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Riesling

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Weinkolumne
Weinkolumne
Der Prinz kütt!

Im Rheingau regiert die Tradition. Gut Prinz von Hessen wäre so fast vom Radarschirm der Konsumenten verschwunden. Hätte nicht 2005 der neue Boss, Donatus Prinz von Hessen, den Laden radikal umgekrempelt.

Joschka Fischer
Joschka Fischer
Deutscher Riesling - Fischerman's friends

Joschka Fischer hat sich aus Deutschland verabschiedet. Er ist jetzt in Princeton. Aber kann so einer einfach die Heimat verlassen? Nicht ohne meine Weine, sagte sich Joschka und ging noch mal auf Winzertour.

Nominierung von Doris Schröder-Köpf
Nominierung von Doris Schröder-Köpf
Kandidatin statt Kanzlergattin

Journalistin, Mutter, Kanzlergattin - und nun Kandidatin: Doris Schröder-Köpf startet eine eigene Politik-Karriere. Für die SPD wird die 48-Jährige versuchen, bei der nächsten Landtagswahl den Wahlkreis Hannover-Döhren zu erobern.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Ein Riesling, geliebt von Jancis!

2008 Dönnhoff Riesling QbA trocken (Weißwein, Deutschland) Langsam ist der Sommer in Deutschland angekommen und es musste endlich eine Weißwein-Empfehlung her. Natürlich nicht irgendein weißer Saft, sondern ein deutscher Riesling von dem weltbekanntesten Weingut an der Nahe : Dönnhoff. Heutige Empfehlung ist der trockene Standard-Riesling von Helmut Dönnhoff und bekam unlängst von Jancis Robinson die hervorragende Bewertung von 17 von 20 Punkten. In dieser Preislage ein extrem gutes Ergebnis, denn Jancis Robinson ist der wahrscheinlich punktegeizigste Mensch überhaupt. Stichwort Preis: die britischen Leser von Jancis müssen für den Wein das Doppelte auf den Tresen legen. Jancis Robinson schreibt am 10. Juni 2009 über die heutige Empfehlung "This is the best inexpensive dry Riesling I have tasted for a long time". Das soll etwas heißen, denn Jancis ist eine wahre Riesling-Expertin und -Liebhaberin. Meine Leser, die der DVD-Empfehlung gefolgt sind, wissen von ihr selbst, dass sie Rieslinge für die besten Weißweine überhaupt hält – angeführt von den Exemplaren aus Deutschland. Helmut Dönnhoff gehört zweifelsfrei zu einem der renommiertesten Riesling-Produzenten weltweit. Insbesondere durch seine restsüßen Rieslinge erlangte er im In- und Ausland enormes Ansehen. In den USA leckt man sich insbesondere nach seinen Auslese-Weinen die Finger. Aber auch die trockenen "Grossen Gewächse" gehören zu den besten ihrer Art. Lesern, die sich schon länger mit deutschem Riesling beschäftigen, werde ich mit Dönnhoff keinen neuen Namen am deutschen Weinhimmel präsentieren können, doch gibt es aus meiner Sicht noch zu viele Menschen, die diesen "Referenzpunkt" von der Nahe noch nicht kennen gelernt haben. Diese möchten sich doch bitte mit heutiger Empfehlung motiviert fühlen ihrem Entdeckertrieb freien Lauf zu lassen. Im Grunde kann man alle Weißweine in Dönnhoffs Programm ohne Bedenken kaufen, doch sind Rieslinge eben sein Spezialgebiet. Dass bereits sein "kleiner" trockener Riesling so beeindruckt ist wirklich außergewöhnlich. In Jancis Robinsons aktuellem Tasting-Bericht über Deutschlands Weißweine in 2008 erhalten nur wenige Weine 17 oder mehr Punkte. In dieser Preisregion ist der heute empfohlene Wein der klare Gewinner im Segment der trockenen Rieslinge. Helmut Dönnhoff macht nun bereits seit über 35 Jahren Wein an der Nahe. Trotz seines Erfolges ist er ein zurückhaltender Mensch, der keinen Hang zum Marketing hat. Er lässt die Qualität seiner Weine sprechen. Auch möchte er nicht nur Wein machen von dem er weiß, dass er bei einem großen Publikum gut ankommt. Viel lieber macht er Wein, der "seinen Freunden schmeckt". Diese bodenständige Haltung ist sicher ein großer Teil des Erfolgs der Dönnhoff-Weine. Es ist die 100%ige Konzentration auf das Produkt. Vor 1920 gehörte die Weingegend Nahe noch offiziell zum Rheingau. So ist diese Gegend offiziell noch verhältnismäßig jung, obwohl hier bereits die Römer die ersten Reben pflanzten. Lange Zeit besaß die Nahe keine wahren Zugpferde, um sich gegen die populären deutschen Weingegenden zu behaupten. Mittlerweile repräsentiert natürlich nicht nur Dönnhoff die ausgezeichnete Qualität der Riesling-Weine von der Nahe, doch hat er sich um das internationale Renomée der Gegend besondere Anerkennung verdient. Über Riesling in Deutschland im Allgemeinen und Helmut Dönnhoff im Speziellen könnte man sicher ganze Bände füllen, doch möchte ich mich bei meinen Empfehlungen wie gewohnt kurz fassen. Jedoch kann ich bereits versprechen, dass es in Zukunft einen Lakaidoskop-Artikel über den Besuch eines deutschen Riesling-Weinguts geben wird, der dann etwas ausführlichere Details bereit halten wird. Der hier empfohlene Wein ist zwar einer der Basisweine von Dönnhoff, doch bietet er ein enorm gutes Preis-/Genussverhältnis. Des Weiteren wird man an diesem Wein bestens feststellen können, ob man ein "Riesling-Typ" ist oder doch lieber bei den cremigen Chardonnays bleiben möchte. Aus meiner Sicht sind die Frische und die Frucht eines so guten Rieslings in der jetzigen Jahreszeit genau das Richtige. Also, Wein bestellen, Freunde einladen, Grill anschmeißen und as Leben genießen! /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Table Normal"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:12.0pt; font-family:"Times New Roman"; mso-ascii-font-family:Cambria; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; mso-fareast-theme-font:minor-fareast; mso-hansi-font-family:Cambria; mso-hansi-theme-font:minor-latin;} 2008 Dönnhoff Riesling QbA trocken (Weißwein, Deutschland) Auge: Helles, strahlendes Gold. Nase: Unmengen reiner mineralischer Frucht. Insbesondere Birne, Pfirsich und Limone. Mund: Wunderbare Balance. Schöne reife Früchte, gefolgt von einem trockenen und langen Abgang. Sehr sauber gemacht mit toller Integrität. Sonstiges: Über die nächsten 2-3 Jahre zu trinken. 17 Punkte (Quelle: Purple Pages, Jancis Robinson, Juni 2009) Meine Einkaufsempfehlung: AUSVERKAUFT Stand: 29.09.2009. Nur solange der Vorrat reicht. Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Ausgezeichneter Riesling von der Nahe

2006 Emrich-Schönleber Monzinger Halenberg Riesling Spätlese trocken (Weißwein, Deutschand) Emrich-Schönleber ist ein mittlerweile weltbekanntes Weingut an der Nahe und wurde unlängst vom deutschen Gault-Millau mit der "Höchstnote für die weltbesten Weinerzeuger" ausgezeichnet. Im Jahrgang 2006 stand die Region Nahe für die besten trockenen Rieslinge Deutschlands. Deutschen Weißwein (und auch Rotwein) gibt es zahlreich und das Qualitätsniveau steigt insgesamt stetig. Man kann also nichts falsch machen, wenn man sich im Weingeschäft des Vertrauens ein paar Empfehlungen mit nachhause nimmt. Der hier beschriebene Wein ist da schon etwas Besonderes. Zum einen gibt es ihn nur noch selten zu finden, zum anderen habe ich einen wirklich guten Preis dafür ausfindig machen können. Sicher, 14,- Euro sind immer noch ein stolzer Preis für einen Wein, doch sollte man sich davon ein paar Flaschen sichern, wenn man erfahren möchte von welch hoher Qualität unsere deutschen Rieslinge sein können. Ganz davon zu schweigen, dass man noch deutlich mehr Geld für einen deutschen Weißwein ausgeben kann! Insbesondere wenn er nicht trocken ist, sondern eine normale Spätlese, eine Auslese oder sogar Trockenbeerenauslese ist. 2006 Emrich-Schönleber Monzinger Halenberg Riesling Spätlese trocken (Weißwein, Deutschand) Auge: Blasses Gelb. Nase: Zitrusfrüchte, getrockene Pfirsiche, tropische Früchte, kräuterige Würze. Mund: viel Konzentration, sehr fruchtig, mineralische Noten, enorm nachhaltig Sonstiges: Zu trinken bis 2014. 90 Punkte (Quelle: Gault Millau WeinGuide 2008: 88 Punkte / "Eichelmann deutsche Weine" 2008: 92 Punkte) Im Gault Millau WeinGuide 2008 ist es nachzulesen: an der Nahe machten 2006 inbesondere die trockenen Riesling Furore. Zum einen schnitt hier das Weingut Dönnhoff sehr gut ab und produzierte sogar DEN besten trockenen Riesling in 2006 (laut Gault Millau), zum anderen brachte eben besagtes Weingut Emrich-Schönleber Spitzenweine hervor. Meine Einkaufsempfehlung: Wein Refugium 14,00 EUR/Flasche zzgl. 6,00 EUR Versandkosten. AUSVERKAUFT! Stand: 14.04.2008. Nur solange der Vorrat reicht. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. Rein werbliche Posts werden sofort gelöscht.

stern-Weinverkostung
stern-Weinverkostung
Wir schmecken deutsch

Prost, Heimat! Studenten der Wein-Uni Geisenheim haben das Beste verkostet, was deutsche Winzergenossenschaften 2010 in Flaschen gefüllt haben. Ergebnis: ein idealer Jahrgang für fröhliche Sommergrüße.

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Lakaidoskop Ausgabe #5: Grosse Gewächse 2008!

Mit dem Ziel ein konsumentenfreundliches Regelwerk in Bezug auf die Qualität von deutschen Weinen zu etablieren, verabschiedete der VDP 2002 eine überregionale Einteilung in drei Qualitätsstufen – eine Art Kombination aus den vorhandenen Klassifizierungen im Burgund und Bordeaux. Die unterste Stufe dieser VDP-Klassifikation wird durch die sogenannten "Guts- und Ortsweine" markiert, auf der folgenden Stufe findet man Weine aus "klassifizierten Lagen". Die höchste Stufe der Weinqualität sind die Weine der "Ersten Lagen" . Sie stammen nur aus den besten Parzellen, den Filetstücken der klassifizierten Lagen. "Grosse Gewächse" (im Rheingau "Erste Gewächse") gehören zu den Weinen der "Ersten Lagen", müssen jedoch immer trocken (max. 9g Restzucker pro l) ausgebaut sein. Sie gibt es in regional fest definierten Rebsorten, weiß und rot. Um die angestrebte Qualität der Weine aus diesem besonders guten Rebmaterial auch tatsächlich zu erreichen, müssen die Trauben handverlesen bzw. selektiert werden und es dürfen pro Hektar nur 50hl gewonnen werden. Die Flaschen von Weinen dieser Qualität sind gut zu identifizieren, denn sie tragen am Flaschenhals eine stilisierte 1 mit einer Traube (siehe Abbildung) – eine Anspielung auf die Überkategorie "Erste Lage". Wenn nun ein neuer Jahrgang von Rieslingen in "Grosser Gewächs"-Qualität erscheinen, ist das immer etwas ganz Besonderes für Riesling-Freunde auf der ganzen Welt. Nicht nur sind deutsche Rieslinge die Spitze der Rebsorte, sie gehören auch unbestritten zu den besten Weißweinen der Welt. So freute es den Weinlakai sehr als er von dem Weinkenner, Riesling-Enthusiasten, Blogger-Kollegen und Weinlakai-Forums -Moderator Martin Zwick eine Einladung zu einer privaten Verkostung von 36 (!) Grossen Gewächsen aus dem aktuellen Jahgang 2008 erhielt. Was dort unter dem Motto "Berlin Riesling Cup" in mundgeblasene Gläser von ZALTO gefüllt wurde, befand sich teils noch gar nicht in der finalen Flaschenabfüllung und so stellte es ein großes Privileg dar, die Weine so früh probieren zu können. Zunächst ein Zitat der Winzer Klaus-Peter Keller und Philipp Wittmann aus Rheinhessen über den Vegetationsverlauf in 2008: "Der Austrieb der Reben begann in 2008 deutlich später, als wir das in den letzten Jahren gewohnt waren. Insbesondere der kühle und regnerische April (mit mehr als 80 mm Niederschlag) führte zu einem nahezu zehntägigen Vegetationsrückstand im Vergleich zum Vorjahr, aber sorgte gleichzeitig für wichtige Wasserreserven im Boden. Doch der etwas zögerliche Start war bald vergessen, die Monate Mai und Juni zeigten sich dann schon fast hochsommerlich warm, und die Vegetation entwickelte sich im Zeitraffer. Im August wurde es zunehmend feuchter und kühler, die Reifeentwicklung der Trauben verzögerte sich. Der September blieb kühl, die Traubenreife ging sehr langsam voran, durch die kalten Nächte wurde nur sehr wenig Säure in den Beeren veratmet. Zur optimalen Reife trug entscheidend der regenarme Oktober bei. Mit nur 12mm Niederschlag fielen nur 25% der normalen Oktobermenge – bei Tagestemperaturen zwischen 10 und 15°C kam es zu einer langsamen Ausreife der Trauben und die Beeren bildeten besonders feine und komplexe Aromen aus. Zahlreiche Riesling- Lagen erreichten ihre volle physiologische Reife sogar erst im November. Das stabile Säuregerüst in Kombination mit den sehr hohen Extraktwerten dürfte ideale Voraussetzungen für einen besonders langlebigen Jahrgang bieten. Allerdings nur dort, wo die Winzer das Risiko eingingen die Vegetationsperiode bis in den November hinein voll auszureizen. " Zu einer allgemeinen Einschätzung der Rieslinge in 2008 in Deutschland lasse ich unseren Gastgeber Martin Zwick selbst zu Wort kommen: "Der Schlüssel zum Erfolg in '08 war ganz klar eine sehr späte Lese. Die Rieslinge präsentieren sich puristisch, geradlinig und rassig mit einer prägnanten Säure und Mineralität – sie sind insgesamt sehr anspruchsvoll. In der Spitze sind einige '08er sogar noch besser als in '07, dafür ist der Jahrgang 2007 in der Breite besser aufgestellt. Aber Vorsicht, die Rieslinge aus 2008 sind keine "Schmusekätzchen". Gerade die kräftige Säure macht vielen Weinfreunden sehr zu schaffen und sie sind auch nicht so süffig und zugänglich wie noch im letzten Jahr. Auf der anderen Seite haben sie ein sehr langes Lagerpotential. Kein Zweifel, '08 ist ein Jahrgang der polarisiert." Zurück zu unserer Berline Runde. Eine so große Anzahl von Weinen zu verkosten ist nicht nur reines Vergnügen. Es erfordert einen gewissen Grad an Disziplin zu gewährleisten, dass auch noch die zuletzt verkosteten Weine fair bewertert werden. So brauchten wir an diesem Abend auch geschlagene sieben Stunden, um alle Weine zu probieren bzw. miteinander zu vergleichen. Um sich von keinen Etiketten beeindrucken zu lassen, wurden natürlich alle Weine blind verkostet. Das Ergebnis der Probe war zum Teil erwartungsgemäß, einige Weine haben sich aber deutlich besser gezeigt als angenommen. Und es gab Weine, die deutlich "underperformed" haben. Klaus-Peter Keller z.B. macht bewiesenermaßen Weltklasse-Rieslinge. Sein 08er Line-Up war an diesem Abend leider etwas schwach – auch da jeder Wein von einer seltsamen Gemüsenote gefärbt war. Wahrscheinlich aber nur eine Momentaufnahme. Hier das Siegerpodest mit den ersten drei Platzierungen – natürlich inklusive günstiger Einkaufsquellen. 2008 Dr. Bürklin-Wolf "Forster Kirchenstück" GG, Pfalz (70 Euro/Fl.). HIER zu kaufen. 2008 Schäfer-Fröhlich "Felseneck" GG, Nahe (31,90 Euro/Fl.). HIER zu kaufen. 2008 Kühling-Gillot "Rothenberg" GG, Rheinhessen (39 Euro/Fl.). HIER zu kaufen. Bei diesen Weinen empfehle ich dringend zu zu schlagen – noch sind die Bewertungen der großen Weinpublikationen nicht erschienen. D.h. die Preise sind noch fair und es ist noch Stückzahl vorhanden. Folgender Grafik zeigt zudem alle Weine im Feld inklusive der Durchschnittsnote, die sich aus den Bewertungen der 12 Verkoster ergeben haben. Im Übrigen: in der Jury waren neben "Hobbytrinkern" auch Weinjournalisten wie z.B. Stephan Reinhardt vom Weinwisser. Klarer Gewinner des "Berlin Riesling Cup" war demnach das 2008er Kirchenstück GG von Bürklin-Wolf aus der Pfalz. Hier die Verkostungsnotiz des Weins: "WOW, absoluter Traumstoff! Ein echter Gänsehaut-Wein von Anfang bis Ende. Ein Riesling der berührt mit seiner brillianten Komplexität und Wahnsinns Länge. Üppige teils ins exotisch gehende Frucht gepaart mit einer bombastischen Mineralität und insgesamt sehr straff strukturiert. Der Boden dort ist ein „heterogener Mix aus Basalt, Sandstein, Kalkgeröll und Ton mit einer mächtigen Tonschicht im Mittelbau und einer stark ausgeprägten Kalkplatte in einer Tiefe von 2m.“ Erwähnen sollte man außerdem, daß das Weingut mit seinen 110 Hektar Rebflächen seit 2005 bio-dynamischer Weinbau praktiziert. Zudem haben die Rieslinge von Bürklin-Wolf ein hervorragendes Lagerpotenial. Dieser Riesling sollte in keinem Weinkeller fehlen!" 95-96+/100

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
1a Pinot von der Saar!

2009 Weingut Dr. Siemens Pinot Blanc (Weißwein, Deutschland) Die ausländische Weinkritik hat schon lange bemerkt, dass Deutschland die besten Rieslinge der Welt produziert. Dieses Renommee überstrahlt aber allzu gerne die Qualität von anderen, hervorragenden Weinen aus deutschen Landen. So war es für den Weinlakai eine Genugtuung in der Januar-Ausgabe des Parker-Blattes "Wine Advocate" zu lesen, dass auch einige andere Rebsorten mehr als passabel abschnitten. Dem deutschstämmigen David Schildknecht war der heute empfohlene Weißburgunder (Pinot Blanc) satte 90 Punkte wert. Eine erstaunlich gute Bewertung für einen deutschen Nicht-Riesling. Doch es kommt noch besser: Der Weinlakai hat einen Händler recherchiert, der den Wein für sensationelle 6,90 EUR pro Flasche anbietet. Natürlich habe ich den Wein vorab verkostet und muss die Bewertung von 90 Punkten unterstreichen. Er ist frisch, kraftvoll, herrlich aromatisch und nicht zuletzt etwas für Weintrinker, die eine Abwechslung von dem säurebetonten Stil eines Rieslings suchen. Weißburgunder oder Pinot Blanc stammt ursprünglich aus Frankreich und ist genetisch betrachtet eine Kreuzung aus Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Gris (Grauburgunder). Lange Zeit dachte man, Chardonna y und Pinot Blanc seien identische Rebsorten. Erst DNA-Analysen brachten nach Jahrzehnten eine Klärung: Trotz des deutschen Namens "Weißburgunder" ist Pinot Blanc im Burgund nicht das Gegenstück zum roten Pinot Noir (Spätburgunder). Denn hier war nach dem erfolgten DNA-Test klar, dass man schon lange auf den vermeintlichen Zwilling Chardonnay setzte. In der Tat sind diese zwei Rebsorten aber sehr ähnlich und werden in der Regel auch sehr ähnlich vinifiziert. Dabei könnte der Unterschied zu einem säurebetonten Wein, wie z.B. einem Riesling , kaum größer sein. Ein Weißburgunder ist in der Regel recht körperreich, hat ein eher "dumpfes" Aromaspiel (Birnen, Melone etc.) und eine eher zurückhaltende Säure. Letzteres auch häufig deshalb, weil die Weine durch die sogenannte malolaktische Gärung gehen. Ein Prozess, der bei fast allen Rotweinen Anwendung findet und bei dem die eher spitze Apfelsäure in die weichere Milchsäure umgewandelt wird. Ein Vorgang, auf den man z.B. bei einem Riesling tunlichst verzichten sollte, da sich die Rebsorte über ihre frische und spritzige Säure förmlich definiert. Stilistisch sind Weißburgunder also häufig einem Rotwein gar nicht unähnlich. Nicht zuletzt, da bei der Herstellung nicht selten Holz zum Einsatz kommt. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass ein Chardonnay oder ein fassausgebauter Weißburgunder sehr oft das Herz bzw. den Gaumen von konsequenten Rotweintrinkern gewinnen kann. Heutige Empfehlung ist ein vergleichsweise frischer Weißburgunder, da er lediglich in großen Holzbottichen und Edelstahl ausgebaut wurde und nicht etwa in kleinen Eichenfässern. So ist er für mich noch genug Sommer- und Terrassenwein, also nicht zu schwer und körperreich, aber eben doch ein ganz anderer Vertreter als Pinot Grigio, Riesling und Co. Da ich mich selbst eher als Rotweintrinker bezeichne, haben es Weißweine bei mir nicht ganz leicht. Sie müssen mich aromatisch beeindrucken und dürfen nicht zu viel Säure im Abgang hinterlassen. Trotzdem müssen sie eine eindeutige, weiße Identität haben – schließlich unterscheiden sich häufig Anlass, Jahreszeit und Essensbegleitung von dem Genuss eines roten Vertreters. Dr. Siemens führt das südlichste Weingut der Saar (Teil des Anbaugebiets  Mosel ) und verfügt über 10 Hektar Rebfläche. Auf sieben Hektar wird Riesling angebaut und erst seit 2008 wird Weißburgunder produziert, der sich auf lediglich einem Hektar den Platz mit Auxerrois teilen muss. Der heutige Wein beweist, dass sich dieser Ausflug in ungewohnte Rebsortengefilde gelohnt hat. Zudem ist der Weißburgunder von Dr. Siemens alles andere als ein Massenprodukt. Nicht nur die hohen Qualitätsansprüche bei der Weinherstellung limitieren die produzierte Stückzahl, auch die kleine Rebfläche schafft eine Art natürliche Begrenzung. So ist der Wein nicht nur gut, sondern auch als durchaus rar zu bezeichnen. Der Pinot Blanc von Dr. Siemens hat meinen persönlichen Test vollends bestanden und die Bewertung von 90 Punkten ist in Anbetracht des günstigen Preises wirklich phänomenal. Hier sollte sich jeder Leser mit dem versandkostenfreien 12er-Paket schon einmal eine Absicherung für gelungene Sommertage ins Haus holen. Und eines ist klar: man sollte schnell zugreifen. Der genannte Händler hat zwar 2.000 Flaschen auf Lager, doch wäre es nicht das erste Mal, wenn sich der Wein aufgrund seines Preis-/Punkteverhältnis bereits nach wenigen Tagen ausverkaufte. 2009 Weingut Dr. Siemens Pinot Blanc (Weißwein, Deutschland) Auge: Leuchtendes Strohgelb. Nase: Apfel, Birne, unreife Haselnüsse, Zitrone und Honigmelone. Gaumen: Frisch und fruchtig mit delikater Extraktsüße. Im Zusammenspiel mit der Mineralität im Abgang wirkt der Wein sehr viels eitig. Leichte Bitternote. Sonstiges: Enthält 12% Vol. Alkohol. Bis 2014 zu trinken. 90 Punkte (Quelle: Wine Advocate, David Schildknecht, Januar 2011) Meine Einkaufsempfehlung: Weinhaus Scholzen (ca. 2.000 Flaschen auf Lager) 6,90 EUR/Fl. (Versandkosten 6,- EUR) Zudem: 12 Fl. versandkostenfrei (82,80 EUR) AUSVERKAUFT! Stand: 05.05.2011 Der Weinlakai übernimmt keine Verantwortung für die angegebenen Händler. Händler können gerne günstigere Angebote (inkl. Versandkosten) als Kommentar posten. 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Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Lakaidoskop #9: Grosse Gewächse 2009!

von Martin Zwick und Tobias Treppenhauer Am 23. und 24. August präsentierte der VDP in gewohnt professioneller Manier die Grossen Gewächse 2009. Geladene Gäste in Wiesbaden waren eine Riege von nationalen und internationalen Wein-Journalisten. Eine Frage war an diesen Tagen besonders spannend: Würden sich die Vorschuss-Lorbeeren, die der Jahrgang erhalten hatte, als gerechtfertigt erweisen? Schließlich hatte der weitgehend optimale Vegetationsverlauf und ein traumhafter Altweibersommer Hoffnungen auf herausragende Weine genährt. Vorab-Fazit: 2009 ist ein gutes, aber kein überragendes Jahr! Die wirklichen Stars des Jahrgangs kann man fast an einer Hand abzählen und in manchen Fällen sind sogar die 2008er vorzuziehen. Vielen Rieslingen aus 2009 fehlt es an mineralischer Tiefe, Präzision und Säure. Häufig präsentierten sie sich auch zu alkoholreich. Zu viele GGs, insbesondere aus dem Rheingau, waren schlichtweg einfältig bzw. belanglos und dürften streng genommen nicht als Grosses Gewächs auf den Markt kommen. Die Gewinner-Regionen sind für den Weinlakai die Nahe, die Mosel und Rheinhessen. Die herausragenden Vertreter dieser drei Regionen sind von einer strahlenden Frucht, tiefen Mineralität und einer großen inneren Balance geprägt. Was war der Schlüssel zum Erfolg im Jahrgang 2009?  Ein großer Faktor war sicher das Ausreizen der langen Vegetationsperiode. Allgemein gesprochen: Überall dort, wo Ende Oktober bzw. Anfang November noch Trauben hingen, wurden die Weine besonders gut, weil die Kühlschranktemperaturen ab der zweiten Oktoberhälfte die Aromen und Komplexität in den Weinen extrem förderten. In den Regionen, in denen die Trauben früher heranreiften, enstanden gute, teils sehr gute Weine, denen es aber an der letzten Tiefe mangelt. Denn die Rieslingtraube profitiert wie keine andere von einer langen Vegetationsperiode und kalten Herbstnächten; sie gewinnt an aromatischer Konzentration und bildet dieses unverwechselbare Spiel zwischen Finesse, Eleganz und einzigartiger Säurefrische. Eigenschaften, die die großen deutschen Rieslingweine zu weltweit einzigartigen Unikaten machen. In Wiesbaden wurden aber nicht nur Rieslinge präsentiert. Es gibt auch Grosse Gewächse anderer weißer Rebsorten (Weißburgunder, Silvaner und Grauburgunder) und natürlich auch rote Vertreter. Allen voran Spätburgunder, aber auch Lemberger und Frühburgunder. Hier ist der aktuelle Jahrgang nicht 2009, sondern 2008, und einige Weingüter präsentierten auch 2007 als Neuerscheinungen. 2008 war kein einfaches Rotweinjahr, und die präsentierten Weinen machten sehr deutlich, welche Winzer ihr Handwerk wirklich verstehen. Allerdings waren die positiven Überraschungen wieder einmal die "üblichen Verdächtigen", und insbesondere das Gros der Lemberger verdienen nicht annähernd die Titulierung als Grosse Gewächse. Mehr zu den verkosteten Rotweinen nach dem Bericht zu den Riesling-Regionen. Riesling: Nahe: Wie eigentlich jedes Jahr eine sichere Bank.  Primus Inter Pares ist das Weingut Emrich-Schönleber mit einem grandiosen "Halenberg", gefolgt von Schäfer-Fröhlichs "Felseneck",  dem Klassiker "Hermannshöhle" von Dönnhoff und "last but not least" der "Felsenberg" von Dr. Crusius. Mosel: Eine ungemein positive  Überraschung in diesem Jahr war diese Region. Wunderbar frische, finessenreiche und feingliedrige GGs. Schließlich haben diverse Weingüter zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Grosses Gewächs produziert. Besonders empfehlenswert Dr. Loosens "Prälat", Schloss Liesers "Juffer-Sonnenuhr", Reinhold Haarts "Goldtröpfchen", Heymann-Löwensteins "Laubach" und Van Volxems "Pergensknopp". Chapeau! Rheinhessen: Vom guten Durchschnitt bis zum großen Stoff ist alles dabei. Ganz großartig waren Wittmann mit dem "Kirchspiel", auch Kellers "Kirchspiel" und der neue Shooting-Star Hans-Oliver Spanier mit einem beeindruckenden "Pettenthal" von Kühling-Gillot bzw. einem famosen "Frauenberg" von Battenfeld-Spanier. Pfalz: Zum Teil richtig gute Weine, aber selten "groß". Die mineralische Tiefe fehlt einfach.  Man merkt, dass bis Mitte Oktober fast alles geerntet wurde.  Toller Stoff ist allerdings Bürklin-Wolfs  "Kirchenstück". Sehr gut auch der "Kastanienbusch" von Ökonomierat Rebholz und "Idig" von A. Christmann.  Eine positive Überraschung waren zudem der "Sonnenberg" von Friedrich Becker und auch der "Steinbuckel" von Knipser. Rheingau: Insgesamt gesehen leider enttäuschend. Die Region hat wohl schon recht früh mit  Botrytis zu tun gehabt und somit war es kein Leichtes in diesem Jahrgang. Empfehlenswert ist aber Schloss Johannisbergs "Silberlack" und auch der "Gräfenberg" von Robert Weil. Die Weine von Breuer, Kühn und Leitz standen bei der Verkostung leider nicht zur Verfügung. Franken: Ganz nett, mehr aber auch nicht. Atemberaubend gut hingegen war der Silvaner "Julius-Echter-Berg" von Hans Wirsching, und auch sein Riesling aus der selben Lage konnte überzeugen. Rotweine: Frühburgunder: Zwei Weine dieser Spätburgunder-Mutation wurden als Grosses Gewächs vorgestellt, beide von der Ahr (nur hier gibt es die als GG klassifizierte Frühburgunder). Der "Pfarrwingert" von Meyer-Näkel und der "Hardtberg" von Kreuzberg. Beide Weine sind recht holzdominiert an der Nase, bieten am Gaumen aber eine durchaus schöne Frische und Frucht. Der "Hardtberg" hat insgesamt mehr überzeugt, aber beide Weine sind wenig komplex, zeigen keine Größe. Lemberger: Die vorgestellten Weine aus Württemberg haben auf ganzer Linie enttäuscht. Der Einsatz von (neuem) Holz ist in fast allen Weinen derart erschlagend, dass keinerlei Rebsortentypizität erkennbar ist. Der einzige Wein, der nicht vollständig vom Holz lahm gelegt wird, ist der "Lämmler" von Schnaitmann. Aber selbst hier ist der Holzeinsatz grenzwertig. Wenn sich deutscher Rotwein international weiter behaupten möchte, sollte dieses Line-Up auf keinen Fall als Grosse Gewächse klassifiziert sein. Spätburgunder: Die Königsdisziplin des deutschen Rotweins. Wie eingangs schon geschildert, musste 2008 sehr gut gearbeitet werden, um überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen. Gelungen ist das – wenig überraschend – besonders in der Pfalz und in Baden. Allen voran haben einmal wieder Friedrich Becker und Bernhard Huber bewiesen, dass sie die Stars des deutschen Spätburgunders sind. Beckers "Kammerberg" und "Sankt Paul" präsentieren sich zwar noch sehr jung, doch sind beide Weine von großer Eleganz und Kraft mit noch gut versteckter Komplexität, die in den nächsten Jahren sicher mehr zum Vorschein kommen wird. Der "Kammerberg" gefällt derzeit etwas besser, da sein Holz besser eingebunden scheint. Von der Pfalz überzeugen zudem die beiden 2007er von Knipser. Sowohl der "Kirschgarten" als auch der "Burgweg" bieten eine beeindruckende Nase mit gut eingebundenem Holz  und einem Gaumen, der bereits schöne Tiefe und guten Druck aufweist. 2007 war allerdings auch der deutlich dankbarere Jahrgang. Bei Huber aus Baden bietet der 2008er "Schlossberg" das beste Gesamtpaket. Tolle Intensität an der Nase, schon deutlich offener als Becker und eine wunderbare Geradlinigkeit am Gaumen, die in einem sehr langen Abgang mündet. In anderen Regionen gibt es aber auch gute Spätburgunder: Der fränkische "Schloßberg" von Fürst ist eine Empfehlung wert und auch von der Ahr hat sowohl die "Gärkammer" von Adeneuer gefallen als auch der "Sonnenberg" von Stodden. Noch ein Wort zu der Veranstaltung selbst: Bei dieser Verkostung in Wiesbaden erhält man die großartige Möglichkeit, an einem Ort fast alle beachtenswerte Weine Deutschlands verkosten zu können. Das alles in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre mit vorbildlicher Organisation. Die Vertreter des VDP waren sehr engagiert bei der Sache, und die Service-Kräfte versorgten jeden Gast in kürzester Zeit mit den richtigen Weinen. Vielen Dank dafür! Mehr zum Thema auch in diesem Thread im Weinlakai-Forum

Der Weinlakai
Blog "Der Weinlakai"
Lakaidoskop #7: Daniel Boulud und Château Haut Brion!

Im Rahmen des diesjährigen Rheingau Gourmet & Wine Festivals gab es den amerikanischen Starkoch mit französischen Wurzeln, Daniel Boulud , gleich mehrfach zu erleben: bei einem Dinner mit Weinen von Haut-Brion , bei einer "Cooking Demo" und bei einem Lunch am darauf folgenden Tag. In diesem Jahr wurde sein New Yorker Restaurant "Daniel" mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet. Da es sich, nach eigener Auskunft, von einem einzelnen Restaurant nicht leben lässt, ist Daniel Boulud durchaus geschäftstüchtig. Neben zahlreichen Kochbüchern und einer eigenen Fernsehsendung betreibt er in New York vier weitere Gastro-Tempel ( Bar Boulud , Café Boulud , DB Bistro Moderne , DBGB ) und ist auch in Las Vegas , Vancouver , Palm Beach , Miami und Schanghai vertreten. Gegen Mitte des Jahres eröffnet sein erstes Restaurant in Europa, genauer gesagt in London . Wer noch nie im Rheingau war, wird sicher bereits von der Location des Festivals begeistert sein. Das Hotel Kronenschlösschen liegt in Hattenheim und nur die Bundesstraße 42 trennt es vom Rheinufer. Die Fahrt zum Kloster Eberbach dauert von hier gut 5 Minuten. Einfach nur schön: das Hotel Kronenschlösschen. Für seinen Auftritt auf dem Festival reiste Daniel Boulud mit einer ganzen Küchen-Crew an und da ihm das Thema Wein sehr am Herzen liegt, musste für das große Dinner natürlich eine standesgemäße Begleitung her. Nicht nur ist Daniel Boulud ein Freund von Robert Parker, er kennt auch viele internationale Winzer und so konnte für den Abend ein ganz besonderes Weingut gewonnen werden: Château Haut-Brion. Wobei das nicht ganz präzise ausgedrückt ist, denn es handelte sich viel mehr um die Domaine Clarence Dillon. Diese ist nämlich Eigentümerin von Haut Brion und La Mission Haut-Brion. So gab es an diesem Abend sowohl Rot- als auch Weißweine dieser beiden Châteaus. Insbesondere Letztere sind wahre Raritäten und für den Weinlakai war es das erste Mal diese im Glas zu haben. Für süße Weißweine war an dem Abend kein geringerer als Wilhelm Weil vom Weingut Robert Weil zuständig. Eine hervorragende Wahl! Weinkenner Jan Paulson führte charmant durch den Abend und Jean-Philippe Delmas war als Chef der Haut-Brion-Weingüter Garant für reichhaltige Informationen zu den Weinen. Noch fasziniert von dem Abend, der vor mir lag, vergaß ich prompt den ersten Gang des Essens fotografisch festzuhalten. Die Beschreibung macht allerdings bereits deutlich, dass es sich hierbei in der Tat um ein Mosaik handelte. Mosaik von Kapaun , Gänseleber und Selleriewurzel, eingelegter Daikon , Feldsalat von der Satur Farm , Birnenconfit : Die Zutaten waren in eine visuell wunderschön präsentierten Aspik-Scheibe gehüllt. Geschmacklich dominierte die Gänseleber. Vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. Den feinen Geschmack von Kapaun konnte man nicht mehr recht aufspüren. Alles in allem aber sowohl optisch als auch geschmacklich auf hohem Niveau. Dazu gab es passenderweise einen Wein mit Restsüße. Wein 1: 1997 Robert Weil Kiedricher Gräfenberg Riesling Spätlese: Zeigt eine wunderbare Balance zwischen Säure und Süße. Wirkt überhaupt nicht aufgringlich und verzaubert duch seine aromatische Frucht. Der Wein passt hervorragend zum Essen. Insbesondere der Geschmack der Gänseleber harmoniert fantastisch. Schottische Langustine unter der Kadaifi -Kruste mit knusprigem Schweinebauch, Löwenzahnsalat, Schwarzwurzel, Sherry-Vinaigrette und Mangold: Durch die Kadaifi-Kruste und dem Schweinebauch recht fett, allerdings geschmacklich trotzdem sehr fein. In Bezug auf die Wein sehr gut gewählt, denn die Weißweine brauchten einen kräftigen Begleiter, der aber trotzdem nicht zu "dunkle" Aromen aufweist. Wein 2: 2006 Château Laville Haut-Brion Blanc: 85% Sémillon , 15% Sauvignon Blanc . Gesamtproduktion nur 500 Kisten pro Jahrgang. In der Nase Präsenz von neuem Holz, aber in Kombination mit einer unglaublichen Frische. Der Sauvignon ist durch Stachelbeer- und Zitronengrasnoten deutlich präsent. Am Gaumen ist der Wein ein wahres Kraftpaket, das nach Essensbegleitung förmlich schreit. Im Abgang etwas bitter und sehr lang. Ohne Essen kaum zu ertragen, aber in Kombination mit den Langustine und dem rustikalen Schweinebauch ist der Wein hervorragend . Wein 3: 2005 Château Haut-Brion Blanc: 35% Sémillon, 65% Sauvignon Blanc. In der Nase dem Laville nicht unähnlich, aber mit weniger Frische. Deutlich dumpfer, würziger und rauchiger an der Nase. Am Gaumen noch länger und mit einer feinen, spitzen Säure. Er ist im direkten Vergleich noch mehr Essenswein. Es wäre hochspannend diese Weine über die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu beobachten. Ein wahrlich großer Weißweingenuss. Wolfsbarsch mit schwarzem Trüffel, Topinambur, crémiger Endiviensalat und Sauce Perigueux : Fisch, wie ich ihn mag. Sehr feine Aromen, die durch die Sauce und den Trüffel untermalt, aber nicht überdeckt werden. Insbesondere durch die Sauce ist dieser Gang eine schöne, wenn nicht perfekte Kombination mit den beiden Rotweinen. Wein 4: 1999 Château La Mission Haut-Brion: In der Nase eine wunderbar klare, frische Kirschfrucht mit Anklängen von Mineralität. Wenig Spuren der klassischen "Spice-Box" Bordeaux-Stilistik. Am Gaumen eine sehr schöne Balance und Komplexität, gepaart mit einer guten, aber nicht sehr überraschenden Länge. Sehr fein, sehr feminin, tolle Eleganz . Wein 5: 1996 Château Haut-Brion: Hier ist die Nase ganz klassisch Bordeaux. Pfeifenrauch, Zedernholz, Gewürze und schwarze Johannisbeeren. Am Gaumen schwarzer Tee, Zigarrenduft, aber insgesamt noch sehr primär bzw. jugendlich. Eine Tiefe Komplexität lässt sich erahnen, aber befindet sich derzeit noch im Verborgenen. Männlicher und länger als der La Mission. Dass der Wein drei Jahre älter ist, lässt sich nicht erkennen – im Gegenteil. Insgesamt der größere Wein. "Duo vom Rind": Rinderrippe und Steinpilze unter der Markkruste, sautiertes Filet vom Wagyu-Rind an Dauphine-Kartoffeln mit schwarzem Knoblauch: Ein wahres Rotwein-Gericht. Zudem für mich ein Paradebeispiel für "French Cuisine goes United States". Insbesondere die Ribs sind sehr konzentriert und lecker. In der Geschmackskomposition fehlt aber Innovation. Wein 6: 1990 Château La Mission Haut-Brion: Wieder eine typische Bordeaux-Nase, allerdings frischer als der 85er Haut-Brion. Am Gaumen Aromen von Kaffee, Kardamom. Hervorragende Balance in Kombination mit einem nicht endenden Abgang. Im Gesamteindruck noch durchaus jugendlich, aber eben mit dieser schönen Eleganz. Für mich der Wein des Abends. Er ist zudem ein feiner und zurückhaltender Essensbegleiter. Seine Aromatik unterstützt das Essen und wirkt dabei nicht domina nt. Wein 7: 1985 Château Haut-Brion: Am Gaumen wieder typisch Bordeaux, aber auch etwas marmeladig und dumpf. Am Gaumen wunderbar komplex, etwas medizinisch mit fester Säure und sehr guter Länge. Für einen Wein dieses Alters auch noch recht jugendlich, aber (noch?) nicht mit der Balance des La Mission ausgestattet. Besäße ich den Wein, würde ich ihn erst wieder in 5 Jahren probieren. Wilhelm Weil war persönlich anwesend, um ausführliche Informationen zu seinen mitgebrachten Weinen zu geben. Kokosnuss-Zitronengras-Suppe, Gélee von Mango und Thai-Basilikum, pochierte Ananas und Kokosnuss-Rum-Sorbet: Für mich ein perfektes Dessert. Die kalte Kokosmilch in Kombination mit dem Zitronengras ist mit einer so tollen Frische ausgestattet, dass man sich ein leichteres Dessert gar nicht vorstellen möchte. Öffnet nochmals den Magen und regt den Appetit an. Himmlisch. Ganache von Schokolade und Erdnussbutter, Feuilletine-Nougat und Karamell-Eiscréme: "Welcome to the US" und wahrscheinlich das genaue Gegenteil des ersten Desserts. Trotzdem nicht weniger köstlich. Erdnussbutter muss man mögen und glücklicherweise tue ich dies sehr. Das Eis bringt in Kombination mit der Erdnuss-/Schokoladenwucht eine schöne Erfrischung. Gehört eigentlich verboten, ist aber zu lecker. Wein 8: 2001 Robert Weil Kiedricher Gräfenberg Riesling Beerenauslese Goldkapsel: Wurde zum ersten Dessert serviert. Schon recht dunkles Gold. Recht dumpf wirkende Riesling-Nase mit einem Eindruck von schwarzem Tee. Anklänge von Botrytis (!?), leichtes Aroma von Altöl/Petrol. Am Gaumen sehr viskos mit einer Spur zu wenig Säure, um eine gute Balance zu gewährleisten. Sehr gut, aber nicht überragend. Tags darauf gab es dann eine "Cooking Demo". Im Rahmen dieser Demonstration zeigte Daniel Boulud die Zubereitung der beim Lunch folgenden Taubenbrust mit Vadouvan-Gewürzen. Wirklich lehrreich war diese Demo nicht, da Daniel Boulud immer wieder thematisch abschweifte und aus seinem Leben als Koch plauderte. Gut so, denn das war wahrscheinlich auch interessanter als die Zubereitung der armen Taube. Der "Chef" in seinem Element. Der folgende Lunch wurde gemeinsam mit Patrick Kimpel aus dem Kronenschlösschen präsentiert. Das Essen hat mir insgesamt mindestens genau so gut gefallen, wie das des Vorabends. Allerdings möchte ich in meinem Bericht die Weinauswahl für den Lunch getrost unter den Tisch fallen lassen. Sie war qualitativ nicht spektakulär und passte größtenteils nicht zu den Essensgängen. Einen trockenen Riesling zu herrlich in Rotwein (!) geschmorten Short Ribs zu servieren macht auch mit viel Fantasie keinen Sinn. Es wurde seitens des Veranstalters wohl eher den zwei vertretenen Weingütern die Chance gegeben ihre Weine einem interessanten Publikum zu präsentieren. Schade, denn ein gelungenes Wine-/Food-Pairing hätte das Essen noch aufgewertet. Gebratene Jakobsmuscheln, gehobelter Rosenkohl, knuspriger Reis und schwarze Miso-Sauce: Sehr, sehr lecker. Die hervorragend zubereiteten Jakobsmuscheln lassen, zusammen mit dem Knusperreis, ein herrliches und ungewöhnliches Mundgefühl entstehen. Die Miso-Aromatik liefert den überraschenden Kick zu einem 3-Sterne-würdigen Gang. Gebratene Taubenbrust mit Vadouvan-Gewürzen : Die Taubenbrust war perfekt auf den Punkt gegart und hatte eine schöne, kräftig rosa Farbe. Die Curry-artige Sauce hat die notwendige Milde, um den feinen Taubengeschmack nicht zu überlagern. Es befand sich außerdem eine Avocado-Creme auf dem Teller, die allerdings etwas wenig aromatisch daherkam. U.S.-Short Ribs mit Topinamburpurée und Rotwein-Schalottenconfit: Oh ja, Short Ribs sind mein "Must Have", wenn ich in den Staaten bin. So etwas bekommt man hier einfach nicht. Überragender Fleischgeschmack des U.S.-Beefs. Butterweich geschmort. Für Fleischliebhaber ein absolutes Gedicht. Wie sehr ich mir hierzu ein gutes Glas Rotwein wünschte... Litchi-Cranberry-Vacherin mit kandierten Rosenblättern und Créme Chantilly : Was uns hier laut Menu-Karte als Preiselbeeren verkauft wurde, waren natürlich Cranberries. Ein klassischer Übersetzungsfehler. Ansonsten: Ich denke, das Foto spricht Bände. Sehr kreatives, aufwendiges und poppiges Dessert. Für alle Barbie-Fans gemacht. Aromatisch nicht sonderlich intensiv, aber mit leckerer Litchi-Aromatik. Zudem wurde es eine Spur zu gefroren (hart) serviert. Daniel Boulud hat an diesen zwei Tagen bewiesen, dass er das Verschmelzen von französischer und amerikansicher Küche in Perfektion beherrscht. Mit anderen Worten: er schafft es französische Küche in einer Version zu kreieren, die einem großen Publikum zusagt. Un dies ist in keinster Weise negativ zu verstehen. Daniel Boulud, Der Weinlakai Ich kann nicht eindringlich genug betonen, welche hohe Klasse von Veranstaltung mit dem Rheingau Gourmet & Wein Festival in Deutschland existiert. Eine ähnlich reichhaltige und niveauvolle Versammlung von Spitzenköchen und -weingütern gibt es meines Wissens nach nicht noch einmal auf der Welt. Ich kann nur jedem raten, die Ankündigung des Festivals für 2011 zu verfolgen, um sich Plätze für besonders heiß umgekämpfte Veranstaltungen zu ergattern.

Teil 14
Teil 14
Ein Hauch von Paradies

Die Pfalz ist der deutsche Garten Eden des Weins. Unsere Spätlese belegt das eindrucksvoll: Sie vereint beste Riesling-Lagen und die leckersten Aromen.

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Riesling ist eine weiße Rebsorte, die als eine der besten und wichtigsten Weißweintrauben gilt. Sie bringt die besten Ergebnisse in kühleren Gegenden und wird vor allem in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern angebaut. Deutsche Riesling-Weine genießen ein hohes Ansehen auch auf den internationalen Märkten, viele deutsche Spitzenlagen sind ausschließlich mit Riesling bestockt. Vor allem in den nördlichen Anbaugebieten im Moseltal und Mittelrheintal wächst der Riesling fast ausschli...

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