. .
Leute - Stars und Promis
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
22. Juni 2008, 07:00 Uhr

Eine schrecklich coole Familie

Jimi Blue (l) und Wilson Gonzales Ochsenknecht scherzen bei der Premiere ihres Films "Die Wilden Kerle 4" im Mathäserfilmpalast in München© Ursula Düren/dpa

"Wir sind alles, aber nicht normal!"

Was der Vater schon damals vergebens versuchte, probieren nun auch die Söhne aus: Popstar werden. Dabei hat nie zuvor jemand unentschlossener versucht, Justin Timberlake zu imitieren als Jimi Blue. Drei antrainierte coole Gesten reichen nicht, um zu verdecken: Der Junge ist alles, aber kein Sänger. Für die Plattenfirma trotzdem ein lohnendes Geschäft: "Mission Blue" verkaufte sich bisher mehr als 100.000-mal. Längst bewirbt das Label eine eigene Jimi- Blue-Kreditkarte, mit der schon Zwölfjährige zu sorglosem Konsum animiert werden: "Endlich kannst auch Du bargeldlos im Internet bezahlen!", heißt es auf Jimi Blues Homepage.

Wer mit einer schlechten Timberlake- Kopie nichts anfangen kann, darf selbstverständlich eine Alternative kaufen: Auch Wilson Gonzales singt. Er rockt sogar. Und bemüht sich ebenso redlich wie sein Bruder, eigene Pfade auf dem beschwerlichen Weg vom Kinderstar zum Mann zu beschreiten. "Ich bin in Frauensachen in gewisser Weise ein Allrounder", ließ der 18-Jährige in einem Interview wissen und fügte über seine Familie hinzu: "Wir sind alles, aber nicht normal!" Niemandem ist es peinlich, dass die Ochsenknechts so penetrant auch dem letzten Erdenbürger beweisen wollen, wie rebellisch, wie wild, wie unangepasst man im noblen München-Grünwald lebt.

Das Konzept geht, wenn schon nicht schauspielerisch oder musikalisch, so doch zumindest marketingtechnisch auf: Die Ochsenknechts saßen bei "Wetten, dass..?" auf dem Sofa und durften mannhaft in ein Becken mit eiskaltem Wasser springen. Oder wurden bei "Johannes B. Kerner" in eine atemraubende Konversation verwickelt: Nein, die Fans seien nicht lästig, obwohl sie in den Schulferien manchmal sogar an der Haustür klingelten. Ja, man interessiere sich prinzipiell schon für Mode und tausche unter Brüdern auch mal die Klamotten aus.

Ernst genommen werden

Den Marktwert schmälert das nicht. Fast wöchentlich widmet "Bravo" den Ochsenknechts Berichte, in denen höchst intime Details zutage gefördert werden. Jimi Blue: "Meine Traumfrau dürfte keinesfalls spießig sein!" Chefredakteur Tom Junkersdorf hält Jimi Blue für einen "Kinder-Movie-Star" wie Tommy Ohrner ("Timm Thaler") oder Patrick Bach ("Silas"), billigt ihm aber keine Sonderrolle zu: "Die Ochsenknechts sind unter den aktuellen Stars zwei von vielen. Jimi Blue polarisiert nicht. Er ist immer nett, brav, freundlich, wohlerzogen. Er bietet kaum Angriffsfläche. Entweder man liebt ihn, oder er ist einem egal."

Wilson Gonzales versucht sich als Rocker© Patrik Stollarz/Getty Images

Man kann auch zu anderen Schlüssen gelangen, wenn man das Internet durchstreift. Besonders Männer haben es auf die Brüder abgesehen: "Es wird Zeit, mit dem Tabu zu brechen, Jugendliche nicht hassen zu dürfen", schreibt "pantoffelpunk" in einem Webforum, "mit Jimi und Wilson endet die Schonzeit für die nachfolgende Generation. Die Jugend, die sowas gut findet, ist Scheiße. Basta!" Und "Harry Kuntz" meint zu ihren musikalischen Ambitionen: "Ihr Englisch klingt wie das der Nazis in Indiana-Jones-Filmen."

Einen der intelligenteren Beiträge liefert Userin "anna Licht": "Wie viel Mühe man sich da gegeben hat, zwei unterschiedliche Formate zu produzieren, über einen Genpool möglichst flächendeckend kaufkräftige Jugendliche anzusprechen. Fehlt nur noch ne Ochsenknecht-Schwester, die man wahlweise Richtung Britney Spears oder Amy Winehouse schubst. Mir tun die irgendwie doch ein bisschen leid, weil auch sie nix als Produkte sind, aber schätzungsweise die 'Aus-Dir-wird-was-ganz-Großes- Scheiße' zu hören bekommen."

Jimi Blue jedenfalls möchte in Zukunft auch Mode entwerfen. Kein Teenie-Star mehr sein. Ernst genommen werden. Aber das ist schwer, wenn einen Mama und Papa zwar gern als jüngsten Spross einer Münchner Schauspieler-Dynastie vorführen, aber einen dann so blöd im Regen stehen lassen wie in Berlin beim "New Faces Award": Jimi Blue bekommt gleich als Erster seinen Preis - als neues Gesicht des Jahres. Nur hat ihn darauf offenbar niemand vorbereitet.

Wer jetzt auf eine coole Dankesrede wartet, bekommt richtig was geboten: Jimi Blue am Mikro. Erster Satz. "Weiß gar nicht, was ich sagen soll." Zweiter Satz: "Oh, meine Hose rutscht!" Verlegenes Nesteln an der extraweiten Jeans. Dritter Satz: "Ja, also, ich, ähh, vielen Dank an alle, und, ähm, mir fällt leider nicht mehr ein. Ja. Schönen Abend noch. Und ja. Tschüss!" Das Publikum lacht, und es ist kein freundliches Lachen. Himmel, der Junge ist erst 16. Und sucht seinen Weg.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 25/2008

Von Tobias Schmitz
Seite 1: Eine schrecklich coole Familie
Seite 2: "Wir sind alles, aber nicht normal!"
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
matthias08 (23.06.2008, 13:28 Uhr)
Neidisch?
Wenn man sich die ganzen Kommentare durchliest, könnte man direkt glauben, dass eine neue Neiddebatte ausgebrochen ist.
Da haben 2 junge Leute ne Menge Startkapital für ihre Karriere von ihren Eltern bekommen und nutzen das natürlich auch aus. NA UND??? Nur weil ihr alle keine Superstars geworden seid, braucht ihr hier nicht so herumzuflennen.
Fidi4877 (23.06.2008, 11:03 Uhr)
einfach nur nervend
sorry, aber es ist einfach nur nervend wie man versucht, zwei personen mit aller macht und peinlichkeit in die öffentlichkeit zu pressen. ist aber bezeichnend für unsere medienlandschaft und vor allem das musikgeschäft. hier sehnt man sich nach den guten alten zeiten, wo noch talent gezählt hat...
johnniedeamonic (23.06.2008, 09:53 Uhr)
ein Müllwagen voll Geld
Sind beide ja noch Kinder, die können nichts dafür wenn ihnen jemand einen Müllwagen voller Geld vors Fenste stellt und verspricht sie so erfolgreich zumachen wie Papi,
wenn man dann noch das Pech hat wie Bill vom Tokio Hotel auszusehen dann ist FLucht nach vorne das einzig nachvollziehbare ;)
vegefranz (23.06.2008, 07:45 Uhr)
was soll so ein Artikel?
Das ist ja Bosheit pur. Man muss die Leute ja nicht toll foinden. Gibt es nichts Wichtigeres? Jeden Tag werden in Berlin Leute in der U-Bahn überfallen. Darüber habe ich schon lange nichts mehr gelesen
Dylan1941 (23.06.2008, 07:35 Uhr)
Ochsenknecht
Eigentlich sagt doch der Name dieser talentfreien Familie alles aus !
kuni40 (23.06.2008, 05:09 Uhr)
Hm......
was fuer eine Ansammlung haesslicher Bemerkungen! Hab selten so viel Bosheit auf einmal gesehen. Selbst die Kommentare zum Nichtrauchergesetz waren im Vergleich zahm!
Ich find's gut, dass endlich mal wieder jemand deutsche Kinderfilme gemacht hat, die die meisten Kinder auch sehen wollen.
UR63 (22.06.2008, 20:34 Uhr)
Hoffentlich ...
ließt dieser Typ auch diese Beiträge!
Falls er lesen kann!
Zur Ische!
Stimmt genau!
UR63 (22.06.2008, 20:32 Uhr)
Schon die Namen...
Jimmyblue???
Ich sage nur SanDiego??
Verona Dumpfbacke lässt grüssen!
In welchen Film hat der ??wie heißt der eigentlich mitgespielt???
Kalox (22.06.2008, 18:35 Uhr)
das ist doch das eigenartige...
...das aus leuten wie diesen ochsenknechten, aber auch z.b. den söhnen von prinzessin diana plötzlich wunderschöne junge männer gemacht werden - mal ganz ganz (ganz) ehrlich, stellen Sie sich doch bitte vor, einer wie "prinz" harry oder der andere bzw. jimi hendrix blue ochsenknecht würden Ihnen in der bahn gegenüber sitzen, aber kinder ganz normaler menschen - wären die da auch nur einen deut "attraktiver"(groteskes wort im zusammenhang mit diesen ganzen hässlichen vögeln) als andere? ich denke nicht...
itsalltitts (22.06.2008, 16:49 Uhr)
sickos
mit einer sehr unangenehmen ausstrahlung.
MEHR ZUM ARTIKEL
Uwe Ochsenknecht "Mir liegt das Komödiantische"

In seinem neuen Film spielt er einen Koch, der in eine blutige Auseinandersetzung gerät. Ein Gespräch mit Uwe Ochsenknecht über Kleinigkeiten, die Konflikte auslösen, und die Prophezeiung einer Hollywood-Karriere. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft