Es sei keine Überzeugungsarbeit nötig gewesen, um den Erbgroßherzog für eine Hochzeit im Rathaus zu gewinnen, sagt Bettel. Der 30-Jährige habe sofort Ja gesagt, als er von dieser Möglichkeit erfuhr. Für die Vermählung von Guillaume und Stéphanie wurde der Sitzungssaal des Rathauses eigens frisch tapeziert und gestrichen. 40 bis 50 Gäste werden bei der standesamtlichen Trauung erwartet. Das Großherzogtum pflegt besonders enge Kontakte zum englischen und belgischen Königshaus.
Der Politikwissenschaftler Guillaume, der auch die Titel Erbprinz von Nassau und Prinz von Bourbon-Parma trägt, gilt als offener Europäer. Er besuchte Schulen in Luxemburg und in der Schweiz, absolvierte die Militärakademie in Sandhurst und studierte in Großbritannien und Frankreich. Er hatte sich Ende April mit Stéphanie verlobt, die aus einer der ältesten Adelsfamilien in Belgien stammt - und Germanistik in Belgien und in Berlin studiert hat. Die 28-Jährige will noch vor der Hochzeit Luxemburgerin werden.
Besonders ist das Geschenk, das die Stadt dem Brautpaar zur Hochzeit macht. Es sollte - nach Wunsch Guillaumes - eines sein, dass die Beiden mit den Bürgern teilen könnten, sagt Bettel. Also gibt es am Samstagabend ein großes Party-Programm in der Stadt - mit viel Musik und einem Feuerwerk, das exakt 16,5 Minuten dauern soll. Für die Feier wurde eigens die Sperrstunde aufgehoben. Es wird zugleich ein Großeinsatz für Luxemburgs Polizei: Am Hochzeitswochenende gilt für alle Polizisten im Land Urlaubssperre.
Die Hochzeit bringe Luxemburg "Glanz und Resonanz", sagt Pinnel. Das Ereignis sei eine "gute Gelegenheit, auf dem internationalen Parkett zu spielen". Sein Tourismusbüro bietet ein Pauschalpaket für Reisende zum Adels-Hochzeitswochenende an: mit einem Public Viewing der Trauung, einer Stadtführung "Auf den Spuren der Luxemburger Dynastie" und dem Besuch einer Konditorei, die den Hof beliefert.
Die Familie des Großherzogs ist in Luxemburg beliebt. Die Bürger schenken dem Brautpaar unter anderem eine Riesen-Glückwunschkarte: Sie ist rund vier mal drei Meter groß - und wird in diesen Tagen auf Tour durchs Land geschickt, so dass die etwa 500.000 Luxemburger ihre Glückwünsche darauf schreiben können.