In jenem ersten Comic, der 1969 unter dem Namen "Die Schlümpfe und die Zauberflöte" in Deutschland erschien, benötigt der Held Pirlouit, der in Deutschland Pfiffikus heißt, eure Hilfe. Er braucht unbedingt eine Zauberflöte für den König - und nur ihr habt die Gabe, eine solche herzustellen. Dass ihr noch zu ganz anderen Dingen fähig seid, hat damals niemand geahnt. Mal abgesehen von Papa Schlumpf, der neben Physik, Ökonomie und Alchemie so ziemlich alles kann, besitzt jeder von euch eine besondere Gabe. Der Musikschlumpf beherrscht nahezu jedes Instrument, der Handwerker-Schlumpf kann alles reparieren und der Tortenschlumpf backt die besten Kuchen. Und alle zusammen baut ihr ständig an diesem Damm herum, der den Wasserstand im Schlumpffluss kontrolliert. Nein, langweilig wird es euch wahrlich nie.
1975 haben unsere Bilder sogar laufen gelernt. "Die Schlümpfe und die Zauberflöte" hieß der erste abendfüllende Spielfilm. Später hat der amerikanische Sender NBC zusammen mit Peyo auch Zeichentrickserien mit euch produziert - und erreichte damit Einschaltquoten von bis zu 42 Prozent. Heute kennt euch fast jedes Kind auf der Welt. Egal ob ihr "Pitufos" heißt wie in Spanien oder "Strumparnir" wie in Island: Eure blaue Farbe und diese blöden Mützen machen euch unverwechselbar.
Drei Jahre nach dem Film allerdings kommt großes Unglück über euch: Der unsägliche Holländer Petrus Kartner, besser bekannt als Vader Abraham versucht seine Karriere mit absurden Schlumpfliedern wieder in Schwung zu bringen. Mit "Sagt mal wo kommt ihr denn her? Aus Schlumpfhausen, bitte sehr", singt er sich sogar in die Charts. Und 30 Jahre später tanzen dazu noch die Menschen in Diskotheken.

Endlich darf er mal: Harmony spielt ein Geburtstagsständchen© www.happysmurfday.com
Ich muss gestehen, ich bin ein wenig neidisch auf euren Erfolg. Man nennt euch Smurf, Strunf, Puffo, Sumafu, Lan-Shing-Ling oder Torpikeks, es gibt Vergnügungsparks mit Schlümpfen und rund 3000 Merchandising-Produkte. Allein von diesen kleinen Plastikfiguren existieren rund 500 verschiedene, die weltweit 300 Millionen Mal verkauft wurden. Und ich, der böse Gargamel, spiele immer nur den fiesen Deppen. Sogar der Bonbonhersteller "Haribo" hat mich vergessen, als er euch in essbares Gummi verwandelte. Was für ein Coup! Bis heute seid ihr das einzige blau-gefärbte Geleebonbon des Gummibärchen-Herstellers. 6,5 Milliarden Haribo-Schlümpfe haben Kinder schon geschluckt. Und keinen einzigen Gargamel. 1992 ist unser Zeichner Peyo gestorben. Seither schreibt seine Witwe Nine und sein Sohn unsere Geschichte fort. Man kann sich sicher sein, dass zu den bisher weltweit verkauften 25 Millionen Alben noch einige hinzu kommen werden. Vielleicht kriege ich euch darin dann endlich mal zu fassen.
Herzlichst, Euer Gargamel