
Da waren es noch vier: Max Buskohl (2.v.l.) stieg bei DSDS aus, Lisa Bund wurde rausgewählt, im Finale standen Mark Medlock (l.) und Martin Stosch© Gregorowius/RTL
Nein. Dass man mit der richtigen Musik das Publikum begeistern kann. Ich wollte immer, und dazu stehe ich bis heute, dass die Leute interessiert, was ich mache.
Das ist völlig falsch. Ich stand auf Hardrock, Uriah Heep, Santana, ich hab dann versucht, ähnliche Nummern zu schreiben, so war das. Eine Zeit lang habe ich mich auch mal an Smokie orientiert. Irgendwann stand dann Chris Norman, der Sänger von Smokie, selber bei mir vorm Mikrofon.
Ich hab seine erste Solo-Nummer mit ihm aufgenommen, "Midnight Lady", und wir waren sechs Wochen Nummer eins. Früher habe ich auch Titel von Engelbert gesungen, später stand auch der bei mir im Studio, und wir haben ein Hyper-Gold-Album gemacht. Guck mal, Bonnie Tyler, Al Martino, Dionne Warwick, wie sie alle heißen, die mussten meine Texte singen - englische Texte von einem Deutschen!
Ach was. Dionne Warwick stand mit mir im Studio und hat nicht einmal gemuckt. Die hat den Text so durchgesungen und gesagt: Dieter, hammermäßig ...
Like a Hammer! (lacht)
... so hieß auch schon eins von Hot Chocolate. Es war fast alles schon mal da. Außer "Geronimo’s Cadillac"! Mir war immer wichtiger, dass es schöne Worte sind, als dass da ein ganz toller Text bei rauskommt. Das muss wie Butter runtergehen. Wenn wir statt "You’re My Heart, You’re My Soul" so was wie "Nuclear Cheese Pieces" gesungen hätten, wäre es kein Hit geworden.
Ich war ja im Dezember in Moskau, da haben wir vor 32 000 Menschen gespielt. Die freuen sich einfach, wenn sie "You’re My Heart, You’re My Soul" hören. Und zweimal im Jahr ertrage ich das auch. Wenn ich hier in Hamburg spielen würde, kämen vielleicht 3000 Leute, das lasse ich lieber. Aber dort macht das echt Spaß.
Ja, klar.
Die hatten im Chor gesungen. Ich auch. Ich habe, als diese Vorwürfe aufkamen, einem unabhängigen Gremium vorgesungen und bewiesen: Das war meine Stimme.
Die Plattenfirma hatte ja mit Modern Talking schon Millionen verdient und wollte einfach ihre Ruhe haben. Das hätten die nicht machen müssen, das war reine Wohltätigkeit. Ich hätte es nicht getan.
Quatsch, das muss er nicht. Was der alte Bohlen, mein Papa, da zu mir gesagt hat, ist ja nix anderes als das, was ich heute den Kandidaten bei DSDS erzähle. Er wollte mich abschrecken: Willst du wirklich Musik machen, willst du dieses Risiko eingehen? Oder willst du nicht doch ins Geschäft, in unsere Straßenbaufirma, da bist du finanziell auf der sicheren Seite? Er fragt mich übrigens heute noch, ob ich mit meinem Geld auskomme!
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 19/2007