...endlich flattern durch Lüfte. Und ab und an ziehen sogar schon die ersten Grilldüfte übers Land. Wer das Holzfällersteak auf dem Rost satt hat, kann sich hier inspirieren lassen. Und für folgende Gerichte brauchen Sie nicht mal einen Grill.

Der ambitionierte Griller serviert Maishuhnbrust aus der Salzteigkruste und eine Focaccia, ein in der Eisenpfanne gegartes Fladenbrot© Oliver Schwarzwald
Es ist noch nicht lange her, da sind wir noch im Schnee versunken. Doch jetzt er er endlich da, der Frühling und somit die Zeit, in der wir uns wochenends mit dem Grillen beschäftigen. Und das sollten wir auch, zumindest, wenn wir des Sommers noch froh werden wollen. Denn es wird ein besonderer sein. "Damals gab's einen Sturm auf Grillgeräte!", werden wir einst den Enkeln lallen. Denn es ist der Sommer der Fußball-WM, in dem es nicht einen normalen Mann an einen manierlichen Tisch ziehen wird. Egal, ob vor oder nach dem Spiel, ganz gleich ob Triumph oder Fiasko - jegliche Haltung wird dahin sein. Nur mit einem eiskalten Bier in der Hand und um flammende Glut versammelt, wird der Mann die Spannung verarbeiten können. Es kann nur noch um das Wie, um die Form gehen, nicht mehr um das Was.
Gegrillt wird werden, sonst nichts. Aber werden es 08/15-Wurst, Bauchfleisch und Holzfällersteaks sein, die aufs Feuer kommen? Werden es Grillnachmittage nach Art der Schrebergärtner? Oder kommt es zu ganztägigen Glutfestspielen?
Grube statt Grill
Zwischen beiden liegt keinesfalls ein Abgrund - nur eine Grube von 90 x 70 x 30 cm. Die ist für einen Erdofen und schnell ausgehoben, beweisen vier Herren vom Hotel "Nassauer Hof" in Wiesbaden - die Champions deutscher Freiluftküche, ermittelt beim Outdoor Cooking Challenge 2005.
Nach deren Vorbild geht es auch anders: eine Wiese suchen, Kreuzhacke, Spaten, stabile Mistgabel, Beil und Sägen mitnehmen und buddeln. Fürs Feuer rechtzeitig abgelagertes, trockenes Hartholz organisieren. In die Mitte des Erdofenlochs aus Kienspänen und dünnen Ästen eine Pyramide stellen und anzünden. Auf das Basisfeuer einige dicke Holzscheite legen, später mehr und üppiger. Nie über Feuer, nur über Glut garen. Ausreichende Glut hat man frühestens anderthalb, besser zweieinhalb Stunden nach dem Anzünden.
Für die Zubereitung des Lachses (siehe Rezept) ein langes, 2-3 Finger dickes Brett, für die Teller runde Baumscheiben sägen. Lachsbrett an beiden Enden vorbohren. Mit dem Beil und mit dem Messer von Scheiten Splinte schlagen und anspitzen und den Fisch damit festnageln.
Statt auf einem Rost kann man auch auf einer Waschbetonplatte garen, die direkt auf der Glut liegen kann, oder auf einem Backofenrost, den man auf ein paar Steine stellt. Anständige Grillhandschuhe mitnehmen!!!
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 13/2006