Für die Öffentlichkeit war schwer, einen Blick auf die strengstens abgeschirmte Thronfolgerin werfen zu können. Allerdings outete sich die königliche Praktikantin als begeisterte Tänzerin und neugierige Berlinbesucherin. "Ich hoffe, sie werden mir Abends freigeben", sagte Victoria mit Blick auf ihren Praktikumschef Jonas Augustson.
Untergebracht war sie in einer eigenen Wohnung. "Aber ich werde nicht sagen, wo die ist", schmunzelte sie. Einen Journalisten, der sie nach ihrer Lieblingsmusik befragte und wissen wollte, ob sie gerne tanze, beschied sie keck: "Fragst du mich hier gerade nach einem Date?" Mehr Privates war nicht zu hören. Ob sie einen Freund habe, darauf antwortete die Prinzessin nicht.
Dafür präsentierte sie sich bestens gewappnet für ihre öffentliche Rolle als zukünftige Königin von Schweden. "Ich bin sehr stolz auf mein Land." Das mit der Monarchie sei schon eine komplizierte Sache. "Für mich ist es wichtig, eine gute Botschafterin meines Landes zu sein", umschrieb sie ihre Rolle. Das Praktikum diene unter anderem auch dazu, die deutsch-schwedischen Beziehungen noch besser kennen zu lernen. Einige Male wollte sie in Städte außerhalb Berlins reisen.
Normal ist im Leben eines Königskindes gar nichts, und das weiß Victoria schon lange. Ihren ersten Staatsbesuch machte sie als kleines Mädchen in Finnland - "ich hatte davor Angst", erinnert sie sich. Und auch wenn sie nicht als Prinzessin, sondern als Praktikantin unterwegs ist, kommt Victoria inkognito nirgends hin - schon der Griff zum Lippenstift bei der Ankunft war auf Fotos festgehalten, und der Gang in den Supermarkt (Victoria kaufte Brot, Margarine und Wasser) wurde in einer Boulevardzeitung dokumentiert.
Wie sie damit klar kommt? "Indem man versucht, so zu sein, wie man wirklich ist", sagt die Prinzessin. Für sie, die in den späten 90ern unter Magersucht litt, war das nicht immer leicht. "Ich habe schon einige der Fotografen in den Büschen gesehen", beschwerte die 25-jährige zu Beginn ihres Berlin-Aufenthalts. "Ich bitte wirklich sehr darum, in Ruhe in Berlin sein zu können", appellierte sie auf englisch, nicht deutsch - vielleicht aus Sorge, sie könnte einen klitzekleinen Fehler machen, der ihr dann vorgehalten würde.
Vorsichtig betonte sie: "Mein Wissen ist äußerst begrenzt. Und die Position einer Praktikantin ist die, die ich unter normalen Umständen auch haben würde." Und sah dabei wie das Mädchen von nebenan aus mit ihrem Pferdeschwanz, beigefarbener Bluse, weißer Hose und spitzen Stilettos.