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United Internet mit starkem Umsatzschub

Auf der Erfolgsspur: Der Internetdienstleister United Internet konnte vor allem mit seinen Homepage-Bausätzen punkten. Die Firma kann sich über einen millionenschweren Umsatz freuen.

  Der Unternehmenschef Ralph Dommermuth kann sich über den Erfolg seiner Firma freuen

Der Unternehmenschef Ralph Dommermuth kann sich über den Erfolg seiner Firma freuen

Der Internetdienstleister United Internet (1&1, GMX, Web.de) erntet im dritten Quartal erste Früchte seiner Investitionen in neue Geschäftsfelder. Zudem bestätigte das im TecDax notierte Unternehmen am Donnerstag seine Jahresziele. Dank der Auslandsoffensive mit Homepage-Bausätzen setzten neue Geschäftsfelder mit 13,2 Millionen Euro knapp viermal so viel um wie vor einem Jahr. Aber auch das Stammgeschäft mit stationärem und mobilem Internetzugang sowie Anwendungen legte stark zu. Um das Wachstum anzuheizen, fährt Unternehmenschef Ralph Dommermuth derzeit die Ausgaben für das Anwerben von Kunden und die Werbung für neue Produkte hoch.

In den ersten Handesminuten stieg die Aktie um 0,16 Prozent auf 15,94 Euro. In den vergangenen vier Jahren war die Aktie von unter 6 Euro auf zuletzt knapp 16 Euro gestiegen. DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger sieht mit den Geschäftszahlen und der Prognose die Erwartungen am Markt bestätigt. Daraus ergäbe sich kein zusätzlicher Schub für die Aktie. Heike Pauls von der Commerzbank betont hingegen die Verbesserungen zum Vorjahr.

Homepage-Eigenbausätze als Zukunftssparte

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz um 14 Prozent auf 603 Millionen Euro. Die etablierten Geschäftsfeldern wuchsen um 13 Prozent auf 590 Millionen Euro, wobei stationärer und mobiler Internetzugang mit 15 Prozent besonders stark zulegten. Mit Anwendungen wuchs United Internet im etablierten Geschäft im halben Tempo. An kostenpflichtigen Kundenverträgen hatte United Internet Ende September mit 11,53 Vertägen 860.000 mehr in der Tasche als vor einem Jahr. Sie verteilten sich nahezu gleichmäßig auf Internetzugang und Anwendungen.

Den Umsatzschub im Stammgeschäft nutzte United Internet für den Aufbau neuer Angebote. Der Internetdienstleister investiert stark in das Geschäft mit Bausätzen für den Eigenbau von Webseiten. Das Ausrollen des Angebots zum Erstellen einer eigenen Seite für Privatleute und kleine Gewerbetreibende in sieben europäischen Ländern und den USA wird von einer breitangelegten Vermarktungskampagne begleitet, die den Löwenanteil der Kosten verschlingt. Aber auch die Entwicklung von geschützten E-Mails, die unter dem Namen De-Mail firmieren, wird vorangetrieben. Nach 910.000 Neukunden im Jahr 2011 will United Internet den Kundenstamm im laufenden Jahr 1,2 Millionen neue Kunden gewinnen.

Expansion und Sedo belasten

Das kostet viel Geld. Seit Jahresbeginn erlitt United Internet damit EBIT-wirksame Anlaufverluste in Höhe von 98,6 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich im dritten Quartal um lediglich drei Prozent auf 65,4 Millionen Euro.

United Internet bestätigte die im Sommer wegen Abschreibungen auf die Tochter Sedo gesenkte Prognose. Das EBIT soll im laufenden Jahr 200 Millionen Euro betragen. Dabei schlagen enttäuschende Geschäfte mit Werbung auf brach liegenden Internetseiten von Sedo mit 46,3 Millionen Euro negativ zu Buche. Ohne diesen Effekt werde das EBIT bei rund 250 Millionen Euro auf Vorjahresniveau erwartet. Beim Umsatz liegt die Ziellatte weiter bei 2,4 Milliarden Euro.

Jüngst hatte das TecDax-Schwergewicht angekündigt, beim US-Investor KKR die Rückholoption für die 25,1 prozentige Beteiligung am Konkurrenten Versatel zu ziehen. KKR hatte Versatel nach dem Komplettkauf 2011 von der Börse genommen, umgekrempelt, und die Profitabilität gesteigert. Dabei erlässt das Unternehmen KKR einfach die Zahlung von gestundeten 59,8 Millionen Euro und holt sich die Beteiligung an einer gesünderen Versatel zurück.

ds/DPA/DPA

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