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Tränenreich: Verona bei Kerner
»Sie kann auf Knopfdruck losweinen«, knötterte Dieter Bohlen angesichts der Fernseh-Tränen. Schauspiel und Masche unterstellte ihr auch die übrige Kreisliga deutscher Prominenz. Allen voran die andere Bohlen-Ex, Nadja Abd El Farrag, per Dauerauftrag an RTL gebundene Kronzeugin deutscher Heißluft. Mit einer LiebesSimulation zu Ralph Siegel hatte sie sich selbst gerade Schlagzeilen gebastelt.
Um die Flachheit des Geschehens zu begreifen, muss man, kaum zu glauben, tiefer gehen. Muss sich Verona Feldbusch, die in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von 88 Prozent hat, aus anderen Blickwinkeln nähern. Dünn ist sie geworden. Legt sie mal wieder die Jacke ab, kann man an den Schultern die Knochen unter der Haut sehen. Auch die Hose ist manchmal zu groß und steht hinten so weit ab, dass man im Bund den Namen »Boss« lesen kann. Es ist leicht, Verona über den Weg zu laufen, irgendwo in Deutschland gibt es jeden Tag ein Studio und einen Schminkspiegel, vor dem sie sitzt, Hochdruck verbreitet und vieles gleichzeitig macht: telefonieren, Interviews gegenlesen, Fotos kontrollieren.
Ihr theoretischer Wohnort ist Köln, aber angesichts eines platzenden Terminkalenders sind Ruhezeiten in den eigenen vier Wänden schwer auszumachen. Verona spricht nur von Besuchen in der Kölner Wohnung ihres Lebensgefährten Franjo Pooth, wo sie dann - mit Hut und Sonnenbrille - an einem gegenüberliegenden Kiosk, »dem Büdchen«, immer mal wieder versucht, unerkannt einzukaufen. Da sie ihr komplettes Leben an die Öffentlichkeit verkauft hat, gelingt das nie.
Mit fünf großen Werbeverträgen, Kalenderproduktionen, Model-Auftritten, als Dauergast im deutschen Fernsehen und hoch bezahlter Darling bei Treffen deutscher Industrieller ist Verona Feldbusch die bestbezahlte TV-Frau Deutschlands - jede Minute Verona kostet. Ihr Millionenvermögen wird mittlerweile als gesichert zweistellig geschätzt, Tendenz steigend.