
Supermodels bei der Arbeit: Gisele Bündchen, Alessandra Ambrosio, Tyra Banks, Adriana Lima und Heidi Klum© Getty Images
Denn in den USA erschien gerade "Heidi Klum's body of knowledge", ein Bilderbuch mit Lebenstipps (im Frühjahr auf Deutsch). Ebenso entrüstet wie ausführlich zitiert das Blatt Stellen wie: "Hast du Sex nur im Dunkeln? Warum so gehemmt?" und andere unerhört verruchte Passagen. Die 31-jährige Jungautorin lässt einen schwulen Freund zu Wort kommen, der vom "Beißen" in männliche Brustwarzen ab- und zu "Pusten" rät, "das macht Männer verrückt". Desgleichen empfiehlt sie Sex in der Dusche und erotische E-Mails der Art: "Ich muss daran denken, wie du unter deinen Dessous aussiehst ..." Das Buch ist eine Hymne ans Nettsein und an deutsche Disziplin ("Du musst es wollen, Baby"), ein unterhaltsamer Ausflug in die Welt der Reichen und Schönen, in dem Heidi von ihren Anfängen erzählt (mühsam), ihrem ersten großen Fernsehauftritt, bei dem sie jodelte ("genial"), von Großmutters Sauerkrautsuppe ("raffiniert") und vom Vielfliegerstress ("Schreiben Sie Postkarten!"). Schamlos? Ach was. Eher zwecklos, kein Mensch ändert sein Leben nach Lektüre, aber so ist das mit Models, sie verkaufen Träume.
Und Heidi verkauft noch eine Menge mehr: Die junge Mutter entwirft Schmuck, verziert Gesundheitssandalen, gibt ihren Namen für Parfüm und Mode, bewirbt Enthaarungsgeräte, Gumminaschzeug und ab dem neuen Jahr Burger für McDonald's. Seit Anfang Dezember moderiert sie in den USA die Fernsehshow "Project Runway", in der sie Nachwuchs-Designer zum Wettschneidern treibt und allwöchentlich einen feuert. Und sogar gesungen hat sie. "Jingle Bells" trällerte einem in der Vorweihnachtszeit auf www.Heidiklum.com entgegen. Den Vorschlag, mit Seal einen Song aufzunehmen, hat sie in klassischer Heidi-Manier weggelacht.
Model, Moderatorin, Managerin des eigenen Imperiums. "Ich will nicht nur von etwas träumen", sagte die Vielbeschäftigte kürzlich einer britischen Zeitung, "ich will, dass etwas passiert." Oh, keine Bange, viel passiert, das Beste sogar dann, wenn man gar nicht damit rechnet. "Liebe", sagt sie, angesprochen auf Seal, "ist etwas Wunderbares. Könnte mein Lächeln strahlender sein?" Na, klar, Heidi. Bei der Hochzeit!
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 01/2005