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16. Mai 2009, 06:25 Uhr

Hart, härter, Heidi

Heidi Klum, Topmodel, Supermodel, Geschäftsmodel, Sexsymbol

Kissing all over the world: Heidi spitzt die Lippen bei der "Star Trek"-Premiere in Los Angeles© Matt Sayles/AP Photo

Eine andere große Heidi im Model-Geschäft, die Agenturchefin Heidi Gross aus Hamburg ("Model Management"), erinnert sich noch genau, wie 1998 der Anruf kam von Günther Klum: "Ich brauche jetzt eine anständige Agentur." Gross ist die Grande Dame der Model-Macher, betreut Germanys wahre Topmodels wie Claudia Schiffer sowie Brasiliens Top-Beauty Gisele Bündchen, "dat Gisela" genannt von Vater Klum. Gross erzählt, sie habe die dicken Verträge für Heidi in den ersten Karrierejahren an Land gezogen: den vierjährigen Werbevertrag mit McDonald's. Oder die seit sieben Jahren bestehende Geschäftsverbindung mit dem Beauty-Konzern LR, der Klums Kosmetikprodukte und die Düfte der "GNTM"-Gewinnerinnen vermarktet. Den Vertrag mit Katjes. Sogar die Vertragsverhandlungen für "Germany's next Topmodel" habe sie geführt.

Dennoch: Günther Klum beendete im Jahre 2005 die bis dahin so fruchtbare Zusammenarbeit mit Heidi Gross. Ja, der Herr Klum. Immer wieder hört man, die Heidi sei ja nett, das Schlimme sei ihr Vater. Und das Schlimme an ihr: dass sie ihren Vater alles machen lässt. Nur ihm vertraut sie. Günther Klum weiß, wie man Redakteure wahnsinnig macht mit ständigen Forderungen: noch einen Flug für Seal, einen für das Kindermädchen, erste Klasse Minimum. Dass die "Topmodel"-Staffel zu einem beträchtlichen Teil in Los Angeles gedreht wurde, soll auch daran liegen, dass es für die Produktionsfirma günstiger war, die Mädchen und das Team für die Dreharbeiten dorthin zu fliegen als immer wieder Heidi samt Entourage nach Deutschland.

Der Vollstrecker

Befragt zu Günther Klum und seinen Geschäftsmethoden, werden viele Menschen sehr schweigsam. Das betrifft Regisseure, Marketingchefs, Produzenten. Keiner will Ärger riskieren mit Klum, Heidis Vollstrecker, der gern mit Anwälten droht. Einige raunen, es müsse "sehr gut überlegt sein", ob man sich äußern solle. Dann sind sie nicht mehr erreichbar. In Urlaub, in Konferenzen, erkrankt. Es ist ein bisschen wie in einem Mafia-Film.

Schweigen auch bei Heidis früherem "GNTM"-Co-Juror Bruce Darnell, beim Stylisten Boris Entrup und anderen "Topmodel"-Mitarbeitern, sobald der Name Klum fällt. Selbst die bei der Plattenfirma Warner vorgetragene Bitte nach einem Gespräch mit Seal über seine Frau endet mit der Auskunft: Da müssen Sie Herrn Klum fragen.

Das wollen wir gern tun. Auftritt Günther Klum himself. Klum ist eine mächtige Erscheinung, eine Mischung aus Weihnachtsmann und Schießbudenbesitzer. Er vermittelt rasch: mein Revier. Vollbart, Gel im Haar und Brille mit Goldbügeln und Goldsteg, die Gläser verdunkeln sich bei Sonnenschein. Er trägt Birkenstock-Latschen aus Heidis Kollektion, bedruckt mit dem Text von "Kiss from a Rose", dem größten Erfolg seines singenden den Schwiegersohns. In seinem früheren Leben war Günther Klum Produktionsleiter bei 4711. Jetzt managt er das Produkt Heidi Klum, wobei er das Wort Manager nicht mag. Er ist Geschäftsführer der Heidi Klum GmbH und Co. KG mit Sitz in Bergisch Gladbach. Die Firma leitet er, als wär's ein Klempnerladen oder eine Autowerkstatt. Ruppig, robust, patriarchalisch. Post von Günther bekommt man meist vorab als Fax und am Folgetag noch mal als Brief: vorn eine Wohlfahrtsmarke, hinten ein rotes Siegel mit einem großen "H" für Heidi. Das Wachs kauft er in Fünf-Kilo-Säcken.

"Er hat die Heidi ja geschmiedet"

Bergisch Gladbach: Klum-Town. Wo alle herkommen, wo alles anfing, wo alle so bekennend verwurzelt sind. Karl-Heinz Eil ruft erst mal "beim Jünther" an, bevor er über ihn spricht. Eil ist Friseur. Erna Klum hat früher in seinem Salon gearbeitet. Er ist der Mann, den Günther Klum an seine Haare lässt. Ein enger Freund der Familie ist auch Fritz Roth, der Bestatter. Von ihm möchte Günther Klum eines fernen Tags unter die Erde gebracht werden. Roth bescheinigt Klum "einen weichen Kern", immerhin, "aber er kann sehr kantig sein und kompromisslos. Eigentlich will er nur anerkannt werden. Er hat die Heidi ja geschmiedet. Er glaubt an sie. Und an sich".

Heidis Lieblingsrestaurant ist "Hähnchen Ewald" in Kürten, 20 Autominuten vom Elternhaus entfernt. An der Wand hängt ein Foto von Heidi Klum, kaum geschminkt und wenig glamourös. Der Wirt Reiner Herzhoff räumt ein, "wenn sie nicht zurechtgemacht ist, erkennen die Gäste sie manchmal gar nicht". Wenn die Klums kommen, kommen sie alle. Mit Kind und Kegel. Das machen sie bei Hähnchen Ewald genauso wie bei der Escada-Gala. Nur dass bei Hähnchen Ewald hinterher keiner tuschelt, da hätten wieder "die deutschen Flodders" in der ersten Reihe gesessen.

In Kürten haben die Stammgäste auch mal den Flavio Briatore gesehen, nun kommt die Heidi mit Seal. Soll der doch zusehen, wie er diesen Kulturschock verdaut. Heidi gibt es eben nur mit dem gesamten Paket, der schräge Günther gehört dazu wie die übrige Folklore und das Engagement der Familie im rheinischen Karneval. Wenn die Klums beim Rosenmontagszug dabei sind, vom Wagen winkend und Kamelle werfend, lacht Seal tapfer mit - es muss Liebe sein.

Die Schöne ist das Biest

Und man gibt auch gern im Hause Klum. So unterstützen Heidi und Günther seit Jahren das Bethanien-Kinderdorf in Bergisch Gladbach. Heidi war mehrmals zu Besuch, hat auch schon mit den Kindern Lebkuchen gebacken. Als sie beim Promi-"Wer wird Millionär?" antrat, ging ihr Gewinn ans Kinderdorf, ebenso der Erlös ihrer CD "Wonderland". Beinahe wäre auch Heinz Fischer zum Spender geworden.

Der Hartz-IV-Empfänger aus Aue im Erzgebirge hatte im Oktober 2008 das Foto eines Marilyn-Monroe-Doubles von einer amerikanischen Website gefischt und auf den Flyer gedruckt, der für eine Party werben sollte. Dass die Blondine mit dem Kussmund, deren Bild er da unter die Leute brachte, Heidi Klum war, wusste Fischer nicht. Er sollte es erfahren, als ihn Günther Klum anrief. Wo er die Rechnung über 142.800 Euro - 100.000 Euro Fotohonorar plus 20.000 Euro Agenturprovision plus Mehrwertsteuer - denn nun hinschicken solle, polterte Klum. Mittlerweile hat das Gericht entschieden: Fischer muss 2300 Euro zahlen. Aber die hat schon Jenny Elvers-Elbertzhagen gespendet, die von Fischers Not las und ihm im Kampf gegen die Klums unter die Arme griff. Heinz Fischer seufzt: "Hätte Heidi bloß zu ihrem Vater gesagt: 'Nun lass doch den armen Mann in Ruhe!'"

Er glaubt fest, dass es bei den Klums eine Schöne gibt. Und ein Biest. Und er weiß nicht, dass das eine ohne das andere nicht sein kann.

Mitarbeit: Ulrike von Bülow, Helge Hopp, Alexander Kühn, Stefanie Luxat

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 20/2009

Von Christine Kruttschnitt
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KOMMENTARE (10 von 27)
 
OskarRumpel (18.05.2009, 16:42 Uhr)
@Frank bleib in Genf
Natürlich kann man den Ausschaltknopf auf der Fernbedienung betätigen - aber darum geht es nicht. sie haben offensichtlich nicht verstanden, weshalb die meisten Leute Heidi kritisieren: sie steht für eine verlogene und harte Casting-Sparte im Fernsehen, die INSGESAMT die Maßstäbe in der Gesellschaft zum schlechteren verschiebt.
Kein Mensch hier hat persönlich was gegen Heidi, da wir sie nicht kennen. Und niemand spricht ihr ihre Erfolge (nunja auch relativ) ab, für Durchschnitt hat sie es WIRKLICH seeeeehr weit gebracht - da stimme ich Ihnen nämlich auch zu: Denn sie wollten ja, dass dieser Umstand mehr berücksichtigt wird; ich meine die Erfolge.
Frank_aus_Genf (18.05.2009, 13:25 Uhr)
@alle
Schon unglaublich, wie "hässlich Frau Klum als Model ist. Ich stimme Ihnen zu: um mehrfach Covergirl auf der amerikanischen SPORTS ILLUSTRATED zu sein oder mit 34 bei Victoria's secret im Bikini über den Laufsteg zu huschen, muss man keine gute Figur haben und schafft dies - in der Regel - auch, wie der selbsternannte Modegott W. Joop sagte, auch mit einem "viel zu massiven Körper oder, wie ein Leser hier schreibt, mit dicken Beinen. In der aktuellen Juni-Ausgabe der deutschen Vogue wurde daher wahrscheinlich auch ein Double genommen....
Lang lebe die Anorexie!
Und was den Nerv-Faktor von Frau Klum als omnipräsentes Exempel des deutschen Kulturverfalls betrifft, so frage ich Sie alle:
haben sie eigentlich schon den "off"-Knopf an Ihrer Fernbedienung entdeckt? Flüchten Sie sich doch bitte in die Sicherheit eines Buches und sie werden von "uns Heidi" nie wieder etwas hören! So kultiviert wie Sie sich ALLE hier aufführen, müsste Ihnen doch ausser Fernsehen noch eine andere Freizeitbeschäftigung einfallen, oder etwa nicht? Und wenn nicht, dann haben sie noch ARTE, 3SAT und die ganz polyglotten unter Ihnen noch tausende von Kanälen in anderen Sprachen. Sie tun hier so, als gäbe es in dieser Republik nur ein zentrales Programm, das man verpflichtet ist sich anzusehen. Die Macht über die Entwicklung der bundesdeutschen Kulturlandschaft liegt bei Ihnen allen, werte Herrschaften. Allerdings werden sie als passive Dauerkonsumenten den Klums, Bohlens und Feldbuschs nichts entgegensetzen, sondern die Nachfrage nach der von allen hier so angeprangerten Kulturlosigkeit durch hohe Einschaltquoten bestätigen. Dem STERN daraus einen Strick zu drehen, ist ebenso dumm. Er kann schliesslich nur über das berichten, was stattfindet.
Aber immer schön über die anderen schimpfen....
OskarRumpel (17.05.2009, 15:11 Uhr)
Nicht mehr lange
und diese talentfreie Nervensäge ist hoffentlich weg vom Fenster. Und ein Glück sie trägt auch aktiv dazu bei; eine vierte Schwangerschaft und hoffentlich fallende Quoten werden uns von diesem Nichtsnutz befreien. Allerdings muss ich zugeben, dass es mich jedesmal aufs Neue erstaunt wie diese Typen (Heidi Klum, Verona Wasauchimmer) so viel Profit aus ihrem Nichtskönnen schlagen. Naja, offensichtlich verkauft sich Dummheit genauso wie Sex - oder beides zusammen.
hellwachabsolut (17.05.2009, 12:09 Uhr)
Nun ist jetzt richtig .
Heidi Kulm ist ein Hinweis auf kulturellen Verfall in diesem Land.
Die Volksverdummung nimmt leider in Deutschland zu und Heidi Klum symbolisiert diesen Trend.
hellwachabsolut (17.05.2009, 12:07 Uhr)
Heidi Kulm ein zeichen für......
Heidi Kulm ist ein Hinweis auf kulturellen Verfall in diesem Land.
Die Volksverdummung nimmt leider in Deutschland und Heidi Klum symbolisiert diesen Trend.
teresila (17.05.2009, 11:38 Uhr)
Widerlich
einfach nur widerlich !
Clemens1964 (16.05.2009, 22:00 Uhr)
ich kann die einfach
nicht mehr sehen.
Chris24 (16.05.2009, 20:12 Uhr)
Und tschüss!
Die Frau nervt ohne Ende, hat eine schreckliche Stimme und führt unscheinbare Mädchen vor, von denen sie ganz genau weiß, dass sie nie Erfolg haben werden. Klum passt in keine Laufstegmode, erzählt aber anderen sie seien zu dick. Sie passt höchstens in 38 rein und ohne gutes Licht sieht sie nach nichts aus. Dürre Lippen, Falten, eine spitze Nase, nicht besonders lange und schanke Beine würde ich nicht als schön bezeichnen. Sie versucht seit einiger Zeit mit peinlichen Dingen in die Schlagzeilen zu kommen. BH-Werbung als Durchgek.., das mit dem Kleiderschrank etc. Es reicht langsam, die Stimme ist schriller als die von Pooth. Die beiden haben viel gemein..
Louyi (16.05.2009, 19:18 Uhr)
Diesem Medienomnipotente Supertalent
ist einfach die Schei.... bergauf gelaufen.
Ihr wichtigstes Date im Leben war sicher -zum richtigen Zeitpunkt, mit dem richtigen Produkt (Gesicht) auf dem richtigen Werbe Sofa (von Gottschalk). Dieses Sofa hat bis heute zu 100% die gleiche Funktion und Wirkung dass sich die Rädchen richtig drehen. Spätestens ab dem Zeitpunkt hält sie sich als Promi für den Nabel der Welt.In der Foto/Model Branche sogar des ganzen Universums. Dieses Genre ist einfach durchgeknallt - nur noch in etwa mit div. Star -Fussballern vergleichbar.
Die Klum als dauergrinsendes, gutgelauntes Übertalent meint aber sie kommt damit besonders positiv rüber, strapaziert damit andere ohne es zu merken aber so sehr, dass sie einfach unerträglich wird.(Pendant zu Verona Pooth) Man kann diese "Super- Frau" trotz ihrer dabei für/mit jeden/m Schei..verdienten vielen Kohle
einfach nicht ernst nehmen.
Aber Deutschland braucht scheinbar diese Art von kostspieligen Trash.
iniparis (16.05.2009, 16:46 Uhr)
Zum Thema Neid
Ich lebe von Beruf her zwischen Frankreich, Deutschland und Spanien, und weder in Frankreich noch in Spanien wird so ein Niedrig-Niveau-Kult wie in Deutschland und Großbritannien betrieben. Klar gibt es auch da die Yellow Press, aber in diesen Ländern werden Künstler mit WAHREN Talenten verehrt. Es nervt mich einfach, mitanzusehen, dass in Deutschland seit vielen Jahren nur hohle Nüsse wie die Klum (ich rede von ihrem IMAGE, sicher ist sie selber nicht dumm), super vulgäre Prolls wie Dieter Bohlen und sonstige fragwürdige Talente als deutsches "Kulturgut" werden. So eine Entwicklung kann ja wohl nicht gut sein, und ich finde allerdings, dass die Medien eine wichtige Rolle dabei spielen, auch und besonders bei Berichten zum Thema Lifestyle, denn da sind Themen, die die Massen ansprechen.
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