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22. Dezember 2009, 10:41 Uhr

So kauft Hollywood Geschenke

Auch Promis brauchen Geschenke, besorgen sich diese aber auf andere Art und Weise als der Normalbürger. Eigens für Hollywood-Stars werden sogar Einkaufszentren geschlossen - damit Brad Pitt, Pamela Anderson und Co. in Ruhe shoppen gehen können. Von Christine Kruttschnitt, Los Angeles

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Wenn Promis shoppen gehen, muss die Bevölkerung draußen bleiben© Tony Gutierrez/AP

Als alles grün und gut war, war Weihnachten irgendwie leichter. Kate Hudson strickte im vergangenen Jahr ihrem Sohn einen Pullover (Wolle statt Wii!), Pamela Anderson verschenkte an sämtliche Freunde und Präsidenten - Bush nämlich und Obama - ein Buch mit schönem Titel "One Can Make a Difference", in welchem der Dalai Lama und Brigitte Bardot gleichermaßen über die Untiefen des Lebens räsonierten; und Cameron Diaz ging shoppen bei Whole Foods, einer Öko-Supermarktkette um die Ecke, in der sie Bio-Seife für ihre Lieben erstand, mit der man die Haare und den Hund und das Gemüse waschen kann.

Wir wissen natürlich nicht, ob Pamela Anderson in diesem Jahr schon wieder ein Buch gelesen hat. Oder ob Kate Hudson ihren mittlerweile Sechsjährigen noch einmal in einen Zopfmusterpullover stopfen kann. Wir wissen auch nicht mit Sicherheit, ob grün weiterhin angesagt ist - oder ob grünlich reicht? Wir wissen eigentlich nur eins: "Maxfield" brummt.

"Maxfield" ist ein grotesk teures Designerkaufhaus in Los Angeles, in dem von Madonna über Prince bis zu Megan Fox und angeblich auch Nancy Reagan die Reichen und Berühmten der Stadt einkaufen gehen. Victoria Beckham ist Stammkundin, das sollte eine Warnung sein für all diejenigen, die 150-Euro-Jeans für eine Lebensinvestition halten. Am Eingang zum Warenhaus sitzt ein großer Affe aus Stein, und wenn sich daneben ein großer Mann aus Fleisch und Sonnenbrille aufbaut, heißt das für den Kunden: Sorry, Privatverkauf. Gerade in der Vorweihnachtszeit, wenn die Temperaturen in Los Angeles auf klirrende 20 Grad fallen und die Starlets in Minirock und Fellstiefel anrücken, nimmt die Häufigkeit dieser "Private Sales" zu - Berühmtheiten stöbern nach Geschenken, das Volk muss draußen bleiben. Es sei nämlich schon vorgekommen, raunt der Türsteher, dass irgendwelche Leute Dennis Quaid in der Umkleidekabine ein Drehbuch aufquatschen wollten. Oder Madonnas Bizeps anfassen. Aber welche sieben Kostbarkeiten Brad Pitt hier für die Mutter seiner sechs Kinder ersteht - der Türsteher blickt steinern wie der Affe.

Promi-Geschenk fürs gute Gewissen: eine Eisbären-Patenschaft

Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder "gute" Geschenke, die ein Hollywood-Star seinen hundert engsten Freunden machen kann. Patenschaften für Eisbären zum Beispiel (nur 250 Dollar pro Stück beim World Wildlife Fund) oder GPS-Halsbänder für Antilopen in Namibia (5000 Dollar), mit denen Tierschützer deren Migrationsverhalten beobachten können. Die Migration von Hollywood-Stars hingegen ist dieser Tage ohne technische Hilfe observierbar: Sie führt in die Jagdgründe von "Fred Segal", einem Kaufhaus in Santa Monica, wo man erschöpfte Mütter wie Sigourney Weaver und Jamie Lee Curtis mit strahlenden Teenage-Töchtern Tüten schleppen sieht, sowie nach Beverly Hills zu den Klassikern Barneys New York, Saks, Neiman Marcus. Julia Roberts drehte in der Gegend "Pretty Woman", Winona Ryder ging hier klauen, Katie Holmes verbrachte dort ihre wahren Flitterwochen mit Tom Cruises Kreditkarte und ließ an einem einzigen Nachmittag bei Neiman Marcus angeblich einmal 100.000 Dollar liegen. Für den Gatten sprang eine Uhr heraus; wer weiß, vielleicht für Weihnachten.

Gerade jenes Kaufhaus veröffentlicht alljährlich den Katalog "The Christmas Book", der sich an eine Klientel richtet, die alles hat und alles kennt, nur keine Rezession. Er ist voller Hollywood-gerechter Geschenkideen: ein Wasserflugzeug für 250.000 Dollar zum Beispiel, zugegeben ein wenig kostspielig. Aber im Preis inbegriffen sind Flugstunden für den Sportpilotenschein, und zwar für Sie & Ihn à la Angie & Brad. Abgehoben, ja. Aber doch auch wahnsinnig romantisch. Irgendwie.

Es ist eben auch in Hollywood das Fest der Liebe, und noch immer gelten die Zeiten, da eine junge Whitney Houston einem Reporter verriet: "Alles, was ich mir zu Weihnachten wünsche, ist eine gute Beziehung mit einem starken schwarzen Mann, der gläubig und sensibel ist." Halleluja: Materielles ist für die Material Girls und Boys von Hollywood einfach das Letzte auf der Liste - schon, weil für sie das ganze Jahr Weihnachten ist. Jeder öffentliche Auftritt gereicht mehr oder weniger zur Bescherung: Nicht nur die Roben und Smokings, in denen die Stars über Rote Teppiche schreiten, sind kleine Aufmerksamkeiten der Designer - in der Regel zahlen die Filmstudios fürs Herrichten ihrer Schäfchen, vom Frisör bis zur Botox-Spritze, und nach erfolgtem Ego-Trip bei Preisverleihungen und Premieren wartet ein Geschenkkörbchen auf den geschafften VIP. Wie praktisch, dass Filmpreise und andere Branchen-Feierlichkeiten in die Vorweihnachtszeit fallen: In so genannten "Gift Lounges" dürfen sich die Stars frei bedienen, da liegen Gutscheine für Safaris und Spa-Behandlungen herum, Fitnessgeräte und Computer-Gimmicks, Kleidung, Schmuck, Kosmetik. Bezahlt werden die Souvenirs von den Herstellern, für die ist das wie Weihnachten, wenn eines Tages der Star in ihrer Safari-Lodge auftaucht oder ihre Ohrringe spazieren trägt.

Und die reich Beschenkten können sich zum Fest der Liebe dann halt ganz bescheiden einen frommen Mann wünschen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Von Christine Kruttschnitt, Los Angeles
 
 
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