21. Juni 2012, 13:53 Uhr

Ein fast normaler Prinz

Das Volk liebt ihn als Bilderbuch-Thronfolger, mit seiner Frau Kate möchte er bald eine Familie gründen. Für Prinz William könnte das Leben an seinem 30. Geburtstag kaum besser laufen. Dabei hatten ihn manche nach Dianas Tod schon aufgegeben.

Gerade noch hatte er frisch und proper in Uniform mit der Familie zur Feier des 60. Thronjubiläums der Großmama vom Schiff gewunken. Kurz darauf tauchten Fotos von Prinz William auf, wie er mit leicht glasigen Augen aus einem Londoner Club kommt. Deutlich sowohl auf dem wankenden Schiff als auch auf den Ausgeh-Bildern zu erkennen: Ein paar Drinks oder Themsewellen und Millionen Zuschauer können den Zweiten der britischen Thronfolge nicht umhauen. Auf erstaunliche Weise hat er in den vergangenen Jahren seine Balance gehalten - trotz oft äußerst widriger Umstände. Am 21. Juni wird William Arthur Philip Louis 30, und könnte kaum besser dastehen.

Beim Volk ist er unglaublich beliebt. Umfragen belegen regelmäßig den Wunsch vieler seiner Landsleute, William zum Nachfolger der britischen Königin Elizabeth II. zu machen - und dabei seinen Vater, Thronfolger Prinz Charles (63), zu überspringen. Das allerdings wäre nicht nur verfassungstechnisch äußert schwierig, auch im Selbstverständnis der Royals kommt das einfach nicht vor.

William ist diszipliert und pflichtbewusst wie die Queen

Bei den Feiern zum Thronjubiläum der Queen Anfang Juni machte diese dann auch nochmal ganz deutlich: William ist für sie äußerst wichtig, gehört zum absoluten Kern der Familie. Aber Charles ist als Erster dran. Auf den Balkon des Buckingham Palastes nahm die Queen zum traditionellen Gruß neben den beiden Thronfolgern nur noch deren Ehefrauen und Williams Bruder Prinz Harry mit - ein eindeutiges Zeichen, wer die britische Monarchie in die Zukunft führen soll.

William soll seiner Oma sehr ähnlich sein, nämlich extrem pflichtbewusst und diszipliniert. Gleichzeitig kommt er mit seinem jungenhaften Charme auch äußerst modern rüber. Von seiner Mutter Prinzessin Diana hat er offenbar das Talent geerbt, warmherzig auf Menschen zuzugehen und von diesen ziemlich schnell ins Herz geschlossen zu werden. Zusammen mit seiner adretten Ehefrau Kate an der Seite, die schon im Januar 30 wurde, scheint er unschlagbar. Manchmal gibt es Vorwürfe, er sei langweilig - aber das wird ihm von vielen auch als Selbstschutz ausgelegt.

Spektakulärer Rosenkrieg

Wer hätte gedacht, dass aus William mal ein fast wie ein normaler Bürger wirkender Prinzensohn wird - mit Job, Ehefrau, Haus auf dem Land und ohne Skandale? In den 1990er Jahren sah das noch anders aus. Reihenweise Psychologen sagten voraus, dass man eine Kindheit und Jugend, wie er sie gehabt hat, eigentlich gar nicht unbeschadet überstehen kann. Schon als er noch ganz klein war, war er von Fotografen umgeben. Gleichzeit begann die Ehe von Vater Charles und Mutter Diana zu bröckeln.

Den spektakulär ausgetragenen Rosenkrieg bekam er dann voll mit: Die Mutter erzählte der Nation von Selbstmordgedanken, der Vater von seinem Wunsch, ein Tampon für Geliebte Camilla sein zu wollen. Eine Schlammschlacht sondergleichen tobte rund um William und den Rest der Familie. Dann der große Schock: Der Tod Dianas bei einem Autounfall 1997 in Paris.

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