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Duell: Mit Alice Schwarzer bei Kerner
Wenn die Feldbusch Schrammen am eigenen Image befürchtet, kann ihre Stimmung auch in Hysterie umschlagen. Midzic erinnert sich noch gut an einen Arztbesuch einen Tag vor dem geplanten Duell mit Alice Schwarzer. Der Doktor hatte Verona sofortige, strengste Bettruhe verordnet, weil Stress und Überanstrengung Magen und Darm attackiert hatten. Daraufhin habe sie »in der Taxe nur darüber geweint, dass Deutschland jetzt bestimmt denke, sie wolle vor der Schwarzer kneifen«. Die Sendung wurde um Wochen verschoben.
Der gebürtige Bosnier Midzic macht keinen Hehl daraus, dass er kaum Macht über seinen Werbestar hat. »Ich versuche oft, sie zu bremsen, vergeblich. Sie können die Feldbusch nicht bremsen«, sagt er im Hauptquartier seiner Firma »Prime Artists«, einem idyllischen Ritterburg-Anwesen in Nideggen bei Köln, wo er Werbetrophäen wie eine Schauma-Flasche oder einen Mini-Smart in Glasvitrinen ausstellt.
Auch in der Show-Branche gilt Verona Feldbusch mittlerweile als schwer verwaltbar, »da scheitert jedes noch so gute Management, Verona bestimmt und diktiert alles selbst«, sagt Manfred Meier, ehemaliger »Bild«-Unterhaltungschef und früher Verona-Förderer. So haben sich schon manche Marketing-Verantwortliche die Haare gerauft, wenn Frau Feldbusch stunden-, manchmal tagelang über Verträgen brütet, wenn sie jeden Absatz und jedes Komma beanstandet, über Prozente feilscht und am Ende doch alles wieder ganz anders haben will. »Ich kenne alle Verträge, aber die genauen Details verhandelt Verona selbst«, sagt Midzic.
Entschieden dirigiert Verona auch ihre Freunde. Widerspruch oder gar Zweifel an der Ich-Show werden nicht geduldet. »Sie ist sehr empfindlich und empfindet jeden Zweifel als Angriff. Sie lebt in einem extremen Freund-Feind-Schema«, sagt Manfred Meier, der selbst auf der Strecke geblieben ist. Ihr Zorn gilt als langfristig. So verweigert sie nachhaltig jeden Kontakt mit einer Zeitschrift, weil sie dort einmal mit Jenny Elvers auf einer Seite als deutsche Zicke genannt wurde - nicht die Zicke war das Problem, sondern die Gleichbehandlung mit Jenny Elvers.
Manchen Blattmachern gingen Eitelkeiten der Feldbusch so auf die Nerven, dass sie sie aus dem Heft verbannten. »Gala«-Chef Jörg Walberer: »Wir versuchen ja, die Dinge und die Menschen, solange es irgendwie geht, positiv darzustellen. Irgendwann haben wir bei Frau Feldbusch keinen positiven Ansatz mehr gefunden und haben den Spaß an ihr verloren.«