Sortieren nach: Relevanz | Aktualität |
Eine Legende ist wieder da. In Hamburg hat das Varieté Hansa-Theater seine erste Vorstellung seit sieben Jahren präsentiert. Mit dabei waren viele Promis und ein Pudel.
Festtag für die Deutsche Börse: Paris Hilton ist da, um eine Schrottaktie zu bewerben. Blöd nur, dass die Busserl-Manager der Rich AG die Schnittchen vergessen haben.
Sie sind die Shootingstars der Politik, derzeit unglaublich erfolgreich: die Piraten. In Nordrhein-Westfalen treten sie wenige Wochen vor der Wahl gelassen auf, souverän - und ziemlich siegessicher.
"Kein Pardon" handelt vom Fernsehen und vom Ruhrgebiet, zwei Phänomenen also, mit denen es bergab geht. Am Samstag bringt das Düsseldorfer Capitol-Theater Hape Kerkelings Film auf die Bühne. stern.de war bei der Vorpremiere dabei.
Oder: Ein gänzlich ungeplanter Männernachmittag ist eine prima feine Sache. Worum es heute geht: Ein lustiger Kinofilm mit sprechenden Tieren, zwei Jungs unter sich, zwei Kinderschokoladen, zwei Schnittchen, zwei Bettseiten, zwei Ohrenkraulsessions, zwei Halsketten. Wenn Tiere sprechen, finden das Erwachsene wie Kinder meistens amüsant und wenn Löwen, eine Giraffe, ein Orang-Utan, Bären und ein Äffchen einem Zoowärter Verliebt-Sein-Tipps geben, dann scheint dies noch amüsanter. Nicht, dass dies nun ein guter Film wäre - weder für Erwachsene noch für ein jedes Kind . Aber die Moral' von der Geschicht' ist schön: Oft ist es nicht die offenbare Liebe, die zählt. Und eine solche Moral verstehen Marie und Alexander sofort und außerdem ist der Zoo, in dem der Film spielt, ein irgendwie magischer Ort. Logo, deswegen könne die Tiere ja auch sprechen, logo. "Papi, können wir in diese schöne Stadt mal fliegen?" Fragt Alexander und meint Boston, da spielt der "Zoowärter". Und fügt hinzu: "Zuerst gehen wir dann in den Zoo und können dann all' die Tiere, die sprechen, sehen. Cool, oder?" Ja, das ist sogar sehr cool, findet auch die große Schwester, die natürlich genau weiss, dass Tiere überhaupt nicht sprechen, aber wir lassen mal dem kleinen Bruder seine süssen Illusionen. Nach dem Kino fahren wir kurz zu Mami, weil Marie eine andere Hose braucht - so langsam wird sie doch ein wenig wählerischer. Und es hat sich ergeben, dass die beiden Mädels etwas unternehmen und dann sind die Jungs unversehens für sich. Alexander findet das oaky: "Dann machen wir uns einen echten, prima Männernachmittag". Den kann man zum Beispiel auf dem Spielplatz und dessen Riesenrutsche verbringen, man kann Kinderschokolade essen, man kann mit Spielzeug zu Wicki und die starken Männer von McDonald's spielen (zugegeben, wir haben dort gegessen, aber - Hand auf's Herz - wir waren an diesem zweifelhaften Örtchen zum letzten Mal vor ungefähr drei Monaten; ich fürchte allerdings, dass wir in diesem Jahr noch einmal zu McDo gehen müssen - wenn der Tim & Struppi -Streifen anläuft, wir sind nämlich die definitiv allergrößten Fans dieser beiden wahren Helden), man kann zusammen Schnittchen und Birne ohne Schale essen, man kann mit quietschegelben Spielzeugautos durch die Wohnung fahren und dabei einen Power Ranger-Anzug anhaben (nur Alexander) und dabei Yippie rufen (nur der der getrennte Papi). Und wenn der Nachmittag vorbei ist, darf Alexander auf der Seite im Bett sein, auf der sonst Marie schläft und Papi krault dann an beiden Ohren vom Sohnemann etwas länger als sonst vor dem Einschlafen. Die beiden neuen Holzhalsketten von H&M, die sich Alexander selbst ausgesucht hat, behält er zum Schlafen bestimmt an. "Das ist doch ein bisschen hippiemäßig, oder?" "Das ist sogar total hippiemäßig, Du Süsser." Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi...
Die CDU in Hasloh nahe Hamburg bereichert den Streit um Facebook-Partys auf eine ganz eigene Art: Sie wollte eine eigene veranstalten. Doch weil das Interesse zu gewaltig war, wurde sie wieder abgesagt.
21 Tote. Über 500 Verletzte. Die Loveparade-Tragödie hat Spuren in Duisburg hinterlassen. Der Bürgermeister ist im Amt geblieben. Trotz massiver Proteste. Nun kommt es wieder zum Showdown.
Oder: Zwei Kuscheltiere können manchmal helfen, echt wahr. Worum es heute geht: Zappenduster, verpasstes Telephonat, wie blöd, Stimmen hören ist so schön, Träumen noch schöner, Musikhören auch, während des Schreibens im Büro, besonders, die Kraft der Kinder und die Frage wie es sich eigentlich ganz früher lebte, ohne Kinder. Plötzlich ist es draussen schon zappenduster, die ganze Zeit geschrieben im Büro und später noch zuhause, gut ist es gelaufen, ohne Wenns und Abers - smooth würden die Amerikaner sagen. Aber plötzlich war es eben dunkel, Lichter und Kerzen wollten angemacht und angezündet werden, Schnittchen waren vorzubereiten, mit Obst und Möhren, Ingwer-Tee und hinterher einen Fruchtquark, oder so. Und die neue CD, Miles Davis, Bitches Brew Live hört der getrennte Papi schon zum dritten Mal. Bereits im Büro, während des Schreibens, hat er sie reingelegt - vor vierzig Jahren aufgenommen und immer noch coolcoolcool. Und über all' die Arbeit hab' ich dann tatsächlich verpasst, noch rechtzeitig meine Kids anzurufen, bevor sie ins Bett gehen. Heute waren sie allein, gestern hatten sie Besuch von Freunden, Sleepovers oder Pyjama-Parties, herrlich, das haben wir früher doch auch geliebt. Dann fanden wir selten früh in den Schlaf und es wurde geredet und Quatsch veranstaltet und Kissenschlachten (wunderbares Wort, übrigens) fanden kein Ende. Immerhin, auch wenn der getrennte Papi nicht dabei sein konnte, seine Erinnerungen an die eigene Kindheit freuten ihn und er freute sich für seine Kinder, Alexander und Marie. Und trotzdem, so blöd, jetzt konnte ich die Stimmen der grossen Zwerge für heute nicht mehr hören. Wie gut freilich, dass wir die Stimmen unserer Kinder stets in Kopf und Herz tragen und sie nienienie vergessen. In den vergangenen Tagen hat der getrennte Papi oft von seinen Kindern geträumt, es war immer warm in diesen Träumen und der Sand hing zwischen unseren Zehen und wir waren ganz braungebrannt und liefen nur in kurzen Hosen rum und die Tage blieben lang und länger und wir konnten ohne Bettdecke schlafen und wir wollten uns gar kein anderes Leben mehr vorstellen. Grossartig, dass der getrennte Papi immer wieder in seinen Schlafgedanken mit seinen Kindern zusammen ist. Das überbrückt die Zeit, wenn sie nicht da sind auf doch sehr angenehme, kongeniale Weise. Wie im Büro, wenn es eine Schreibpause braucht, da helfen die Happy Chicks On Acid des Elliott Caine Sextett, wie Musik doch entspannen und beflügeln kann, zu gleichen Teilen - ist es mit Kindern nicht oft genauso? Dann sind sie uns verdammt nah und näher. Und sie geben uns viel Kraft im Alltag, natürlich kosten sie uns bisweilen jede Menge, Kraft. Aber wie könnte es sein ohne die Kinder? Kürzlich habe ich darüber nachgedacht, dass man als so genannter Single doch ein Leben ohne besondere Verantwortung gelebt hat. Okay, wir haben studiert, wir haben gejobbt, wir haben gearbeitet, wir haben protestiert, Atomkraft? Nein Danke!, wir haben demonstriert, wir hatten Affären und Beziehungen, wir haben Herzen gebrochen und uns wurden die Herzen gebrochen. Wir sind in die Zukunft gegangen, ohne an die Zukunft zu denken, jedenfalls nie so richtig und nie so ernsthaft und nie mit besonders grossem Respekt vor irgendwem oder irgendwas oder irgendüberhaupt. Das hat sich nun mit den Kindern geändert, grundsätzlich und unwiderruflich, keine Wege führen zurück, alle führen nach Vorne. Mein Gott, die Zeit ohne Kinder scheint Lichtjahre entfernt. Wenn sie erst einmal da sind, werden sie immer da sein und wir können von ihnen träumen, wenn sie nicht da sind. Etwa an zwei Kuscheltiere gedrückt, ganz fest in die Kopfkissen eingegraben und mit einer Wärmflasche an den Füssen. So geht's. Dazu alsbald mehr vom getrennten Papi, der jetzt müde ist...
Oder: Das Blümelein...mit seinem hellen Scheine vertreibt's die Finsternis. Worum es heute geht: Heilige Dreieinigkeitskirche (einmal mehr), letzte Reihe/hinten links, das neue Leben, ein Ros, Jesus/am Kreuze/sehend, Glück, Agenten-Station vom Weihnachtsmann , leuchtende Augen, Taste of a Peach/From Here to there. Was macht der getrennte Papi, wenn er Weihnachten nicht mit seinen Kindern verbringt? Richtig, er schreibt seinen Blog, ein bisschen wehmütig (schon), aber überhaupt nicht alleinleidigodertraurig. Denn er wird Alexander und Marie alsbald die ganzen Ferien über bei-und-um sich haben, da hängt der getrennte Papi den Weihnachtsmann ein wenig tiefer und der wird es ihm bestimmt verzeihen. (Ich weiß das zufällig genau: der getrennte Papi hat doch - zur Erinnerung der geneigten Leserinnen und Leser - die Nummer des Weihnachtsmannes, der hat im Telephonat allzu gerne bestätigt, man könne "mal die Kirche im Dorf lassen", er müsse nun keineswegs immer "die erste Geige" spielen, im Übrigen habe er "alle Hände voll zu tun, im wahrsten Sinne des Wortes, HoHoHo !"). Noch war es hell als der getrennte Papi so für sich in die Heilige Dreieinigkeitskirche (auch: St. Georgskirche genannt) um's Eck ging, viele Menschen waren schon früh da, alle tauchen in die fröhliche Geräuschkulisse ein bzw. sind lebendiger Teil von ihr bzw. verschmelzen in Erwartung in ihr. Babies, Kinder, Junge, Alte, Familien, Paare, Lonesomes, Lonely Hearts, Lone Riders. Menschen suchen sich im Kirchenraum, Menschen finden sich darin, manche finden sich weder suchend noch schauend, im tatsächlichen wie übertragenen Sinne, manche finden sich wieder (dito) und manche werden sich auch nach dem Gottesdienst noch suchen. Allein: wie der getrennte Papi, er sitzt wie immer in der letzten Reihe/hinten links, von seinem Platz aus herum blickt, spürt er einen Frieden, den eine Jede und ein Jeder in dieser Stunde mit sich macht. Auch der getrennte Papi hat in gewisser Weise seinen Frieden gefunden, sonst könnte er am weihnächtlichen Nachmittag kaum solo die Kirche besuchen, war er doch in den vergangenen Jahren stets mit seinen Kindern im Gottesdienst am 24. Dezember. So gehört es mithin zum neuen Leben, dieses erste und eine und endliche Mal allein den klugen Klang der St. Georgs-Glocken zu hören und doch nicht allein zu sein, Marie und Alexander sind im guten Geiste dabei. Der getrennte Papi denkt sich, es würde ihnen hier gefallen, wie die Kinder hier das Krippenspiel fast von selbst inszenieren mit einer Ernsthaftigkeit, die hier/dort zu Tränen rühren möchte. "Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart/wie uns die Alten sungen/von Jesse kam die Art/ und hat ein Blümlein bracht/mitten im kalten Winter/wohl zu der halben Nacht...Das Blümelein so kleine/das duftet uns so süß/mit seinem hellen Scheine vetreibt's die Finsternis...". Es gibt Kirchenlieder, die berühren das Herz mit ihrem Blütenstaub des Glaubens, wir haben sie schon tausendmal gesungen und immer ein jedes Mal ziehen diese Lieder wieder in unsere Seele selbstverständlich ein - als wären sie alltäglich-betörend bei uns - sind sie doch, vielleicht, ein klein wenig, immerhin, im verborgenen Gemütswinkel? Und an der Stirnwand hängt Jesus, am Kreuz, für uns, nicht, dass viele von uns dies dauernd zu schätzen wüssten (den getrennten Papi eingeschlossen), seine Augen sind zu. Freilich sieht er bestimmt mit einigem Wohgefallen, wie die Kinder an ihn denken, in Bethlehem geboren, auf Heu und auf Stroh...hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. So scheinen schließlich seine Augen ebenso zu leuchten wie jene der Kinder in der Kirche. Vielleicht hat sich das der getrennte Papi in einem ziemlich beträchtlichen Anflug von Gefühligkeit alles ziemlichst eingebildet - und wenn schon, diese harmonisch-schöne, schön-harmonische Vorstellung gefällt ihm wohl. Dann ist der Gottesdienst fast vorüber, nur, wir gut, einige Überirdische kommen noch aufs Tableau. "Hört der Engel helle Lieder/klingen das weite Feld entlang/und die Berge hallen wider/von des Himmels Lobgesang/ Gloria - in excelsio Deo/Gloria - in excelsio Deo. Sie verkünden uns mit Schalle/dass der Erlöser nun erschien/dankbar singen sie heut alle/an diesem Fest und grüßen ihn/Gloria - in excelsio Deo/Gloria - in excelsio Deo." Ach, das wird dem einen oder der anderen von Ihnen jetzt aber ein büschen zu viel? Stimmt, das spirituelle Glück darf bisweilen dem großen, wunderbar naiven eines Geschenkes weichen. Als der getrennte Papi mit seinem Sohn am Telephon spricht, erzählt Alexander, voll inbrünstiger Überzeugung: "Ich habe vom Weihnachtsmann die Agenten-Station geschenkt bekommen!" Die stand auf dem Wunschzettel zu oberst, unser aller Freund vom Nordpol hat eben die besonderste Gabe, Kinderwünsche wahr werden zu lassen, dass ihre Augen leuchten wie die Nase von Rudolf dem Rentier, jedenfalls so ähnlich. Was will denn der getrennte Papi mehr als dass glückselige, playmobilige Kinder sich Agenten- oder Schul-Welten aufbauen, stundenlang - irgendein Teilchen fehlt am Schluss, meistens, das gehört dazu. Dann stehen Marie und Alexander morgens auf, springen hinunter zu ihren Spielzeugen und freuen sich auf ihre Reise mit dem getrennten Papi zur sehr lieben Verwandtschaft. Wohlan, nun macht sich der getrennte Papi einige Schnittchen, den einen oder anderen Tee, hört eine neue CD der NDR-Bigband mit Jazz-Kompositionen von Gabriel Coburger, eine davon heißt Taste of a peach, hört und fühlt sich auch so an, blättert in From Here To There , Alec Soth's America. im Vorwort wird die Nähe dieser Photographien zu Wim Wenders und seinem Paris, Texas assoziiert. Das ist einer der Lieblings-Filme von mir und es ist immer noch eine nachdrückliche Erinnerung, Harry-Dean Stanton vor Jahren kennen gelernt zu haben, damals haben wir selbst aufgenommene Kassetten ausgetauscht, ist also schon eine Weile  her, as time goes by. So oder So: der getrennte Papi wünscht Ihnen fröhliche und gesegnete Weihnachten, wo immer Sie gerade sein mögen...
Oder: Wann ist das Leben so eine Achterbahn, das die Achterbahn ein Leben ist? Worum es heute geht: Busfahren, Schnittchen, Möhren, Sigur Rós, Marie hat Geburtstag, gespaltene Gefühle, gefühlte Gespaltenheit, Alexander lässt einen Drachen steigen, Christo und Jeanne-Claude, Sam Shephard/Bruce Weber und ein Schlusswort von Charles Bukowski. Seitdem der getrennte Papi kein Auto mehr hat, fährt er Bus, das Fahrrad ist ihm geklaut worden und ein neues ist in der Versicherungs-Pipeline, Busfahren ist übrigens sehr entspannend, man sieht so andere, viele, ganz andere Menschen, fröhlich, traurig, gespannt, verknallt, laut, leise, stumm, mit Gepäck und ohne, kleine Kinder, große Kinder, Multi-Kulti ohne Ende, obwohl uns Politiker vorquasseln, es sei doch vorbei damit, Kulti-Multi hat es hier auch, der getrennte Papi jedenfalls kann im Bus fein seinen Gedanken nachhängen. War dieser Satz jetzt arg zu lang? Egal, ist ja der Papi-Blog. Und eigentlich hätte ich heute Abend noch einen Termin gehabt, aber den konnte ich kurzfristig absagen (Danke, Mr. Big !), weil ich das überwältigende Bedürfnis hatte, nun des Abends den 29. Blog zu schreiben. Also mit der 109 zum Hauptbahnhof gedüst, ins neue St.Georg-Zuhause, ab unter die Dusche (fast heiß), danach Schnittchen gemacht, einige Möhren dazu, Bionade (Ingwer-Orange, my favourite) aus der Pulle, Sigur Rós in den CD-Player geschmissen, der Titel der Doppel-Albums ( "Heima" ) passt sowieso, irgendwie ist dem getrennten Papi isländisch zumute (was immer das sein mag - mögen Sie völlig zu Recht fragen), in die rechte Sofa-Ecke wirft er sich, das Laptop findet seinen Platz auf der breiten Lehne und es wird geschrieben. Marie ist heute neun Jahre geworden und wie Millionen von Vätern vor dem getrennten Papi und Millionen von Vätern nach ihm, denkt er sich: "Himmel, wo ist die Zeit bloß geblieben?" Gibt es sie doch, die Zeitdiebe oder sind die Zeiten bisweilen einfach diebisch und wir lassen sie einfach zu rasch durch unsere Finger gleiten wie das Wasser in einem sehr klaren, aber doch etwas zu kalten Gebirgsbach, der auf den ersten Blick ganz so wunderbar anzuschauen ist, mit dessen unsichtbaren Stromschnellen wir jedoch auf den zweiten es vielleicht  nicht aufnehmen wollen? Nun, so ein eiskalter Gebirgsbach kann uns entschleunigen, das schafft allerdings ein Kindergeburtstag mit links - freilich ist der getrennte Papi erstmal mit sehr gespaltenen Gefühlen in seine Ex-Daheim gefahren und war so in seine Gedanken und Gefühle verstrickt, dass er im Bus einige Stationen zu spät ausgestiegen ist, retour fahren musste, besser war's, im Auto wäre er vermutlich über Rot geraten, wer sich verstrickt, kommt manchmal darin um...so, da bin ich wieder, zwischendurch eine Birne geschält, falls es jemanden etwas angehen sollte. Warum also die gespaltenen Gefühle? Logo, weil der Papi getrennt ist und weil er morgens eben nicht Marie in den Arm nehmen konnte und weil der Happy-Birthday-Anruf vor der Schule eben nicht das Gleiche ist wie gemeinsames Auspusten der Geburtstagskerzen morgens um sieben oder zusammen Auspacken der Geschenke oder süsses Zerkrümmeln des obligatorischen Zitronenkuchens. Alexander bekommt das eine oder andere kleine Präsent, ist ein bisschen angefasst, dass er nicht schon wieder Geburtstag hat, ist doch schließlich schon zwei Wochen her, der getrennte Papi entsinnt sich: in solchen Situationen hat er sich als Pöx einfach mal unter einen Tisch gekauert und ziemlich lang geschmollt und irgendwann gelang es, ihn rauszulocken und er stand kurz im Mittelpunkt und die Sache hatte sich erledigt. Nur, die gefühlte Gespaltenheit in diesen Tagen erledigt sich keineswegs pronto, denn neun Jahre sind neun Jahre sind neun Jahre, die hinter dem getrennten Papi liegen wie eine tiefe Furche in seiner Lebensspur, die hier und da über den Kopf ragt oder gar über ihm zusammenschlug als würde er lebendig begraben, aber dann wachte er nass geschwitzt doch wieder auf und hat es glücklicherweise lediglich geträumt, puh. Und zu diesem innerlichen Gedröhne passt es prima, dass Alexander vor die Tür will, um den Piraten-Drachen steigen zu lassen, den ihm der getrennte Papi mitbrachte. Raus an die frische, neblige, verhangene Luft, der modrige Geruch der Blätter hängt drin, der kleine Drache schwingt sich nach oben und Alexander und der getrennte Papi juchzen als hätten sie das Drachensteigen soeben erfunden. Im Haus spielt Marie mit ihrer besten Freundin und hat das Geschenk des getrennten Papi im Arm, ein Plüschpferd, um den Hals ein Tuch auf dem doch tatsächlich der Name des Bruders steht, das finden die Geschwister saukomisch und sie lachen sie scheckig und schräg und schräg und scheckig. Das Kaffeetrinken mit Mama und Omi und Opi gestaltet sich durch die Kinder entspannt, gleichwohl spürt der getrennte Papi die gefühlte Gespaltenheit, sie stichelt und sticht und bohrt und biegt sich ins Herz, sie umklammert es wie das Glück, wenn es unverhofft aus irgendeiner Ecke heraus uns lauernd anschaut mit diesem surrealistischen Blick: "Erkennst Du mich in Dir oder erkenne ich mich in Dir?" Dann ist es dunkel, verdammt, die Tage werden wieder so blöde und sinnlos kurz, Marie hat noch etwas für den getrennten Papi eingepackt, sie hat ihm in der Schule ein Krokodil gebastelt, steht schon auf einem Fensterbrett und Christo und Jeanne-Claude scheinen es aus ihrem Bild von sich aus anzulächeln, das ich heute endlich mit einem Rahmen versehen habe, ein schwarz-weißer Original-Print aus den Seventies, es zeigt die Beiden während ihres "Running Fence" in Kalifornien und das Glück lauert da nirgendwo, es springt geradewegs aus ihren Augen (Danke, Wolfi !). So, jetzt gibt's noch einen Pfefferminz-Tee und einige Seiten Buch im Bett. "Sam" von Bruce Weber ist dem getrennten Papi wieder mal in die Hände gefallen, eine kleiner photographischer Geniestreich wie Mr. Weber den Sam Shephard eingefangen hat, samt Jessica Lange, what a great couple. In diesem Büchlein finden sich die Hollywood -Schlussworte (für heute) von Charles Bukowsk i: "Lawyers, doctors, plumbers, they made all the money. Writers? Writers starved. Writers suicided. Writers went mad." Dazu alsbald mehr vom getrennten Papi...
Hinter diesem Link steckt ein RSS-Feed, über den Sie bequem in ihrem Newsreader informiert werden, wann immer ein neuer Artikel auf stern.de zu Ihrem Suchbegriff erscheint.
Was sind RSS-Feeds?Adolf Sauerland Angela Comedian Harmonists Duisburg Guerrero Guttenberg Hasloh HSV Kein Pardon Loki Loki Schmidt Microsoft Next Topmodel Piraten Piraten-Parteitag Prostitution Seehofer Walter Giller Wulff
Angela Merkel Bruce Darnell Carsten Spengemann Christian Wulff Frank-Walter Steinmeier Gerhard Schröder Heide Simonis Heidi Klum Herbert Grönemeyer Horst Seehofer Ilse Aigner Lothar Matthäus Matthias Sammer Mike Leon Grosch Oliver Kahn Paolo Guerrero Paris Hilton Philipp Lahm Tina Turner Tobias Regner
Dann stellen Sie sie in unserer Wissenscommunity "Noch Fragen".