
Sie waren mal ein Paar: Drew Barrymore und Justin Long, ihr Filmpartner in "Verrückt nach dir"© Ian Gavan/Getty Images
Das Schauspielern, das ganze Filmemachen sei ihr Leben, sagt sie. Und die Sätze werden flüssiger, jetzt endlich lächelt der Mund. Ja, es ist so etwas wie Familie für sie, das Team, die Freunde - und sie ist der Workaholic, was sie öfter sagt. Jetzt, mit 35, fühle sie sich erwachsen. Richtig erwachsen und dazu gehöre eben auch zu wissen, was man noch lernen müsse, "eine ganze Menge". Man hat jetzt Mühe, die eben noch spröde Barrymore zu bremsen. Ob sie überlegt habe, nur mal zum Spaß, das zum Verkauf stehende sagenhafte Studio MGM zu kaufen? Nein, so viel Geld habe sie nun auch wieder nicht, "aber ich glaube schon, dass ich da einen guten Job machen würde". Und jetzt geht's richtig los: Drew Barrymore unter Dampf, mit einem fast lüsternen Ton in der Stimme.
"Ich hätte das Geld gut unter Kontrolle, bei mir hätten Regisseure komplette Freiheit und ich hätte ein brillantes Marketingteam", sagt sie, und man möchte etwas fragen, aber Drew ist schon weiter: "Ich kenne jedes Detail beim Filmemachen, ich wüsste exakt, was zu tun ist", sie spricht das "exakt" in Großbuchstaben und mit Ausrufezeichen aus. Und außerdem "habe ich beim Film so oft viel Geld in die falsche Richtung verschwinden sehen". Wie? "Ich würde das ganze System der Gagen ändern, es geht nicht, dass manche Gagen so hoch sind und dem Film dann Geld für das Marketing fehlt." Man kann glauben, dass sie weiß, wovon sie spricht, 32 Jahre Film-Erfahrung. Ob das ihre Zukunft ist: Filme produzieren und Regie führen? "Absolut." Anders gesagt: Schauspielern ist für Drew Barrymore so etwas Lässiges wie Kellnern, in Wahrheit ist sie längst dabei, das ganze Restaurant zu übernehmen.
Sie schaut aus dem Fenster, und auf der anderen Seite der kleinen Londoner Straße sind Paparazzi zu sehen, die auf ein Bild von ihr lauern. Ihr Ex-Freund und Filmpartner Justin Long ist auch in der Stadt, sie sind in der Nacht zusammen auf einer Party gesichtet worden, dann aber in verschiedene Hotels gefahren. Sie verdreht die Augen: Nein, sie würde nichts über sich in den Zeitungen lesen, es sei ihr auch egal, was da stehe.
Sie war zweimal verheiratet - Ehen, die wie ein Versehen aussahen und schnell wieder geschieden wurden. Und auch wenn sie sagt, dass sie eine "romantische Person" sei und viel lieber "altmodische Briefe" als E-Mails schreibe, klingt das dünn. Eine Firma in Hollywood kann man nicht mit Briefpost leiten und sie weiß das. Und es passt zu der echten Drew Barrymore hier in London, wenn sie sagt: "Ich glaube, es ist für eine Frau ungesund, ihr Leben für den einen Mann aufzugeben und alle Hoffnungen und das Glück in ihn hineinzulegen. Ich glaube, viele Frauen haben das Problem: Wie kann ich beides zusammen haben? Den Job meines Lebens und den Mann meines Lebens?" Drew Barrymore lächelt jetzt. Sie hat den Job ihres Lebens.