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Gaumen

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Valencia
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Spektakel für Gaumen und Sinne

Valencia, die Metropole an der Costa del Azahar, verzaubert selbstbewusst mit Altem und Modernem zugleich.

stern-Weinverkostung
stern-Weinverkostung
Wir schmecken deutsch

Prost, Heimat! Studenten der Wein-Uni Geisenheim haben das Beste verkostet, was deutsche Winzergenossenschaften 2010 in Flaschen gefüllt haben. Ergebnis: ein idealer Jahrgang für fröhliche Sommergrüße.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Lakaidoskop #7: Daniel Boulud und Château Haut Brion!

Im Rahmen des diesjährigen Rheingau Gourmet & Wine Festivals gab es den amerikanischen Starkoch mit französischen Wurzeln, Daniel Boulud , gleich mehrfach zu erleben: bei einem Dinner mit Weinen von Haut-Brion , bei einer "Cooking Demo" und bei einem Lunch am darauf folgenden Tag. In diesem Jahr wurde sein New Yorker Restaurant "Daniel" mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet. Da es sich, nach eigener Auskunft, von einem einzelnen Restaurant nicht leben lässt, ist Daniel Boulud durchaus geschäftstüchtig. Neben zahlreichen Kochbüchern und einer eigenen Fernsehsendung betreibt er in New York vier weitere Gastro-Tempel ( Bar Boulud , Café Boulud , DB Bistro Moderne , DBGB ) und ist auch in Las Vegas , Vancouver , Palm Beach , Miami und Schanghai vertreten. Gegen Mitte des Jahres eröffnet sein erstes Restaurant in Europa, genauer gesagt in London . Wer noch nie im Rheingau war, wird sicher bereits von der Location des Festivals begeistert sein. Das Hotel Kronenschlösschen liegt in Hattenheim und nur die Bundesstraße 42 trennt es vom Rheinufer. Die Fahrt zum Kloster Eberbach dauert von hier gut 5 Minuten. Einfach nur schön: das Hotel Kronenschlösschen. Für seinen Auftritt auf dem Festival reiste Daniel Boulud mit einer ganzen Küchen-Crew an und da ihm das Thema Wein sehr am Herzen liegt, musste für das große Dinner natürlich eine standesgemäße Begleitung her. Nicht nur ist Daniel Boulud ein Freund von Robert Parker, er kennt auch viele internationale Winzer und so konnte für den Abend ein ganz besonderes Weingut gewonnen werden: Château Haut-Brion. Wobei das nicht ganz präzise ausgedrückt ist, denn es handelte sich viel mehr um die Domaine Clarence Dillon. Diese ist nämlich Eigentümerin von Haut Brion und La Mission Haut-Brion. So gab es an diesem Abend sowohl Rot- als auch Weißweine dieser beiden Châteaus. Insbesondere Letztere sind wahre Raritäten und für den Weinlakai war es das erste Mal diese im Glas zu haben. Für süße Weißweine war an dem Abend kein geringerer als Wilhelm Weil vom Weingut Robert Weil zuständig. Eine hervorragende Wahl! Weinkenner Jan Paulson führte charmant durch den Abend und Jean-Philippe Delmas war als Chef der Haut-Brion-Weingüter Garant für reichhaltige Informationen zu den Weinen. Noch fasziniert von dem Abend, der vor mir lag, vergaß ich prompt den ersten Gang des Essens fotografisch festzuhalten. Die Beschreibung macht allerdings bereits deutlich, dass es sich hierbei in der Tat um ein Mosaik handelte. Mosaik von Kapaun , Gänseleber und Selleriewurzel, eingelegter Daikon , Feldsalat von der Satur Farm , Birnenconfit : Die Zutaten waren in eine visuell wunderschön präsentierten Aspik-Scheibe gehüllt. Geschmacklich dominierte die Gänseleber. Vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. Den feinen Geschmack von Kapaun konnte man nicht mehr recht aufspüren. Alles in allem aber sowohl optisch als auch geschmacklich auf hohem Niveau. Dazu gab es passenderweise einen Wein mit Restsüße. Wein 1: 1997 Robert Weil Kiedricher Gräfenberg Riesling Spätlese: Zeigt eine wunderbare Balance zwischen Säure und Süße. Wirkt überhaupt nicht aufgringlich und verzaubert duch seine aromatische Frucht. Der Wein passt hervorragend zum Essen. Insbesondere der Geschmack der Gänseleber harmoniert fantastisch. Schottische Langustine unter der Kadaifi -Kruste mit knusprigem Schweinebauch, Löwenzahnsalat, Schwarzwurzel, Sherry-Vinaigrette und Mangold: Durch die Kadaifi-Kruste und dem Schweinebauch recht fett, allerdings geschmacklich trotzdem sehr fein. In Bezug auf die Wein sehr gut gewählt, denn die Weißweine brauchten einen kräftigen Begleiter, der aber trotzdem nicht zu "dunkle" Aromen aufweist. Wein 2: 2006 Château Laville Haut-Brion Blanc: 85% Sémillon , 15% Sauvignon Blanc . Gesamtproduktion nur 500 Kisten pro Jahrgang. In der Nase Präsenz von neuem Holz, aber in Kombination mit einer unglaublichen Frische. Der Sauvignon ist durch Stachelbeer- und Zitronengrasnoten deutlich präsent. Am Gaumen ist der Wein ein wahres Kraftpaket, das nach Essensbegleitung förmlich schreit. Im Abgang etwas bitter und sehr lang. Ohne Essen kaum zu ertragen, aber in Kombination mit den Langustine und dem rustikalen Schweinebauch ist der Wein hervorragend . Wein 3: 2005 Château Haut-Brion Blanc: 35% Sémillon, 65% Sauvignon Blanc. In der Nase dem Laville nicht unähnlich, aber mit weniger Frische. Deutlich dumpfer, würziger und rauchiger an der Nase. Am Gaumen noch länger und mit einer feinen, spitzen Säure. Er ist im direkten Vergleich noch mehr Essenswein. Es wäre hochspannend diese Weine über die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu beobachten. Ein wahrlich großer Weißweingenuss. Wolfsbarsch mit schwarzem Trüffel, Topinambur, crémiger Endiviensalat und Sauce Perigueux : Fisch, wie ich ihn mag. Sehr feine Aromen, die durch die Sauce und den Trüffel untermalt, aber nicht überdeckt werden. Insbesondere durch die Sauce ist dieser Gang eine schöne, wenn nicht perfekte Kombination mit den beiden Rotweinen. Wein 4: 1999 Château La Mission Haut-Brion: In der Nase eine wunderbar klare, frische Kirschfrucht mit Anklängen von Mineralität. Wenig Spuren der klassischen "Spice-Box" Bordeaux-Stilistik. Am Gaumen eine sehr schöne Balance und Komplexität, gepaart mit einer guten, aber nicht sehr überraschenden Länge. Sehr fein, sehr feminin, tolle Eleganz . Wein 5: 1996 Château Haut-Brion: Hier ist die Nase ganz klassisch Bordeaux. Pfeifenrauch, Zedernholz, Gewürze und schwarze Johannisbeeren. Am Gaumen schwarzer Tee, Zigarrenduft, aber insgesamt noch sehr primär bzw. jugendlich. Eine Tiefe Komplexität lässt sich erahnen, aber befindet sich derzeit noch im Verborgenen. Männlicher und länger als der La Mission. Dass der Wein drei Jahre älter ist, lässt sich nicht erkennen ? im Gegenteil. Insgesamt der größere Wein. "Duo vom Rind": Rinderrippe und Steinpilze unter der Markkruste, sautiertes Filet vom Wagyu-Rind an Dauphine-Kartoffeln mit schwarzem Knoblauch: Ein wahres Rotwein-Gericht. Zudem für mich ein Paradebeispiel für "French Cuisine goes United States". Insbesondere die Ribs sind sehr konzentriert und lecker. In der Geschmackskomposition fehlt aber Innovation. Wein 6: 1990 Château La Mission Haut-Brion: Wieder eine typische Bordeaux-Nase, allerdings frischer als der 85er Haut-Brion. Am Gaumen Aromen von Kaffee, Kardamom. Hervorragende Balance in Kombination mit einem nicht endenden Abgang. Im Gesamteindruck noch durchaus jugendlich, aber eben mit dieser schönen Eleganz. Für mich der Wein des Abends. Er ist zudem ein feiner und zurückhaltender Essensbegleiter. Seine Aromatik unterstützt das Essen und wirkt dabei nicht domina nt. Wein 7: 1985 Château Haut-Brion: Am Gaumen wieder typisch Bordeaux, aber auch etwas marmeladig und dumpf. Am Gaumen wunderbar komplex, etwas medizinisch mit fester Säure und sehr guter Länge. Für einen Wein dieses Alters auch noch recht jugendlich, aber (noch?) nicht mit der Balance des La Mission ausgestattet. Besäße ich den Wein, würde ich ihn erst wieder in 5 Jahren probieren. Wilhelm Weil war persönlich anwesend, um ausführliche Informationen zu seinen mitgebrachten Weinen zu geben. Kokosnuss-Zitronengras-Suppe, Gélee von Mango und Thai-Basilikum, pochierte Ananas und Kokosnuss-Rum-Sorbet: Für mich ein perfektes Dessert. Die kalte Kokosmilch in Kombination mit dem Zitronengras ist mit einer so tollen Frische ausgestattet, dass man sich ein leichteres Dessert gar nicht vorstellen möchte. Öffnet nochmals den Magen und regt den Appetit an. Himmlisch. Ganache von Schokolade und Erdnussbutter, Feuilletine-Nougat und Karamell-Eiscréme: "Welcome to the US" und wahrscheinlich das genaue Gegenteil des ersten Desserts. Trotzdem nicht weniger köstlich. Erdnussbutter muss man mögen und glücklicherweise tue ich dies sehr. Das Eis bringt in Kombination mit der Erdnuss-/Schokoladenwucht eine schöne Erfrischung. Gehört eigentlich verboten, ist aber zu lecker. Wein 8: 2001 Robert Weil Kiedricher Gräfenberg Riesling Beerenauslese Goldkapsel: Wurde zum ersten Dessert serviert. Schon recht dunkles Gold. Recht dumpf wirkende Riesling-Nase mit einem Eindruck von schwarzem Tee. Anklänge von Botrytis (!?), leichtes Aroma von Altöl/Petrol. Am Gaumen sehr viskos mit einer Spur zu wenig Säure, um eine gute Balance zu gewährleisten. Sehr gut, aber nicht überragend. Tags darauf gab es dann eine "Cooking Demo". Im Rahmen dieser Demonstration zeigte Daniel Boulud die Zubereitung der beim Lunch folgenden Taubenbrust mit Vadouvan-Gewürzen. Wirklich lehrreich war diese Demo nicht, da Daniel Boulud immer wieder thematisch abschweifte und aus seinem Leben als Koch plauderte. Gut so, denn das war wahrscheinlich auch interessanter als die Zubereitung der armen Taube. Der "Chef" in seinem Element. Der folgende Lunch wurde gemeinsam mit Patrick Kimpel aus dem Kronenschlösschen präsentiert. Das Essen hat mir insgesamt mindestens genau so gut gefallen, wie das des Vorabends. Allerdings möchte ich in meinem Bericht die Weinauswahl für den Lunch getrost unter den Tisch fallen lassen. Sie war qualitativ nicht spektakulär und passte größtenteils nicht zu den Essensgängen. Einen trockenen Riesling zu herrlich in Rotwein (!) geschmorten Short Ribs zu servieren macht auch mit viel Fantasie keinen Sinn. Es wurde seitens des Veranstalters wohl eher den zwei vertretenen Weingütern die Chance gegeben ihre Weine einem interessanten Publikum zu präsentieren. Schade, denn ein gelungenes Wine-/Food-Pairing hätte das Essen noch aufgewertet. Gebratene Jakobsmuscheln, gehobelter Rosenkohl, knuspriger Reis und schwarze Miso-Sauce: Sehr, sehr lecker. Die hervorragend zubereiteten Jakobsmuscheln lassen, zusammen mit dem Knusperreis, ein herrliches und ungewöhnliches Mundgefühl entstehen. Die Miso-Aromatik liefert den überraschenden Kick zu einem 3-Sterne-würdigen Gang. Gebratene Taubenbrust mit Vadouvan-Gewürzen : Die Taubenbrust war perfekt auf den Punkt gegart und hatte eine schöne, kräftig rosa Farbe. Die Curry-artige Sauce hat die notwendige Milde, um den feinen Taubengeschmack nicht zu überlagern. Es befand sich außerdem eine Avocado-Creme auf dem Teller, die allerdings etwas wenig aromatisch daherkam. U.S.-Short Ribs mit Topinamburpurée und Rotwein-Schalottenconfit: Oh ja, Short Ribs sind mein "Must Have", wenn ich in den Staaten bin. So etwas bekommt man hier einfach nicht. Überragender Fleischgeschmack des U.S.-Beefs. Butterweich geschmort. Für Fleischliebhaber ein absolutes Gedicht. Wie sehr ich mir hierzu ein gutes Glas Rotwein wünschte... Litchi-Cranberry-Vacherin mit kandierten Rosenblättern und Créme Chantilly : Was uns hier laut Menu-Karte als Preiselbeeren verkauft wurde, waren natürlich Cranberries. Ein klassischer Übersetzungsfehler. Ansonsten: Ich denke, das Foto spricht Bände. Sehr kreatives, aufwendiges und poppiges Dessert. Für alle Barbie-Fans gemacht. Aromatisch nicht sonderlich intensiv, aber mit leckerer Litchi-Aromatik. Zudem wurde es eine Spur zu gefroren (hart) serviert. Daniel Boulud hat an diesen zwei Tagen bewiesen, dass er das Verschmelzen von französischer und amerikansicher Küche in Perfektion beherrscht. Mit anderen Worten: er schafft es französische Küche in einer Version zu kreieren, die einem großen Publikum zusagt. Un dies ist in keinster Weise negativ zu verstehen. Daniel Boulud, Der Weinlakai Ich kann nicht eindringlich genug betonen, welche hohe Klasse von Veranstaltung mit dem Rheingau Gourmet & Wein Festival in Deutschland existiert. Eine ähnlich reichhaltige und niveauvolle Versammlung von Spitzenköchen und -weingütern gibt es meines Wissens nach nicht noch einmal auf der Welt. Ich kann nur jedem raten, die Ankündigung des Festivals für 2011 zu verfolgen, um sich Plätze für besonders heiß umgekämpfte Veranstaltungen zu ergattern.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Siegreiche Weihnacht!

2009 Teso la Monja "Victorino" (Rotwein, Spanien) Mit dem heutigen Wein möchte ich meinen Lesern etwas ganz Besonderes unter den Tannenbaum legen. Der "Victorino" ist ein Wein, den man sich zu dieser besonderen Zeit im Jahr gönnen sollte. Der Preis liegt zwar klar über Weinlakai-Schnitt, doch sind knapp 30,- EUR in Anbetracht der Qualität dieses wunderbaren Roten mehr als angebracht. Der spanische Weinführer Guia Peñín gibt ihm in seinem 2012er Führer 96 Punkte und stuft ihn damit besser ein als viele der prestigeträchtigsten Weine Spaniens. Nicht nur dieser Fakt macht den Wein zum "Edel-Schnäppchen", auch die Tatsache, dass der Wein bei dem empfohlenen Händler preislich weltweit (!) unschlagbar ist. Und zu guter Letzt hat der Victorino auch eine tolle Geschichte: Er stammt von der Winzerfamilie, die das Weingut Numanthia Termes zu Weltruhm führten und sich dann einen cleveren Plan überlegten... +++ Hier den Weinlakai-Newsflash abonnieren +++ Die aus dem Rioja stammende Familie Eguren sorgte im Toro-Gebiet mit den Weinen ihres Weingutes Numanthia Termes für sensationelle Bewertungen der internationalen Weinpresse. Auf dem Höhepunkt des Erfolges verkauften sie das Weingut zu einem durchaus stolzen Preis an den LVMH-Konzern . Dieses Luxuskonsortium ist u.a. Eigentümer von Weingütern wie Dom Perignon und Chateau d'Yquem. Mit dem Erlös taten sie dann etwas, das für eine passionierte Winzerfamilie nur logisch erscheint: Sie gründeten ein neues Weingut. Dank der üppigen Finanzspritze statteten sie die neue Wirkungsstätte im Toro, Teso La Monja, mit der feinsten und modernsten Kellertechnik aus. Zudem konnten sie sich Weinberge sichern, die noch wurzelechte ? also nie von der Reblaus befallene ? Reben mit einem Durchschnittsalter von über 50 Jahren beheimaten. Klingt traumhaft? Ist es auch. Bereits der erste Jahrgang (2007) von Teso La Monja war der Beweis dafür, dass das neue Projekt in exakt die richtige Richtung geht. Aber wie häufig bei Neugründung eines Weingutes, nahm die Qualität in den ersten Jahren noch ein wenig zu, so ist der Victorino aus dem Jahre 2009 meine Meinung nach der bisher beste . Auf den ersten Blick bietet Teso La Monja ein ähnliches Angebot wie Numanthia Termes: Einen Einstiegswein, der bei Teso La Monja "Almirez" heißt und bei Numanthia "Termes", einen Topwein namens "Victorino" bzw. "Numanthia" und einen Highend-Wein namens "Alabaster" respektive "Termanthia". Alle Weine zu 100% aus Tinta de Toro , einem Urtyp von Tempranillo , produziert. Doch der Unterschied in der Weinstilistik könnte kaum krasser sein. Der besonders populäre "Numanthia" ist in Jugendjahren in der Regel ein tanninschwangeres Urviech mit massigem Körper und dunkler Aromatik. Der Victorino kommt dagegen geradezu leichtfüßig daher. Und bitte nicht falsch verstehen, denn der Victorino ist ebenfalls ein "Pfundswein", nur eben eleganter und irgendwie präziser. Ein "Numanthia" tritt auf wie ein Elefant im Porzellanladen, reißt alle Sinne an sich und rüttelt und schüttelt den Gaumen. Der "Victorino" hingegen verführt mit überraschendem Charme, herrlicher Frucht und einem so eleganten Gaumenauftritt, dass der nicht enden wollende Abgang geradezu erschreckend wirkt. In der Nase möchte man sich verlieren, das Glas am liebsten gar nicht mehr abstellen ? es sei denn es gibt einen Nachschlag. Auch wenn die heutige Empfehlung durchaus "Jungwein-Eigenschaften" besitzt, ist es toll einen Wein dieser Güte jetzt schon so sehr genießen zu können und sich nicht mit einem Trinkfenster "2030+" konfrontiert sieht. Und das heißt keineswegs, dass der "Victorino" schlecht reifen wird, im Gegenteil: Den "Victorino"  kann man weiter liegen lassen, einen jungen "Numanthia"  muss man aus meiner Sicht reifen lassen ? es sei denn man steht auf diese Art grobschlächtige Weine. Seine Eleganz und Harmonie sorgte wahrscheinlich auch dafür, dass der Wein im aktuellen Guia Peñín nicht nur den "Numanthia" abhing, sondern sich auch gegen den "Termanthia" (150,- EUR) und sogar gegen seinen großen Bruder "Alabaster" (135,- EUR) durchsetzen konnte. Das DO Toro wird zum einem durch den Fluss Duero (in Portugal "Duoro") mikroklimatisch beeinflusst, zum anderen beeinflusst auch der Atlantik das Klima der Gegend. Wie in so vielen, hochpotenten Weingegenden lässt auch im Toro-Gebiet der rasche Wechsel zwischen heißen Tagestemperaturen und frostigen Nächten (bis zu 30?C Unterschied) die Reben alle Kräfte mobilisieren. Glücklicherweise wird dieser Stress durch die großen, wärmeabstrahlenden Kieselsteinen bei Teso la Monja nur sehr langsam an die Pflanzen weitergegeben und so werden Schäden an dem Rebmaterial praktisch ausgeschlossen. Die Ernte für den 2009er "Victorino" erfolgte ausschließlich per Hand und dank strenger Selektion wurden nur maximal 1,5 Tonne Trauben pro Hektar für die Weinherstellung geerntet. Die Vinifizierung erfolgte traditionell: Die Beeren wurden zu 100% entrappt und während der Fermentation dreimal täglich fußgepresst. Anschließend kam der Wein 18 Monate in neue, französische Eichenfässer. Eine Tatsache, die man dem Wein in keiner Weise anmerkt, denn er ist praktisch frei von typischen Holzaromen. Aber genug der Informationen. Ich wünsche jedem Leser, das diesjährige Weihnachtsfest mit diesem Wein begehen zu können. Bei Bestellungen bis zum 20.12. garantiert der empfohlene Händler eine Lieferung bis zum Fest, so besteht also noch durchaus etwas Bedenkzeit. Aus meiner Sicht ist diese aber nicht notwendig. Zwei bis drei Fläschchen sollten Sie sich mindestens für einen Eigenversuch ins Haus holen. Ich würde mich sehr wundern, wenn Sie den Wein für zu teuer hielten. Ich wünsche Ihnen ? ob mit oder ohne "Victorino" ? eine geruhsame Weihnachtszeit und schöne Tage mit Ihren Lieben. Einen guten Rutsch wünsche ich Ihnen zunächst noch nicht, denn ich habe da noch etwas "vorbereitet". 2009 Teso la Monja "Victorino" (Rotwein, Spanien) Auge: Leuchtendes Purpur. Nase: Kirschen, Himbeeren, Veilchen, Gewürze, nasse Steine und etwas Rhabarber. Gaumen: Frisch und sehr klar am Gaumen. Aromen von dunkeln und roten Früchten sowie florale Anklänge. Im Abgang mittellang mit sehr angenehmen Mineralität. Sonstiges: Besteht aus 100% Tinta de Toro. Bei 16? bis 18? C zu trinken. 96 Punkte (Quelle der Bewertung: Guia Peñín 2012 / Quelle der Verkostungsnotiz: Der Weinlakai) Meine Einkaufsempfehlung: Silkes Weinkeller 29,80 EUR/Fl. (5,40 Versandkosten, ab 120 EUR frei) Hier klicken! Stand: 13.12.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Australian Black Beauty!

2006 Wynns Coonawarra Estate Cabernet Sauvignon (Rotwein, Australien) +++ AUSVERKAUFT +++ Australische Rotweine, insbesondere Shiraz und Cabernet Sauvignon, sind in vielen Fällen perfekte Kandidaten, um Einsteiger in die Materie Wein restlos zu begeistern. Gründe dafür sind die intensive, marmeladige Frucht und der kräftige Eindruck am Gaumen, die viele sonnenverwöhnte Australier aufweisen. 16% Alkohol und mehr sind hierbei keineswegs die Ausnahme. Dieser Stil von Wein ist auf der einen Seite zwar sehr faszinierend, doch wird man ihm auch schnell überdrüssig. Die Frucht wirkt bereits im Laufe des Konsums einer einzigen Flasche anstrengend und hinterlässt häufig einen unangenehmen Eindruck von (Extrakt-)Süße. Mal davon abgesehen, dass der hohe Alkoholgehalt oft schlecht eingebunden ist und mit der Zeit ein Brennen im Hals hinterlässt. Englischsprachige Weintrinker nennen solche Weine "hot". Aber bevor ich mich in diesen Schilderungen verrenne: Heutiger Australier ist ein tolles Beispiel dafür , dass es Down Under auch anders geht. Für den Weinlakai keine grundsätzliche Überraschung, doch hatte ich noch nie einen so guten Australier in diesem Preisbereich im Glas. Abgerundet wird diese Jancis-Robinson-Entdeckung durch eine klasse Sonderaktion, die der empfohlene Händler exklusiv den Weinlakai-Lesern anbietet: ein versandkostenfreies 5+1-Paket! Auch wenn die vielen Sonnenstunden in Australien unsere deutschen Voraussetzungen für Weinbau geradezu düster aussehen lassen, so stellt dieses Klima für Winzer nicht selten ein echtes Problem dar: Wenn die Trauben zu schnell reifen und man den optimalen Lesezeitpunkt verpasst, sind die Trauben zu süß und enthalten nur noch wenig Säure. Resultat sind Weine mit extrem hohem Alkoholgehalt, zu viel Fruchtextrakt und fehlender Frische. Wie gesagt, betört zunächst die intensive Frucht an der Nase, so lässt sich doch einem solchen Wein auf Dauer wenig abgewinnen. Für meine heutige Empfehlung trifft dies deshalb nicht zu, weil der Wein genau diese Negativeigenschaften nicht hat. Vielmehr liefert er alle positiven Seite eines australischen Rotweines: Eine betörende Frucht mit rotbeeriger Konzentration und leichtem Minzduft sowie eine merkliche, aber toll eingebundene Holzaromatik. Am Gaumen und auch im Abgang zeigt der Wein eine schöne Frische und keineswegs einen störenden Eindruck von übermäßigem Alkoholgehalt. Der Cabernet Sauvignon von Wynns wurde letzten Monat von Jancis Robinson als "Wine of the Week" ausgezeichnet. Sie kommentierte, er sei ein "extremely serious wine and yet is priced as though it were almost frivolous". Damit nicht genug: "There is nothing oversized, overripe or 'hot-tasting' about this wine - and nor is it plagued by the excessive mintiness that can sometimes detract from some Australian Cabernets". Jancis Robinson hat den 2006er Cabernet Sauvignon von Wynns innerhalb der letzten zwei Jahre einmal mit 18 und einmal mit 17 von 20 Punkten bewertet. Ein erstaunlich hoher Wert für einen Wein dieser Preisklasse, insbesondere wenn man weiß, dass die Britin sehr vornehm mit der Punktevergabe umgeht. Beleg dafür ist, dass Jancis Robinson in Ihrer Karriere erst 66 Weinen die Höchstpunktzahl von 20 Punkten gegeben hat, bei Robert Parker (persönlich) war dies bereits 206mal der Fall. Das Weingut Wynns liegt in dem Anbaugebiet Coonawarra im Bundesstaat South Australia . Dieses Gebiet ist insbesondere durch seinen extrem eisenhaltigen, rötlich gefärbten Boden bekannt, den man im Weinbau Terra Rossa nennt und eine ganz besondere Stilistik in den Weinen zu Tage befördert. Wynns wurde 1896 als erstes Weingut im Gebiet Coonawarra gegründet und entspricht somit nicht dem Bild, das man gemeinhin von Weingütern aus der "Neuen Welt" vor Augen hat. Der heute empfohlene Cabernet Sauvignon wurde bereits als Jahrgang 1954 in die Flaschen gefüllt und ist seitdem - zumindest in Australien - unter dem Namen "Black Label" wohlbekannt. So ist es bei genauer Betrachtung auch wenig verwunderlich, dass sich Wynns nicht mehr mit den Problemen herumschlägt, die für viele Winzer in Australien aufgrund der klimatischen Verhältnisse herrschen. Der "Black Label" wurde aus den besten Cabernet-Sauvignon-Trauben (20-25% der Gesamtlese) vinifiziert, die Wynns' Coonawarra Estate in 2006 erntete und die 16 Monate im Eichenfass verbrachten. Dabei kam ein buntes Gemisch aus französischer und amerikanischer Eiche in unterschiedlichem Alter zum Einsatz (Französische Eiche: 35% neu, 29% ein Jahr alt und 15% zwei Jahre alt und älter; Amerikanische Eiche: 8% neu, 2% ein Jahr alt und 11% zwei Jahre alt und älter). Die heutige Empfehlung geht nach langer Zeit einmal wieder stilistisch in eine ganz andere Richtung. Es ist ein Wein, der vor allem Einsteiger begeistern wird. Er ist einfach zu "verstehen", denn er betört die Sinne mit sehr intensiven Aromen. Zwar machen dies viele australischen Shiraz und Cabernet Sauvignon, das wirklich Besondere des Wynns liegt aber in der Tatsache, dass er auch Finesse, Frische und Eleganz bereithält: Merkmale, die nicht viele Weine bieten, egal aus welchem Teil der Erde sie stammen. Bitte nicht entgehen lassen: Der von mir recherchierte Händler ist nicht nur der einzige, der den Wein in Deutschland anbietet, sondern auch der kumulierte Flaschenpreis im 5+1-Paket ist in ganz Europa unschlagbar. Unbedingt kaufen. 2006 Wynns Coonawarra Estate Cabernet Sauvignon (Rotwein, Australien) Auge: Sehr dunkles Rot. Nase: Intensive, rote und auch schwarze Beerenaromen, Duft von Oliven, eine feine Minznote und Anklänge von Zedernholz . Gaumen: Sehr köperreich mit dichtem Aroma von schwarzen Johannisbeeren.  Wieder ein wenig Minze und ein mit feinen Tanninen belegter, sehr langer Abgang. Sonstiges: 100% Cabernet Sauvignon. Bis mindestens 2016 zu trinken. Enthält 14% Alkohol. 17-18/20 Punkte (Quelle: Purple Pages, Jancis Robinson, Juli 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Hawesko 6er-Paket: 59,50 EUR inkl. Versand (ca. 9,92 EUR / Fl.) Zum Vergleich: Einzelflasche kostet 11,90 EUR zzgl. 11,90 Versandkosten Ausverkauft! (Achtung: Die Weinlakai-Aktion ist nur unter diesem Link zu finden) Stand: 17.08.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.

Angebot für stern.de-User
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Bestellen Sie alle Cava-Weine im Paket für 49,90 Euro

Cava ist ein spanischer Spitzen-Schaumwein, der immer mit traditioneller Flaschengärung vinifiziert wir. Cornelius und Fabian Lange haben eine Auswahl an Weinen zusammengestellt, die ihren großen Varianten-Reichtum in außergewöhnlicher Qualität zeigt. Und direkt zum Bestellen verführt.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Ein Portugieser, gemacht für die Grillsaison!

2008 Vinha Paz Dão (Rotwein, Portugal) Für die heutige Empfehlung war mal wieder etwas Detektivarbeit gefragt: Nur ein einziger deutscher Händler führt diesen portugiesischen Rotwein aus der Region  Dão ; und zwar als Direktimport. Um zu überprüfen, ob das damit zusammenhängende Preismonopol nicht zum Nachteil meiner Leser ist, hat der Weinlakai natürlich europaweit verglichen. Glücklicherweise hält der Preis dem Vergleich stand. Mehr noch: Er macht den Wein zu einem klasse Schnäppchen. So viel Kraft und "männlichen" Charakter hatte ich seit langer Zeit nicht mehr im Glas. Der Wine Enthusiast vergibt 90 Punkte und ist dabei meiner Meinung nach noch recht konservativ. Nicht nur hat er jede Menge Reifepotential, er avanciert auch durch seinen kräftigen und fruchtigen Stil zum perfekten Begleiter von rustikalen Fleischgerichten vom frisch reaktivierten Grill. Der 2008er Vinha Paz ist ein typisch portugiesisches Cuvée mit einem dominierenden Anteil von Touriga Nacional und Tinta Roriz (Tempranillo). Er verbrachte 8 Monate in neuer Eiche und diesen Holzeinsatz merkt man ihm auch deutlich an ? insbesondere unmittelbar nach dem Öffnen der Flasche. Jedoch gelingt ihm das Spagat zwischen "Eichenmonster" und stimmig eingebrachten Holznoten. Und mit Holznoten meine ich nicht den Geschmack nach Holz, sondern vielmehr die Aromen, die durch Einsatz von neuen Holzfässern erzeugt werden. An erster Stelle Vanille, aber auch Noten von z.B. Karamell, Leder, Tabak, Kaffee und Kakao sind auf den Holzausbau zurück zu führen. In vielen Fällen überlagern diese Aromen den Wein völlig. Resultat sind uniforme Weine, die keinen rebsortenspezifischen oder regiongeprägten Charakter haben. Dies macht zwar manchmal schwache Weine deutlich ansprechender, doch wird nach dem ersten Glas bereits klar, dass der Wein ein langweiliges Kunstprodukt ist. Der Vinha Paz schafft diese Gratwanderung und ist alles andere als ein Kunstprodukt: Nach der Handlese der Trauben von bis zu 30 Jahre alten Reben wurde der Wein äußerst qualitätsorientiert vinifiziert und musste mehrere Monate in der Flasche nachreifen, bevor in den Verkauf gegeben wurde. Der Wein schreit nach langer Dekantierzeit und großen Gläsern. Zum ersteren sei noch gesagt, dass ich ungern eine genaue Zeit vorgebe. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, den Wein direkt nach dem Öffnen zu probieren und ihn anschließend im Dekanter zu "beobachten". Doch auch nach vier bis sechs Stunden verliert der Wein noch nicht seinen jugendlichen, tanninbetonten Charakter. Er fordert dem Gaumen eine gewisse Anstrengung ab, belohnt aber auch mit einem fantastischen Abgang. Beste Voraussetzungen für den perfekten Begleiter eines herzhaften Grillgerichts. Im Selbstversuch passte der Wein hervorragend zu einer sechs Stunden indirekt gegrillten Schweineschulter. Dabei stellen auch kräftige Gewürze oder Räuchergeschmack kein Problem für den Portugiesen dar ? ganz im Gegenteil. Antonio Canto Moniz produziert den Vinha Paz auf seinem Weingut im Norden der DOC-Region Dão. Auf 12 ha entstehen hier jährlich nicht mehr als 3.300 Kisten Wein. Der Ertrag liegt bei nur 25-30 hl pro Hektar. Neben einem Weißwein gibt es vom Weingut auch eine Reserva-Variante der heutigen Empfehlung. Auch diesen Roten konnte ich verkosten und mochte ihn sehr. Doch kostet er auch 10,- EUR mehr als die "normale" Ausführung. Aus meiner Sicht eine zu große Abstufung, denn der Reserva ist durch eine etwas bessere Balance nur minimal besser. Das Rotweingebiet Dão hat seit 1990 DOC-Status und genießt noch nicht sehr lange die Reputation einige der besten Rotweine des Landes zu produzieren. Die Region liegt inmitten hoher Granitberge und ist so von den teils harschen Einflüssen des Atlantiks geschützt. Das Klima ist von langen, warmen Sommern geprägt, die durch reichlichen Regenfall im Winter ergänzt werden. In Kombination mit dem von Sand geprägten Boden werden so beste Voraussetzungen für den Weinbau geschaffen. Heutige Empfehlung ist ganz nach dem Geschmack von Weintrinkern, die es etwas kräftiger mögen; ohne dabei auf eine attraktive Aromatik verzichten zu wollen. Zum Grillen ? oder generell zu kräftigen Fleischgerichten ? wird er aber auch Menschen überzeugen, die eine gewisse Gerbstoffattacke auf dem Gaumen normalerweise ablehnen. Von dem Wein gibt es in Deutschland nicht wirklich viele Flaschen und daher kann ich nur empfehlen schnell zuzugreifen. Der Wein ist sein Geld mehr als wert und die außergewöhnlich gute Eignung als Essenswein macht ihn zu einem besonderen "Saison-Tipp". In Sachen Grillen muss ich noch etwas loswerden: Ich möchte meinen Lesern ein Buch mit Grillrezepten empfehlen, das unbedingt zur jeden kulinarischen Bibliothek gehören sollte. Die "Grillbibel" der Kultmarke Weber enthält sowohl leckere, und teils recht außergewöhnliche Grillrezepte, als auch wunderbare Informationen über das Grillen an sich. Nein, auch hierfür bekomme ich keine Verkaufsprovision, doch kann das Buch hier äußerst bequem und günstig bestellt werden: Weber's Grillbibel bei Amazon.de 2008 Vinha Paz Dão (Rotwein, Portugal) Auge: Dunkles Rot mit violetten Reflexen. Nase: Pflaume, rote und schwarze Johannisbeeren, Vanille- und Eichenholznoten. Gaumen: Geschmack nach schwarzn Pflaumenschalen und Loganbeere . Feste Tanninstruktur mit viel Elegnaz am mittleren Gaumen. Beeindruckend langer Abgang. Sonstiges: Enthält 14% Vol. Alkohol. Bis 2017 zu trinken. Besteht aus  Touriga Nacional (50%), Tinta Roriz (30%), Alfrocheiro (15%) und Jaén du Dão (5%). 90 Punkte (Quelle: Wine Enthusiast, Roger Voss, Dezember 2010) Meine Einkaufsempfehlung: Vinomundo UPDATE: Die 250 vorrätigen Fl. sind ausverkauft, 350 weitere Fl. noch als Vorbestellung (Lieferung voraussichtlich Ende April) 11,90 EUR/Fl. (Versandkosten 5,95 EUR, ab 125,- EUR frei) Zudem: 11+1-Aktion (12 Fl. für 130,90 EUR, versandkostenfrei) Hier klicken! Stand: 06.04.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Lakaidoskop #9: Grosse Gewächse 2009!

von Martin Zwick und Tobias Treppenhauer Am 23. und 24. August präsentierte der VDP in gewohnt professioneller Manier die Grossen Gewächse 2009. Geladene Gäste in Wiesbaden waren eine Riege von nationalen und internationalen Wein-Journalisten. Eine Frage war an diesen Tagen besonders spannend: Würden sich die Vorschuss-Lorbeeren, die der Jahrgang erhalten hatte, als gerechtfertigt erweisen? Schließlich hatte der weitgehend optimale Vegetationsverlauf und ein traumhafter Altweibersommer Hoffnungen auf herausragende Weine genährt. Vorab-Fazit: 2009 ist ein gutes, aber kein überragendes Jahr! Die wirklichen Stars des Jahrgangs kann man fast an einer Hand abzählen und in manchen Fällen sind sogar die 2008er vorzuziehen. Vielen Rieslingen aus 2009 fehlt es an mineralischer Tiefe, Präzision und Säure. Häufig präsentierten sie sich auch zu alkoholreich. Zu viele GGs, insbesondere aus dem Rheingau, waren schlichtweg einfältig bzw. belanglos und dürften streng genommen nicht als Grosses Gewächs auf den Markt kommen. Die Gewinner-Regionen sind für den Weinlakai die Nahe, die Mosel und Rheinhessen. Die herausragenden Vertreter dieser drei Regionen sind von einer strahlenden Frucht, tiefen Mineralität und einer großen inneren Balance geprägt. Was war der Schlüssel zum Erfolg im Jahrgang 2009?  Ein großer Faktor war sicher das Ausreizen der langen Vegetationsperiode. Allgemein gesprochen: Überall dort, wo Ende Oktober bzw. Anfang November noch Trauben hingen, wurden die Weine besonders gut, weil die Kühlschranktemperaturen ab der zweiten Oktoberhälfte die Aromen und Komplexität in den Weinen extrem förderten. In den Regionen, in denen die Trauben früher heranreiften, enstanden gute, teils sehr gute Weine, denen es aber an der letzten Tiefe mangelt. Denn die Rieslingtraube profitiert wie keine andere von einer langen Vegetationsperiode und kalten Herbstnächten; sie gewinnt an aromatischer Konzentration und bildet dieses unverwechselbare Spiel zwischen Finesse, Eleganz und einzigartiger Säurefrische. Eigenschaften, die die großen deutschen Rieslingweine zu weltweit einzigartigen Unikaten machen. In Wiesbaden wurden aber nicht nur Rieslinge präsentiert. Es gibt auch Grosse Gewächse anderer weißer Rebsorten (Weißburgunder, Silvaner und Grauburgunder) und natürlich auch rote Vertreter. Allen voran Spätburgunder, aber auch Lemberger und Frühburgunder. Hier ist der aktuelle Jahrgang nicht 2009, sondern 2008, und einige Weingüter präsentierten auch 2007 als Neuerscheinungen. 2008 war kein einfaches Rotweinjahr, und die präsentierten Weinen machten sehr deutlich, welche Winzer ihr Handwerk wirklich verstehen. Allerdings waren die positiven Überraschungen wieder einmal die "üblichen Verdächtigen", und insbesondere das Gros der Lemberger verdienen nicht annähernd die Titulierung als Grosse Gewächse. Mehr zu den verkosteten Rotweinen nach dem Bericht zu den Riesling-Regionen. Riesling: Nahe: Wie eigentlich jedes Jahr eine sichere Bank.  Primus Inter Pares ist das Weingut Emrich-Schönleber mit einem grandiosen "Halenberg", gefolgt von Schäfer-Fröhlichs "Felseneck",  dem Klassiker "Hermannshöhle" von Dönnhoff und "last but not least" der "Felsenberg" von Dr. Crusius. Mosel: Eine ungemein positive  Überraschung in diesem Jahr war diese Region. Wunderbar frische, finessenreiche und feingliedrige GGs. Schließlich haben diverse Weingüter zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Grosses Gewächs produziert. Besonders empfehlenswert Dr. Loosens "Prälat", Schloss Liesers "Juffer-Sonnenuhr", Reinhold Haarts "Goldtröpfchen", Heymann-Löwensteins "Laubach" und Van Volxems "Pergensknopp". Chapeau! Rheinhessen: Vom guten Durchschnitt bis zum großen Stoff ist alles dabei. Ganz großartig waren Wittmann mit dem "Kirchspiel", auch Kellers "Kirchspiel" und der neue Shooting-Star Hans-Oliver Spanier mit einem beeindruckenden "Pettenthal" von Kühling-Gillot bzw. einem famosen "Frauenberg" von Battenfeld-Spanier. Pfalz: Zum Teil richtig gute Weine, aber selten "groß". Die mineralische Tiefe fehlt einfach.  Man merkt, dass bis Mitte Oktober fast alles geerntet wurde.  Toller Stoff ist allerdings Bürklin-Wolfs  "Kirchenstück". Sehr gut auch der "Kastanienbusch" von Ökonomierat Rebholz und "Idig" von A. Christmann.  Eine positive Überraschung waren zudem der "Sonnenberg" von Friedrich Becker und auch der "Steinbuckel" von Knipser. Rheingau: Insgesamt gesehen leider enttäuschend. Die Region hat wohl schon recht früh mit  Botrytis zu tun gehabt und somit war es kein Leichtes in diesem Jahrgang. Empfehlenswert ist aber Schloss Johannisbergs "Silberlack" und auch der "Gräfenberg" von Robert Weil. Die Weine von Breuer, Kühn und Leitz standen bei der Verkostung leider nicht zur Verfügung. Franken: Ganz nett, mehr aber auch nicht. Atemberaubend gut hingegen war der Silvaner "Julius-Echter-Berg" von Hans Wirsching, und auch sein Riesling aus der selben Lage konnte überzeugen. Rotweine: Frühburgunder: Zwei Weine dieser Spätburgunder-Mutation wurden als Grosses Gewächs vorgestellt, beide von der Ahr (nur hier gibt es die als GG klassifizierte Frühburgunder). Der "Pfarrwingert" von Meyer-Näkel und der "Hardtberg" von Kreuzberg. Beide Weine sind recht holzdominiert an der Nase, bieten am Gaumen aber eine durchaus schöne Frische und Frucht. Der "Hardtberg" hat insgesamt mehr überzeugt, aber beide Weine sind wenig komplex, zeigen keine Größe. Lemberger: Die vorgestellten Weine aus Württemberg haben auf ganzer Linie enttäuscht. Der Einsatz von (neuem) Holz ist in fast allen Weinen derart erschlagend, dass keinerlei Rebsortentypizität erkennbar ist. Der einzige Wein, der nicht vollständig vom Holz lahm gelegt wird, ist der "Lämmler" von Schnaitmann. Aber selbst hier ist der Holzeinsatz grenzwertig. Wenn sich deutscher Rotwein international weiter behaupten möchte, sollte dieses Line-Up auf keinen Fall als Grosse Gewächse klassifiziert sein. Spätburgunder: Die Königsdisziplin des deutschen Rotweins. Wie eingangs schon geschildert, musste 2008 sehr gut gearbeitet werden, um überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen. Gelungen ist das ? wenig überraschend ? besonders in der Pfalz und in Baden. Allen voran haben einmal wieder Friedrich Becker und Bernhard Huber bewiesen, dass sie die Stars des deutschen Spätburgunders sind. Beckers "Kammerberg" und "Sankt Paul" präsentieren sich zwar noch sehr jung, doch sind beide Weine von großer Eleganz und Kraft mit noch gut versteckter Komplexität, die in den nächsten Jahren sicher mehr zum Vorschein kommen wird. Der "Kammerberg" gefällt derzeit etwas besser, da sein Holz besser eingebunden scheint. Von der Pfalz überzeugen zudem die beiden 2007er von Knipser. Sowohl der "Kirschgarten" als auch der "Burgweg" bieten eine beeindruckende Nase mit gut eingebundenem Holz  und einem Gaumen, der bereits schöne Tiefe und guten Druck aufweist. 2007 war allerdings auch der deutlich dankbarere Jahrgang. Bei Huber aus Baden bietet der 2008er "Schlossberg" das beste Gesamtpaket. Tolle Intensität an der Nase, schon deutlich offener als Becker und eine wunderbare Geradlinigkeit am Gaumen, die in einem sehr langen Abgang mündet. In anderen Regionen gibt es aber auch gute Spätburgunder: Der fränkische "Schloßberg" von Fürst ist eine Empfehlung wert und auch von der Ahr hat sowohl die "Gärkammer" von Adeneuer gefallen als auch der "Sonnenberg" von Stodden. Noch ein Wort zu der Veranstaltung selbst: Bei dieser Verkostung in Wiesbaden erhält man die großartige Möglichkeit, an einem Ort fast alle beachtenswerte Weine Deutschlands verkosten zu können. Das alles in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre mit vorbildlicher Organisation. Die Vertreter des VDP waren sehr engagiert bei der Sache, und die Service-Kräfte versorgten jeden Gast in kürzester Zeit mit den richtigen Weinen. Vielen Dank dafür! Mehr zum Thema auch in diesem Thread im Weinlakai-Forum

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Was die chinesische Küche ausmacht

Die chinesische Küche gibt es nicht. Je nach Region unterscheiden sich Zutaten und Gewürze, Vorlieben und Gewohnheiten. Ein Spitzenkoch setzt natürlich andere Akzente als ein Hobbykoch. Kein Grund, sich nicht mal selbst an chinesische Gerichte zu wagen.

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Lakaidoskop #8: Veuve Clicquot Vertikale 1975-1990

Mit der Neuvorstellung der Linie namens Cave Privée möchte Veuve Clicquot allem Anschein nach ihr über die Jahre etwas kommerziell geratenes Image ablegen und begibt sich in das Segment der raren Edeltropfen. Unter Cave Privée werden Champagner auf den Markt gebracht, die dort eigentlich gar nicht richtig existieren. Die Stückzahlen sind homöopathisch und so werden die Weine noch nicht einmal auf der Veuve Clicquot Homepage kommuniziert. Nicht allzu schlimm, denn die Zielgruppe dürfte ebenso klein sein ? die Flaschenpreise liegen zwischen 139,- und 239,- EUR bei einer 0,75l-Flasche. Der Weinlakai hatte im Rahmen eines formidablen Lunchs nun die Möglichkeit diese Tropfen zu probieren und zudem einen Plausch mit dem chef de cave Dominique Demarville zu halten. Viele Menschen kennen Veuve Clicquot als die Champagner-Marke mit dem orangefarbenen Etikett. Deren Standard-Champagner wird in riesiger Stückzahl produziert und ist weltweit ? insbesondere in der Gastronomie ? ein gehobenes Szenegetränk. Und das, obwohl es in diesem Preissegment (ca. 35,- EUR) meiner Meinung nach deutlich bessere Alternativen gibt. Aber Veuve Clicquot kann auch anders: Schon deren "normaler" Jahrgangs-Champagner (2002: 17,5 Punkte von Jancis Robinson) ist in puncto Preis-/Leistungsverhältnis richtig gut und kostet mit rund 45,- EUR kaum mehr als die gehypte Partybrause. Cave Privée ist eine ganz andere Hausnummer: Erst dieses Jahr wurde die Linie etabliert, nämlich passend zum 200. Geburtstag des Vintage-Champagners. Erstmals 1810 wurde ein "jahrgangsreiner" Champagner von der Gründerin Veuve Clicquots, Madame Clicquot, auf den Markt gebracht. Das Konzept hinter Cave Privée ist nicht etwa die Veröffentlichung neuer Jahrgänge, sondern vielmehr die Neuauflage älterer, besonders guter Jahrgänge seit 1975. Es sind Weine, die über die letzten 35 Jahre von insgesamt drei Kellermeistern aufgrund ihrer hohen Qualität "auf die Seite" gelegt wurden. Alle diese Weine bestehen zu über 50% aus dem roten Pinot Noir , ca 35% Chardonnay und ca. 10% Pinot Meunier und werden sowohl weiß- als auch rosé-farben vinifiziert. Ein besonderer Reiz dieser Weine ist, dass sie zumeist in drei verschiedenen Formaten abgefüllt werden. So erhält man einen wunderbaren Vergleich, wie sich die Champagner in den unterschiedlichen Formaten entwickelt haben. Vor mir lag nun ein tolles Tasting mit fünf Champagner der Cave Privée. Der jüngste stammte von 1990 und der älteste aus meinem Geburtsjahr 1975. Das dazu gereichte Essen war wunderbar auf die Weine abgestimmt und hatte insgesamt hohes Niveau. Fein hergerichtet und eine tolle Einstimmung auf das Kommende Tintenfisch-Carpaccio mit Jackobsmuschel, Hummer und Wildgarnele in Hummerfond mit zarter Vanillenote Dazu: 1990 Veuve Cliquot Cave Privée, 075l: Kandierte Früchte, Apfel, Haselnuss, Soja-Sauce, sehr trocken mit fester Säure, aber auch toller Frische. Sehr elegant und feminin im mittellangen Abgang. Toller Essensbegleiter, jedoch nicht sehr lang oder komplex. Noch jung. 90+ Punkte. Leider nicht fotografiert: St. Pierre, gegrillt mit Trüffelschaum und Chicoree-Artischocken-Schalotten Dazu: 1980 Veuve Cliquot Cave Privée, 0,75l und Magnum: Riecht wie ein Mokka-Dessert, darunter liegen Noten von geröstetem Toast. Immer noch eine schöne Säure und keinerlei Anzeichen von Oxidation. Der Chardonnay spielt sich sehr in den Vordergrund und sorgt für eine burgunderhafte Stilistik. Mit dem Fisch wirkt der Wein noch frischer und säurebetonter. Ein wunderbarer Beitrag zum Essen. 92 Punkte. Der Korken des 1978er war noch bestens in Schuss, jedoch durch die Jahre bereits "begradigt" Zwei Taubenbrüste mit Trüffelscheiben, Frühlingsgemüse mit Trüffelsauce und Petersilienwurzelgemüse Dazu: 1978 Veuve Cliquot Cave Privée Rosé, 0,75l: Leichte Oxidationsnote an der Nase und dumpf wirkende Aromatik. Am Gaumen sehr fruchtig und enorm komplex. Sehr würzig, sehr tief und sehr lang. Ergänzt perfekt das leichte Blut-Aroma der Taube. Hat mir am allerbesten gefallen. 94 Punkte. und 1975 Veuve Cliquot Cave Privée Rosé, Magnum: Im Vergleich zum 1978er etwas stärkere Oxidationstöne, aber noch nicht störend. Am Gaumen mehr Säure und aromatisch noch recht zurückhaltend. Schöne Frische und Anklang von Tabaknoten im sehr langen Abgang. Unglaublich, aber dieser Champagner ist noch zu jung. Bleibt nur zu hoffen, dass die Oxidation an der Nase nicht irgendwann die Entwicklung am Gaumen zunichte macht. Aromatisch besonders gut zu dem Trüffelgemüse. 93+ Punkte. Petit Fours Dazu: 1989 Veuve Cliquot Cave Privée Rosé, 075l: Deutlich heller als beide voran gegangenen Weine. Feine Brioche-Noten, aber auch rote Beeren an der Nase. Am Gaumen sehr subtil und vornehm. Feine Frucht, feine Säure, tolle Balance, aber noch sehr wenig Komplexität offenbarend. Blutjung und für mich in diesem Stadium schlichtweg zu langweilig. 91+ Der Weinlakai, Dominique Demarville

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