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24. Januar 2008, 14:41 Uhr

Endlich was Neues

Brasilien, das sind schöne Frauen und schöne Beine. Aber schöne Weine? Bisher nicht. Ab jetzt schon. Brasilien kommt! Zum Beispiel mit der folgenden schweren Fruchtgranate.

Penible Handarbeit und schonungslose Selektion: der Oveja Negra© Kumiack + Namensklau; Glas: Lobmeyer

Brasilien ist ein junges Weinbauland. Feiner Wein entsteht dort nennenswert erst seit den 1980ern, als sich die Weinerzeuger zu einer großen Qualitätsoffensive entschlossen, alte Rebsorten rodeten und neue anpflanzten. Brasiliens Winzer wollten endlich Anschluss finden an ihre argentinischen und chilenischen Nachbarn. Vorher gab es Weinbau nur für den Binnenmarkt, überall wuchsen Hybridreben, wüste Kreuzungen uramerikanischer Labrusca- mit ureuropäischen Vinifera-Rebsorten. ruscareben haben einen ziemlich fiesen Beigeschmack, den berüchtigten "Fuchston". Heute sind diese Stinker namens "Isabella", "Niagara" und "Seibel 2" zum Glück auf dem Rückzug.

Vor allem in Rio Grande do Sul, dem südlichsten Bundesstaat Brasiliens, läuft der Weinbau dank europäischer Reben, guter Klimabedingungen und moderner Weinbergs- und Kellertechnik gut. Dort wachsen 90 Prozent aller Weine Brasiliens.

Unser Wein "Oveja Negra", das schwarze Schaf, fällt wahrlich aus dem Rahmen, aber positiv, denn er schmeckt völlig anders als die müffelnden Füchse von früher. Das Weingut Miolo ist eine der angesehensten Kellereien des Landes. Das Rezept für die außergewöhnliche Qualität lautet: penible Handarbeit und schonungslose Selektion der Trauben, die bei unserem Wein aus dem Anbaugebiet "Fronteira" in der Region Campanha, direkt an der Grenze zu Uruguay, stammen. Diese intelligente Cuvée vereint zwei bemerkenswerte Sorten: die spanische Tempranillo, die im Rioja für Wucht und Eleganz sorgt, sowie die portugiesische Touriga nacional, die beim Portwein eine entscheidende Rolle spielt. Und so duftet unser Oveja Negra, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft: konzentriert nach roten Früchten, einem Hauch Kokos und cremig nach Vanille. Wer mit einem besonders sensiblen Riechkolben gesegnet ist, kann auch Jute und Bündner Fleisch feststellen. Im Mund tritt das schwarze Schaf enorm fruchtig und mit schokoladig-herben Gerbstoffen auf. Weil er so konzentriert ist, schmeckt dieser Rotwein fast schon salzig. Das ist Bossa Nova zum Trinken. Ein echter Brasilianer!

Das Land Fakten Brasilien Erster Wein: 1551, kommerzieller Weinbau seit ca. 1860
Erntemenge: circa 4 Mio. Hektoliter
Bedeutendste Weinbauregion: Rio Grande do Sul (RS)
Häufigste Rebsorten: (Stand 2006): Weiß (40 %): Hibridos blancos, Riesling Italico, Malvasia, Sauvignon, Semillon, Chardonnay, Gewürztraminer. Rot (60 %): Hibridos Tintos, Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Tannat

Der Wein Tempranillo-Touriga "Oveja Negra", Miolo 2006 Stil: Rotwein aus den Sorten Tempranillo und Touriga nacional
Farbe: tiefrot
Duft: Kirschen, schwarze Johannisbeeren, Himbeeren, Lorbeer, Zimt
Geschmack: konzentriert, fruchtig, intensiv, weiche Gerbstoffe
Herkunft: Region Campanha/Rio Grande do Sul
Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad
Glas: Burgundertyp
Trinkzeitpunkt: bis 2010
Essen: zu Rumpsteak, Roastbeef, Rouladen, Paprikagulasch

Fabian und Cornelius Lange
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
MichaelAlexander (24.01.2008, 15:36 Uhr)
Trinktemperatur
Trinktemperatur 8 bis 10 Grad für einen Roten?
 
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