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27. Juli 2008, 08:25 Uhr

Madame Pompadour

Das Glamourpaar mit Brunis sichtlich verstörtem Sohn Aurélien in Jordanien. Ein Foto, für das sich Carla heute schämt© Salah Malkawi/ Getty Images

Überhaupt - die Ex. Kaum hat das Liebespaar die Pyramiden wieder in Richtung Paris verlassen, dürfen sie im OEuvre "Cécilia" nachlesen, was die von Nicolas hält: Er "bespringe" die Frauen, sei "geizig" und liebe "niemanden, nicht einmal seine Kinder". Carla, der der Name ihrer Vorgängerin nicht über die Lippen kommt, sagt nur: "Ich hätte für meinen Mann gestimmt." Und zeichnet seither ihren als brutal verschrienen Mann windelweich. "Gefühle sind das Wichtigste in seinem Leben", tut sie kund. Seine drei Söhne - zwei aus seiner ersten Ehe, einer mit Cécilia - hätten für ihn "absolute Priorität". Auch als Stiefvater ist er offenbar unübertroffen: "Neulich hat Aurélien eine Medaille im Judo gewonnen, und Nicolas, der in einer Besprechung war, hat sich zwei Minuten Zeit genommen, um ihm zu sagen: Toll!"

Die perfekte Patchwork-Familie?

Ja, toll. Aber irgendwie nimmt man ihr die Nummer mit der perfekten Patchwork- Familie nicht ab. Denn zunächst reist das Paar mit Aurélien ins jordanische Petra, wo es das Kind den Teleobjektiven zum Fraß vorwirft. Der Präsident trägt den Fünfjährigen auf den Schultern; der hält sich angesichts der Meute von Fotografen erschrocken die Augen zu.

Das Bild des entsetzten Jungen geht um die Welt, die Folgen sind katastrophal: Die Franzosen sind endgültig angeekelt von ihrem Präsidenten, Enthoven untersagt der Presse, Fotos von Aurélien zu veröffentlichen, und Carla Bruni konzediert in einem Interview mit der Zeitschrift "L'Express": "Nie hätte ich meinen Sohn nach Petra mitnehmen dürfen. Das Ergebnis war ein obszönes Bild, für das ich mich als Mutter schäme. Aber es war mein Fehler, nicht der von Nicolas."

Der hatte unterdes in einer Pressekonferenz vor mehr als 500 verdatterten Journalisten gedröhnt: "Mit Carla ist es ernst." Der Auftritt hat etwas Verzweifeltes: Sarkozy erinnert an Tom Cruise, als der entfesselt auf dem Sofa von Ophra Winfrey herumhüpfte, um seine Liebe zu Katie Holmes zu beweisen. Einen Monat später heiratete das Paar im engsten Freundeskreis und bemüht sich nach einer der kürzesten Hochzeitsreisen der Geschichte - einem halbstündigen Spaziergang im Park von Versailles -, Sarkozys beständig sackende Umfragewerte wieder in den Griff zu kriegen.

"Ein Drama bahnt sich an"

Falls der Präsident, wie böse Zungen behaupten, seiner Ex Cécilia tatsächlich acht Tage vor der Hochzeit eine SMS geschickt hat, worin zu lesen war: "Wenn du zurückkommst, annulliere ich alles", so lässt sich Carla diese Erniedrigung nicht anmerken. "Ich werde mein Bestes tun", verspricht sie und reist in der Folgezeit an seiner Seite nach Südafrika, nach Großbritannien, nach Tunesien, nach Israel. Wie nicht anders zu erwarten, ist sie überall ein Hit; mit ihrem Esprit steckt sie Prinzen, Potentaten und Premierminister in die winzigkleinen und sündhaft teuren Handtaschen, die sie bei solchen Gelegenheiten mit sich führt. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki japste angesichts der Schönen: "Sie kann das nächste Mal gern allein zu uns kommen." Und halb Japan trauerte kürzlich, dass die First Lady ihren Mann nicht zum G-8-Gipfel auf Hokkaido begleitete.

Ergebnis all der Mühen: 68 Prozent der Franzosen sind mit der Gattin des Präsidenten zufrieden, mit ihm allerdings noch nicht einmal 40 Prozent. Wird aus Sarkozy über kurz oder lang der Mann, der die Bruni begleitet? "Ein Drama bahnt sich an", so der "Nouvel Observateur". "Er hasst Loser. Aber noch mehr hasst er den Erfolg, wenn es nicht der seine ist." Man müsse Carla "ein Kopfkissen aufs Gesicht drücken", hatte ein Berater des Präsidenten kurz nach der Hochzeit empfohlen; sie indes zwitschert bei aller staatstragenden Bravheit zwischendurch auch unbekümmert: "Mein Instinkt ist links."

"Verehrte Carla", stand in der Tageszeitung "Libération" zu lesen, "Sie sind unsere einzige Hoffnung. Leeren Sie endlich Sarkozys Duracell-Batterien. Beginnen Sie eine Affäre. Mit Gadhafi, mit Chavez - oder besser noch: mit Dominique de Villepin." Der hochgewachsene Grandseigneur und Ex-Premier, Politiker von Beruf und Poet aus Berufung, ist ein Erzfeind von Sarkozy. Er passt genau ins Beuteschema von Bruni. "Ich bin ein Raubtier", hat die einmal gesagt. Doch inzwischen gibt sie den Franzosen zu bedenken: "Ohne meinen Mann werden Sie sich langweilen." Womit sie auch wieder recht hat.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 30/2008

Von Stefanie Rosenkranz
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KOMMENTARE (3 von 3)
 
Franzoesin (27.07.2008, 19:29 Uhr)
First Lady ?
Sowas haben vielleicht die Amis und deren Anhängsel - in Frankreich haben wir nur eine "Première Dame " !!
Livia008 (27.07.2008, 13:11 Uhr)
Die Saure-Gurken-Zeit ist da!
wenigstens darauf ist Verlaß: an der medialen Berichterstattung sieht man, wann Sommer ist :-)
hannes_schinder (27.07.2008, 12:04 Uhr)
Sarkozy
wurde zum Präsidenten erwählt, nicht seine Lebenspartnerin!
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