Genuss von Frauen-Bratwurst wird dieser knackige junge Mann nicht länger auf seinen eigenen Nabel, sondern vielmehr euch in die Augen schauen, liebe Frauen?! Und: Was passiert, wenn die Frau eine nicht für sie hergestellte Männer-Bratwurst isst?

Beantworten kann diese Fragen bei Edeka niemand. Für die Erfindung des Produkts sei allein der rheinländische Fleischhof Rasting verantwortlich, eine 100-prozentige Tochter von Edeka, die ausschließlich für die Supermarktkette produziert. So hängt man beim Anruf in Meckenheim auch in der Eee--deee--kaaa-Wartescheife, und hört Perlen wie "Wir lieben Lebensmittel, Kauferlebnis ist der Trend ... Wir lieben das Leben - und haben die Mittel". Doch zu sprechen ist auch bei Rasting niemand. Der zuständige Geschäftsführer ist auf dem Weg in den Urlaub, seine einzige Vertretung kann höchstens "mit Grillrezepten für die Frauen-Bratwurst weiterhelfen". Klingt nach rheinischem Humor.

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