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Erstmalig gilt ein Ahr-Wein als weltweit bester Spätburgunder: Werner Näkel heißt sein Erzeuger. Immer mehr Weinfreunde greifen allerdings zum Frühburgunder. Er ist bezahlbar und gut.
Das schmeckt nach Oscar: Regisseur Alexander Payne hat eine Midlife-Crisis-Komödie um zwei liebenswerte Versager vorgelegt, die sich im kalifornischen Weingebiet nicht nur an guten Tropfen laben.
2007 Friedrich Becker Spätburgunder Qualitätswein Auch wenn sich das derzeitige Wetter noch nicht entschieden hat, ob es im Juni den April imitieren soll oder nicht, möchte ich einen Wein empfehlen, der trotz seiner roten Farbe bestens in sommerliche Atmosphäre passt. Die Furcht vor deutschen Rotweinen sollte ich meinen Lesern seit dem Ursprung genommen haben. So setzte ich für die heutige Empfehlung höchste Aufgeschlossenheit voraus, denn ich möchte für einen Spätburgunder bzw. Pinot Noir wie aus dem Bilderbuch begeistern. Das Weingut Friedrich Becker sitzt in der Pfalz und genießt den Ruf einige der besten Spätburgunder Deutschlands zu produzieren. Das Gut stellt zwar auch eine ganze Reihe interessanter Weißweine und anderer Rotweine her, doch werden diese Anstrengungen durch die Kompetenz in Sachen Pinot Noir immer wieder überstrahlt. Vollends wurde der Weinlakai von diesem Weingut überzeugt als er bei einer Raritätenprobe deren 1990er Spätburgunder trank und spontan auf einen Pinot Noir aus der Neuen Welt tippte. Dass dieser Wein aus Deutschland kam und noch dazu bereits knapp 20 Jahre alt war, überraschte mich aufs Positivste. Wie ich nun von Fritz Becker jun. erfuhr, handelte es sich bei dem 90er um den ersten Spätburgunder, der in Deutschland holzausgebaut wurde. Ein sehr lohnender Versuch, der mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Aber auch heute ist das Weingut durchaus innovationstreibend unterwegs: so wird eine Sonder-Selektion vom Spätburgunder in gebrauchten Barriques der prestigeträchtigen Domaine de la Romanée-Conti ausgebaut. Diese Fässer sind von solch hoher Qualität, dass sie im Normalfall erst gar nicht ins Ausland gelangen. Die heutige Empfehlung ist ganz bewusst der "Einsteiger-Spätburgunder" von Friedrich Becker. Er bietet für seinen Preis einen hervorragenden Gegenwert. Insbesondere da dieser Wein ein absolut typischer Vertreter seiner Rebsorte ist. Wer sich diesen ganz speziellen Duft und die feine Aromatik einprägt, wird einen Pinot Noir in Blindproben ohne Weiteres auf alle Ewigkeit rausschmecken. Obwohl es der günstigste Spätburgunder des Weinguts ist, wird er keineswegs in Massenwaren-Manier produziert. Die Trauben werden handverlesen und in Gärbottichen aus Eichenholz vergoren. Anschließend wird der Wein 12 Monate in gebrauchten Eichenfässern gereift. Mit anderen Worten: dieser Wein bietet eine tolle – und vor allem auch kostengünstige – Möglichkeit diese wunderbare Rebsorte näher kennen zu lernen. Man muss dem Wein aber eine Chance geben. Vergleiche mit in der Vergangenheit empfohlenen Kraftpakete oder "Tanninmonster" wären unsinnig. Mir geht es darum eine Lanze für diese unterschätzte Rebsorte zu brechen. Es ist ein leichter und feiner Wein, der häufig missverstanden wird. Der "normale" Weintrinker sucht häufig nach Kraft, vollem Körper und einer saftigen Frucht und beurteilt einen Spätburgunder dann schnell als zu leicht. Interessant ist aber, dass fast alle engagierten Weintrinker irgendwann in ihrer Laufbahn beim Pinot Noir landen und ihn schätzen lernen. Denn seine Attraktivität liegt in seiner Feinheit, seinem tollen Duft, seiner Andersartigkeit. Man unterstellt dieser Rebsorte eine gewisse "Intellektualität". Ja, böse Wein-Snob-Sprache, aber ich denke der Begriff ist treffend. Man sollte sich mit (gutem) Spätburgunder etwas intensiver beschäftigen, darüber nachdenken. Übrigens: auch die helle Farbe von Pinot Noir bedeutet nicht etwa, dass der Wein wässrig ist. Die Rebsorte hat eine vergleichsweise dünne Schale, die entsprechend weniger Farb- aber auch Gerbstoffe (Tannine) enthält. Der Weinlakai hat einen Händler recherchiert, der den empfohlenen Wein zum "Weinguts-Preis" anbietet. Günstiger geht nicht. Ich würde empfehlen, den Wein nicht bei Zimmertemperatur zu trinken. Bei 18˚ Celsius macht er insbesondere bei sommerlichen Temperaturen viel Spaß. Auch der Blick auf das übrige Sortiment von Friedrich Becker lohnt. Neben dem umfangreichen Spätburgunder-Sortiment gibt es noch viele andere interessante Weine der Beckers aus dem pfälzischen Schweigen. 2007 Friedrich Becker Spätburgunder Qualitätswein Auge: Hell leuchtendes Ziegelrot. Nase: Rote Beeren, insbesondere Erdbeeren, Erdtöne, Zedernholz, Cassis und Kirschmarmelade. Mund: fruchtig-frisch, feine Tanninstruktur und ein würziger, mittellanger Abgang. Sonstiges: Ab sofort und über die nächsten 2-3 Jahre zu trinken. Meine Einkaufsempfehlung: Wein Refugium Mannheim 8,00 EUR/Flasche (9,00 EUR Versandkosten / ab 200,- EUR frei) Klicken! ODER im gut sortierten Fachhandel. Stand: 17.06.2009. Nur solange der Vorrat reicht. Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.
2007 Stroblhof Blauburgunder "Pigeno" (Rotwein, Italien) Nur in der Online-Ausgabe der aktuellen Parker-Ausgabe ist dieser Wein aus Südtirol zu finden. Ein Blauburgunder bzw. Spätburgunder bzw. Pinot Noir , der aus dem DOC-Gebiet Alto Adige stammt und durch seine satten 93 Punkten die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Weinlakais gewann. Bei einer solch hohen Bewertung ist der Preis von 14,90 EUR bereits sehr gut, für einen Blauburgunder dieser Qualität noch besser. Im Burgund steigen einem in dieser Preisregion die Tränen in die Augen und auch in Deutschland wird es meist deutlich teurer. Gut, dass der Weinlakai den einen Händler gefunden hat, der den "Pigeno" aus 2007 anbietet. Robert Parkers Spezialist für Italien und überführter Punkte-Geizhals, Antonio Galloni, ist bei der Beschreibung der heutigen Empfehlung wenig zurückhaltend und sagt: "This powerful authoritative Pinot offers terrific length in a round, harmonious style" und führt weiter aus: "I was deeply impressed with the wines I tasted from Stroblhof this year, the Pinot Noirs in particular". Der "Pigeno" ist genau ein solcher Pinot Noir und wird aufgrund seiner fülligen Stilistik auch Menschen überzeugen, die dieser Rebsorte eher kritisch gegenüber stehen. Klar, der Wein ist kein spanisches "Powerhouse", doch ist er nicht so leicht und zurückhaltend wie andere Pinor Noirs dieser Preisklasse. Mich hat der Wein ansatzweise sogar an einen Grenache erinnert. Mit toller Fruchtaromatik und Komplexität in der Nase, sowie einem sehr rotfruchtbetonten Auftritt am Gaumen. Extrem süffig, aber mit einem Tiefgang ausgestattet, der dieser Rebsorte erst den wahren Reiz verleiht. Am zweiten Tag präsentierte sich der "Pigeno" nochmals stark verändert. Nur noch vage als Pinot Noir zu identifizieren, überrascht er mit satter Struktur und vielschichtigen Aromen, die zum Schwelgen einladen. Also merke: entweder nicht direkt die ganze Flasche leeren oder den Wein mindestens 6 Stunden im Dekanter belüften. Der bereits im Jahr 1600 urkundlich erwähnte Stroblhof liegt auf 500 Metern Höhe und besitzt ca. 3,5 Hektar Anbaufläche. Die Gesamtproduktionsmenge des Weinhofs beträgt gerade einmal etwas über 2.200 Kisten. Aufgeteilt auf 4 Weißweine und 3 Rotweine! Diese homöpathische Menge, die selbst für einen einzelnen Wein wenig wäre, macht den "Pigeno" noch zusätzlich interessant. Es erfreut schließlich jeden "Weinjäger" wirklich rare Wein im Keller zu haben. Neben dem teureren Blauburgunder Riserva (2007er: 94 PP) ist der "Pigeno" der wohl bedeutenste Rotwein des Stroblhofs. Er wird ca. 10 Tage offen vergoren und kommt danach 1 Jahr in kleine Eichenfässer. Letztere Tatsache bekommt dem Wein sehr gut. Er wird durch das Holz in seiner Aromatik nicht überdeckt, sondern gewinnt deutlich an Struktur und Komplexität. Insbesondere bei dieser filigranen Rebsorte nicht immer einfach zu erreichen. Nicht umsonst gehören gute Pinot Noirs zu den teuersten und begehrtesten Weinen der Welt (siehe meinen vergangenen Lakaidoskop-Artikel ). Um diesen Kult nachvollziehen zu können muss man in der Regel tief in die Tasche greifen. Der heutige Wein bietet die seltene Möglichkeit, diese faszinierende Rebsorte von einer tollen Seite kennen zu lernen – ohne dabei finanziellen Schiffbruch zu erleiden. Übrigens: Pinot Noir ist immer vergleichsweise hellrot in der Farbe. Dies deutet nicht darauf hin, dass der Wein etwa wässrig oder körperlos ist. Die Rebsorte hat eine sehr dünne Schale, die entsprechend wenig Farbe in den Wein abgibt. 2007 Stroblhof Blauburgunder "Pigeno" (Rotwein, Italien) Auge: Leuchtendes Rot mit hellen Reflexen. Nase: Kraftvolle Aromatik von Weichselkirschen, subtile Noten von Herbstlaub und Gewürzen. Mund: Kraftvoll mit hervorragender Länge, dabei rund und harmonisch. Sonsti ges: Von 2010 und bis 2017 am besten zu trinken. Vorher mindestens 1 Stunde dekantieren. 93 Punkte (Quelle: Wine Advocate, Antonio Galloni, Oktober 2009) Meine Einkaufsempfehlung: Weinrot 14,90 EUR /Fl. (6,00 EUR Versandkosten, ab 120,- EUR frei) AUSVERKAUFT! Stand: 03.12.2009. Nur solange der Vorrat reicht. Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.
Billecart-Salmon Brut Rosé (Champagner) Als seinen Lieblings-Rosé-Nichtjahrgangs-Champagner bezeichnet Robert Parker die heutige Empfehlung und gibt ihm 94 Punkte. Den Weinlakai hatte dieses Statement bereits vor einigen Jahren neugierig gemacht und den pinkfarbenen Blubberspaß sofort probiert. Und – verdammt nochmal – dieser Stoff ist sündhaft lecker. Insbesondere dass für einen Rosé-Champagner typische Aromaprofil von roten Beeren ist beim Billecart-Salmon zum Niederknien. ++++BITTE GEBEN SIE HIER DEM WEINLAKAI IHRE STIMME++++ Na klar: 45,- EUR sind eine Menge Holz. Zum einen ist es aber wirklich der unschlagbar günstigste Preis in Deutschland, zum anderen ist es für einen Champagner auf diesem Qualitätsniveau geradezu günstig. Selbst einen Champagner MIT Jahrgang zu finden, der so gut ist, bedeutet meist, dass man noch eine 1 vor den hier genannten Preis machen muss. Ein Champagner ist ein toller Begleiter an den Weihnachtsfeiertagen und vor allem natürlich in der Silvesternacht. Da darf ein Fläschchen eben auch mal 45,- EUR kosten... es sei denn man schmeißt unglücklicherweise eine Silvester-Party mit 50 durstigen Gästen. Aber auch hier gibt es Hilfe: Wem eine ganze Flasche zu viel ist, kann bei empfohlenem Händler auch kleine, so genannte halbe Flaschen, ordern. Für alle, die darin Knauserei sehen, gibt es zudem den pinken Saft auch als Magnum. Champagner darf sich übrigens nur der Schaumwein nennen, der tatsächlich aus dieser Region stammt. In den USA wurde noch bis vor einiger Zeit alles mögliche als "Champagne" bezeichnet. Auch dies ist mittlerweile nicht mehr erlaubt. Der hier empfohlene Wein ist ein Brut , d.h. er ist trocken. Eine Tatsache, die den Wein in Verbindung mit der schönen Rosé-Fruchtstilistik extrem süffig macht und insbesondere auch Frauen zum erhöhten Konsum "zwingt". Der Brut Rosé von Billecart-Salmon enthält einen kleinen Teil roten Pinot Noir und bekommt so seine Farbe und typische Aromatik. Eigentlich ungewöhnlich, denn "stille" Rosé-Weine erhalten nicht durch Zugabe von Rotwein ihre Farbe. Stattdessen werden Sie eigentlich wie Rotwein vinifiziert, jedoch werden die Schalen bereits nach kurzer Zeit entfernt. Dadurch ist der Wein eben nicht wirklich rot, sondern nur roséfarben. Noch eine Besonderheit macht Champagner in dieser Hinsicht besonders: auch in vielen weißen Champagner stecken rote Trauben! Nämlich wiederum Pinot Noir und zudem Pinot Meunier. Bei den weißen Varianten wird auf den Kontakt mit den Traubenschalen gänzlich verzichtet – das Fruchtfleisch jeder Rebsorte allein gibt immer weißen Saft. Für den Billecart-Salmon Brut Rosé heißt das, es wird Pinot Noir in weißer und roter Variante sowie Pinot Meunier in weißer Form benutzt. Nur bei den so genannten "Blancs de Blancs" Champagnern wird ausschließlich Chardonnay verwendet. Das Champagner-Haus Billecart-Salmon existiert seit 1818 und bietet eine breite Produktpalette an Jahrgangs- und Nichtjahrgangs-Champagnern an. Im Vergleich zu anderen Herstellern wie z.B. Moët Chandon handelt es sich jedoch um einen eher kleinen Anbieter von Champagner. Der Brut Rosé wird auch seitens des Hauses als Favorit bei Frauen kommuniziert. Allen Männern sei aber gesagt, dass diese Tatsache ein klarer Fall von gutem Geschmack ist! Bei heutiger Empfehlung war dem Weinlakai auch wichtig, dass eine Bestellung auch noch bis Heiligabend im Kühlschrank steht. Daher beachten Sie bitte die unten genannten Bestell-Deadlines. Da dies meine letzte Empfehlung in 2008 sein wird, möchte ich mich auf diesem Wege schon einmal für das entgegen gebrachte Vertrauen bedanken. Aufgrund meiner Empfehlungen wurden in den letzten Monaten tausende Flaschen von Wein gekauft und die Artikel seit dem Start des Weinlakais Ende Januar '08 knapp eine halbe Million Mal gelesen. Ich wünsche schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Vielleicht schafft es die heutige Empfehlung ja diese schönen Tage noch etwas aufzuwerten. Billecart-Salmon Brut Rosé (Champagner) Auge: Pink mit feiner Moussage. Nase: süße Kirschen, Erdbeeren und mineralische Anklänge. Mund: Delikat und frisch mit großer Aromatiefe und Nachhaltigkeit. Im Abgang eine wunderbare Beeren-Aromatik. Sonstiges: Besteht aus Chardonnay, Pinot Meunier und weißem sowie einem sehr kleinem Anteil rotem Pinot Noir. 94 Punkte (Quelle: Robert Parker, The Wine Advocate, Dezember 2005) Meine Einkaufsempfehlung: Unger Weine (ca. 300 Flaschen verfügbar) 45,00 EUR (6,00 EUR Versand, ab 300,00 EUR frei) Hier geht's zu dem Wein (bitte folgen Sie dem Hinweis auf der Startseite) Auch erhältlich: 24,50 EUR (Halbe Flasche, 0,375 l) 100,00 EUR (Magnum, 1,5 l) Bei Bestellungen bis zum 22.12. (Mittag) kann noch zum Fest geliefert werden. Bei Bestellungen bis zum 24.12. (Mittag) ist eine Lieferung zu Silvester möglich. Stand: 17.12.2008. Nur solange der Vorrat reicht. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.
2010 Hecht & Bannier Languedoc Rosé (Roséwein, Frankreich) Meine heutige Empfehlung sollte in der Lage sein, den Sommer 2011 heraufzubeschwören. Es ist ein Sommerwein par excellence und noch dazu ein wahrer "Preis-/Punktebrecher". Natürlich ist die vergebene Punktzahl (91) und der dazugehörige Preis (5,90 EUR) erst einmal eine recht vage Aussage, doch weckt sie beim Weinlakai immer eine Art Grundinteresse. Da ich das Weingut Hecht & Bannier durch seine vorzüglichen Rotweine kenne, hatte ich bereits eine positive Vorahnung. Bei der Verkostung des Weines wurde diese dann mit Nachdruck bestätigt. Der pinke Wein aus dem südfranzösischen Languedoc  hat alles was ich von einem guten Rosé erwarte: eine leckere, aber nicht zu aufdringliche Frucht, eine tolle Frische und eine umwerfende Mineralität. Und zu guter Letzt hat er keinerlei Restsüße – eine Eigenschaft, die ich bei einem Rosé als zwingend empfinde. David Schildknecht vom Wine Advocate ist für die 91-Punkte-Bewertung verantwortlich und geriet in seiner Verkostungsnotiz förmlich aus dem Häuschen: "This is about as vividly fresh-fruited, exuberant, vibrant, and capital-"M" mineral as you could ask for in any wine!". Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Roséweine häufig nicht für voll genommen werden, eine geradezu überschwängliche Aussage. Wenn man das Weingut von Gregory Hecht und Francois Bannier allerdings etwas genauer kennt, überrascht diese Aussage wenig. Die beiden Perfektionisten produzieren ihre Weine nicht nur besonders naturnah, sondern legen auch großen Wert auf strenge Selektion und behutsame, sprich langsame Vinifizierung. Resultat ist ein hohes Qualitätsniveau, das in der Gegend kaum Konkurrenz kennt und daraus leider auch eine vergleichsweise geringe Produktionsmenge resultiert, insbesondere in schwachen Jahren. In diesem Zusammenhang ist es sehr bemerkens- und lobenswert, dass die Preise für Wein aus dem Hause Hecht & Bannier über die letzten Jahre so gut wie nicht gestiegen sind – den hohen Kritikerbewertungen und der starken internationalen Nachfrage zum Trotz. Der Wein stammt aus dem größten Weinbaugebiet der Welt: Languedoc-Roussillon . Direkt ans Mittelmeer angrenzend umfasst diese Gegend aktuell 260.000 Hektar Rebfläche. Mittlerweile unterscheidet man allerdings in Bezug auf den Weinbau meist zwischen dem Languedoc und dem Roussillon ; nicht zuletzt, da die Stilistik und Qualität der beiden Regionen recht unterschiedlich sein können. Das Languedoc gilt zu Recht als die französische Weingegend mit den besten Schnäppchen und Geheimtipps. Erst Mitte der 80er-Jahre gab es eine weitreichende "Qualitätsoffensive", der unter anderem ca. 100.000 Hektar Rebfläche zum Opfer fielen, Tendenz steigend. Seitdem kommen aus der Gegend immer bessere Weine und das Image der Massenproduktion kann immer mehr abgelegt werden. Produzenten wie Hecht & Bannier sind bei diesem Imagewandel wichtige Speerspitzen. Sie ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich und positivieren die Außenwirkung einer ganzen Region. Languedoc hat insgesamt 31 Appellationen, die seit diesem Jahr Weine in drei Klassifizierungen produzieren dürfen. "Languedoc AOC" (ehemals Coteaux du Languedoc) bezeichnet die erste Qualitätsstufe, "Grand Vins du Languedoc" die zweite und die höchste Stufe nennt sich "Grand Crus du Languedoc". Um die jeweiligen Qualitätskriterien erfüllen zu können, sind nicht alle Appellationen für alle Klassifikationen zugelassen und es gibt präzise Vorgaben in Sachen Maximalertrag und der Dauer des Ausbaus in Holz. Auch wenn es Roséweine nur als Languedoc AOC geben darf, ist doch interessant zu wissen, dass die Syrah-Trauben für den heutigen Wein aus der für Grand-Cru-Weine zugelassenen Gegend Saint Chinian stammen. Und genau diese Rebsorte gibt auch den Takt der heutigen Empfehlung an: Die Trauben wurden von Anfang an für die Rosé-Herstellung kultiviert und entsprechend früher geerntet, um noch eine gute Säure zu garantieren. Um den fruchtbetonten Charakter der Weine zu erhalten, wurde auf den Kontakt mit Holz gänzlich verzichtet. Ganz im Gegenteil, denn der Rosé wurde ausschließlich in Beton ausgebaut. Ein Material, das durch seine poröse Grundeigenschaft den Wein besonders gut mit Sauerstoff versorgt. Dadurch besitzt der Wein von Anfang an sein volles Aromapotential und ist sofort trinkbar. Noch eine kurze Erklärung zur Rosé-Herstellung an sich: Es gibt zwei Arten der Herstellung, wobei die eine gemeinhin bei stillen Rosés zum Einsatz kommt und die andere bei rosafarbenen Schaumweinen. Der Prozess bei der letztgenannten Art besteht darin, weißen Grundwein mit einem gewissen Anteil an Rotwein zu mischen. Bei Chamapagner ist dies zumeist Chardonnay mit Pinot Noir bzw. Pinot Meunier . Die für stille Rosés üblichere Methode ist, dass der Wein zu 100% aus roten Trauben stammt, diese aber nur kurz mazeriert werden, sprich nur so lange mit den Schalen in Kontakt  gelassen werden bis die gewünschte Farbe und Aromacharakteristik erreicht ist. Natürlich gibt es auch immer Ausnahmen. So bestehen insbesondere minderwertige, stille Rosés auch aus einem Mix aus Weiß- und Rotwein. Und die " Saignée "-Methode bedeutet bei Champagner, dass er aus roten Trauben mit kurzem Schalenkontakt besteht (meistens Pinot Noir). Aber genug der grauen Theorie. Der Wein von Hecht & Bannier ist ein Positivbeispiel für einen Rosé und sollte unbedingt probiert werden, egal wie groß die Vorbehalte sind. Durch die fehlende Süße wirkt der Wein kein bisschen klebrig und die zurückhaltende, sehr feine Frucht unterstreicht diesen Charakter. Needless to say: Der Wein trinkt sich am besten gut gekühlt im Freien bei sommerlichen Temperaturen. Und wenn wir uns jetzt gemeinsam diese Wetterverhältnisse herbeiwünschen, hat sich die heutige Empfehlung gleich doppelt gelohnt. Im Übrigen bietet der empfohlene Händler für diese Weinlakai-Empfehlung eine 11+1-Aktion an. Aus meiner Sicht ein super Deal, denn dadurch wird der Flaschenpreis auf lächerliche 5,41 EUR reduziert (zzgl. Versand). 2010 Hecht & Bannier Languedoc Rosé (Roséwein, Frankreich) Auge: Brillantes Rosa mit hellroten Reflexen. Nase: Frisch mit herber Kirschfrucht und belebendem , kräuterigem Tonfall. Gaumen: Saftige Blutorange und ein Aufgebot von mineralischen Nuancen inklusive einem speichelfördernden Eindruck von Salzigkeit. Sonstiges: Besteht aus 40% Syrah , 40% Cinsault und 20% Grenache . Am besten sofort zu trinken. 91 Punkte (Quelle: Wine Advocate, David Schildknecht, Juni 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Kölner Weinkeller 5,90 EUR/Fl. 11+1-Aktion (Versand: 1-6 Fl. für 5,30 EUR / 7-12 Fl. für 8,20 EUR / jede weitere Fl. 0,50 EUR / ab 160,- EUR frei Haus) Hier klicken! Stand: 28.07.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler.
2009 Weingut Dr. Siemens Pinot Blanc (Weißwein, Deutschland) Die ausländische Weinkritik hat schon lange bemerkt, dass Deutschland die besten Rieslinge der Welt produziert. Dieses Renommee überstrahlt aber allzu gerne die Qualität von anderen, hervorragenden Weinen aus deutschen Landen. So war es für den Weinlakai eine Genugtuung in der Januar-Ausgabe des Parker-Blattes "Wine Advocate" zu lesen, dass auch einige andere Rebsorten mehr als passabel abschnitten. Dem deutschstämmigen David Schildknecht war der heute empfohlene Weißburgunder (Pinot Blanc) satte 90 Punkte wert. Eine erstaunlich gute Bewertung für einen deutschen Nicht-Riesling. Doch es kommt noch besser: Der Weinlakai hat einen Händler recherchiert, der den Wein für sensationelle 6,90 EUR pro Flasche anbietet. Natürlich habe ich den Wein vorab verkostet und muss die Bewertung von 90 Punkten unterstreichen. Er ist frisch, kraftvoll, herrlich aromatisch und nicht zuletzt etwas für Weintrinker, die eine Abwechslung von dem säurebetonten Stil eines Rieslings suchen. Weißburgunder oder Pinot Blanc stammt ursprünglich aus Frankreich und ist genetisch betrachtet eine Kreuzung aus Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Gris (Grauburgunder). Lange Zeit dachte man, Chardonna y und Pinot Blanc seien identische Rebsorten. Erst DNA-Analysen brachten nach Jahrzehnten eine Klärung: Trotz des deutschen Namens "Weißburgunder" ist Pinot Blanc im Burgund nicht das Gegenstück zum roten Pinot Noir (Spätburgunder). Denn hier war nach dem erfolgten DNA-Test klar, dass man schon lange auf den vermeintlichen Zwilling Chardonnay setzte. In der Tat sind diese zwei Rebsorten aber sehr ähnlich und werden in der Regel auch sehr ähnlich vinifiziert. Dabei könnte der Unterschied zu einem säurebetonten Wein, wie z.B. einem Riesling , kaum größer sein. Ein Weißburgunder ist in der Regel recht körperreich, hat ein eher "dumpfes" Aromaspiel (Birnen, Melone etc.) und eine eher zurückhaltende Säure. Letzteres auch häufig deshalb, weil die Weine durch die sogenannte malolaktische Gärung gehen. Ein Prozess, der bei fast allen Rotweinen Anwendung findet und bei dem die eher spitze Apfelsäure in die weichere Milchsäure umgewandelt wird. Ein Vorgang, auf den man z.B. bei einem Riesling tunlichst verzichten sollte, da sich die Rebsorte über ihre frische und spritzige Säure förmlich definiert. Stilistisch sind Weißburgunder also häufig einem Rotwein gar nicht unähnlich. Nicht zuletzt, da bei der Herstellung nicht selten Holz zum Einsatz kommt. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass ein Chardonnay oder ein fassausgebauter Weißburgunder sehr oft das Herz bzw. den Gaumen von konsequenten Rotweintrinkern gewinnen kann. Heutige Empfehlung ist ein vergleichsweise frischer Weißburgunder, da er lediglich in großen Holzbottichen und Edelstahl ausgebaut wurde und nicht etwa in kleinen Eichenfässern. So ist er für mich noch genug Sommer- und Terrassenwein, also nicht zu schwer und körperreich, aber eben doch ein ganz anderer Vertreter als Pinot Grigio, Riesling und Co. Da ich mich selbst eher als Rotweintrinker bezeichne, haben es Weißweine bei mir nicht ganz leicht. Sie müssen mich aromatisch beeindrucken und dürfen nicht zu viel Säure im Abgang hinterlassen. Trotzdem müssen sie eine eindeutige, weiße Identität haben – schließlich unterscheiden sich häufig Anlass, Jahreszeit und Essensbegleitung von dem Genuss eines roten Vertreters. Dr. Siemens führt das südlichste Weingut der Saar (Teil des Anbaugebiets Mosel ) und verfügt über 10 Hektar Rebfläche. Auf sieben Hektar wird Riesling angebaut und erst seit 2008 wird Weißburgunder produziert, der sich auf lediglich einem Hektar den Platz mit Auxerrois teilen muss. Der heutige Wein beweist, dass sich dieser Ausflug in ungewohnte Rebsortengefilde gelohnt hat. Zudem ist der Weißburgunder von Dr. Siemens alles andere als ein Massenprodukt. Nicht nur die hohen Qualitätsansprüche bei der Weinherstellung limitieren die produzierte Stückzahl, auch die kleine Rebfläche schafft eine Art natürliche Begrenzung. So ist der Wein nicht nur gut, sondern auch als durchaus rar zu bezeichnen. Der Pinot Blanc von Dr. Siemens hat meinen persönlichen Test vollends bestanden und die Bewertung von 90 Punkten ist in Anbetracht des günstigen Preises wirklich phänomenal. Hier sollte sich jeder Leser mit dem versandkostenfreien 12er-Paket schon einmal eine Absicherung für gelungene Sommertage ins Haus holen. Und eines ist klar: man sollte schnell zugreifen. Der genannte Händler hat zwar 2.000 Flaschen auf Lager, doch wäre es nicht das erste Mal, wenn sich der Wein aufgrund seines Preis-/Punkteverhältnis bereits nach wenigen Tagen ausverkaufte. 2009 Weingut Dr. Siemens Pinot Blanc (Weißwein, Deutschland) Auge: Leuchtendes Strohgelb. Nase: Apfel, Birne, unreife Haselnüsse, Zitrone und Honigmelone. Gaumen: Frisch und fruchtig mit delikater Extraktsüße. Im Zusammenspiel mit der Mineralität im Abgang wirkt der Wein sehr viels eitig. Leichte Bitternote. Sonstiges: Enthält 12% Vol. Alkohol. Bis 2014 zu trinken. 90 Punkte (Quelle: Wine Advocate, David Schildknecht, Januar 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Weinhaus Scholzen (ca. 2.000 Flaschen auf Lager) 6,90 EUR/Fl. (Versandkosten 6,- EUR) Zudem: 12 Fl. versandkostenfrei (82,80 EUR) AUSVERKAUFT! Stand: 05.05.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.
Was immer ein Koch so erreichen will, Ruhm, Sterne, Schlosshotel, Franz Keller hatte es erreicht. Danach haute er in den Sack, wurde Gastwirt im Rheingau und glücklicher als je zuvor. Auf seine alten Tage hat Keller jetzt aufgeschrieben, was er schon lange mal sagen wollte, das Kochen betreffend. Wolfram Siebeck hält dem Mann eine Laudatio
Wenn's hier kalt und grau ist, macht ein Trip durch Kalifornien doppelt Spaß. Weinliebhaber sollten das Santa Ynez Valley ansteuern.
Die Australier stammen von den Briten ab, essen aber deutlich besser. Warum? Weil sie die Einflüsse der asiatischen und der Mittelmeer- küche glücklich fusioniert haben. Folglich hat es Johann Lafer in Australien bestens gefallen, so gut, dass er zugleich ganz traurig wurde.
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