Schon bevor eine Auktion losgeht, ist für den potenziellen Bieter immer nachvollziehbar, an wen der Erlös der Versteigerung später gehen wird. Zur Zeit ist auffallend oft die Stiftung "Agapedia" Nutznießerin. Das liege aber daran, sagt Corinna Busch, dass Jürgen Klinsmann eine ganze Menge handsignierter Fußballtrikots zur Verfügung gestellt hätte (u.a. von Marcelinho, Berti Vogts und Olaf Thon), die nun nach und nach versteigert würden. Die Prominenten wählten selber aus, an welche Organisation ihre Auktionserlöse gehen sollen. Grundsätzlich werde aber keine Einrichtung bevorzugt.
"Stargebot" will aber auch den gemeinnützigen Einrichtungen eine Plattform bieten, die es ihnen erlaubt, ihre Arbeit bekannter zu machen. Man strebt langfristige Partnerschaften an. Derzeit wird gerade an der wechselseitigen Verlinkung zwischen "Stargebot"und den Partnerorganisationen gearbeitet. Da viele Stars - wie z.B. Jürgen Klinsmann - eigene Hilfsorganisationen gegründet haben, ist der Effekt von "Stargebot" ein doppelter: Die Organisationen profitieren von den Stars, aber die von den Stars gegründeten Organisationen (wie "Agapedia") profitieren auch von der Plattform.
In der Regel werden nur solche Organisationen ausgewählt, die das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) haben, einer Art "Wohlfahrts-TÜV". Sieht man auf der Website von "Stargebot" nach, findet man auch nur seriöse Organisationen wie "Care", "Terre des hommes" oder die "Hospizbewegung Münster".
Und wie ist das mit dem Geld? Wie sicher kann man sein, dass auch alles bei den Bedürfigen ankommt? Seit dem Unicef-Skandal ist die Öffentlichkeit für diese Frage besonders sensibilisiert. Es gebe zwei Konten, erklärt Corinna Busch: ein Wirtschaftskonto und ein Auktionskonto. "Auf Anfrage gewähren wir jedem Gewinner gern Einblick ins Auktionskonto." Bislang habe aber noch niemand von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, sagt Busch. Zudem könne man sich per Anruf bei der begünstigten Organisation leicht davon überzeugen, ob das Geld angekommen sei. Derzeit wird noch auf jeden Auktionserlös eine Verwaltungsgebühr erhoben. Mit Hilfe von Sponsoren hofft man diese aber über kurz oder lang abschaffen zu können.
Corinna Busch und ihre Mitstreiter - Journalisten, Webdesigner und Programmierer, die alle weitgehend ehrenamtlich arbeiten - sind zuversichtlich, dass sie mit ihrer Idee Erfolg haben werden. Bislang sind "nur" etwa 40.000 Euro an Erlösen zusammengekommen. Doch der Zeitgeist ist mit "Stargebot". Die vor allem in der Medien- und Unterhaltungsbranche hervorragend vernetzten Initiatoren stoßen überall auf große Bereitschaft, sich für eine gute Sache einzusetzen. Hedonismus und Altruismus müssen kein Widerspruch sein. "Noch kann man Schnäppchen machen", wirbt Busch für ihr Portal. Zwei Karten für die exklusive "Tribute to Bambi"-Party am Vorabend der Bambi-Verleihung gingen im November 2007 noch für schlappe 700 Euro weg. "Wenn Stargebot erst mal richtig bekannt ist", sagt Busch und lacht, "wird man ein Vielfaches dafür bezahlen müssen."
Webadressen:
www.stargebot.de
www.charitybus.com
www.charityfolks.com