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News am 29.05.2012
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Cabernet Sauvignon

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Es sind die Klassiker zum Weihnachtsfest: Karpfen, Fondue und Kartoffelsalat. Welche Weine dazu am besten schmecken, erklärt Dirk Würtz in der stern.de-Weinschule. Er hat eine Auswahl an Weinen zusammengestellt, die ideal als Begleiter zu jedem Festtagsessen passen.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Ein Cabernet Sauvignon in Reinkultur!

2008 Finca Sophenia Altosur Cabernet Sauvignon (Rotwein, Argentinien) Jancis Robinson ist eine britische Weinjournalistin, die sich an dem 20-Punkte-System orientiert und mit diesem vergleichsweise zurückhaltend umgeht. So hat mich letzten Monat ein Verkostungsbericht über argentinische Weine neugierig gemacht, da hier ein Cabernet Sauvignon 16,5 Punkte erhielt und mit Jancis' Höchstprädikat "very good value" ausgezeichnet wurde. Die Punktzahl entspricht ungefähr 90 Punkten auf der 100er-Skala und da Mrs. Robinson – wie schon erwähnt – eher konservativ Punkte vergibt, musste ich den Wein bei einem Preis von nur 6,99 EUR unbedingt probieren. Das Ergebnis war sofort eindeutig: Der Wein ist ein wunderbarer und sehr typischer Vertreter seiner Rebsorte für überraschend wenig Geld. Zudem trifft auf ihn besonders ein Begriff  zu: LECKER! Cabernet Sauvignon ist die bekannteste und auch meist angebaute rote Rebsorte der Welt. Lediglich Merlot kann in Sachen Superlative noch einigermaßen mithalten. Cabernet Sauvignon wird vermutlich erst seit Ende des 17. Jahrhunderts angebaut und ist somit eine vergleichsweise junge Rebsorte. Genetisch gesehen handelt es sich um eine Kreuzung aus Cabernet-Franc und Sauvignon Blanc – 1997 wurde dies auch mit Hilfe einer DNA-Analyse endgültig belegt. Die Rebsorte wird mittlerweile auf der ganzen Welt angebaut, und es gibt wohl drei zentrale Gründe für den großen Erfolg der Rebsorte. Erstens sind die Trauben sehr robust. Sie vertragen vergleichsweise gut Frost und sind sehr fäuleresistent. Zweitens hat Cabernet Sauvignon ein sehr attraktives Aromaprofil mit extrem hohem Wiedererkennungswert. Und drittens gehören viele Weine dieser Rebsorte zu den besten der Welt, nicht zuletzt da Cabernet Sauvignon seit Ende des 18. Jahrhunderts in vielen prestigeträchtigen Bordeaux-Weinen zum Einsatz kommt; am linken Bordeaux-Ufer als Rebsorte mit größtem Anteil des Cuvées. Der "Altosur" der Finca Sophenia stammt aus dem argentinischen Weinbaugebiet Mendoza und reift auf 1.200 Meter Höhe in Hanglagen der Anden. Seit 1997 wird hier Cabernet Sauvignon für den "Altosur" angebaut, und mittlerweile kümmert sich der renommierte Weinberater Michel Rolland um die Optimierung der erzielten Ergebnisse. Mit großem Erfolg. Auch wenn der "Altosur" in durchaus großen Stückzahlen produziert wird, erfolgt die Lese der Trauben selektiv und strikt per Hand. Sie werden hierbei in Behältern gesammelt, die nicht mehr als 15 kg fassen, um ein Zerquetschen der Beeren zu vermeiden. Auch bei der Vinifizierung werden die höchsten Standards angelegt. Die Höhenlagen in den Anden sorgen nicht nur für ein vergleichsweise kühles Klima und reichlich Sonnenschein, sondern auch für einen deutlichen Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperatur. Von diesem Umstand profitiert die Qualität der Trauben ungemein. Zum einen bleibt so eine schöne Säurestruktur erhalten, die Weine wirken nicht marmeladig, zum anderen reifen die Beeren langsamer und haben auf diese Weise mehr Zeit für die Bildung von Aromakomplexität. Das Klima ist dem im Bordeaux also nicht gänzlich unähnlich, jedoch wünschte man sich im Bordeaux ähnlich verlässlichen Sonnenschein. Allerdings hat der Weinanbau in Argentinien auch eine Kehrseite: Aufgrund des geringen Niederschlags müssen sämtliche Rebflächen künstlich bewässert werden. Das Schmelzwasser der Anden bildet hierfür die Grundlage. Das Thema Bewässerung bietet dem Winzer aber auch eine Stellschraube in Bezug auf die Weinqualität: Die Finca Sophenia bewässert seine Rebflächen absichtlich sehr sparsam. So entstehen eher kleine, wenig ertragreiche Trauben, die aber von besonders hoher Konzentration sind. So wundert es nicht, dass Jancis Robinson kommentiert "it doesn't seem industrial". Besonders gut gefällt mir der "Altosur", da er kein "Holzmonster" ist. Viele Weingüter, insbesondere in der neuen Welt, gehen etwas zu großzügig mit neuen Eichenfässern um. Der "Altosur" kommt nur 3-4 Monate ins Fass, wird dadurch runder und gefälliger, behält aber seine wundervolle Cabernet-Sauvignon-Stilisitik. Aromatisch sind hier schwarze Johannisbeeren bzw. Cassis Dreh - und Angelpunkt und es gibt keine störenden Tannine oder einen zu strengen Alkoholeindruck. Absolut "easy drinking" ohne dabei nur ansatzweise langweilig zu sein. Es ist ein Wein, dessen Fruchtprofil großen Spaß macht und jedem Weintrinker aufzeigt, ob ihm diese Rebsorte gefällt – obwohl es kaum einen Rotweintrinker geben dürfte, der Cabernet Sauvignon schlichtweg "nicht mag". Auch heute kann ich meinen Lesern nur raten, meiner Empfehlung zu folgen. Ein kleines Experiment empfehle ich zudem: Gehen Sie in einen Supermarkt ihres Vertrauens, und kaufen Sie einen Cabernet Sauvignon in ähnlicher Preislage zum direkten Vergleich. Wahrscheinlich werden Sie mit einem Kalifornier nach Hause kommen. Lassen Sie sich die beiden Weine verdeckt einschenken und beurteilen Sie, welcher Wein Ihnen besser gefällt. Wäre klasse, wenn jemand das Ergebnis in den Kommentaren oder im Weinlakai-Forum publizierte. 2008 Finca Sophenia Altosur Cabernet Sauvignon (Rotwein, Argentinien) Auge: Sehr dunkles Purpurrot. Nase: Staubig-erdig mit schöner, fruchtiger und vollreifer Cabernet-Sauvignon-Aromatik (schwarze Johannisbeeren, Tabak, Pflaumen und Gewürze). Gaumen: Milde Extraktsüße mit schöner Frucht. Insgesamt sehr gut balanciert. Mittellanger Abgang. Sonstiges: Bis 2012 zu trinken. Besteht aus 100% Cabernet Sauvignon. Enthält 14% Alkohol. 16,5/20 Punkte (Quelle: Jancis Robinson, September 2010) Meine Einkaufsempfehlung: Backhaus Weindepot (ca. 600 Flaschen vorhanden) 6,99 EUR/Fl. (Versandkosten 6,- EUR) AUSVERKAUFT! (Der empfohlene Jahrgang ist nicht mehr verfügbar. Der Nachfolgejahrgang kann aber hier bestellt werden. Meine Meinung dazu lesen Sie in den Kommentaren) Stand: 14.10.2010. Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Australian Black Beauty!

2006 Wynns Coonawarra Estate Cabernet Sauvignon (Rotwein, Australien) +++ AUSVERKAUFT +++ Australische Rotweine, insbesondere Shiraz und Cabernet Sauvignon, sind in vielen Fällen perfekte Kandidaten, um Einsteiger in die Materie Wein restlos zu begeistern. Gründe dafür sind die intensive, marmeladige Frucht und der kräftige Eindruck am Gaumen, die viele sonnenverwöhnte Australier aufweisen. 16% Alkohol und mehr sind hierbei keineswegs die Ausnahme. Dieser Stil von Wein ist auf der einen Seite zwar sehr faszinierend, doch wird man ihm auch schnell überdrüssig. Die Frucht wirkt bereits im Laufe des Konsums einer einzigen Flasche anstrengend und hinterlässt häufig einen unangenehmen Eindruck von (Extrakt-)Süße. Mal davon abgesehen, dass der hohe Alkoholgehalt oft schlecht eingebunden ist und mit der Zeit ein Brennen im Hals hinterlässt. Englischsprachige Weintrinker nennen solche Weine "hot". Aber bevor ich mich in diesen Schilderungen verrenne: Heutiger Australier ist ein tolles Beispiel dafür , dass es Down Under auch anders geht. Für den Weinlakai keine grundsätzliche Überraschung, doch hatte ich noch nie einen so guten Australier in diesem Preisbereich im Glas. Abgerundet wird diese Jancis-Robinson-Entdeckung durch eine klasse Sonderaktion, die der empfohlene Händler exklusiv den Weinlakai-Lesern anbietet: ein versandkostenfreies 5+1-Paket! Auch wenn die vielen Sonnenstunden in Australien unsere deutschen Voraussetzungen für Weinbau geradezu düster aussehen lassen, so stellt dieses Klima für Winzer nicht selten ein echtes Problem dar: Wenn die Trauben zu schnell reifen und man den optimalen Lesezeitpunkt verpasst, sind die Trauben zu süß und enthalten nur noch wenig Säure. Resultat sind Weine mit extrem hohem Alkoholgehalt, zu viel Fruchtextrakt und fehlender Frische. Wie gesagt, betört zunächst die intensive Frucht an der Nase, so lässt sich doch einem solchen Wein auf Dauer wenig abgewinnen. Für meine heutige Empfehlung trifft dies deshalb nicht zu, weil der Wein genau diese Negativeigenschaften nicht hat. Vielmehr liefert er alle positiven Seite eines australischen Rotweines: Eine betörende Frucht mit rotbeeriger Konzentration und leichtem Minzduft sowie eine merkliche, aber toll eingebundene Holzaromatik. Am Gaumen und auch im Abgang zeigt der Wein eine schöne Frische und keineswegs einen störenden Eindruck von übermäßigem Alkoholgehalt. Der Cabernet Sauvignon von Wynns wurde letzten Monat von Jancis Robinson als "Wine of the Week" ausgezeichnet. Sie kommentierte, er sei ein "extremely serious wine and yet is priced as though it were almost frivolous". Damit nicht genug: "There is nothing oversized, overripe or 'hot-tasting' about this wine - and nor is it plagued by the excessive mintiness that can sometimes detract from some Australian Cabernets". Jancis Robinson hat den 2006er Cabernet Sauvignon von Wynns innerhalb der letzten zwei Jahre einmal mit 18 und einmal mit 17 von 20 Punkten bewertet. Ein erstaunlich hoher Wert für einen Wein dieser Preisklasse, insbesondere wenn man weiß, dass die Britin sehr vornehm mit der Punktevergabe umgeht. Beleg dafür ist, dass Jancis Robinson in Ihrer Karriere erst 66 Weinen die Höchstpunktzahl von 20 Punkten gegeben hat, bei Robert Parker (persönlich) war dies bereits 206mal der Fall. Das Weingut Wynns liegt in dem Anbaugebiet Coonawarra im Bundesstaat South Australia . Dieses Gebiet ist insbesondere durch seinen extrem eisenhaltigen, rötlich gefärbten Boden bekannt, den man im Weinbau Terra Rossa nennt und eine ganz besondere Stilistik in den Weinen zu Tage befördert. Wynns wurde 1896 als erstes Weingut im Gebiet Coonawarra gegründet und entspricht somit nicht dem Bild, das man gemeinhin von Weingütern aus der "Neuen Welt" vor Augen hat. Der heute empfohlene Cabernet Sauvignon wurde bereits als Jahrgang 1954 in die Flaschen gefüllt und ist seitdem - zumindest in Australien - unter dem Namen "Black Label" wohlbekannt. So ist es bei genauer Betrachtung auch wenig verwunderlich, dass sich Wynns nicht mehr mit den Problemen herumschlägt, die für viele Winzer in Australien aufgrund der klimatischen Verhältnisse herrschen. Der "Black Label" wurde aus den besten Cabernet-Sauvignon-Trauben (20-25% der Gesamtlese) vinifiziert, die Wynns' Coonawarra Estate in 2006 erntete und die 16 Monate im Eichenfass verbrachten. Dabei kam ein buntes Gemisch aus französischer und amerikanischer Eiche in unterschiedlichem Alter zum Einsatz (Französische Eiche: 35% neu, 29% ein Jahr alt und 15% zwei Jahre alt und älter; Amerikanische Eiche: 8% neu, 2% ein Jahr alt und 11% zwei Jahre alt und älter). Die heutige Empfehlung geht nach langer Zeit einmal wieder stilistisch in eine ganz andere Richtung. Es ist ein Wein, der vor allem Einsteiger begeistern wird. Er ist einfach zu "verstehen", denn er betört die Sinne mit sehr intensiven Aromen. Zwar machen dies viele australischen Shiraz und Cabernet Sauvignon, das wirklich Besondere des Wynns liegt aber in der Tatsache, dass er auch Finesse, Frische und Eleganz bereithält: Merkmale, die nicht viele Weine bieten, egal aus welchem Teil der Erde sie stammen. Bitte nicht entgehen lassen: Der von mir recherchierte Händler ist nicht nur der einzige, der den Wein in Deutschland anbietet, sondern auch der kumulierte Flaschenpreis im 5+1-Paket ist in ganz Europa unschlagbar. Unbedingt kaufen. 2006 Wynns Coonawarra Estate Cabernet Sauvignon (Rotwein, Australien) Auge: Sehr dunkles Rot. Nase: Intensive, rote und auch schwarze Beerenaromen, Duft von Oliven, eine feine Minznote und Anklänge von Zedernholz . Gaumen: Sehr köperreich mit dichtem Aroma von schwarzen Johannisbeeren.  Wieder ein wenig Minze und ein mit feinen Tanninen belegter, sehr langer Abgang. Sonstiges: 100% Cabernet Sauvignon. Bis mindestens 2016 zu trinken. Enthält 14% Alkohol. 17-18/20 Punkte (Quelle: Purple Pages, Jancis Robinson, Juli 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Hawesko 6er-Paket: 59,50 EUR inkl. Versand (ca. 9,92 EUR / Fl.) Zum Vergleich: Einzelflasche kostet 11,90 EUR zzgl. 11,90 Versandkosten Ausverkauft! (Achtung: Die Weinlakai-Aktion ist nur unter diesem Link zu finden) Stand: 17.08.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

Der Weinlakai
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Bordeaux 2009: die ultimative Empfehlung!

2009 Châ teau La Vieille Cure (Rotwein, Frankreich) In der aktuelle Ausgabe des Wine Advocate schwärmt Robert Parker über die hohe Qualität des erst vor Kurzem auf die Flasche gefüllten Bordeaux-Jahrgang 2009. Dieser Bericht sorgte für solch immense Aufmerksamkeit, dass die Website des Advocate zeitweise völlig zusammenbrach. Unglaublichen 19 Weinen verlieh Parker die "volle Punktzahl" von 100. Im Vergleich: Im international hochgelobten Jahrgang 2005 waren es gerade einmal zwei 100-Punkte-Weine. Leider bringt dieser Hype und die schon seit Jahren vorherrschende Preisentwicklung im Bordelais einen großen Nachteil mit sich: Es gibt so gut wie keine Weine mehr, die ein wirklich attraktives Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Die mit 95 bzw. 18 oder mehr Punkten dekorierten Weine bewegen sich meist ausserhalb des Irdischen und es werden drei- bis vierstellige Eurobeträge eingefordert. So ist die heutige Weinlakai-Empfehlung eine Riesenausnahme und nur bei dem genannten Händler für noch unter 20,- EUR zu bekommen. +++ Hier den Weinlakai-Newsflash abonnieren +++ Wenig überraschend möchte ich zugeben, dass ich recht viel Wein trinke bzw. professionell ausgedrückt "verkoste". In diesem Zuge kommen mir die unterschiedlichsten Gewächse ins Glas, mal weniger gut, mal hervorragend. Dabei erfreue ich mich immer an der Tatsache, dass kein Wein gleich schmeckt. Zu stark ist der individuelle Einfluss durch die Rebsorte, das gebietsspezifische Klima, den Boden und natürlich der menschlichen Komponente im Weinberg und -keller. Allerdings gibt es nicht selten eine Verwandtschaft in Machart und Stilistik von Weinen. Sehr ausgeprägt ist diese "Familienzugehörigkeit" bei Weinen aus dem Bordeaux. Auch wenn man die Weine streng genommen in zwei Kategorien einteilen muss – Cabernet-Sauvignon-geprägte Weine und Merlot-geprägte Weine – so ist der Stil und Charakter immer unverkennbar. Bei mir persönlich löst das Verkosten eines guten Bordeaux ganz besondere Gefühle aus. Solche Weine sind etwas ganz Spezielles, sie befinden sich in einer völlig eigenen Dimension und das Adjektiv, das mir bei einem hochwertigen und gut gemachten Bordeaux immer in den Sinn kommt ist vornehm . Die Weine zeichnen sich durch Anmut und Zurückhaltung aus, ohne dabei langweilig zu sein. Ganz im Gegenteil: Sie strahlen ihre Qualität so subtil und zugleich unmissverständlich aus, dass es an Arroganz grenzt. Und man stellt sich unweigerlich die Frage, wie es diese Weine schaffen ihre Größe so beiläufig zu vermitteln. Für mich liegt die Antwort in dem mächtig überstrapazierten Begriff "Balance". Nur wenn ein Wein ohne einen vordergründigen und sofort identifizierbaren Charakter daherkommt, kann er balanciert bzw. elegant wirken. Es sind keine Fruchtbomben, keine Alkoholbrenner oder Tanninmonster, es sind feingliedrige Weine mit wohl dosierten Anteilen aller wichtigen Weinattribute. Nun hoffe ich, dass meinen Lesern mittlerweile aufgegangen ist, dass ich nicht nur über Bordeaux im Allgemeinen spreche, sondern auch von dem heute empfohlenen Château La Vieille Cure aus 2009. Er ist ein wunderbares Exemplar der eben beschriebenen Charakterzüge und verzaubert bereits nach dem ersten Schluck. Der Wein stammt aus der Appellation Fronsac und gehört somit zum so genannten "rechten Ufer" (der Gironde bzw. Dordogne ), das für Merlot-dominierte Weine steht. Meist im Verschnitt mit Cabernet Franc und häufig auch einem kleinen Teil Cabernet Sauvignon und/oder Malbec. D.h. im Gegensatz zu den Weinen des "linken Ufers", die zum größten Teil Cabernet Sauvignon enthalten, ist der La Vieille Cure weniger von den typischen Noten schwarzer Johannisbeeren und "Zigarrenkiste" geprägt, sondern spielt hier vielmehr eine deutliche Aromatik von roten Beeren eine Rolle. Nachdem Parker dem Vieille Cure in seiner Bewertung "vom Fass" zunächst 90-93 Punkte gab, bewertete er ihn nun abschließend mit 93 Punkten und bezeichnet den Wein als "sleeper of the vintage that considerably over-performs for its modest price" und schließt mit den Worten "this is an obvious great value!". Die Appellation Fronsac gehört zwar momentan nicht zu den großen prestigeträchtigen Appellationen im Bordeaux, doch war dies bis weit in das 19. Jahrhundert ganz anders. Damals war Fronsac sogar bedeutender als der direkte Nachbar Pomerol. Durchaus erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Pomerol u.a. den wohl exklusivsten und teuersten Wein des Bordeaux überhaupt hervorbringt: Château Pétrus . Die Weinberge des Château La Vieille Cure tauchen bereits auf einer Karte von 1780 auf und als das Weingut 1986 durch einen Bordeaux-Liebhaber gekauft wurde, stand für ihn sofort fest, dass auf diesem historischen Boden großes Potential liegt. Seitdem wurde das Château aufwendig renoviert, die Kellerei auf den aktuellsten Stand der Technik gebracht und die Weinberge zum Teil neu bepflanzt. Die Rebstöcke haben dennoch ein Durchschnittsalter von 40 Jahren und sind so in der Lage extraktreiche Beeren mit toller Konzentration entstehen zu lassen. Es wird ausschließlich von Hand geerntet und es erfolgt eine zweifache Sortierung (vor und nach dem Abbeeren). Die Mazeration des Weines dauert ca. einen Monat und anschließend wird er drei Wochen in Edelstahltanks vergoren. Die malolaktische Gärung findet dann bereits in kleinen Eichenfässern statt. Der Wein kostet anderswo bereits 25,- Euro und so erhalten meine Leser mit dieser Empfehlung die rare Möglichkeit, einen tollen Bordeaux aus einem sensationellen Jahrgang zu erwerben. De facto ist mir kein 2009er Bordeaux untergekommen, der ein so gutes Preis-/Genussverhältnis bietet. 2009 Châ teau La Vieille Cure (Rotwein, Frankreich) Auge: Dichtes Rubinrot/Violett . Nase: Rote Merlot-Frucht vermischt mit Noten von Kohle, schwarzen Himbeeren, schwarze Johannisbeeren, Bleistiftspäne und Trüffel.  Gaumen: Voller Körper, rein mit schöner Textur und Vielschichtigkeit. Sonstiges: Besteht aus 74% Merlot , 22% Cabernet Franc und 4% Cabernet Sauvignon . Bis 2027 zu trinken. 93 Punkte (Quelle der Bewertung: Wine Advocate, Robert Parker, Februar 2012) Meine Einkaufsempfehlung: Pinard de Picard 18,60 EUR/Fl. (5,- EUR Versandkosten, ab 200 EUR frei) Hier klicken! Stand: 28.03.2012 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Der beste Wein des Jahres 2008!

Alljährlich stellt der Wine Spectator eine Liste mit den 100 besten Weinen des Jahres zusammen. Besonders interessant ist die Top-Ten und der am Freitag (14. November, 16:00 Uhr) bekannt gegebene Gewinner-Wein. Erfahrungsgemäß ist dieser anschließend sehr schnell vergriffen bzw. der Preis dafür exorbitant gestiegen. Der Weinlakai wird die Top-Ten und den Gewinner in diesem Artikel veröffentlichen – inklusive noch "unverdorbener" Einkaufsquelle. ++++BITTE GEBEN SIE HIER DEM WEINLAKAI IHRE STIMME++++ Damit die Auswahl der zehn besten Weine besonders spannend ist, werden sie in einem Countdown auf der Website des Wine Spectator veröffentlicht. Beginnend mit Platz 10 und 9 wird jeden Tag heruntergezählt. Am heutigen Tage sind wir bereits bei Platz 2, 3 und 4 angekommen. Jedoch sind manche Weine entweder gar nicht oder nur noch für sehr hohe Preise in Deutschland zu bekommen. Der Weinlakai zeigt in jedem Fall in seiner unten stehenden Liste den bestmöglichen Preis in Deutschland! In 2007 hieß der Gewinner im Übrigen 2005 Clos des Papes. Ein grandioser Châteauneuf du Pape, der vor der Auszeichnung für ca. 38,- EUR über die Ladentheke ging. Mittlerweile kostet der Wein beim kostengünstigsten (!) Händler rund das Doppelte. Weine sind natürlich keine Aktien, doch erhöht es den Spaßfaktor, wenn man weiß, dass ein gekaufter Wein an Wert gewinnt. Der Mensch ist und bleibt eben ein Jäger und Sammler. In diesem Sinne: Weidmannsheil! Hier nun die Weine der Top-Ten – täglich aktualisiert: Platz 10 2007 Seghesio Zinfandel Sonoma County (Rotwein, USA) 93 Punkte Originaltext des Wine Spectator: The Seghesio family has been making wine for a century in northern Sonoma County and farms more than 400 acres of Zinfandel in Alexander and Dry Creek valleys. They make a range of vineyard-designated Zinfandels, such as Home Ranch and Cortina, and a bottling from the oldest vines. But for this Sonoma County 2007, winemaker Ted Seghesio tapped his diverse grape sources for a more widely available, well-priced wine. Aged 11 months in 75 percent American oak, it's complex, with a supple texture and a spicy finish. Tasting Note: A seductive and vigorous Zinfandel, with smoky black cherry and blueberry aromas and youthful wild berry, sage and cracked pepper flavors that have a lingering finish and zesty tannins. Drink now through 2012. 68,000 cases made. 18,80 EUR ( Achtung, hier gibt es nur den 2006er. Er wurde mit 91 Punkten des Wine Spectator bewertet): C&D Weinhandel Platz 9 2007 Mollydooker Shiraz McLaren Vale Carnival of Love (Rotwein, Australien) 95 Punkte Originaltext des Wine Spectator: Carnival of Love is one of the few great Aussie Shirazes priced less than $100. Mollydooker owners Sarah and Sparky Marquis buy the grapes from the Gateway Vineyard, a property planted in 2000. They aim for 4 tons per acre from the site, but severe drought in 2007 reduced yields by nearly half. The wine finished primary fermentation in barrel to better integrate the flavors and tannins of the 100 percent new American oak. Tasting Note: Big, rich and terrifically ripe. A lithe mouthful of pure wild blueberry and Asian spices, with swirls of plum and other berries as the finish rolls on, unimpeded by tannins. In the end, this has elegance to go along with its power. Drink now through 2017. 2,596 cases made. 120,00 EUR (viel zu teuer, denn der Wein kostet anderswo – Verfügbarkeit vorausgesetzt – um die 60,00 EUR). Platz 8 2005 Château de Beaucastel Châteauneuf-du-Pape (Rotwein, Frankreich) 96 Punkte Originaltext des Wine Spectator: One of the largest estates in the Châteauneuf-du-Pape appellation, this property is owned and run by the Perrin family. In 2005, they produced their best regular cuvée since 1989 (Wine Spectator's Wine of the Year in 1991). The Beaucastel vineyard produces dense and explosive wines from a collage of 13 different grapes, most notably Grenache and Mourvèdre. Each is fermented separately in concrete or wooden vats. The third year of drought, 2005 only intensified the concentration and structure of this ageworthy red. Tasting Note: Really dense and locked up now, this is packed with dark fig, currant and blackberry fruit shrouded by layers of tar, hot stone, bittersweet licorice and espresso. The long, dense finish has a great tug of iron buried within it. Best from 2011 through 2030. 15,000 cases made. 54,00 EUR (ein sehr guter Preis): Aux Fins Gourmets Platz 7 2005 Château Pontet-Canet Pauillac (Rotwein, Frankreich) 96 Punkte Originaltext des Wine Spectator: Owner Alfred Tesseron has masterminded one of the most remarkable turnarounds on Bordeaux's Left Bank in the past decade, elevating the quality of Pontet-Canet's wines beyond that of fifth-growth. While Pauillacs such as Château Mouton-Rothschild and Château Latour draw much higher prices, Pontet-Canet too crafts powerful wines, built for aging, that express its vineyards planted on poor, gravel soils half a mile from the Gironde River. Tasting Note: Black in color, with aromas of blackberry, black licorice, tar, mineral and fresh flowers. Full-bodied and powerful, with ultrafine tannins that last for minutes on the palate. A polished, thought-provoking wine. Shows wonderful purity of Cabernet Sauvignon. Best after 2014. 20,830 cases made. 91,50 EUR ( großartiger Wein zu einem aber mittlerweile nur noch bedingt empfehlenswerten Preis): Weinhandel Diehl Platz 6 2004 Pio Cesare Barolo (Rotwein, Italien) 94 Punkte Originaltext des Wine Spectator: This big, juicy, chewy wine is one of Piedmont's most reliable and widely available quality blended Barolos. Pio Boffa represents the fourth generation to run this estate, located in the heart of Barolo's capital of Alba. He sources Nebbiolo grapes from the winery's own vineyards in the Serralunga d'Alba commune and supplements them with grapes from trusted suppliers in the region. Tasting Note: Extremely attractive aromas of blackberry, fresh mushroom and mahogany. Full-bodied, with lovely fruit, soft tannins and a long finish. Chewy, yet balanced and pretty. Builds on the palate. A big and juicy red. Best after 2010. 7,000 cases made. 37,50 EUR ( ein sehr guter Preis!): Gastro Italia Platz 5 2005 Domaine du Vieux Télégraphe Châteauneuf-du-Pape La Crau (Rotwein, Frankreich) 95 Punkte Originaltext des Wine Spectator: Brothers Daniel and Frédéric Brunier represent the third generation of Bruniers to run this famed estate. With a large (173 acre) contiguous vineyard, a rarity in the appellation, the Bruniers rely heavily on Grenache, Mourvèdre and Syrah to produce their top red cuvée. Tight and almost gravelly in feel when young, the wine has a proven ability to reward cellaring. The 2005 is a blue-chip bottling from a structure-driven vintage. Tasting Note: This is dense and chewy, but not tiring to drink, thanks to fresh acidity and an edgy, gravelly feel that drives the blackberry, currant and sweet spice notes. The long finish has great briary grip, with notes of garrigue and hot stone checking in. Best from 2010 through 2030. 15,830 cases made. 45,90 EUR ( wurde bereits nach oben angepasst, war hier noch vor Kurzem für 39,00 EUR zu bekommen): Bacchus-Vinothek oder hier für 45,00 EUR, aber nur im 6-er-Gebindepreis: C&D Weinhandel Platz 4 2005 Château Guiraud Sauternes (Süßwein, Frankreich) 97 Punkte Originaltext des Wine Spectator: Bordeaux's sweet wines shared the limelight in the region's legendary 2005 vintage. Many châteaus, like Guiraud, long under the direction of Xavier Planty, produced their best wine ever. During the harvest, grape pickers passed painstakingly through the estate's 210 acres of 35-year-old Sémillon and Sauvignon Blanc vineyards, selecting only grapes affected by botrytis. By harvest's end, each acre yielded only enough grapes for 54 cases of wine, with about 20 percent of that set aside for the estate's second label. Tasting Note: Delivers lots of botrytis spice, with lemon tart and cooked apple. Full-bodied, with loads of cream and vanilla and an intense tropical fruit and honey aftertaste. Long and viscous, with a layered and beautiful spicy finish. Hard not to drink it now. Best after 2014. 8,000 cases made. 44,90 EUR (ein sehr guter Preis): WeinPalais Platz 3 2005 Quinta do Crasto Douro Reserva Old Vines (Rotwein, Portugal) 95 Punkte Originaltext des Wine Spectator: This red from Portugal's Douro River Valley is at the crest of the new wave of high-quality table wines issuing from the historic heartland of Port. Up to 30 different grape varieties from old-vine vineyards compose this refined blend. Some of the grapes are foot-trodden in lagares during initial fermentation, and the wine is then aged 18 months in French (85 percent) and American oak. It is neither fined nor filtered before bottling. The winemaking team includes Manuel Lobo, Dominic Morris and Tomás Roquette. Tasting Note: Deeply colored, with intense yet refined aromas and flavors of kirsch, boysenberry, dark cherry and spice. The fruit is supported by focused notes of mineral and graphite, and the finish is loaded with dark chocolate and medium tannins. Drink now through 2015. 19,90 EUR Nun überall AUSVERKAUFT! Platz 2 2005 Château Rauzan-Ségla Margaux 97 Punkte Originaltext des Wine Spectator: Estate manager John Kolasa claims that nature did the lion's share of the work in 2005, leaving him and his team with a relatively simple job. Yet vast investment at the estate since the mid-1990s by the owners, who also control Chanel, enabled Rauzan to reap the benefits of a great growing season. The estate's grand vin, which reached a quality pinnacle in 2005, is 54.5 percent Cabernet Sauvignon, 39 percent Merlot, 5 percent Petit Verdot and 1.5 percent Cabernet Franc, selected from 74 of the 128.5 acres of vineyards. Tasting Note: Very beautiful aromas of crushed berry, flowers, currant and Indian spices follow through to a full body, with ultrafine tannins and a long, long finish. Extremely polished and beautiful, with a seamless texture. Best after 2014. 10,000 cases made 90,00 EUR AUSVERKAUFT! Platz 1 2005 Casa Lapostolle Clos Apalta Colchagua Valley 96 Punkte Originaltext des Wine Spectator: Since its outstanding debut 1997 vintage, Casa Lapostolle's Clos Apalta bottling has helped to establish Chile as a premier red-wine region. Owner Alexandra Marnier-Lapostolle and her team created a blend of Chile's unique Carmenère variety, Merlot and Cabernet Sauvignon sourced from the estate's oldest vines in Colchagua's Apalta sub-valley, then kept refining: fermenting in smaller lots, hand-destemming berries and constructing a gravity-flow winery. All this came to fruition in the long, warm, dry 2005 vintage, easily Chile's modern best. Marnier and new winemaker Jacques Begarie blended in 4 percent Petit Verdot for the first time, adding aroma and color. Rich and velvety, the 2005 Clos Apalta should reward cellaring. The wine's price has remained relatively modest through the years. Tasting Note: Gorgeous aromas of warm ganache and mocha lead to a rich, velvety palate loaded with currant, fig paste, black licorice, cassis bush and bramble notes. The long, juicy finish has great grip and density, with echoes of graphite, dark fruit and mineral. Should greatly reward cellaring. Carmenère, Cabernet Sauvignon, Merlot and Petit Verdot. Best from 2009 through 2019. 5,987 cases made. 59,- EUR (ein guter Preis): Pro-Idee

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Wine Spectator Top 100: die spannendste Empfehlung!

2007 Brancaia "Tre" (Rotwein, Italien) Der amerikanische Wine Spectator führt jedes Jahr eine mit Spannung erwartete Auszeichnung der 100 besten Weine des Jahres durch. Schon letztes Jahr berichtete der Weinlakai. Heuer sind einige Weine der Hitliste rasch für eine Weinlakai-Empfehlung ausgeschieden – entweder gibt es sie in Deutschland schon lange nicht mehr (wie z.B. den Siegerwein Columbia Crest Cabernet Sauvignon Reserve aus 2005) oder der Preis passt nicht zum Produkt. Glücklicherweise musste ich die Liste nicht weit nach unten gehen, denn bereits der zehnplatzierte Wein erfüllt alle Weinlakai-Kriterien mit Bravour. Der toskanische "Tre" von Brancaia erhielt bereits vor einem Monat sensationelle 93 Punkte und ist zudem in Deutschland noch ausreichend verfügbar. Ich hatte den Wein bereits im Glas: er bietet anspruchvolles Trinkvergnügen für einen fast unglaublichen Preis. Der Wein ist nicht nur lecker, sondern bietet auch die Struktur und Komplexität eines deutlich teureren Weins. Apropos: Der von mir recherchierte Preis ist in ganz Deutschland unantastbar. Das Weingut Brancaia vinifiziert den "Tre" zu 80% aus DER Toskana -Rebsorte Sangiovese . Aber auch Cabernet Sauvignon und Merlot kommen zusätzlich zum Einsatz. Dies macht den Wein zu einer Art italienischen Interpretation eines Bordeaux. Brancaia liegt im Herzen des toskanischen Weinbaus, im Chianti Classico . Seit 1981 gehört es dem schweizer Ehepaar Brigitte und Bruno Widmer. Mittlerweile wird es von deren Tochter und ihrem Mann geleitet und erthält durch den renommierten Önologen Dr. Carlo Ferrini Unterstützung. Insbesondere der Brancaia Spitzenwein "Il Blu" verschaffte dem ambitionierten Weingut weltweite Anerkennung. Der "Tre" wird seit dem Jahrgang 2000 hergestellt und von Brancaia als Wein positioniert, der frühes Trinkvergnügen verspricht. Meine Verkostung stellte diese Behauptung als Wahrheit unter Beweis und machte gleichzeitig deutlich, dass der Wein durchaus Langstreckenpotential hat. Für den Wine Spectator ist der 2007er der bisher beste "Tre" überhaupt. Der Wein besteht nicht nur aus drei Rebsorten, seine Trauben stammen auch aus drei unterschiedlichen Lagen. Er hat also seinen Namen redlich verdient. Der "Tre" wird jeweils zur Hälfte in neuen und gebrauchten Eichenfässern 12 Monate ausgebaut und reift anschließend noch weitere 2 Monate in der Flasche nach. Da wir viele Weine noch deutlich zu jung trinken, ist die heutige Empfehlung ein absoluter Lichtblick. Auch wenn man den Wein jetzt noch besser dekantieren sollte, bietet er tollen Trinkgenuss – inklusive eines kräftigen Körpers und eine für diesen Preis sensationelle Aroma-Komplexität. Noch etwas in eigener Sache: durch die wunderbaren Animationen von aromicon werden meine Empfehlungen bzw. Verkostungsnotizen ab dem heutigen Artikel auch visuell dargestellt. Aus meiner Sicht eine tolle Möglichkeit das Wesen eines Weines zu zeigen ohne "ein Wort darüber zu verlieren". Ich hoffe, dass meine Leser dadurch ein schöneres Bild der Weinlakai-Empfehlungen gewinnen können. Um eine vollständige Erklärung zu der Animation zu erhalten, genügt ein Klick auf das "i". 2007 Brancaia "Tre" (Rotwein, Italien) Auge: Strahlendes Mittelrot. Nase: wunderschöne Fruchtintensität von zerkleinerten Himbeeren, Brombeeren sowie Noten von Kaffee und frischen Blumen. Mund: voller Körper mit seidigen Tanninen und einem langen, weichstrukturierten Abgang, der jede Menge Frucht bereit hält. Sonsti ges: Ab 2010 am besten zu trinken. Besteht aus 80% Sangiovese sowie Cabernet Sauvignon und Merlot. 93 Punkte (Quelle: Wine Spectator, James Suckling, November 2009) Meine Einkaufsempfehlung: lakaaf.de 10,80 EUR /Fl. (6,00 EUR Versandkosten, ab 150,- EUR frei) AUSVERKAUFT! ODER: Wein Bastion 10,85 EUR /Fl. (4,90 EUR bis 6,35 EUR Versandkosten, ab 200,- EUR frei) AUSVERKAUFT! Stand: 15.12.2009. Nur solange der Vorrat reicht. Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.

Der Weinlakai
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Der "Weinpapst" im Interview: Robert M. Parker, Jr.

Nicht ganz einfach war es, die Möglichkeit zu erhalten, dem wohl einflussreichsten Weinkritiker der Welt ein paar Antworten abzuringen. Nach langem E-Mail-Kontakt und mehrfachem Nachfragen, war es dann so weit: Im Folgenden möchte ich den Weinlakai-Lesern das Interview mit Robert Parker in ungekürzter Form vorstellen. Auch konnten drei eingereichte Fragen meiner Leser beantwortet werden. Viel Vergnügen beim Lesen! Man kennt Sie nicht als Fan von deutschen Weinen. Mögen Sie Wein aus Deutschland? Ich liebe ihn. Da ich aber zu meinen Lebzeiten nur eine gewisse Anzahl von Weinen probieren kann, trinke ich vergleichsweise wenig deutschen Wein. Zudem bevorzuge ich Rotweine. Aber ich weiß natürlich, wie fabelhaft deutscher Wein sein kann. Können Sie sich daran erinnern, was Ihnen bei Ihrem ersten Schluck Wein durch den Kopf ging? Ich nehme an, es war der geballte Effekt von Weinen, die ich in den Jahren 1967 und 1968 probierte . Es war meine erste Begegnung mit trockenen Rot- und Weißweinen, und ich war nicht nur von diesem Getränk fasziniert, sondern auch von der Substanz des gesamten Themas. Ich war nie ein Biertrinker, das war mir immer zu füllend. Und Spirituosen haben mich nicht gelockt, da sie mir zu kraftvoll waren. Wein hat dann eine angenehme Nische eingenommen, da er wenig Alkohol hat und auf eine faszinierende Weise mit Essen zu kombinieren ist. War es immer Ihr Ziel, aus Ihrer Arbeit als "Wine Advocate" einen Hauptberuf zu machen? Ich bin ausgebildeter Rechtsanwalt und arbeitete auch noch als solcher als ich 1978 mit dem Wine Advocate begann. Es war aber von Anfang an meine Intention, als Weinkritiker/-journalist Vollzeit arbeiten zu können. Es war lediglich die Frage, wie lange es dauern würde bis dies möglich wäre und ob genügend Resonanz seitens der Leser vorhanden sein würde, um meine Anstrengungen als lohnenswert bezeichnen zu können. Ich war zuversichtlich, dass ich damit erfolgreich sein könnte. Ich weiß nicht, ob ich das aus Naivität glaubte, aber der Erfolg stellte sich recht schnell ein, da ich den 1982er-Jahrgang im Bordeaux korrekt prognostizierte. Also nur vier Jahre nachdem ich mit dem Wine Advocate startete. Sie sind als Liebhaber von Weinen aus dem Châteauneuf-du-Pape bekannt. Sind es die Weine zu denen Sie die größte Verbundenheit haben? Eigentlich liebe ich alle Weine aus dem Rhône-Tal. Diese und die Weine aus dem Bordeaux sind meine Lieblingsrotweine aus Frankreich. Ich mag aber die Schlichtheit und Redlichkeit der Winzer/Vignerons an der südlichen Rhône – insbesondere in der großartigsten der südlichen Appellationen, Châteauneuf-du-Pape. Es ist schwer, diese Weine nicht zu lieben. Aber die Grenache-Traube, die aus Spanien stammt, ist eine enorm unterbewertete Rebsorte, obwohl sie Weltklasse-Weine produziert. Zudem haben die Rhône-Winzer nie so viel Aufmerksamkeit wie andere französische Weinregionen bekommen, obwohl ihre bodenständige Bescheidenheit und Aufrichtigkeit etwas sehr erfrischendes hat. Zu guter Letzt verfügen Châteauneuf-du-Pape und die umliegenden Appellationen Vacqueyras und Gigondas über das älteste Rebmaterial in ganz Frankreich. Die Weine sind sehr ursprünglich und unmanipuliert. Es ist die Essenz von fermentierten Trauben, entweder in neutralem Beton, in alten Holz-Foudres oder in Edelstahl-Tanks. Ich liebe diesen reinen, unmanipulierten und ungeschminkten Wein-Stil. Wie bewerten Sie den Effekt des Klimawandels auf Wein? Wegen der kurzen Lebensspanne eines Menschen ist es schwierig zu sagen, ob wir wirklich einen Klimawandel erleben oder ob dies nur eine zeitweise Laune der Natur ist. Falls der Klimawandel tatsächlich Fakt ist, und ich sehe mich nicht in der Position dies zu beantworten, könnte er sowohl positive als auch negative Effekte haben. In den wärmeren Weinbaugebieten der Welt könnte es zu heiß werden (z.B. in Australien, Anm. von mir) und in den kälteren Gebieten würde das wärmere Wetter die Weinproduktion vereinfachen, da die Trauben schneller reiften. Natürlich könnten die Effekte verheerend sein. Meine Instinkte sagen mir auch, dass eine tiefgreifende Veränderung des globalen Klimas stattfindet, doch hoffe ich, dass diese nicht längerfristig ist. Welchen Rat haben Sie für Menschen, die ihre ersten Schritte in Sachen Wein machen? Jeder, der sich für Wein interessiert, sollte darüber so viel lesen wie möglich und sich zudem Weinrunden zum Verkosten anschließen. Es gibt so viele kostenlose Informationen im Internet und viele augezeichnete Bücher über das Them Wein – sowohl romantische Sichtweisen als auch strikte und ernste Einkaufsführer. Sie sprechen davon, dass Sie Weine immer "vis-à-vis zu gleichgestellten Weinen" bewerten. Was meinen Sie damit? Eine gleichgestellte Gruppe, eine "peer group", sind z.B. Weine aus dem Bordeaux, argentinische Malbec, rote Burgunder aus Frankreich, kalifornische Pinot Noir etc. Ich halte nichts davon, einen Bordeaux mit einem kalifornischen Cabernet Sauvignon oder einem argentinischen Malbec zu vergleichen. Ich denke, Weine sollten in sehr genau festgelegten Parametern beurteilt werden. Es ist unmöglich, eine intelligente Einschätzung zu treffen, wenn Weine verschiedener Rebsorten oder aus unterschiedlichen Regionen miteinander verglichen werden . Worüber muss ein Wein verfügen, um mit 100 Punkten bewertet zu werden? Perfekte Weine müssen über alles verfügen: Fülle, Komplexität, Ausgeglichenheit und das Potential gut zu reifen. Kurz gesagt: Sie müssen ausreichend Tiefe und Reichhaltigkeit haben, um einem Alterungsprozess von 10-20 oder mehr Jahren standhalten zu können. Das Altern von Weinen bewirkt, dass die Frucht des Weins gemindert wird und diese durch komplexe Aromen und weichere Tannine ersetzt wird. Es ist kein Geheimnis, dass alterungsfähige Weine häufig die mit der größten Konzentration sind, aber sie müssen außerdem Balance haben, nichts darf fehl am Platz sein. Wenn die Tannine zu stark sind, der Säuregehalt zu hoch oder zu niedrig ist, die Frucht zu reif oder zu unreif ist, dann liegt keine Balance vor, und die Weine reflektieren dies. Bitte geben Sie uns Ihre Einschätzung zum Jahrgang 2009 im Bordeaux? Ich denke, 2009 im Bordeaux wird als Jahrgang in Erinnerung bleiben, der großartigen Cabernet Sauvignon im Medoc hervorgebracht hat. Ein solches Level an Reichhaltigkeit und Süße von Tanninen in den 2009er Cabernet Sauvignons habe ich während meiner 32+ Jahre noch nie in einem Bordeaux-Jahrgang feststellen können. Hinsichtlich der Preisgestaltung finde ich die von den Châteaux festgelegten Preise einigermaßen fair. Was dann passiert ist die Spekulation und die Vielzahl von Ebenen, die ein Wein durchläuft, bis er schließlich beim Konsumenten landet. Dieser Prozess verursacht immense Gewinnspannen auf jeder dieser Ebenen. Bis die Endkunden dann die Chance haben, den Wein zu kaufen, ist der Preis durch die hohen Margen bereits um 200-400% gegenüber dem Château-Preis gestiegen. Hinzu kommt, dass die weltweiten Spekulationen mit Weinen der 15-20 Top-Châteaux für aufgeblasene und gefährlich hohe Preisniveaus gesorgt haben. Im Großen und Ganzen glaube ich jedoch, dass die Chateaux in der Regel ihre Preise angemessen ansetzen. Ich würde es trotzdem gerne sehen, dass die Preise in nicht so starken Jahrgängen dramatisch gesenkt würden, um Konsumenten einen besseren Gegenwert zu bieten. Doch bin ich mir nicht sicher, ob dies je passieren wird solange der Weltmarkt sie nicht dazu zwingt. Vor Kurzem haben Sie ihr öffentliches und enorm stark frequentiertes Internet-Forum nur noch für zahlende Abonnenten zugänglich gemacht. Bitte erklären Sie Ihre Beweggründe. Wir wussten, dass dieser Schritt bewirken würde, mehr als 50% Prozent der Forumsmitglieder zu verlieren. Es war etwas, das wir schon sehr lange Zeit in Betracht gezogen hatten, da es eine zunehmende Polarisierung und unzivilisiertes Gebaren von Nicht-Abonnenten gab. Wir hatten viele Anfragen von Abonnenten, die sich diesen Schritt wünschten, um keine Leute mehr zu tolerieren, deren einziges Ziel war, böswillige Kritik zu üben, Rufmord zu begehen, zu missinformieren oder einfach nur zu stören. Diese Dinge gaben zwar jede Menge Lesestoff, doch soll das Forum zivilisierte Diskussionen zum Thema Wein bieten. Es soll kein Klatschblatt sein. Mit dem Ergebnis der Entscheidung, das Forum "subscriber-only" zu machen, sind wir sehr zufrieden. Die reduzierte Plattform hat nun deutlich kultiviertere, und obwohl immer noch genauso viel Kritik wie früher vorhanden ist, wird diese sehr viel höflicher und ziviler vermittelt. Wir haben keinerlei Beweggründe, wieder zu der öffentliche Form zurück zu kehren. Was sind die Pläne des Wine Advocate bzw. erobertparker.com für die nahe und ferne Zukunft? Wir sind enorm engagiert mit unseren Inhalten und Verkostungsnotizen, das vergleichsweise beste Angebot für unsere Leser bieten zu können: Insbesondere durch den Umfang, die Gründlichkeit, den Anstand und die Fairness unserer Berichte. Mit den hauptberuflichen Kritikern, die derzeit für den Wine Advocate arbeiten, haben wir das stärkste Team aller Zeiten. Auch wenn wir derzeit z.B. eine iPhone-App entwickeln, geht es beim Advocate nicht um Gimmicks oder Lifestyle, sondern um hochprofessionelle Inhalte.  Ich möchte in Zukunft mehr Video-Inhalte anbieten und wir verfolgen weiterhin eine starke Ausrichtung auf den sehr bedeutsamen, asiatischen Markt. Dort gibt es einen enormen Wissenshunger in Sachen Wein – insbesondere in Ländern wie Südkorea, China, Japan, Taiwan, Singapur und in etwas geringerer Ausprägung in Thailand. Malaysia und Indien werden in den nächsten Jahren dazu kommen. Drei Fragen von meinen Lesern: Können Sie die Dynamik des Reifeprozesses von Trauben beschreiben? Gibt es dafür eine Art Regel? Z.B. Wenn ein gewisser Grad von Tanninen, Säure, Frucht und Alkohol vorhanden ist, verläuft der Reifeprozess in eine gewisse Richtung!? Ich denke der Reifeprozess variiert von Weinberg zu Weinberg und von Rebsorte zu Rebsorte. In Bezug auf Rotweine ist das Ziel volle phenolische Reife zu erreichen. Die Tanninen müssen süß sein, die natürliche Säure darf weder zu hoch noch zu niedrig sein und es muss ein ausreichender Grad von Reife vorliegen, um die Weine nicht chaptalisieren zu müssen (mit Zucker anreichern zu müssem, Anm.d.Red.). Mir ist klar, dass dies in vielen Randgebieten nicht immer möglich ist, aber der ideale Reifeprozess wäre, wenn sich alle Komponenten des Weins in Balance befinden (Säure, Tannine und Extrakt). Bei Weißweinen geht um vollständige, phenolische Reife ohne den unbedingt notwendigen Säuregehalt zu verlieren. Säure ist bei der Weißwein-Produktion deutlich wichtiger als bei Rotweinen. Bei Letzterem geben Tannine und Struktur dem Wein Präzision und Frische. Nur wenige Weißwein-Sorten besitzen Tannine und so ist die Säure wichtig damit der Wein gesund und wohldefiniert bleibt. Ist es nicht selbst als professioneller Verkoster kaum möglich, Weine ohne Einfluss von persönlichen Stimmungen oder gewissen Situationen zu bewerten? Es mag für Weinkonsumenten schwer zu verstehen sein, aber ich kann aufrichtig sagen, dass ich jeden Wein ohne jeglichen Einfluss von Vorurteil oder Voreingenommenheit verkosten kann. Es ist dabei egal, ob der Wein von einem berühmten Weingut in Bordeaux, Burgund oder Kalifornien stammt, oder ob der Wein seit zwei oder 200 Jahren produziert wird. Ich verkoste einfach den Inhalt des Glases und schreibe darüber. Anders kann es nicht sein. Die Tatsache, dass ich seit 32 Jahren damit enorm erfolgreich bin ist ein Beleg dafür, dass die meisten Leute dies anerkennen. Mir ist bekannt, dass Sie eine Passion für Armbanduhren haben. Welches sind Ihre Lieblingsuhren? Ich habe in der Tat eine Passion für Uhren, sie ist allerdings auch eine Schwäche. Es gibt so viele großartige Uhrenhersteller, dass es schwer fällt, nur einen einzigen herauszuheben. Mit Sicherheit gehört IWC zu meinen Top-Favoriten, gefolgt von Lange und Söhne. Ich könnte aber ohne weiteres noch andere, kunsthandwerkliche Uhrenproduzenten nennen, die traumhafte Uhren herstellen. Z.B. Girard-Perregaux, Roger Dubuis, Audemars Piguet, Patek Philippe und Breguet. Die Simplizität und der Symbolismus von Uhren hat einfach etwas. Wir marschieren alle zu dem Takt der Zeit, und dies macht eine Uhr vielleicht zu einem so ausgezeichneten Symbol für das Leben an sich. Danke für Ihre Zeit, Mr. Parker.

Der Weinlakai
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Neue Parker-Ausgabe mit heißem Chile-Tipp!

2006 Terrunyo Carménère Peumo Block 27 (Rotwein, Chile) Der Weinlakai hat sich durch die Ausgabe des Wine Advocate von Vorgestern gewühlt und etwas Schönes gefunden. Neben dem obligatorischen Bordeaux-Bericht (Parker hält 2008 für deutlich besser als erwartet) sind in der brandneuen Ausgabe aber auch wieder interessante Weine aus weniger prestigeträchtigen Ländern unserer Welt zu finden. So wurden z.B. chilenische Weine beurteilt. Der hier empfohlene Carménère stammt aus diesem Bericht und ist eindeutig der Sieger der Kategorie "Preis/Punkte". Bereits der 2005er erhielt 93 Punkte und der aktuelle Jahrgang setzt noch ein Pünktchen drauf – für etwas über 20,- EUR eine klasse Bewertung. Der Weinlakai kennt den Terrunyo Carménère seit dem Jahrgang 2003 und kann die gute Bewertung nur unterstützen. Das Weinland Chile steigert von Jahrgang zu Jahrgang die Qualität seiner Weine, doch bleiben die Preis weiter moderat. Insbesondere Rotweine aus der Rebsorte Carménère werden immer besser und brauchen mittlerweile den Vergleich mit europäischen Topweinen nicht zu scheuen. Das chilenische Klima ist fast perfekt für den Anbau von Wein: viel Sonne für die Reife der Früchte und einen deutlichen Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperatur, um den Trauben eine schöne Säure zu geben. Lediglich der geringe Niederschlag zwingt die Weinbauern zur künstlichen Bewässerung. Hiervon gibt es durch Schmelzwasser der Anden aber glücklicherweise nicht zu knapp. Die Rebsorte Carménère stammt ursprünglich aus dem Bordeaux und wurde im 19. Jahrhundert noch vor der Reblaus-Epidemie nach Chile exportiert. Mittlerweile hat sie in den bordelaiser Weinbergen überhaupt keinen Stellenwert mehr. In Chile wäre sie auch fast in Vergessenheit geraten, jedoch aus anderem Grund: man hielt die Reben lange Zeit für Merlot! Die Reben selbst, aber auch die Stilistik der Weine sind dem Merlot in der Tat nicht unähnlich und erst 1994 wurde anhand eines DNA-Tests festgestellt, dass ihre 6.000 Hektar Merlot in Wirklichkeit Carménère waren. Noch heute gibt es ungläubige Winzer, die nach wie vor Merlot auf ihre Etiketten drucken. In Norditalien ist vor kurzem etwas Ähnliches passiert: 4.000 Hektar von vermeintlichem Cabernet Franc stellten sich ebenfalls als Carménère heraus. Manche Menschen behaupten Carménère hätte den fruchtigen Charme des Merlot und die Struktur eines Cabernet Sauvignon. Für den Terrunyo aus dem Hause Concha y Toro trifft dies zweifelsfrei zu. Er stammt aus dem zentralchilenischen Gebiet Rapel (31.000 Hektar Rebfläche) und dort von einem Weinberg namens Peumo. Der hier entlang laufende Fluss Cachapoal sorgt für ein milderes Mikroklima, das für einen langsameren Reifeprozess verantwortlich ist. Zu schnell reifenden Trauben sagt man geringere Aromenkomplexität nach. Der Terrunyo Carménère wurde 17 Monate in französischen Eichenfässern (80% neu, 20% ein Jahr alt) ausgebaut und ist ein noch spürbar junger Wein. Deshalb bei sofortigem Genuss unbedingt 4-6 Stunden dekantieren. Der Wein ist ein Verschnitt von typischen Rebsorten des Bordeaux – zumindest wäre Carménère tatsächlich Merlot :-) Die heutige Empfehlung ist für viele Leser sicher eine tolle Möglichkeit Chile, diese spezielle Rebsorte und damit den eigenen Geschmack noch besser kennen zu lernen. Auch von diesem Wein gibt es nicht viele Flaschen. Es gilt mal wieder: wer zuerst klickt kauft zuerst. 2006 Terrunyo Carménère Peumo Block 27 (Rotwein, Chile) Auge: Sattes Purpur . Nase: Gewürze, Mineralien, Lakritz, Pflaume, Schwarzkirsche und Heidelbeere. Mund: rund und vornehm am Gaumen mit reifen Tanninen. Komplexe, würzige Aromen mit exzellenter Dichte und einem langen, fruchtgeladenen Abgang. Sonstiges: Der Wein besteht aus 85% Carménère, 12% Cabernet Sauvignon, 1% Cabernet Franc und 2% Petit Syrah. Am besten trinkbar zwischen 2012 und 2021. 94 Punkte (Quelle: The Wine Advocate, Jay Miller, April 2009) Meine Einkaufsempfehlung: Chile Weinversand (250 Flaschen) 21,49 EUR/Flasche (1 Flasche: 5,80 EUR, 3 Flaschen: 6,30 EUR, 6 Flaschen: 7,30 EUR, 12 Flaschen:9,60 EUR Versandkosten) Hier klicken! Stand: 01.05.2009. Nur solange der Vorrat reicht. Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.

Der Weinlakai
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300 spanische Weine und ein Sieger!

2006 Bodegas Licinia "Licinia" (Rotwein, Spanien) Das derzeit wohl objektivste und prestigereichste Wine Tasting Spaniens ist das "Enoforum". Aus ca. 300 Wein-Neuheiten des Landes werden die 50 besten ausgewählt. Diese werden anschließend in einer Blindprobe verglichen – und zwar von keinen Geringeren als den Winzern der 50 ausgewählten Weinen selbst! Der "Licinia" ist der diesjährige Gewinner des im März ausgetragenen Wettbewerbs. Der Weinlakai konnte ihn bereits probieren und ist begeistert. Für mich selbst bei einem Preis von 30,- EUR in der Kategorie "Günstig" einzusortieren. Nur ein Händler in Deutschland konnte sich 600 Flaschen des Weines sichern. Wer bereits den 05er San Vicente für einen großen Wein hielt, darf sich den "Licinia" unter keinen Umständen entgehen lassen. Für Alle, die es interessiert: hier die komplette Liste der nominierten Weine des Enoforum 2009. Die Bodegas Licinia liegt im DO-Bereich Vinos de Madrid und befindet sich in der Hand von Olga Fernandez. Sie blickt auf 16 Jahre Erfahrung als Wine Maker zurück und arbeitete in dieser Zeit für 10 verschiedene Weingüter. Gemeinsam mit den Önologen Victor und Jose Ramón Lissarrague hat sie nun mit Licinia ihr eigenes Projekt ins Leben gerufen. Ziel des Trios ist eine kleine Produktion von Wein, die das Terroir des DO-Bereichs möglichst authentisch widerspiegelt. Um dieses Ziel mit einer höchstmöglichen Qualität zu erreichen, setzt die Bodega nicht nur auf organische Landwirtschaft. So werden z.B. die Trauben bei der Ernte ausschließlich in kleinen, 8 Kilo fassenden Behältern gesammelt, um keine Beschädigungen des Leseguts zu verursachen. Zudem werden alle Trauben auf Sortiertischen mit jeweils 6 Personen nochmals handverlesen. Außerdem werden die Trauben nach der Lese nur noch in klimatisierter Umgebung transportiert und verarbeitet. Dies nur als kleiner Ausschnitt von unzähligen Maßnahmen zur Sicherstellung einer bestmöglichen Qualität. Neben den Rebsorten Tempranillo, Syrah und Cabernet Sauvignon baut die Bodega auch Merlot an. Dieser sollte beim empfohlenen Wein auch eigentlich zum Einsatz kommen, doch hielt man ihn für nicht gut genug. Kompromisslos wie man bei Licinia ist, wurde auf den Einsatz von Merlot beim Erstlingswerk gänzlich verzichtet. Sicherlich kein Fehler, denn der Wein ist gut wie er ist. Der Licinia ist vielleicht nicht so elegant und fein wie der El Pecado , doch ist auch er ein Wein, der durch eine sehr schöne Balance überzeugt. Zudem ist er ein etwas "männlicherer" Wein. Er wartet im Vergleich zum El Pecado mit dunkleren Fruchtaromen auf und zeigt etwas "derbere" Aromen. Der Wein hat mit Sicherheit noch jede Menge Alterungspotential, doch kann man ihn schon jetzt herrlich trinken. Ich empfehle jedoch eine Dekantierzeit von mindestens 2 Stunden. Zu guter Letzt: die Idee zum Etikett des Weins ist wirklich schön. Der auf der Vorderseite ausgeschnittene Teil findet sich auf der Rückseite wieder (siehe Fotos). 2006 Bodegas Licinia "Licinia" (Rotwein, Spanien) Auge: Tintiges Violett. Nase: Mineralien, Bleistiftmine, Teer, angesengte Erde, schwarze Johannisbeere und Brombeere. Mund: Vielschichtig, reif, würzig und nachhaltig im Abgang . Sonstiges: Der Wein besteht aus 40% Syrah, 30% Tempranillo und 30% Cabernet Sauvignon. Trinkbar bis 2020. (Quelle: Enoforum, März 2009) Meine Einkaufsempfehlung: Weinkellerei Höchst (600 Flaschen) 29,95 EUR/Flasche (4,90 EUR Versandkosten, ab 150,- EUR frei) Hier klicken! Stand: 27.04.2009. Nur solange der Vorrat reicht. Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.

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Bestes vom Kap: das Tor von Klein-Babylon!

2003/2004 Backsberg Estate Klein Babylons Toren (Rotwein, Südafrika) Die heutige Empfehlung hat es dem Weinlakai nicht leicht gemacht. Eigentlich wollte ich den 2003er empfehlen, da dieser unlängst mit 91 Punkten bewertet wurde. Der Jahrgang ist jedoch weitestgehend vergriffen – nur an erster Stelle genannter Händler bietet noch einen kleinen Restbestand– (hier schon mal vorausgeschickt: sofort alles kaufen!). Der 04er ist zwar auch nicht mehr in Riesenmenge verfügbar, jedoch ausreichend genug, um viele Leser glücklich zu machen. Aber wie ist der Qualitätsunterschied? Ist der 2004er ähnlich gut? Immerhin hat er im Rahmen des Decanter World Wine Award 2008 ein "Commended" erhalten. Der Weinlakai hat verglichen... Der vergleichsweise punktegeizige David Schildknecht beschäftigte in der aktuellen Ausgabe des Wine Advocate #178 mit dem Weinland Südafrika. Seine Bewertung des "Klein Babylons Toren" bezog sich auf den 2003er und fiel eindeutig aus: Für ihn ist er mit 91 Punkten der best getestete Wein aus Südafrika überhaupt! Warum er mit dem 03er einen Wein probiert hat, der eigentlich nicht mehr der aktuelle Jahrgang ist, bleibt unklar. Lange schon gibt es den 2004er und der 2005er befindet sich bereits in den Startlöchern. Lirum, larum, der Weinlakai musste also vergleichen, um festzustellen, ob der 2004er auch uneingeschränkt empfehlenswert ist. Vorgestern Abend habe ich beide Weine entkorkt und blind miteinander verglichen. Sehr schnell hatte ich einen Verdacht. Einer der beiden Weine war deutlich zugänglicher, sehr generös und komplex im Aromaspiel und bereits mit einer tollen Balance ausgestattet... das musste der schon reifere 2003er sein. Im anderen Glas ein Wein, der in Sachen Körper und Abgang ähnlich gut gebaut war, jedoch deutlich tanninreicher und im direkten Vergleich eher zurückhaltend in Sachen Aromenvielfalt war... klare Zeichen für einen noch jungen Wein. Auch wenn ich aufgrund der Verfügbarkeit des 2003er hoffte unrecht zu haben: Ich hatte recht mit meiner Vermutung. Natürlich musste ich mir nun die Frage stellen, ob ich den 2004er noch besten Gewissens empfehlen könne. War er wirklich nur zu jung oder eben einfach der schlechtere Wein? Die Frage kann ich natürlich nicht eindeutig beantworten, denn dazu fehlt mir die Expertise. Was ich jedoch sagen kann ist, dass der 2004er heute Abend bereits eine Spur zugänglicher und tiefschichtiger ist. Viel wichtiger: ohne den direkten Vergleich mit dem Vorgänger lässt sich zweifellos feststellen, dass dieser Wein richtig, richtig gut ist und keineswegs zu jung, um ihn heute schon zu genießen. Mal davon abgesehen, dass der Wein mit ein wenig Geduld in 1-2 Jahren ähnlich gefällig sein wird wie der 03er heute. Noch wichtiger die Tatsache, dass der Wein jeden Cent seines Preises wert ist. Südafrika gehört zu den wenigen Ländern, die noch in der Lage sind Weine dieser Qualität für einen solchen Kurs anzubieten. Die Leser, die nun schnell waren und die letzten Flaschen des 03er sichern konnten, können sich über einen Wein freuen, der bereits auf dem Punkt ist. Alle anderen freuen sich über einen Wein, der insbesondere nach längerer Dekantierzeit eine Referenz-Weinlakai-Empfehlung darstellt. Weder in Sachen Nase noch am Gaumen ist der Wein eindeutig als Südafrikaner zu identifizieren. Das Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und einem Schuss Syrah (3%) bietet eben auch eine gänzlich andere Ausgangslage als z.B. ein für Südafrika typischer Pinotage . Überflüssig zu betonen, dass der Wein in akribischer Detailarbeit sowohl angebaut als auch vinifiziert wurde. Er ist der Spitzenwein des Weinguts Backsberg und steht somit für über 80 Jahre Pionierarbeit in Sachen Wein aus Südafrika. Das 110 Hektar große Gut bewirtschaftet Weinberge an den Hängen des Simonsberg-Gebirge – direkt im Herz des südafrikanischen Weinlandes zwischen Paarl und Stellenbosch (rund 40 Minuten entfernt von Kapstadt). Der "Klein Babylons Toren" ist ein Wein, den Sie einfach mal in eine Blindverkostung geben sollten oder im Kreis von Freunden auftischen sollten. Eines kann ich versprechen: Sie und alle Beteiligten werden begeistert sein – ganz gleich ob 2003er oder 2004er! 2003/2004 Backsberg Estate Klein Babylons Toren (Rotwein, Südafrika) Auge: Sattes Rubinrot. Nase: Tabak, Siegelwachs, Pflaume, Brombeere, Humus, Jod und süße, florale Aromen. Mund: Reichhaltig und frisch mit einem fast teigartigen Mundgefühl. Durch den Barrique-Aufenthalt auch Gewürzaromen, Vanille und Schokolade in der komplexen Vielfalt von dunklen Früchten, Tabak und Unterholz. Die 15% Alkohol sind im langen und komplexen Abgang kaum zu vernehmen. Sonstiges: Besteht zu gleichen Teilen aus Cabernet Sauvignon und Merlot sowie 3% Shiraz. 7-10 Jahre lagerfähig. 91 Punkte (Quelle: The Wine Advocate, David Schildknecht, September 2008) Meine Einkaufsempfehlung: Wein aus Südafrika (noch 60 Flaschen 2003er!!!) AUSVERKAUFT! RH Weinwelt 14,00 EUR/Flasche (Mindestabnahme 6 Flaschen, ab 5,00 EUR Versandkosten, ab 150,00 EUR frei) Hier geht's zu dem Wein Gourvino 14,99 EUR/Flasche (Mindestabnahme 6 Flaschen, 5,95 EUR Versandkosten, ab 150,00 EUR frei) Hier geht's zu dem Wein Stand: 21.09.2008. Nur solange der Vorrat reicht. Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.

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