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18. März 2010, 11:39 Uhr

In vielen Hähnchen stecken Durchfallerreger

Kein Ende der Lebensmittelskandale! Über 70 Prozent aller Hähnchen in europäischen Schlachthöfen sind mit dem Durchfallerreger Campylobacter infiziert, warnt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Um eine Erkrankung zu vermeiden, sollten Verbraucher bei der Zubereitung manches beachten.

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Um Infektionen mit Campylobacter und Salmonellen zu vermeiden, sollte das Fleisch gut durchgegart werden© Colourbox

Hähnchenfleisch ist lecker, mager und vielfältig verwendbar - allerdings nur gut durchgegart. Denn die Broiler sind häufig mit Bakterien belastet, die zu Durchfall führen können. Wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin ergeben hat, sind drei von fünf Hähnchen in deutschen Schlachthöfen mit dem Durchfallerreger Campylobacter belastet. Das entspricht 62 Prozent der 432 untersuchten Hähnchen.

Europaweit waren sogar 76 Prozent der Schlachthähnchen belastet, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) berichtet. Die Campylobacter-Infektion gehörte laut Efsa 2009 zu den am meisten von Tieren auf Menschen übertragenen Krankheiten. Auf knapp 18 Prozent der Hähnchen wurden zudem Salmonellen nachgewiesen. Campylobacter und Salmonellen sind die häufigsten Erreger bakterieller Magen-Darm-Erkrankungen des Menschen.

Gut garen und sauber zubereiten

Die BfR-Studie ist Teil einer Untersuchung, die von der Efsa 2008 in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union vorgenommen wurde. Europaweit sind über 70 Prozent aller Hähnchen mit Campylobacter infiziert. Bei ihrer Ankunft in den EU-Schlachthöfen seien 2008 rund 71 Prozent der Tiere mit dem Darmkeim infiziert gewesen, berichtet die Efsa. Nach der Schlachtung wurde bei 76 Prozent der Broiler der Durchfallerreger festgestellt. Dies weise auf eine Infizierung auch innerhalb der Schlachthäuser hin. Hauptsächlich gelangt Campylobacter allerdings mit dem Darminhalt und auf den Federn der Tiere in den Schlachthof. Salmonellen wurden bei 15,7 Prozent der untersuchten Tiere nachgewiesen.

Um bei Geflügelfleisch sicher zu gehen, raten Experten, es gar zu kochen und damit die Erreger abzutöten. Wichtig ist es auch, das Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln aufzubewahren und zuzubereiten, damit Krankheitserreger nicht verschleppt werden. Schneidebretter, auf denen rohes Fleisch bearbeitet wurde, sollen zum Beispiel danach nicht mehr für Gemüse verwendet werden.

AFP/DPA
 
 
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Deutschland Gaumen Vorsicht
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Corazito3333 (18.03.2010, 14:57 Uhr)
die Lebensmittelkontrolleure habens gemerkt.....????
oder doch nicht und nach welcher Zeit?????
Und was passiert jetzt - wer ist schuld, wer verantwortlich und jetzt kann man die Viecherl wieder essen oder aufpassen bei der Zubereitung??????????
Arapaima (18.03.2010, 12:40 Uhr)
Vielen Dank
Liebe stern.de-Redaktion,

Fehler können immer passieren.
Es macht eine gute Redaktion aus, wenn so etwas (fast) sofort korrigiert wird. Das nenne ich Qualität!

Vielen Dank und weiter so, Arapaima
Offenbach (18.03.2010, 12:40 Uhr)
Impfen
Habe mal einen Bericht gelesen das in der DDR die Hühner geimpft wurden um Salmonellen u.ä. auszuschliessen. Wäre doch in diesem Falle eine Lösung, aber wahrscheinlich zu teuer also leidet wieder mal der Verbraucher.
Redaktion (18.03.2010, 12:31 Uhr)
Keine Listeriose durch Campylobacter

Lieber Arapaima,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben das geändert.

Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Redaktion
Arapaima (18.03.2010, 12:12 Uhr)
keine Listeriose durch Campylobacter!
Leider stimmt die Aussage, dass Campylobacter eine Listeriose auslöst nicht.

Campylobacter löst eine entzündliche Durchfallerkrankung (Campylobacter-Enteritis) aus.

Listerien (die aus dem Käse) können auch eine Durchfallerkrankung auslösen, die Gefahr besteht jedoch darin, dass sie auch das Nervensystem (u.a. Hirnhautentzündung) und andere Organe befallen und schwer schädigen können.

Beide Bakterienarten haben miteinander nicht viel gemeinsam. Sie gehören zu vollkommen unterschiedlichen "Gruppen". Sie haben sogar unterschiedlich aufgebaute Zellmembranen, daher sind die einen "gram-positiv", die anderen "gram-negativ".

Bitte in Zukunft nicht einfach die Agenturmeldungen ungeprüft übernehmen. Ein Blick in z.B. in Wikipedia reicht um solche schweren inhaltlichen Fehler zu vermeiden!
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